Sven Marquardt

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Sven Marquardt auf der Leipziger Buchmesse 2015

Sven Marquardt (3. Februar 1962[1] in Berlin) ist ein deutscher Fotograf und bekannter Türsteher des Technoclubs Berghain.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wandmalerei am Haus, Potsdamer Straße 151, in Berlin-Schöneberg

Sven Marquardt wuchs in Ost-Berlin auf. Sein Vater war Autobahnbauer, seine Mutter medizinisch-technische Assistentin. 1982 begann er seine Ausbildung als Fotograf und Kameramann bei der DEFA. Nach ersten Veröffentlichungen in den Zeitungen Sonntag und Das Magazin war er von 1985 bis 1986 Assistent von Rudolf Schäfer. Als Modefotograf arbeitete er bis Ende der 1980er-Jahre für die Zeitschrift Sibylle um Roger Melis und Arno Fischer.[2] In der Dokumentation „Ein Traum in Erdbeerfolie“[3][4] über die Modewelt der DDR tritt er als Zeitzeuge auf.

1987/1988 nahm er an der X. Kunstausstellung der DDR teil[5] und wurde 1988 Mitglied im Verband Bildender Künstler.[6] Marquardt, dessen Bilder „das Innen und Außen seiner Existenz in der Großstadt beschrieben“ und „exaltierte Träume von Lust und Angst“ inszenierten,[7] war fotografischer Dokumentarist der DDR-Subkultur.[8][9]

Nach der Wende zog sich Marquardt zunächst aus der Fotografie zurück: „Ich hatte das Gefühl, nichts mehr sagen zu können“, sagte er dazu 2009 in der Zeit.[8]

In den 1990er-Jahren begann Marquardt für seinen Bruder Oliver Marquardt (DJ Jauche) bei Partys in der Diskothek Ostgut als Türsteher zu arbeiten. Als das Ostgut 2003 schloss, begann er, wieder als Fotograf zu arbeiten. Mit dem Umzug ins Berghain und dessen Aufstieg zu einer bekannten Adresse wurde Sven Marquardt zu einer Symbolfigur des Berliner Nachtlebens, indem er nach wie vor fast jedes Wochenende an der Eingangstür des Clubs über den Einlass der Gäste wacht, meist jedoch unterstützt von anderen Türstehern.

Seine 2014 erschienene Autobiografie verfasste er zusammen mit Judka Strittmatter, einer Enkelin des DDR-Schriftstellers Erwin Strittmatter.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seelenkamerad, 2004, Trolley Berlin.[10]
  • 13 Monde, Galerie Viaux, Berlin 2007.[11]
  • Merry Karnowsky Gallery, Berlin, 2009.[12]
  • In Grenzen frei, Kunstgewerbemuseum Berlin, 2009.[13]
  • Übergangsgesellschaft, Akademie der Künste, Berlin 2009.[14]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ullrich Wallenburg, Ulrike Stöhring (Hrsg.): Die Faszination des Gesichts: Aspekte der Porträtfotografie. Brandenburgische Kulturstiftung, Cottbus 1988, ISBN 978-3-928696-14-2.
  • Dorothea Melis (Hrsg.): SIBYLLE. Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1998, ISBN 978-3-89602-164-9.
  • In Grenzen Frei – Mode Fotografie Underground. Kerber, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-86678-316-4.
  • Tobias Rapp, Das Gesicht der Wahrheit, in: Der Spiegel Nr. 31, 28. Juli 2014, S. 116f.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sven Marquardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WOW Art – The Mysterious Sven Marquardt by Fernanda Viana Dias bei wowrevista.com, abgerufen am 14. März 2015
  2. Sven Marquardt: Meine Fotos waren immer inszeniert. In: Dorothea Melis (Hrsg.): Sibylle – Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 1998, S. 284–297.
  3. Bericht der TAZ, besucht am 24. Februar 2010
  4. http://www.adk.de/Kunst_u_revolte/KuR_89_Kuenstler.htm
  5. Verband Bildender Künstler der DDR u. a. (Hg.): X. Kunstausstellung der DDR. Berlin (Ost) 1987, S. 535.
  6. http://www.adk.de/Kunst_u_revolte/KuR_89_Kuenstler.htm
  7. Eckhart Gillen, Rainer Haarmann (Hrsg.): Kunst in der DDR. Köln 1990, S. 208.
  8. a b Er ist der Härteste. In: Die Zeit Nr. 33, 6. August 2009
  9. Siehe auch Daniela Dahn: Kunst und Kohle. Die „Szene“ am Prenzlauer Berg. Frankfurt am Main 1987, S. 237.
  10. Bericht bei Photography now, besucht am 24. Februar 2010
  11. Bericht bei Art Magazin, besucht am 24. Februar 2004
  12. Bericht bei Gefühlskonserve, besucht am 24. Februar 2010
  13. Bericht bei Strobo, besucht am 24. Februar 2010
  14. Akademie der Künste, besucht am 24. Februar 2010