Sven Petke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sven Petke 2016

Sven Petke (* 28. November 1967 in Wilhelm-Pieck-Stadt Guben) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist Landtagsabgeordneter in Brandenburg und nebenberuflich Manager im Transportbereich.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Polytechnischen Oberschule machte Petke eine Berufsausbildung mit Abitur als Instandhaltungsmechaniker im Chemiefaserwerk Guben, die er 1987 abschloss. Ab 1990 gehörte er zu den ersten Ostdeutschen, die ein Fachhochschulstudium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, des Brandenburger „Patenlandes“, aufnahmen. Er schloss das Studium an der Fachhochschule 1993 als Diplomverwaltungswirt (FH) ab und war anschließend im Innenministerium des Landes Brandenburg tätig, zuletzt bei der Verfassungsschutzbehörde.

Seit Juni 2014 ist Petke als Direktor für Geschäftsentwicklung in Osteuropa für die Bombardier Transportation GmbH tätig. Diese gut dotierte Nebentätigkeit hat für Kontroversen um die Vereinbarkeit mit dem Abgeordnetenmandat gesorgt.[1]

Petke ist evangelisch. Seit 2003 ist er in zweiter Ehe mit der Staatssekretärin und Bundestagsabgeordneten der CDU Katherina Reiche verheiratet. Das Paar hat drei Kinder.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petke ist seit 1995 Mitglied der CDU. Von 2001 bis 2004 und von 2007 bis 2011 war er stellvertretender Vorsitzender der CDU Brandenburg. 2004 wurde er Generalsekretär der CDU Brandenburg. Nachdem 2006 ihm und dem damaligen CDU-Landesgeschäftsführer Rico Nelte vorgeworfen wurde, die für CDU-Landesvorstandsmitglieder eingehenden E-Mails ohne deren Wissen überwacht und teilweise auch zurückgehalten zu haben[2] und das Leseverhalten von rund 2800 Abonnenten eines Newsletters überwacht zu haben.[3] Petke trat auf Druck des CDU-Landesvorsitzenden Jörg Schönbohm am 15. September 2006 als Landesgeneralsekretär zurück. Im Fall der mutmaßlichen E-Mail-Überwachung wurde das Ermittlungsverfahren jedoch mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.[4] Auch bezüglich der Newsletter-Auswertung wurde das Bußgeldverfahren gegen Petke und Nelte aufgrund einer „sehr offenen“ Beweislage und unabsehbarer Prozessdauer eingestellt.[5][6] Umgekehrt wurde auch der Internetdienstleister der CDU, der die Affäre mit seiner Aussage ausgelöst hatte, vom Vorwurf der Urkundenfälschung, der falschen eidesstattlichen Erklärung und der Verleumdung freigesprochen.[7][8] Als der damalige CDU-Landesvorsitzende Jörg Schönbohm 2006 nicht mehr für dieses Amt kandidierte, kündigte Petke seine Bewerbung um den Vorsitz der Landes-CDU an. Bei der Wahl am 27. Januar 2007 unterlag er mit 110 zu 112 Stimmen seinem Gegenkandidaten Ulrich Junghanns, der von Schönbohm unterstützt worden war. Daraufhin kandidierte Petke für einen der vier Stellvertreterposten und wurde mit 58 % der Stimmen gewählt.[9] Im Herbst 2011 kandidierte Petke nicht erneut für das Amt.[10]

Petke leitete bis 2011 auch die Grundsatzprogrammkommission der brandenburgischen CDU.[11]

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit September 1999 ist Petke Abgeordneter des Brandenburgischen Landtags. Im November 2004 wurde er Vorsitzender des Rechtsausschusses und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Inneres.[11] Er war bis 2011 stellvertretender Fraktionsvorsitzender und innen- und sportpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Brandenburg.[12] Im November 2011 trat er für diese Funktionen nicht mehr zur Wahl an. Petke ist stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission „Kommunal- und Landesverwaltung – bürgernah, effektiv und zukunftsfest – Brandenburg 2020“ des Landtages.

Im Jahr 2007 zahlte Petke ca. 1000 EUR an die Landtagsverwaltung zurück, die er als Mietkostenerstattung für ein Abgeordnetenbüro in Potsdam-Drewitz erhalten hatte.[13] Petke hatte den Betrag auf seinen Antrag hin als Mietkostenerstattung für ein Abgeordnetenbüro in Potsdam-Drewitz erhalten, obwohl es als solches „äußerlich nicht erkennbar“ gewesen war.[13] In diesem Zusammenhang setzte Petke erfolgreich eine Gegendarstellung in der Bild-Zeitung durch. Die Bild-Redaktion gab Petke recht.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sven Petke – Sammlung von Bildern

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thorsten Metzner: Doppel-Job für Abgeordneten. CDU-Politiker wird Manager bei Bahnhersteller. In: Der Tagesspiegel, 18. Juni 2014.
  2. Susann Fischer: Streit um E-Mail-Affäre geht weiter. Der Tagesspiegel vom 13. Februar 2008
  3. Thorsten Metzner: Leser ausspioniert? Der Tagesspiegel vom 14. Februar 2008
  4. Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein. heise online vom 4. Dezember 2006
  5. Igor Göldner: CDU-Politiker Petke erhebt Einspruch. Märkische Allgemeine vom 27. März 2007
  6. dpa: Bußgeldverfahren gegen Petke und Nelte eingestellt. In: Lausitzer Rundschau, 2008
  7. CDU-Webmaster geht gegen Strafbefehl vor. In: Die Welt, 16. Februar 2008
  8. E-Mail-Affäre der CDU mit Freispruch für Schoenland beendet. In: Lausitzer Rundschau, 21.  Juni 2012
  9. Schönbohms Kandidat siegte, entgleiste und musste sich entschuldigen. Hamburger Abendblatt vom 29. Januar 2007
  10. Petke-gibt-weiteres-Spitzenamt auf.
  11. a b parldok.brandenburg.de: Vollanzeige MAI, Zugriff am 30. Januar 2011
  12. sven-petke.de: Sven Petke MdL | Landtagsabgeordneter für Teltow-Fläming - Vita - Der Lebenslauf von Sven Petke. Innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg., Zugriff am 30. Januar 2011
  13. a b Der Tagesspiegel vom 10. August 2007
  14. bildblog.de:Gegendarstellung