Sven von Storch

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Sven von Storch (* 23. Dezember 1970 in Osorno, Chile) ist ein deutsch-chilenischer Kaufmann. Mit seiner Ehefrau Beatrix von Storch leitet er verschiedene der Alternative für Deutschland (AfD) nahestehende Politiknetzwerke.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sven Andreas von Storchs Vater siedelte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Chile über, nachdem das Landgut der Familie Storch in Parchow Kreis Rostock in Mecklenburg in der damaligen sowjetischen Besatzungszone enteignet worden war. Sein Vater baute sich in Chile eine neue Existenz als Landwirt auf und fand dort seine ebenfalls aus Deutschland stammende Ehefrau. Sven von Storch wuchs als einer von vier Söhnen in Chile auf und erhielt dort seine schulische Ausbildung. In der elften Klasse besuchte er eine Schule in Deutschland. Nach dem Abitur in Chile kam Sven von Storch nach Deutschland, um Betriebswirtschaft zu studieren, und lebt seither in Deutschland. Sein Studium schloss er als Diplom-Kaufmann ab. Nach der Wende in der DDR kaufte sein Bruder Thomas den vormals großelterlichen Besitz in Mecklenburg vom deutschen Staat zurück. Dieser Bruder kam 2004 bei einem Flugzeugunglück ums Leben.[1][2][3]

Während seines Studiums lernte Sven von Storch um 1993 seine spätere Ehefrau kennen. Die beiden heirateten im Oktober 2010[1] und leben zusammen in Berlin.

Politische Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Projekt zusammen mit seiner späteren Ehefrau war die Gründung des Vereins Göttinger Studenten für den Rechtsstaat. Dieser protestierte gegen die Weigerung der Regierung Kohl, den zwischen 1945 und 1949 in der sowjetischen Besatzungszone enteigneten Grundbesitzern ihre Güter wiederzugeben.[4] Die beiden gründeten später auch den Verein „Allianz für den Rechtsstaat“, welcher sich gegen eine Anerkennung der Enteignungen durch die DDR-Bodenreform durch die damalige Bundesregierung unter Helmut Kohl einsetzte.[5]

Laut Alexander Häusler leiten Beatrix und Sven von Storch ein Kampagnen-Netzwerk im Hintergrund der AfD, das über einen Pool von Vereinen und Internetseiten verfügt, für die Sven von Storch verantwortlich ist.[6][7][8]

  • Der Verein Zivile Koalition e.V.
  • Das Institut für Strategische Studien Berlin (ISSB) e.V.
  • Die Internetseite „Demo für Alle“, die gegen Sexualpädagogik und die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mobilisiert.[9]

Der Verein Zivile Koalition betreibt die Projekte eurocheck.de (mittlerweile entfernt), abgeordneten-check.de, „Initiative Familienschutz“ und „Entscheidung fürs Leben“, die ebenfalls von Sven von Storch geführt werden. Diese dienen der Darstellung von politischen Positionen der AfD, wie beispielsweise die Ablehnung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und des Gender-Mainstreamings, geben sich aber nicht als direkt mit der Partei verbunden aus.[4] Sven von Storch ist Herausgeber des Internetblogs Die Freie Welt.

Medienberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medien wie Die Welt und Der Spiegel berichteten, Sven von Storch werde vorgeworfen, insgesamt 98.000 Euro für private Zwecke vom Vereinskonto der Zivilen Koalition abgehoben zu haben. Das Ehepaar Storch erklärte, das Geld liege in einem Bankschließfach der Zivilen Koalition in Berlin, um die Liquidität des Vereines auch bei einem Bank Run zu sichern.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Dorthe Arendt: Hochzeit in Eutin: Die Herzogin heißt jetzt von Storch. In: shz.de (Ostholsteiner Anzeiger). Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag (shz), 25. Oktober 2010, abgerufen am 27. März 2016.
  2. Constantin Magnis: AfD-Kandidatin Beatrix von Storch. Ihr Hauptberuf ist Protest. In: cicero.de. 13. Juni 2013, abgerufen am 28. März 2016.
  3. Markus Wehner: Beatrix von Storch. Die Protestunternehmerin. In: FAZ.net. 29. August 2015, abgerufen am 28. März 2016.
  4. a b Frankfurter Allgemeine Zeitung, Markus Wehner: Die Protestunternehmerin, 29. August 2015
  5. Cicero, Ihr Hauptberuf ist Protest, Juni 2013
  6. Alexander Häusler: Die Alternative für Deutschland, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10638-6, S. 83
  7. a b Die Welt, Das Rätsel um ein Schließfach mit 98.000 Euro, 15. September 2013
  8. Handelsblatt, Désirée Linde: Das Meinungs-Imperium der AfD, 24. November 2014
  9. in: Sabine Hark, Paula-Irene Villa (Hrsg.): Anti-Genderismus. Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktueller politischer Auseinandersetzungen, Transcript Verlag 2015, ISBN 978-3-8376-3144-9, S. 94–125