Swat (Distrikt)

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Distrikt Swat
ضلع سوات
Staat: Pakistan Pakistan
Provinz: Khyber Pakhtunkhwa
Sitz: Saidu Sharif
Koordinaten: 35° 23′ N, 72° 11′ OKoordinaten: 35° 23′ 0″ N, 72° 11′ 0″ O
Fläche: 5337 km²
 
Einwohner: 2.161.000 (2014)
Bevölkerungsdichte: 405 Einwohner je km²
Zeitzone: PST (UTC+5)
Karte von Pakistan, Position von Distrikt Swat hervorgehoben

Swat Distrikt (Paschto/Urdu: سوات) ist ein Distrikt in der pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Er ist 5.337 km² groß und hat etwa 2,16 Millionen Einwohner. Hauptstadt des Distrikts Swat ist der Ort Saidu Sharif, größte Stadt ist jedoch das benachbarte Mingora.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt liegt im Nordwesten Pakistans. Im Osten grenzt er an die Distrikte Kohistan und Shangla, im Süden an die Distrikte Buner und Malakand, im Westen an den Lower Dir und Chitral. Im Norden grenzt er an die Region Gilgit-Baltistan, die früheren Nordgebiete Pakistans. Die beiden größten Städte sind Barikot im Südwesten und Mingora im Zentrum des Swat-Tals.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt umschließt das Tal des Flusses Swat. Die Region ist wegen der saftig-grünen Felder im Tal und den lichten Nadelwäldern, die auf den Hügeln der mittleren Höhenlagen gedeihen, bekannt als die „Schweiz Pakistans“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fluss, der durch den Distrikt fließt, und der Name Swat wurde bereits in der hinduistischen Schrift Rigveda vor über 3000 Jahren als Suvastu erwähnt.[2] Ein Alter von etwa 3000 Jahren haben wahrscheinlich auch einige an den Felswänden des Tales gefundene Petroglyphen (Gogdara Rock Carvings).

In den letzten vorchristlichen und in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten war das Swat-Tal ein Zentrum des Buddhismus; mehrere Stupas (z. B. in den Dörfern Amlukdara, Butkara oder Shingardara) und mehrere Felsreliefs mit Darstellungen des meditierenden Buddha weisen noch heute darauf hin – eines wurde von den Taliban-Fanatikern teilweise zerstört.

In der Region bestand bis zum Jahr 1969 der Fürstenstaat Swat.

Die Taliban hatten vom Oktober 2007 bis zum Mai 2009 die Kontrolle über das Gebiet übernommen und lieferten sich andauernde Gefechte mit Regierungseinheiten.[3] Dieses führte im Mai des gleichen Jahres zu einer Gegenoffensive der pakistanischen Armee und zu großen Flüchtlingswellen.[4]

Im August 2010 wurde das Swat-Tal während der Überschwemmungskatastrophe überflutet. Infolge der andauernden Überflutungen trat dort der erste Cholera-Fall auf.[5]

Am 2. Oktober 2012 schoss der Taliban-Extremist Atta Ullah Khan in Mingora auf die damals 14-jährige pakistanische Bürgerrechtlerin Malala Yousafzai, als diese in einen Bus steigen wollte. Sie überlebte schwer verletzt und erhielt im Jahr 2014 den Friedensnobelpreis.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Domenico Faccenna, Piero Spagnesi: Buddhist Architecture in the Swat Valley, Pakistan. Stupas, Viharas, a Dwelling Unit. Sang-e-Meel Publications 2014, ISBN 978-9693526837
  • Fredrik Barth (Hrsg.): The Last Wali of Swat. An Autobiography as told to Fredrik Barth, Norwegian University Press / Universitetsforlaget AS, Oslo 1985 ISBN 82-00-07079-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Pakistan troops seize radical cleric's base: officials" (Memento vom 2. Dezember 2007 im Internet Archive), Agence France Presse, 28. November 2007, abgerufen am 28. November 2007
  2. Journal of Indian History By University of Kerala Dept. of History, University of Allahabad Dept. of Modern Indian History, University of Travancore, University of Kerala Published by Dept. of Modern Indian History, 1963 page 28
  3. www.tagesschau.de (Memento vom 14. Mai 2009 im Internet Archive)
  4. Swat-Tal: Pakistan lässt Zivilisten fliehen
  5. Malteser: Erster Cholerafall in Swat bestätigt. Aktion Deutschland Hilft, 13. August 2010, abgerufen am 17. August 2010.