Swesda TschN16/17

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Swesda
42TschNSP16/17

42TschNSP16/17

TschN16/17
Produktionszeitraum: 1960er bis heute
Hersteller: Swesda
Funktionsprinzip: Diesel
Motorenbauform: Reihensternmotor
Ventilsteuerung: OHC-Ventilsteuerung
Hubraum: 143.558–191.411 cm3
Gemischaufbereitung: Direkteinspritzung
Motoraufladung: Turboverbundaufladung
Kühlsystem: Wasserkühlung
Schmiersystem: Trockensumpfschmierung
Leistung: 1840–3960 kW
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Die Motoren der Typenfamilie TschN16/17 (russisch ЧН16/17) sind als Schiffsmotor konzipierte aufgeladene Reihenstern-Viertakt-Dieselmotoren, die von der Maschinenfabrik Swesda in Sankt Petersburg (vollständiger russischer Name: Ленинградский машиностроительный завод «Звезда» им. К. Е. Ворошилова, transkribiert Leningradski maschinostroitelny sawod «Swesda» imeni K. Е. Woroschilowa) gebaut wurden. Es wurden Sechsreihenmotoren mit 42 Zylindern, Achtreihenmotoren mit 56 Zylindern sowie Zwillingsmotoren bestehend aus zwei 56-Zylindermotoren, die auf dasselbe Getriebe arbeiten, gebaut. Das Leistungsspektrum dieser Motorenfamilie reicht von 1,8 bis 4 MW bzw. 7,4 MW als Doppelmotor. Eingesetzt wurden diese Motoren in den 1960er- und 1970er-Jahren in Osa-Schnellbooten (Typen Swesda M504A und Swesda M520) sowie in den 1980er-Jahren in Korvetten der Parchim-Klasse (Typ Swesda M504A). In schnellen Landungsbooten vom Typ Projekt 21820 kommen seit 2006 je zwei Doppelmotoren vom Typ M507A-2D zum Einsatz.[1]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Motoren sind schnelllaufende Viertakt-Dieselmotoren mit OHC-Ventilsteuerung, Trockensumpfschmierung und Wasserkühlung in Reihensternbauweise. Kennzeichnend sind die sieben Zylinder je Stern mit einem Winkel von 51,43° zueinander sowie die Zylinderbohrung von 160 mm und der Kolbenhub von 170 mm. Daraus ergibt sich ein Hubraum von 143,6 l für die 42-Zylinderversion und 191,4 l für die 56-Zylinderversion.

Kurbelgehäuse und Zylinderbänke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzelnen Sterne sind mit Passschrauben aneinander befestigt. Jeder Stern besteht aus einer Sektion des Stahlgusskurbelgehäuses, an die die sieben Aluminiumzylinder angeschraubt sind. Die Zylinder haben Laufbuchsen. Die Kolben sind ebenfalls aus einer Aluminiumlegierung hergestellt und geschmiedet. Sie haben zwei Kompressionsringe, je nach Motorausführung zwei oder drei Ölabstreifringe und einen schwimmend gelagerten Kolbenbolzen. Der Motor hat je Stern ein Hauptpleuel, an das die anderen sechs Pleuel angelenkt sind. Die Kurbelwelle ist aus Stahl hergestellt und im Kurbelgehäuse in Rollenlagern gelagert, die Lageranzahl ist 7 bei Sechsreihen- bzw. 9 bei Achtreihenmotoren, das Drucklager arretiert die Kurbelwelle in axialer Richtung.

Motortrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In jedem Zylinderkopf liegt je eine Nockenwelle, die je zwei hängende Ein- und Auslassventile über Rollenschlepphebel betätigt. Der Nockenwellen werden von der Kurbelwelle aus über je eine Königswelle und geradeverzahnte Tellerräder pro Zylinderbank angetrieben. Die Nockenwelle treibt auch die Einspritzpumpen an. Der Kraftstoff wird direkt eingespritzt, der Brennraum im Kolben ist hyperboloidförmig. Darüber hinaus gibt es noch eine Dekompressionsvorrichtung für den Motorstart, um den Widerstand beim Durchdrehen des Motors zu reduzieren, angelassen wird der Motor mit Druckluft.

Umsteuerkupplung und Lader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der kraftabgebenden Seite des Motors ist bei Schiffsmotoren dieser Typenfamilie eine hydraulische Umsteuerkupplung angebracht, an die das Getriebe angeflanscht ist. Diese Umsteuerkupplung ermöglicht die Stellungen „vorwärts“, „rückwärts“ und „Leerlauf“ bei gleichbleibender Kurbelwellendrehzahl und -richtung. Dies ist notwendig, damit ein Schiff rückwärts fahren kann, da der Drehsinn von Viertaktmotoren nicht ohne aufwendige Änderung der Steuerzeiten geändert werden kann. Auf der gegenüberliegenden Seite des Motors ist der Abgasturbolader befestigt, der im unteren Drehzahlbereich von der Kurbelwelle des Motors über drei hydrodynamische Kupplungen angetrieben wird, da im unteren Drehzahl- und Leistungsbereich die Abgasenergie nicht ausreicht, um den großen Turbolader auf die nötige Drehzahl zu bringen. Bei hohen Motordrehzahlen und damit verbundener hoher Leistung ist die Abgastemperatur und Abgasmenge ausreichend, um den Turbolader anzutreiben, der seine Leistung unmittelbar auf die Kurbelwelle abgibt.

Schmiersystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem vorbeheizbaren Umlaufbehälter wird das Schmieröl von der Druckpumpe angesaugt und über einen im Aggregatteil des Motors untergebrachten Kontrollfilter zur Ölhauptleitung des Motors zur Schmierung gepumpt. Aus dem Motor wird das Öl über einen in der Gabelung der 1. und 7. Zylinderbank liegenden Sammler zum Ölsumpf des Gehäuses der Umsteuerkupplung abgeführt. In diesen wird auch durch spezielle Ölabsaugpumpen das Öl aus den beiden unteren Zylinderbänken und dem Gehäuse des Getriebes gepumpt. Aus dem Ölsumpf wird das Öl abgesaugt und über einen separat aufgestellten umschaltbaren Doppelölfilter und einen Kühler in den Umlaufbehälter zurückgepumpt.

Der Schmierölkühler wird, wie auch der Frischwasserkühler, durch Seewasser gekühlt. Zur Regulierung der Schmierölkühlerfunktion ist eine Thermostatregeleinheit direkt am Kühler vorhanden. Nur einer der Doppelschmierölfilter befindet sich im Betriebsmodus. Auf den anderen Filter kann bei Bedarf im laufenden Betrieb umgeschaltet werden. Nach dem Abschalten des Motors wird das restliche zurücklaufende Schmieröl in den Getriebesumpf abgepumpt und der Ölstand im Getriebesumpf mit einem Peilstab geprüft. Die gleiche Kontrolle wird unmittelbar vor dem Anlassen des Motors durchgeführt – der Getriebesumpf muss nahezu leer sein.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngrößen 42TschNSP16/17 56TschNSP16/17 2×56TschNSP16/17
M503A M503B M303W 512W M504A M504B M520 M507A-2
Motorbauform Reihensternmotor, 6 Sterne zu je 7 Zylindern in Reihe Reihensternmotor, 8 Sterne zu je 7 Zylindern in Reihe Reihensterndoppelmotor,
2 × 8 Sterne zu
je 7 Zylindern in Reihe
Zylinderzahl 42 56 2 × 56; in Summe 112
Funktionsprinzip Viertakt-Diesel
Gemischaufbereitung Direkteinspritzung
Ventilsteuerung obenliegende Nockenwelle, Rollenschlepphebel,
2 × Einlass-, 2 × Auslassventil
Bohrung × Hub 160 mm × 170 mm
Hubraum 143.558 cm3 191.411 cm3 382.822 cm3
Nenndrehzahl 2000 min−1 1780 min−1 2000 min−1 1800 min−1 1950 min−1 2000 min−1
Nennleistung 2425 kW 1840 kW 2425 kW 2205 kW 3493 kW 3676 kW 7355 kW
Höchstleistung 3960 kW
Mittlerer Arbeitsdruck 10,1 bar 8,6 bar 10,1 bar 10,3 bar 11,2 bar 11,5 bar 11,5 bar
Mittlere Kolbengeschwindigkeit 11,3 m/s 10,1 m/s 11,3 m/s 10,2 m/s 11,0 m/s 11,3 m/s
Masse (trocken) mit Getriebe 5400 kg 5600 kg 6120 kg 7500 kg 7250 kg 17.100 kg
Leistungsgewicht 2,23 kg/kW 3,04 kg/kW 2,23 kg/kW 2,77 kg/kW 2,15 kg/kW 1,97 kg/kW 1,83 kg/kW 2,32 kg/kW
Geringster Kraftstoffverbrauch 211 g/kWh 204 g/kWh 210 g/kWh 211 g/kWh 210 g/kWh 213 g/kWh
Kraftstoff Dieselkraftstoff L-0,2-61 und L-0,5-61 nach GOST 305–82
Öl M20W2F nach GOST 12337–84

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Projekt 21820 bei militaryrussia.ru