Swiss Library Service Platform

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SLSP Swiss Library Service Platform

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2017
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Thomas Marty
Branche Bibliotheksverbund
Website www.slsp.ch

Die Swiss Library Service Platform (SLSP) ist ein schweizerischer Bibliotheksverbund, der den Verbundkatalog Swisscovery (Eigenschreibweise: swisscovery) betreibt.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SLSP hat die Rechtsform einer Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich. Die nationale Organisation wurde von der Konferenz der 15 Schweizer Hochschulbibliotheken (KUB) ins Leben gerufen und in Zusammenarbeit mit der Nebis-Verbundzentrale umgesetzt. Die Leitung des ersten Vorprojekts lag bei Wolfram Neubauer, ETH Zürich.[1] Präsident des Verwaltungsrates der SLSP ist im Jahr 2020 Jean-Frédéric Jauslin, ehemaliger Direktor des Bundesamtes für Kultur, Botschafter der Schweiz bei der Unesco.

Im November 2020 waren 475 Bibliotheken und Mediatheken aus allen Landesteilen der Schweiz beteiligt. Der Verbund der Bundesbibliotheken Alexandria wird erst ab 2022 zur SLSP hinzustoßen. Über eine Beteiligung der Schweizerischen Nationalbibliothek ist noch nicht entschieden.[2]

Swisscovery[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SLSP löst mit dem neuen Servicenetzwerk bisherige, parallel funktionierende Katalogsysteme (Nebis,[3] Informationsverbund Deutschschweiz, RERO, swissbib[4] usw.) ab und vermittelt den einheitlichen Zugang zum grössten Teil des wissenschaftlichen Buchbestands der Schweiz. Der neue Verbundkatalog trägt die Bezeichnung Swisscovery. Dieses System umfasst verschiedene Dienste wie das gemeinsame Suchportal, ein einziges Registrierungsmodell für Bibiliotheksausweise, Fernleihe und einheitliche Nutzungsregeln. Dadurch haben alle Benutzer Zugriff auf sämtliche in dem Portal nachgewiesenen Medien; die ehemaligen Grenzen der Bibliotheksverbünde sind damit weggefallen. Der Zugriff wird über die Stiftung Switch geregelt.

Am 7. Dezember 2020 wurde nach einem mehrtägigen Unterbruch der Buchausleihen der neue Katalog swisscovery aufgeschaltet.[2] Das Portal ist nur nach Registrierung vollständig nutzbar. Dazu wird der Bibliotheksausweis der Heimatbibliothek und eine Switch-Edu-ID verwendet. Benutzer aus dem Ausland können sich auch ausschließlich mit einer Switch-Edu-ID registrieren.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2021 wurde die schlechte Qualität des Suchportals kritisiert. Damals befand sich SLSP noch in der Projektphase; diese wurde am 31. März 2021 abgeschlossen. Enttäuschte Benutzer monierten, «vor allem E-Books und mehrbändige Reihen» seien «während Monaten gar nicht auffindbar» gewesen. Sie hatten «den Eindruck, dass die SLSP unfertig gestartet» sei. Im Unterschied zu Swissbib fehlen in Swisscovery die nichtwissenschaftlichen Bibliotheken, aber auch die Universitätsbibliothek Lausanne und die Schweizerische Nationalbibliothek sind nicht angeschlossen. Die Katalogdaten werden auch nicht über den WorldCat zugänglich gemacht. Ein Bibliotheksmitarbeiter habe es mit den Worten zusammengefasst: «Sie haben einen Ferrari versprochen, bekommen haben wir einen Trabi».[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfram Neubauer: A multilingual and multicultural project - Swiss Library Service Platform project IATUL Seminar Bolzano 2016.
  2. a b Patrick Imhasly: Swisscovery: Die Schweiz wird zu einer einzigen Bibliothek. In: NZZ am Sonntag. 6. Dezember 2020, abgerufen am 8. Dezember 2020.
  3. Swisscovery, Nebis, abgerufen am 2. November 2020.
  4. Die Zukunft des Schweizer Metakatalogs swissbib / Le futur du métacatalogue swissbib, 22. Januar 2020, abgerufen am 2. November 2020.
  5. Benjamin von Wyl: Vernetzte Bibliotheken: Wer sucht, der findet nichts mehr. In: WOZ. 31. März 2021, abgerufen am 16. April 2021 (gedruckte Ausgabe Nr. 13/2021 vom 1. April 2021).