Swisttal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Swisttal
Swisttal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Swisttal hervorgehoben
Koordinaten: 50° 41′ N, 6° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 62,22 km2
Einwohner: 18.204 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 293 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53913
Vorwahlen: 02254, 02226, 02255, 02251
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 064
Gemeindegliederung: 10 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 115
53913 Swisttal
Webpräsenz: www.swisttal.de
Bürgermeisterin: Petra Kalkbrenner (CDU)
Lage der Gemeinde Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild
Rathaus der Gemeinde Swisttal (2013)

Swisttal ist eine deutsche Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis im äußersten Süden von Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orte der Gemeinde liegen in der Voreifel, zwischen den Städten Bonn und Euskirchen, auf Höhen zwischen 126 m ü. NHN und 187 m ü. NHN. Die Gemeinde grenzt darüber hinaus an Weilerswist, Bornheim, Alfter und Rheinbach. Die Gemeindeverwaltung befindet sich in Ludendorf. Durch das Gemeindegebiet fließt der namensgebende Bach Swist, ein Zufluss der Erft.

Statistisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Swisttal hatte am 2. Januar 2017 gemäß Zählung 19.181 Einwohner (davon 658 mit Zweitwohnsitz) und eine Fläche von etwa 63 km². Davon sind 10 km² Waldfläche und 49 km² landwirtschaftliche Nutzfläche.[2] Die Gemeinde besteht aus folgenden Ortschaften:[2]

Ortschaft Einwohner 2017
Heimerzheim 6352
Odendorf 4079
Buschhoven 3236
Morenhoven 1758
Miel 1014
Ollheim 732
Ludendorf 598
Dünstekoven 549
Straßfeld 499
Essig 364

sowie den Weilern Hohn, Mömerzheim, Vershoven und Müttinghoven.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde am 1. August 1969 im Rahmen der kommunalen Neugliederung Nordrhein-Westfalens geschaffen. Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Buschhoven, Essig, Heimerzheim, Ludendorf, Miel, Morenhoven, Odendorf und Ollheim sowie die aus dem Landkreis Euskirchen stammende Gemeinde Straßfeld wurden aufgelöst und gingen mit ihrer Verwaltung in der neuen Gemeinde Swisttal auf.[3] Der Name „Swisttal“ wurde in Anlehnung an Wuppertal erdacht und beschreibt die Lage der Ortschaften im Einzugsgebiet des namensgebenden Baches.

Als Flächengemeinde kann nicht annähernd vom Ort „Swisttal“ gesprochen werden. Zum einen liegen die Orte der Gemeinde teils viele Kilometer ohne jegliche Bebauung voneinander entfernt. Zum anderen bestehen zwar historisch zwischen einigen Orten enge Beziehungen, zwischen anderen hingegen keine oder nur sehr geringe. Zudem haben sich die Einwohner schon immer je nach Wohnort zu unterschiedlichen umliegenden Städten wie Euskirchen, Rheinbach, Bonn oder gar Köln orientiert. Dies hat sich bis heute nicht geändert; bis auf die kommunale Verwaltung haben die Orte ihre Eigenständigkeit und ihren individuellen Charakter bewahrt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 60,03 % (2009: 60,09 %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,84
24,10
15,58
12,06
5,41
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,42
+3,64
+15,58
-2,60
-7,20

Die 42 Sitze des Gemeinderats verteilen sich wie folgt:

  • CDU 18 Sitze (−2)
  • SPD 10 Sitze (+2)
  • Bürger für Swisttal 7 Sitze (+7)
  • GRÜNE 5 Sitze (+0)
  • FDP 2 Sitze (−3)

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2015 wurde die Juristin Petra Kalkbrenner mit 52,75 % der Stimmen zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Mitbewerberin Gisela Hein bekam 47,25 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,1 %.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Swisttal ist das Wappen des früheren Amtes Ludendorf.

Wappen von Swisttal
Blasonierung: „Im gespaltenen Schild vorn in Silber (Weiß) ein durchgehendes schwarzes Kreuz, hinten in Gold (Gelb) zwei in drei Reihen von Rot und Silber (Weiß) geschachte Balken.“[5]
Wappenbegründung: Das Wappen weist mit dem kurkölnischen Kreuz auf die Zugehörigkeit von sechs Orten auf die Landesherrschaft des Kurfürstentums Köln hin, die geschachten Balken entstammen dem Wappen der Herren von Tomberg, die die Herrschaft über die anderen Orte ausübten.

Die Dörfer der Gemeinde haben alle jeweils eigene historische Wappen.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinden von Swisttal sind seit 1990 Quesnoy-sur-Deûle im Norden Frankreichs und seit 1993 Hochkirch in Sachsen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitten durch Buschhoven verlief die Trasse der früheren Eifelwasserleitung, eines römischen Aquäduktes zur Versorgung von Köln mit Trinkwasser aus der Eifel. Noch heute kann man die Leitung in ihrer ursprüngliche Lage im Boden sowie ausgegrabene Teilstücke besichtigen.

Burg Morenhoven

Außerdem sind erwähnenswert:

  • Die teils mittelalterlichen Burgen:
  • Das ehemalige Kloster Schillingskapellen in Dünstekoven
  • Schloss Miel
  • Der historische Swistübergang „Lützermiel“ bei Miel
  • Das Zehnthaus Odendorf
  • Die Versöhnungskirche (frühere katholische, heute evangelische Pfarrkirche) in Buschhoven mit ihrer renovierten Romantikorgel.
  • Die zwischen 1831 und 1834 errichtete ehemalige Grundschule in Miel

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Teil der Flächen wird wegen des fruchtbaren Lössbodens in der Zülpicher Börde landwirtschaftlich genutzt. Östlich von Heimerzheim, Dünstekoven und Buschhoven liegt der ausgedehnte Wald Kottenforst, Bestandteil des Naturparks Kottenforst-Ville bzw. des Naturparks Rheinland. Nordöstlich von Dünstekoven wurde eine ehemalige Kiesgrube in ein Naturschutzgebiet umgewandelt. Das Gebiet kann von drei Aussichtspunkten eingesehen und nach Anmeldung besichtigt werden. In letzter Zeit werden Anstrengungen unternommen, die Swist wieder naturnäher zu gestalten.

Am nordwestlichen Ortsrand von Buschhoven nach Heimerzheim zu verläuft am Rande des Kottenforstes der etwa 6 km lange Swisttalwanderweg als Rundweg zum Teil vorbei an der Eifelleitung bis hin zum Siebenschuss.[6]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Swisttal findet Kulturarbeit dezentral statt. Jährlich wird die Morenhovener Lupe vergeben, ein anerkannter Kleinkunstpreis der örtlichen Initiative KuSS (Kultur und Spektakel im Swisttal), ursprünglich angeregt durch die Morenhovener Kreativitätschule. In der Aula der Haupt-/Realschule in Heimerzheim finden sporadisch Theatervorführungen und gelegentlich Auftritte bekannter Kabarettisten statt. Musikalische Aufführungen finden vor allem in den regen Kirchengemeinden der Orte innerhalb der Gemeinde Swisttal statt. Einen Höhepunkt stellt in den meisten Orten die Karnevalssession mit jährlichem Karnevalszug dar.

Jugendarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugendarbeit geschieht ebenfalls dezentral und wird hauptsächlich in den diversen Vereinen der Orte sowie in den Kirchengemeinden durchgeführt. Zudem wurde der „Jugendring Swisttal“ gegründet, der Jugendtreffs in den größeren Orten betreibt.

Kirchengemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Kunibert in Heimerzheim
  • Evangelische Kirchengemeinde Swisttal
mit St. Katharina (Dünstekoven)

Wallfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buschhoven ist seit 1806 katholischer Wallfahrtsort mit der Rosa mystica, einer Wandermuttergottes, und dem sich auf diese romanische Holzfigur beziehenden alljährlichen sogenannten Rosenfest im Juni. Die Darstellung der Rosa mystica kam ursprünglich aus dem 1197 gegründeten Prämonstratenserinnenstift Schillingscapellen bei Dünstekoven, als das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgehoben worden war. Die neue Wallfahrtskirche wurde 1975 gebaut. Außerdem liegt Buschhoven auf einem der historischen Jakobswege, worauf die Muschel an der Versöhnungskirche hinweist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dörfer Swisttals sind vor allem Wohnorte, größere Industriebetriebe gibt es nicht. Allerdings bestehen in Heimerzheim und Odendorf ausgedehnte Gewerbegebiete und diverse Einzelhandelsgeschäfte.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde waren am 1. Januar 2012 12.344 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 10.462 Pkw.[7] Wichtige Straßenverkehrswege sind die Autobahn 61 (Anschlussstellen 26 Heimerzheim und 27 Miel) und die Bundesstraße 56.

Für den ÖPNV:

Durch das Gemeindegebiet verläuft der Wasserburgen-Route (Radwanderweg). Sie verbindet über 524 km mehr als 130 Burgen am Rand der Eifel und in der Kölner Bucht.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindergärten gibt es in jedem Dorf der Gemeinde, in den größeren Orten auch mehrere. Grundschulen bestehen in Heimerzheim, Odendorf und Buschhoven. Die Georg-von-Boeselager-Hauptschule in Heimerzheim wurde zum Schuljahr 2006/2007 um einen Realschulzweig erweitert. Gymnasien sind in den umliegenden Städten Bonn, Rheinbach, Meckenheim und Euskirchen, Gesamtschulen in Weilerswist und Bornheim.

Die Außenstelle FH-Bund (Fachbereich Öffentliche Sicherheit) in Heimerzheim dient unter anderem dem BND, dem BKA sowie dem Verfassungsschutz[8] als Ausbildungsstätte. Sie liegt im Bereich der dort ansässigen Bundespolizei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Swisttal – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. a b Allgemein. Gemeinde Swisttal, 2. Januar 2017, abgerufen am 16. Februar 2017.
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 83.
  4. Ratswahl 2014
  5. Historie. Gemeinde Swisttal, abgerufen am 16. Februar 2017.
  6. Jürgen Wohlfahrt: Wandern durch den Kottenforst – Römerblick – Jakobsweg – Römische Wasserleitung – Siebenschuss. In: GPSies.com. 22. März 2012, abgerufen am 16. Februar 2017 (privater Eintrag).
  7. Mobilität in Nordrhein-Westfalen – Daten und Fakten 2013. In: Straßenverkehr. Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW, S. 64, abgerufen am 28. Mai 2015 (PDF; 5,3 MB).
  8. Erhebungsbogen. Fachhochschule Frankfurt am Main, S. 8, archiviert vom Original am 7. Oktober 2009, abgerufen am 16. Februar 2017 (PDF, mit Liste der Hochschulen in Deutschland, ab S. 7).