Sybille Krämer

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Sybille Krämer (* 21. März 1951 in Trier) ist eine deutsche Professorin für theoretische Philosophie an der Freien Universität Berlin.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krämer studierte von 1970 bis 1976 Philosophie, Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Hamburg und an der Philipps-Universität Marburg. Sie schloss ihr Studium 1976 mit dem Staatsexamen ab. 1980 promovierte sie zum Dr. phil. in Marburg.

Nach Lehraufträgen an der Universität Münster und einem Fellowship an der University of Oxford war sie 1982–1988 Hochschulassistentin bei Oswald Schwemmer. Sie habilitierte sich 1988 an der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf. 1989 nahm sie einen Ruf auf die Professur für Theoretische Philosophie am philosophischen Institut der Freien Universität Berlin an.

Sie ist Gründungsmitglied des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik (HZK) an der Humboldt-Universität zu Berlin und hat mehrere Forschungsprojekte im Rahmen der am Zentrum angesiedelten Forschergruppe "Bild-Schrift-Zahl" geleitet.

Von 2000 bis 2006 war Krämer Mitglied im Wissenschaftsrat und von 2005 bis 2008 Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Im European Research Council in Brüssel war sie von 2007 bis 2014 Mitglied im Panel Complexity of the Human Mind. Seit 2010 ist sie Mitglied im Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft.[1]

Sie hatte Gastprofessuren an der Technischen Universität Wien, am Max Reinhardt Seminar sowie den Universitäten Graz, Luzern, Zürich und Tokyo. Als Fellow forschte sie am Internationalen Forschungszentrum für Kulturwissenschaften in Wien (2010), am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie in Weimar (2012) und im Rahmen der DFG-Forschergruppe Medienkulturen der Computersimulation in Lüneburg (2014).[2]

Arbeitsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krämers Forschungsschwerpunkte sind der Rationalismus des 17. Jahrhunderts, insbesondere René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz, Erkenntnistheorie, Theorie des Geistes und des Bewusstseins, Sprach- und Medienphilosophie unter besonderer Berücksichtigung von Stimme, Schrift, Karte und Diagramm; symbolischen Maschinen, Computer und Kulturtechniken der Formalisierung.

Neben Aufsätzen zum Gebiet des philosophischen Rationalismus veröffentlichte Krämer zur Exteriorität des menschlichen Geistes und seiner 'Denkzeuge', der Künstlichen Intelligenz und der Digitalisierung als Kulturtechnik, der Zeichen-, Symbol- und Techniktheorie, den Theorien des Performativen, der Philosophie der verkörperten Sprache, der Medienphilosophie im Horizont des Botenmodells, der Schrift unter besonderer Berücksichtigung der Schriftbildlichkeit und der operativen Bildlichkeit mit Blick auf die Diagrammatik.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 erhielt Krämer die Ehrendoktorwürde der Universität Linköping.[3]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Medium, Bote, Übertragung, Kleine Metaphysik der Medialität, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008.
  • Sprache, Sprechakt, Kommunikation. Sprachtheoretische Positionen des 20. Jahrhunderts, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2001.
  • Berechenbare Vernunft. Kalkül und Rationalismus im 17. Jahrhundert, Berlin, New York: de Gruyter 1991.
  • Symbolische Maschinen. Die Idee der Formalisierung in geschichtlichem Abriß, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1988.

Editionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schriftbildlichkeit. Wahrnehmbarkeit, Materialität und Operativität von Notationen, hrsg. mit Eva Cancik-Kirschbaum und Rainer Totzke, Berlin: Akademie Verlag 2012.
  • Schwerpunkt ‘Schriftbildlichkeit’ (Sprache und Literatur, 107, 42. Jg., 1. Halbjahr), hrsg. mit Mareike Giertler, Paderborn: Fink 2011.
  • Politik der Zeugenschaft. Zur Kritik einer Wissenspraxis, hrsg. mit Sibylle Schmidt und Ramon Voges, Bielefeld: transcript 2011.
  • Gewalt in der Sprache. Rhetoriken verletzenden Sprechens, hrsg. mit Elke Koch, München: Fink 2010.
  • Verletzende Worte. Die Grammatik sprachlicher Missachtung, hrsg. mit Steffen K. Herrmann und Hannes Kuch, Bielefeld: transcript 2007.
  • Spur. Spurenlesen als Orientierungstechnik und Wissenskunst,hrsg. mit Gernot Grube und Werner Kogge, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2007.
  • Stimme. Annäherung an ein Phänomen, hrsg. mit Doris Kolesch, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2006.
  • Schrift: Kulturtechnik zwischen Auge, Hand und Maschine, hrsg. mit Gernot Grube und Werner Kogge, München: Fink 2005.
  • Performativität und Medialität, München: Fink 2004.
  • Bild Schrift Zahl (Reihe Kulturtechnik), hrsg. mit Horst Bredekamp, München: Fink (2003), 2. Aufl. 2008.
  • Gibt es eine Sprache hinter dem Sprechen?, hrsg. mit Ekkehard König, Frankfurt am Main: Suhrkamp (2002), 2. Aufl. 2009.
  • Über Medien. Geistes- und kulturwissenschaftliche Perspektiven, Berlin 1998.
  • Medien, Computer, Realität. Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien, Frankfurt am Main: Suhrkamp (1998), 4. Auflage 2009.
  • Schrift, Medien, Kognition. Über die Exteriorität des Geistes, hrsg. mit Peter Koch, Tübingen: Stauffenburg (1997), 2. Aufl. 2009.
  • Bewußtsein. Philosophische Beiträge, Frankfurt am Main: Suhrkamp (1996), 3. Aufl. 2009.
  • Geist, Gehirn, Künstliche Intelligenz. Zeitgenössische Modelle des Denkens, Berlin, New York: de Gruyter 1994.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2010/pressemitteilung_nr_32/index.html
  2. http://www.leuphana.de/zentren/mecs/personen/alumni/prof-sybille-kraemer.html
  3. http://liu.se/liu-nytt/LiU-nytt?l=en&newsitem=678007