Sydow (deutsches Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Sydow (Adelsgeschlecht))
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen derer von Sydow

von Sydow ist der Name eines alten brandenburgischen Adelsgeschlechts. Der Stammsitz dieser Familie ist heute der Ortsteil Sydow der Gemeinde Wust-Fischbeck im Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Adelsgeschlecht erscheint urkundlich erstmals im Jahre 1259 mit Heinrich de Sidow als Marschall des Markgrafen Otto von Brandenburg. Es gehörte damit nach traditioneller Sicht dem deutschen Uradel an. Es hat sich früh in mehrere Linien geteilt, die sich zunächst hauptsächlich in der Neumark und in Pommern verbreitet hatten. Zu den bekanntesten neumärkischen Linien zählten die zu Dobberphul, Schönfeld, Stolzenfelde und Voitgsdorf, die alle in der Gegend um Königsberg in der Neumark (heute pol. Chojna) ansässig waren. Die vorpommerschen Linien zu Blumberg und Schönow hatten ihren Lehensbesitz im ehemaligen Landkreis Randow. Neuengrape war die einzige hinterpommersche Linie, die ein Gut im Kreis Pyritz (heute pol. Pyrzyce) besaß. Sie hatte aber mit den anderen Linien keine Gesamthand am Lehensbesitz. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es nur noch die vier Linien Dobberphul, Schönfeld, Blumberg und Schönow, die sich zum Teil recht verbreitet auch in anderen Gegenden Deutschlands angesiedelt hatten. So z. B. in West- und Ostpreußen, Posen, Schlesien, Sachsen, der Lausitz und in Westfalen.

Einige historische Güter der Familie

  • Gut Blumberg
  • Gut Kalzig
  • Gut Stolzenfelde
  • Gut Schönow (Uckermark)
  • Gut Voigtsdorf
  • Gut Westhusen
  • Gut Zemlin
  • Gut Zirkwitz (heute Cerkwica in Polen)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber einen schwarzen Schild (Innenbord). Auf dem Helm befinden sich zwei natürliche gekreuzte Disteln. Die Helmdecke ist ebenfalls schwarz-silber.

Es unterscheiden sich die Wappen der neumärkischen Linien mit zwei Distelblüten von den Wappen der vorpommerschen Linien mit drei Distelblüten in der Helmzier. In beiden Linien ist aber der Stammschild durch Belegung mit drei ins Schächerkreuz gestellten silbernen Nägeln (wohl ursprünglich ein Schildbelag) vermehrt.

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht zum deutschen Adelsgeschlecht gehören[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Wilhelm von Sydow (1878–1952), schwedischer Ethnologe und Vater von Max von Sydow
  • Björn von Sydow (* 1945), schwedischer Politiker
  • Ebba von Sydow (* 1981), schwedische Journalistin und Enkelin von Oscar von Sydow
  • Henrik von Sydow (* 1976), schwedischer Politiker
  • Max von Sydow (* 1929), schwedischer Schauspieler
  • Oscar von Sydow (1873–1936), schwedischer Politiker und Ministerpräsident
  • Reinhold von Sydow (1851–1943), deutscher Politiker

Der in Deutschland eingetragene Familienverband der Familien von Sydow e.V. steht in Kontakt mit dem Familienverband der schwedischen Familie von Sydow.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jahrbuch des Deutschen Adels, Band 3, 1899, Verlag von W. T. Bruer, S. 513 - Digitalisat
  • Otto Hupp: Münchener Kalender 1930. Buch u. Kunstdruckerei AG, München/Regensburg 1930.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band XIV, Band 131 der Gesamtreihe, S. 283. C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2003, ISSN 0435-2408
  • Hans von Sydow: Genealogie der Familie von Sydow. 3. verb. Aufl., bearb. u. fortgeführt v. Ferdinand von Sydow, als Manuskr. gedruckt, 1969.
  • Hans von Sydow: Genealogie der Familie von Sydow. 2. Aufl. als Ms. gedr., Schlotke, Hamburg 1897. Digitalisat
  • Hans von Sydow: Genealogie der Familie von Sydow. Dobberphul, 1877. Digitalisat
  • Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter, 1878, Dritter Jahrgang, S.702ff

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sydow (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien