Symbolische Selbstergänzung

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Die Theorie der Symbolischen Selbstergänzung (Robert A. Wicklund, Peter M. Gollwitzer, 1982) geht von den Problemen aus, welche durch Diskrepanzen zwischen Selbstbild und Idealbild hervorgerufen werden.[1]

So können selbstbezogene Ziele, die noch nicht erreicht sind, durch geeignete Symbole repräsentiert werden, welche als Ersatzziel dienen.[2]

Beispiele:

  • Geschäftlicher Erfolg kann durch ein großes Auto zum Ausdruck kommen. Ein großes Auto wäre also ein typisches geeignetes Symbol dafür.
  • Akademische Titel sind geeignete Symbole, um vorzugeben, ein guter Forscher/ Wissenschaftler zu sein, selbst wenn man in der letzten Zeit wenig Erfolg in seinem Fach hatte.

Symbole der Selbstdarstellung können Selbstbeschreibungen, soziale Beeinflussungen anderer oder dinghafte Symbole sein.[1] Selbstbeschreibungen von symbolisch unvollständigen Personen enthalten in der Regel keine eingestandenen Fehler. Soziale Beeinflussungen gehen von symbolisch unvollständigen Personen aus, die andere hinsichtlich ihrer eigenen nicht erreichten Ziele beeinflussen wollen, also eigene Standards als richtungsweisend ansehen.[3]

Die Theorie der Symbolischen Selbstergänzung besteht aus drei Postulaten:

  1. Symbolisch unvollständige Personen stellen Ersatzsymbole zur Schau.
  2. Der Erfolg von Ersatzsymbolen ist an die soziale Kenntnisnahme gebunden, bedarf also der Bestätigung.
  3. Symbolisch unvollständige Personen berücksichtigen nicht die Rezipienten der selbstergänzenden Handlungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert A. Wicklund, Peter M. Gollwitzer: Symbolic self-completion. Lawrence Erlbaum, Hillsdale NJ u. a. 1982, ISBN 0-89859-213-5.
  • Robert A. Wicklund, Peter M. Gollwitzer: Symbolische Selbstergänzung. In: Dieter Frey, Martin Irle (Hrsg.): Theorien der Sozialpsychologie. Band 3: Motivations- und Informationsverarbeitungstheorien. Huber, Stuttgart u. a. 1985, ISBN 3-456-81395-3, S. 31–55.
  • Peter M. Gollwitzer, Paschal Sheeran, Verena Michalski, Andrea E. Seifert: When intentions go public: Does social reality widen the intention-behavior gap? In: Psychological Science. Band 20, Nr. 5, 2009, S. 612–618, doi:10.1111/j.1467-9280.2009.02336.x.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erika Spieß: Konsumentenpsychologie. Oldenbourg, München 2013, ISBN 978-3-486-71531-6, S. 42.
  2. Rolf Oerter: Entwicklungspsychologische Grundlagen. In: Günter Esser (Hrsg.): Lehrbuch der Klinischen Psychologie und Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen. 4., unveränderte Auflage. Georg Thieme, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-13-126084-0, S. 3–12, hier S. 5.
  3. Karl-Nikolaus Peifer: Individualität im Zivilrecht. Der Schutz persönlicher, gegenständlicher und wettbewerblicher Individualität im Persönlichkeitsrecht, Immaterialgüterrecht und Recht der Unternehmen (= Jus privatum. Bd. 52). Mohr Siebeck, Tübingen 2001, ISBN 3-16-147500-3, S. 194, (Zugleich: Kiel, Universität, Habilitations-Schrift, 2000).