Synagoge (Landau in der Pfalz)

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Synagoge
Ansichtskarte mit der Synagoge in Landau in der Pfalz (um 1900)

Ansichtskarte mit der Synagoge in Landau in der Pfalz (um 1900)

Daten
Ort Landau in der Pfalz
Architekt Heinrich Staudinger
Baustil Historismus: Mittelalter, Renaissance
Baujahr 1882–1884
Abriss 1938
Höhe 16 m
Grundfläche 390 m²
Koordinaten 49° 11′ 41,4″ N, 8° 6′ 57,3″ OKoordinaten: 49° 11′ 41,4″ N, 8° 6′ 57,3″ O
Synagoge (Rheinland-Pfalz)
Besonderheiten
Mauersteine der Synagoge wurden in der Stützmauer am Savoyenpark verbaut

Die Synagoge in Landau in der Pfalz, einer Stadt in Rheinland-Pfalz, war eine Synagoge, die 1882/84 gebaut und während der Novemberpogrome 1938 zerstört wurde. Die Synagoge stand in der früheren Kaiserstraße 3, heute Ecke Friedrich-Ebert-Straße und Reiterstraße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Synagoge in Landau wird bereits 1435 genannt. Die jüdische Gemeinde Landau plante seit Ende des 18. Jahrhunderts einen Neubau, da die alte Synagoge zu klein geworden war. Schließlich ergab sich, dass durch die Planung der Stadterweiterung, die Stadt Landau der jüdischen Gemeinde ein 2500 m² großes Grundstück schenkte. Die Pläne wurden von Heinrich Staudinger erstellt, der sich bei seinen Entwürfen unter anderem an der Synagoge in Heilbronn, 1877 von Adolf Wolff errichtet, orientierte. Die Gesamtkosten betrugen ca. 200.000 Mark, mehr als dreimal so viel wie der Bau des neuen Landauer Hauptbahnhofs gekostet hatte. Am 5. und 6. September 1884 fand die feierliche Einweihung der Synagoge statt, bei der Rabbiner Elias Grünebaum die Festpredigt hielt.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reminiszenzen an die Landauer Synagoge
Bodenplatte-Mahnmal der zerstörten Landauer Synagoge
Mauersteine der zerstörten Landauer Synagoge in einer Stützmauer verbaut.
Mahnmal zur zerstörten Landauer Synagoge.
Gedenktafel, Plastik und Mahnmal am ehemaligen Standort der zerstörten Synagoge

Die Synagoge hatte eine Grundfläche von 390 m² und eine Höhe von 16 m. Die Formen griffen Motive mittelalterlicher Kirchen in Italien auf: die Rundbogenfenster, die Rundbogenfriese, die Rosetten u. a.m. Die Kuppeln waren vom Stil der italienischen Renaissance inspiriert.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synagoge in Landau wurde am 10. November 1938 niedergebrannt und vom 12. bis 15. November 1938 von der Technischen Nothilfe gesprengt. Mauersteine der Synagoge, die nach der Sprengung gewonnen wurden, sind heute noch in der Stützmauer am Savoyenpark entlang der Xylanderstraße verbaut. Auf dem Platz der Synagoge wurden ab 1959 Offizierswohnungen errichtet.

Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1968 erinnern ein Mahnmal und eine Gedenktafel an die Synagoge und die jüdische Gemeinde in Landau. Sie befinden sich in der kleinen Parkanlage an Ecke Friedrich-Ebert-Straße und Reiterstraße. Die Gedenktafel ist in den Boden eingelassen. An der Stützmauer am Savoyenpark ist eine Mahntafel angebracht mit folgender Inschrift:

„Diese Mauer wurde mit Steinen der Landauer Synagoge errichtet. Erbaut 1884 – zerstört 1938“.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Arnold: Jüdisches Leben in der Stadt Landau und in der Südpfalz (1780–1933). Landau 2000.
  • Juden in Landau. Beiträge zur Geschichte einer Minderheit. Hrsg. vom Stadtarchiv Landau, Landau 2004
  • Hans Heß: Die Landauer Judengemeinde. 2. Auflage, Landau 1983.
  • „… und dies ist die Pforte des Himmels“. Synagogen Rheinland-Pfalz und Saarland. Bearbeitet von Stefan Fischbach u. a., hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz u. a., Mainz 2005, ISBN 3-8053-3313-7, S. 226–229 (Gedenkbuch der Synagogen in Deutschland, Bd. 2).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Synagogen K-L |. Abgerufen am 7. Januar 2018 (deutsch).