Synkope (Musik)

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Die Synkope ist ein musikalisches Gestaltungsmittel, welches das Betonungsschema eines Taktes aufbricht, indem es eigentlich unbetonte Schläge betont und somit rhythmische Spannung erzeugt.[1] Letztere Spannung wird auch oft dadurch erreicht, dass Melodienoten gegenüber dem Viertelnoten-Grundrhythmus des Taktes verschoben werden, meistens durch Einfügen von Achtelnoten.

Wesen[Bearbeiten]

Synkopen finden sich in allen Stilrichtungen der Musik. Seit dem Mittelalter ist die Synkope ein wichtiges Kompositionselement. Bach, Händel und alle folgenden Komponisten benutzten synkopierte Rhythmen als Mittel ihres Stils. In vielen zeitgenössischen Genres, wie Jazz, Blues, Funk, Reggae hat die Synkope einen unverzichtbaren Anteil und ist zum Teil stilprägend.

Die Synkope bewirkt eine rhythmische Verschiebung bezogen auf den Takt. Die Musiklehre erklärt sie als Bindung eines unbetonten an den folgenden betonten Zeitwert eines Taktes, bzw. die Vorwegnahme des schweren Taktteils durch einen leichten. Dadurch entsteht eine Akzentverschiebung im Taktgefüge.[2] Weitere seltener verwendete Möglichkeiten zur Schaffung von Synkopen sind zusätzliche Betonungszeichen oder Pausen auf betonten Zählzeiten.[1]

Der durch diese Akzentverschiebung erzeugte Kontrast zwischen Rhythmus und Metrum belebt den musikalischen Ablauf und schafft Spannung. Die von der afroamerikanischen Musik beeinflussten Stile und ihre Off-Beat-Phrasierung haben Synkopencharakter. Hier kann sie aber in ihrer stilspezifischen Weise nur wirksam werden, wenn sie Ausnahmefall im rhythmischen Geschehen bleibt. Wird aus ihr eine stilistische Regel gemacht, wie z. B. im Jazz, kann die Synkope nur dann ihren Effekt behalten, wenn das Metrum anderweitig, etwa durch Schlagzeug oder ein anderes Rhythmusinstrument, gewahrt bleibt.[3] Siehe dazu auch Swing (Rhythmus)#Erzeugung und Wirkung

Das Wesen der Synkope besteht also darin, die natürliche Struktur von Schwere und Leichte innerhalb eines Taktes umzukehren. Während im Normalfall die rhythmische Gliederung sich an diese Struktur hält, wird durch die Synkope die Betonung eines schweren Taktteils auf einen leichten verschoben.[4]

Beispiele[Bearbeiten]

Notenbeispiel Synkope (1).png Hier wird die Akzentverschiebung durch die halben Noten auf die Zählzeit 2 und den Bindebogen über den Taktstrich erzeugt.

Notenbeispiel Synkope (2).png Offbeats: Die Noten fallen nicht auf die Zählzeiten im Takt, sondern dazwischen.

Notenbeispiel Synkope (3).png Durch die übergebundene Achtelnote am Taktende entsteht eine Synkope.

Notenbeispiel Synkope (4).png Die punktierte Note am Taktbeginn bewirkt eine Synkopierung des darauffolgenden gebundenen Notenwertes.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Hotz, Wiebke Alf: Der Brockhaus Musik. Brockhaus, Mannheim 2006, ISBN 3-7653-0393-3.
  • Erich Wolf: Die Musikausbildung. Band I: Allgemeine Musiklehre. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden, 1967, ISBN 3-7651-0044-7.
  • Wieland Ziegenrücker: ABC Musik. Allgemeine Musiklehre. Neuausgabe. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden, 2009, ISBN 978-3-7651-0309-4.
  • Hermann Grabner: Allgemeine Musiklehre. 24. Auflage. Bärenreiter, Kassel 2008, ISBN 978-3-7618-0061-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Elmar Bozetti: Einführung in musikalisches Verstehen und Gestalten. Frankfurt 1988, S. 143.
  2. Jürgen Hotz, Wiebke Alf: Der Brockhaus Musik. Brockhaus, Mannheim 2006, ISBN 3-7653-0393-3.
  3. Wieland Ziegenrücker: ABC Musik. Allgemeine Musiklehre. Neuausgabe. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden, 2009, ISBN 978-3-7651-0309-4.
  4. Erich Wolf: Die Musikausbildung. Band I: Allgemeine Musiklehre. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden, 1967, ISBN 3-7651-0044-7, S. 66.