Syntaktischer Zucker

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Syntaktischer Zucker sind Syntaxerweiterungen in Programmiersprachen, welche der Vereinfachung von Schreibweisen dienen.[1] Diese Erweiterungen sind alternative Schreibweisen, die aber nicht die Ausdrucksstärke und Funktionalität der Programmiersprache erweitern.[2]

Syntaktischer Zucker lässt sich durch reine Textumformungen auf Grundelemente der Sprache zurückführen („desugar“, dt. entsüßen).[2]

Der Begriff syntactic sugar wurde in den 1960er Jahren vom britischen Informatiker Peter J. Landin[3][2] geprägt.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Syntaktischer Zucker in C[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Beispiel für syntaktischen Zucker ist die Behandlung von Feldern in der Programmiersprache C.[4] C unterscheidet streng genommen nicht zwischen Zeigern auf Objekte und Zeigern auf Felder von Objekten. Ist die Variable p vom Typ „Zeiger auf Byte“ (Typ char *), so kann man mit *(p+3) auf das dritte Byte im Speicher nach der Adresse p zugreifen. Dies kann man in C auch kurz schreiben als p[3].

Ein weiteres Beispiel für syntaktischen Zucker ist die Infixnotation. Bei der Infix-Schreibweise steht der Operator zwischen den Operanden, z. B. 3 + 5. Dies kann von einem Übersetzer direkt in die klassische Schreibweise eines Funktionsaufrufes add(3,5) übertragen werden.

Diamant-Operator in Java[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Beispiel für syntaktischen Zucker in Java ist der so genannte "Diamant-Operator" <>. Dieser wurde mit der Version 7 eingeführt. Er leitet den generischen Typ des zu erstellenden Objekts anhand der Typangabe der Referenz zu.

Anstelle von

List<HashMap<String, Point>> list = new ArrayList<HashMap<String, Point>>();

reicht es nun aus zu schreiben

List<HashMap<String, Point>> list = new ArrayList<>();

um eine ArrayList der Ausprägung ArrayList<HashMap<String, Point>> zu erstellen.

do-Notation in Haskell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der funktionalen Programmiersprache Haskell werden für viele Zwecke, insbesondere jedoch für die Ein- und Ausgabe sogenannte Monaden verwendet. Um beispielsweise eine Zeile und einen Buchstaben von der Standardeingabe einzulesen, den Buchstaben vorne an die Zeile anzuhängen und das Ergebnis wieder auszugeben, müsste man schreiben

getLine >>= \s -> getChar >>= \c -> putStrLn (c:s)

Besser umbrochen ergibt das:

      getLine >>=
\s -> getChar >>=
\c -> putStrLn (c:s)

Da man solche Konstrukte sehr häufig benötigt, wurde die sogenannte do-Notation eingeführt. Folgender Code ist exakt äquivalent zum obigen Beispiel:

do
    s <- getLine
    c <- getChar
    putStrLn (c:s)

Diese Form erinnert stark an ein imperatives Programm und erleichtert das Verständnis des Inhalts.

Syntaktisches Salz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gegenstück zum syntaktischen Zucker ist das syntaktische Salz – eine Spracheigenschaft, die das Schreiben von schlechten oder schlecht lesbaren Codes erschwert, ohne dabei die Funktionalität zu erweitern.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RWTH Aachen: syntactic sugar. Abgerufen am 9. Oktober 2018 (englisch).
  2. a b c Type-sound Syntactic Language Extension. Abgerufen am 9. Oktober 2018 (englisch).
  3. Edsger W. Dijkstra weist in seinem Tripreport@1@2Vorlage:Toter Link/userweb.cs.utexas.edu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. darauf hin, dass der Begriff auf Peter Landin zurückzuführen ist, und der Begriff wird bereits im Report 1965 des Departments of Computer Science der University of Illinois verwendet.
  4. Syntaktischer Zucker in C: Arrays. 28. November 2013, abgerufen am 9. Oktober 2018.
  5. RWTH Aachen: syntactic salt. Abgerufen am 9. Oktober 2018 (englisch).