Tötung von Oscar Grant durch Polizisten

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Demonstranten mit Schildern vom 8. Januar 2009

Die Tötung von Oscar Grant durch Polizisten erfolgte in den frühen Morgenstunden des 1. Januar 2009 in Oakland. Dabei wurde Oscar Grant III (* 27. Februar 1986; † 1. Januar 2009) von dem BART-Polizisten Johannes Mehserle in den Rücken geschossen.

Ablauf der Erschießung[Bearbeiten]

Aufgrund einer Prügelei in einem überfüllten BART-Bahnwagen hatten BART-Polizisten Oscar Grant und einige weitere Passagiere an der BART-Station Fruitvale gefasst. Der Polizist Johannes Mehserle und ein weiterer Polizist hielten Grant, der auf dem Boden lag, mit Gewalt fest. Daraufhin zog Mehserle seine Pistole und schoss Grant in den Rücken. Gemäß Mehserles Anwalt war es nicht seine Absicht, Grant zu erschießen, sondern ihm mit seinem Taser einen Elektroschock zu versetzen, nachdem Grant an seinen Hosenbund griff. Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass Oscar Grant unbewaffnet war. Der Vorfall ereignete sich in den Gebäuden der Fruitvale BART-Station in Oakland, und wurde von zahlreichen Zeugen mit Mobiltelefon-Kameras festgehalten. Dieses Bildmaterial, welches das Erschießen von Oscar Grant festhält, wurde anschließend im Internet von Millionen von Menschen angeschaut. In den folgenden Tagen fanden Proteste und Märsche gegen die Erschießung und die Justizbehörden statt.

Anklage und Urteil[Bearbeiten]

Johannes Mehserle wurde wegen Mordes angeklagt, jedoch im Anschluss von der Jury lediglich wegen fahrlässiger Tötung für schuldig befunden[1]. Er erhielt eine Haftstrafe über 2 Jahre und wurde nach 11 Monaten auf Bewährung entlassen.

Entschädigung[Bearbeiten]

Nach einer Schadensersatzklage von Grants Familie gegen BART, einigte man sich mit Grants Mutter auf eine Entschädigungszahlung von 1,3 Millionen US-$, während die Klage des Vaters und von Freunden Grants abgewiesen wurde.[1]

Verfilmung[Bearbeiten]

Der 2013 entstandene Spielfilm Nächster Halt: Fruitvale Station (Originaltitel: Fruitvale Station) von Ryan Coogler basiert auf diesen Ereignissen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Tödlicher Schuss auf Unbewaffnete - Mutter erhält Millionen. Süddeutsche, 29. Juni 2011