Tübinger Professorengalerie

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Jakob Degen, Porträt in der Tübinger Professorengalerie

Die Tübinger Professorengalerie ist eine Gemäldesammlung der Eberhard Karls Universität Tübingen. Sie enthält die in Auftragsmalerei entstandenen Bildnisse von zurzeit 330 porträtierten ehemaligen Professoren, Kanzlern, Rektoren und weiterer mit der Universität verbundener Personen. Die Gemäldesammlung ist eine Teilsammlung des Museums der Universität Tübingen (MUT) und wird von der Universität in verschiedenen Gebäuden präsentiert: im „Kleinen Senat“, im „Großen Senat“, in der Aula der Universität und im Fürstenzimmer von Schloss Hohentübingen.

Die ältesten Bildnisse der Sammlung sind im 16. Jahrhundert entstanden. Die Tübinger Professorengalerie beeindruckt besonders durch ihre zeitliche Geschlossenheit vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.[1]

Anlass für ihre Entstehung war die 1578 vorangegangene 100-Jahr-Feier der Universität. Damit war jedoch noch keine Tradition einer kontinuierlichen Fortsetzung der Galerie abzusehen. Gegen 1590 hatte der Rhetoriker Erhard Cellius (1546–1606) eine größere Anzahl von Gemälden in Auftrag gegeben. Dabei ließ er nicht nur amtierende Kollegen im Bilde festhalten, sondern auch bereits verstorbene Professoren nach Vorgaben porträtieren.

Erster Rektor der Universität Tübingen wurde von 1477 bis 1478 Johannes Nauclerus auch namentlich als Johannes Vergenhans bekannt, ein enger Vertrauter des Grafen Eberhards im Bart, dem Gründer der Universität Tübingen. Nach seinem Rektorat wurde Johannes Nauclerus langjähriger Kanzler der Universität. Von Johannes Nauclerus existiert ein posthum angefertigtes Porträt in der Professorengalerie.

Eines der ersten Gemälde der Sammlung in der Tübinger Professorengalerie, in deren Bestand sich auch Frauenbildnisse befinden, war das in Öl gemalte Porträt des Jakob Degens.

Die Porträtmaler der Tübinger Professorengalerie, seit Beginn des ausgehenden 16. Jahrhunderts bis heute, werden nachstehend in diesem Artikel mit ihren Lebensdaten angeführt.

Professorengemälde der Eberhard Karls Universität Tübingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den Frauenporträts befinden sich beispielsweise jene der Prorektorin der Universität Tübingen und Vizepräsidentin der Westdeutschen Rektorenkonferenz Ilse Kunert, der Professorengattin Johanna Friederike Gaum und seit 1993 der Professorin Evamarie Sander.

Es gibt auch eine Gießener Professorengalerie, eine Greifswalder Professorengalerie, eine Jenaer Professorengalerie,[3] eine Basler Professorengalerie[4] sowie ähnliche Gemäldesammlungen an anderen Hochschulen.

Porträtmaler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Maler haben Bildnisse für die Tübinger Professorengalerie gemalt:

Holzschnitte aus „Imagines professorum Tubingensium“, verlegt von Erhard Celsius[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Porträts der Tübinger Professorengalerie wurden von dem Tübinger Professor und Verleger Erhard Cellius (1546–1606) in dem Buch „Imagines professorum Tubingensium“ mit insgesamt 37 Holzschnitten im Jahr 1596 in Tübingen veröffentlicht.

Die Holzschnitte stammen von Jakob Lederlein, der in der Zeitspanne von 1575 bis 1600 tätig war. Sie zeigen die damals in Tübingen lehrenden Professoren. Diese werden jeweils in einem Rahmen dargestellt, zumeist hinter einer Brüstung und oft mit einem Buch in Händen sowie teilweise mit Attributen ihrer Disziplin.[22]

Das Besondere an diesem Buch und seinen Holzschnitten ist, dass die Gelehrten einer Universität sich geschlossen darstellen ließen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Irmela Bauer-Klöden: Historisch-statistisches Handbuch der Universität Tübingen: Die Rektoren, 15. – 21. Jahrhundert. Universitätsarchiv Tübingen.
  2. Wolf von Engelhardt: Mineralogie, Geologie und Paläontologie an der Universität Tübingen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Abb.6. Franz Steiner Verlag, 1977 – 292 Seiten.
  3. Joachim Hartung: Professoren – Galerie, eine Bildergalerie der Professoren für Physik und Astronomie der FSU Jena von ihrer Gründung bis zur Gegenwart.
  4. Paul Leonhard Ganz: Die Basler Professorengalerie in der Aula des Museums an der Augustinergasse. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 1978, S. 31–162 (Digitalisat).
  5. Studion: Professorengalerie: Theodor Steinbüchel (Memento vom 6. Januar 2013 im Webarchiv archive.is)
  6. a b c d https://tobias-bild.uni-tuebingen.de
  7. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z Reinhold Scholl: Die Bildnissammlung der Universität Tübingen, 1477 bis 1927. Schriften des Vereins für Württembergische Familienkunde, Heft 2, Verlag von K. Ad. Emil Müller, Stuttgart, 1927.
  8. a b Der unbekannte Professor: Neugieriger Blick in die Gelehrten-Galerie der Universität. Tagblatt 21. August 2010.
  9. Das Auge hört mit. Künstler im Kreis (1): Susanne Höfler verwandelt Töne in Farben. Tagblatt Anzeiger, 6. Oktober 2010.
  10. Susanne Höflers Porträt der Professorin Evamarie Sander im Kleinen Senat der Universität Tübingen.
  11. Erwin Bünning auf LEO-BW.
  12. Georg Eißer auf LEO-BW.
  13. Lockerheit in der Pinselführung. Tübinger Universitätszeichner (4): Heinrich Leibnitz. Tagblatt, 15. August 2012.
  14. Johannes Haller auf LEO-BW
  15. Philipp Heck auf LEO-BW.
  16. a b Andrea Juliette Grote: 'Puppen' mit Amtsrobe und Ketten. Rektoren-Galerie – in Deutschland einmalig. (Memento vom 31. Juli 2007 im Internet Archive) Attempto! Nr 7.
  17. Carl Heinrich Ludwig Hoffmann auf LEO-BW.
  18. August Hegler auf LEO-BW.
  19. Enno Littmann, Gemälde von (Adolf) Schmidlin, 1931
  20. Albert Ernst Theodor Dietrich auf LEO-BW.
  21. Ludwig von Köhler auf LEO-BW.
  22. „Imagines professorum Tubingensium“ auf LEO-BW.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhold Scholl: Die Bildnissammlung der Universität Tübingen, 1477 bis 1927. Schriften des Vereins für Württembergische Familienkunde, Heft 2. Verlag von K. Ad. Emil Müller, Stuttgart 1927.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tübinger Professorengalerie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien