Tüchersfeld

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Tüchersfeld
Koordinaten: 49° 47′ 9″ N, 11° 21′ 38″ O
Höhe: 337 m ü. NHN
Postleitzahl: 91278
Vorwahl: 09243
Bild von Tüchersfeld

Tüchersfeld ist ein Kirchdorf im Püttlachtal in der Fränkischen Schweiz und gehört zur Stadt Pottenstein.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner markanten Felsen (Schwammriffe in Kegelkarstformen) eines Umlaufberges, entstanden durch eine Hebung der Frankenalb im Jungtertiär und der Abtragung der mächtigen Sanddecke aus der Oberkreide,[1] und der Lage der Fachwerkhäuser, die teilweise an die Felsen geklebt zu sein scheinen, gilt Tüchersfeld als ein Symbol für die Fränkische Schweiz und ist auf einer Briefmarke der Deutschen Post abgebildet. Dort existierten bis in den Dreißigjährigen Krieg hinein zwei Burgen, die Obere und die Untere Burg, letztere wurde 1269 erstmals als schon länger bestehende Festung erwähnt.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ehemaligen Judenhof, einer Gebäudegruppe des 17. und 18. Jahrhunderts, errichtet von Juden auf dem Gelände der Unteren Burg, bis 1860 von 18 jüdischen Familien bewohnt [3] und 1978 bis 1982 instand gesetzt,[4] ist das Fränkische-Schweiz-Museum untergebracht. Bemerkenswert ist die Synagoge aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (um 1763) mit ihrem schlichten spätbarocken Stuckrahmen an der Decke; von der einstigen Ausgestaltung ist nach jahrzehntelanger Zweckentfremdung nur noch wenig zu erkennen.[5]

Die katholische Filialkirche Herz Jesu wurde 1950/51 aufgrund einer Stiftung errichtet; mit dem Turm ist sie an ein anderes Gebäude angebaut. Hinter dem Hochaltar zeigt ein Gemälde von Otelia Kraszewska (Gößweinstein) Christus in einem weißen Gewand, wie er sich Menschen unterschiedlichen Alters zuwendet. Am Nebenaltar stellt ein Gemälde von Anna Maria Freiin von Oer (Gößweinstein) eine Madonna mit Jesuskind dar. Die Deckenbilder, unter anderem das Lamm Gottes und die vier Evangelisten, die Bilder an der Empore und der Kreuzweg stammen von Giovanni Bruno (Gößweinstein).[6]

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Tüchersfeld aufgelöst. Ihr Gebiet wurde der Stadt Pottenstein und dem Markt Gößweinstein (die Orte Hühnerloh und Kohlstein) zugeschlagen.[7]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmäler in Pottenstein (Oberfranken) sind für Tüchersfeld sechs Baudenkmäler aufgeführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Philipp Wolff, Walter Tausendpfund: Tüchersfeld und der Judenhof. In: Jüdisches Leben in der Fränkischen Schweiz. Schriftenreihe des Fränkische Schweiz Vereins. Band 11. Erlangen/Jena 1997, S. 191–220.
  • Franz X. Bogner: Die Fränkische Schweiz. Ein Luftbildportrait. Ellwanger Verlag, Bayreuth 2007, S.78-82, ISBN 978-3-925361-62-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tüchersfeld (Pottenstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Wie entstand das Relief der Fränkischen Schweiz? Oberkreide bis heute." Hinweistafel des Geotopweges Pottenstein in Tüchersfeld
  2. "Fränkische Schweiz-Museum." Informationstafel vor dem Museum
  3. "Fränkische Schweiz-Museum." Informationstafel vor dem Museum
  4. Georg Dehio: Handbuch der Dt. Kunstdenkmäler, Bayern I: Franken, 1999, S. 1035
  5. Erklärungstafel Nr. 29 im Museum.
  6. Peter Poscharchsky: Die Kirchen der Fränkischen Schweiz, Erlangen, 4. Auflage 2001, S. 375
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 550.