Tücke

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Unter der Tücke (auch Heimtücke oder Hinterlist) versteht man eine nicht auf den ersten Blick erkennbare, verborgene und feindselige Absicht, die sich erst bei scharfem Durchblick offenbart. Weniger absprechend bzw. abwertend ausgedrückt, geht es bei ihr um die List.

Als solche gehört sie in der Soziologie zum paretianischen Residuum des „Instinkts der Kombinationen“.

Tückische Charaktere spielen vielfach eine Rolle in der Literatur (vergleiche den Jago in Shakespeares Othello).

Friedrich Theodor Vischer hat in seinem Roman Auch Einer. Eine Reisebekanntschaft (1879) die Redensart von der „Tücke des Objekts“ geprägt, mit der er die lästige Widerspenstigkeit von (Alltags-)Gegenständen bezeichnete. Wittgenstein hat das einen "dummen Anthropomorphismus" genannt [1], Grimm - der auch noch den Tückebold kannte - etwas schöner „dingbeseelend“ [2]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Vgl. a. Hartmut Böhme, Fetischismus der Kultur. Eine andere Theorie der Moderne, Rowohlt, Reinbek 2006, S. 493.
  2. Grimm, Deutsches Wörterbuch, s.v. "Tücke"

Siehe auch[Bearbeiten]