Tülau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tülau
Tülau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tülau hervorgehoben
Koordinaten: 52° 35′ N, 10° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Brome
Höhe: 72 m ü. NHN
Fläche: 23,53 km2
Einwohner: 1418 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38474
Vorwahl: 05833
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 032
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Teichstraße 3
38474 Tülau
Bürgermeister: Martin Zenk (SPD)
Lage der Gemeinde Tülau im Landkreis Gifhorn
SchwülperVordorfDidderseAdenbüttelHillerseMeineWasbüttelRötgesbüttelLeiferdeIsenbüttelRibbesbüttelCalberlahWagenhoffMeinersenOsloßBokensdorfUmmernWesendorfMüden (Aller)SassenburgGifhornSchönewördeWahrenholzWahrenholzGroß OesingenSteinhorstHankensbüttelSprakensehlObernholzDedelstorfWeyhausenTappenbeckJembkeBarwedelBergfeldTiddischeRühenParsaugemeindefreies Gebiet GiebelParsauTülauBromeEhra-LessienWittingenLandkreis GifhornNiedersachsenWolfsburgBraunschweigLandkreis HelmstedtLandkreis PeineRegion HannoverLandkreis CelleLandkreis UelzenSachsen-AnhaltSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Gutshaus in Fahrenhorst
St.-Johannis-Kirche in Tülau-Fahrenhorst
Historischer Wegweiser

Tülau ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Die Gemeinde Tülau ist Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Brome und besteht aus den Ortsteilen Tülau-Fahrenhorst und Voitze.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Tülau liegt zwischen den Naturparks Südheide und Drömling an der Kleinen Aller. Der Ort Tülau-Fahrenhorst besteht aus Tülau und dem später entstandenen Ort Fahrenhorst, die seither zu dem Dorf Tülau-Fahrenhorst zusammenwuchsen. Der Ort wird gelegentlich Tülau genannt, etwa auf einigen Straßenwegweisern. Im Westen liegt mit dem Kiebitzmoor ein Niederungsgebiet, im Osten Geest. Rund 1,5 Kilometer nördlich liegt der Ortsteil Voitze.

Im Juni 2019 hatte Tülau-Fahrenhorst 1024 Einwohner, während Voitze 385 Einwohner aufwies.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Tülau wurde von Wenden gegründet. Die ursprüngliche Dorfform war die eines Rundlings. Der Ortsname stammt vom Altslawischen tulû und bedeutet etwa „Köcher“ bzw. „Ort des (Kriegers) Köcher“.[3] Namentlich wurde Tülau erstmals 1546 urkundlich erwähnt. Der frühere Ortsteil Fahrenhorst (ursprünglich Vahrenhorst) entstand in der Mitte des 16. Jahrhunderts etwa einen halben Kilometer südlich von Tülau, als der Adlige Fritz VII. von der Schulenburg die Burg Brome verlor und ein neues Gut errichten musste. 1643 verloren die von der Schulenburg das Gut, und es ging an das lüneburgische Adelsgeschlecht von Weyhe über, das es bis heute besitzt. 1737 wurde in Fahrenhorst das bis heute bestehende Gutshaus gebaut. 1830 begann in Tülau und Fahrenhorst eine Serie von Großbränden, die unter anderem den Rundling zerstörte und rund 100 Jahre anhielt. Laut einem Siedlungsverzeichnis um 1850 bestanden zu dieser Zeit rund 18 Bauernhöfe. Bei der Verwaltungsreform von 1859 wurde das Patrimonialgericht Fahrenhorst einschließlich des früheren adeligen Gerichts Brome dem Amt Isenhagen angeschlossen.

Im Jahre 1880 errichteten die rund 35 Baptisten ein erstes Gotteshaus in Tülau. 1909 wurde die Bahnstrecke Wittingen–Oebisfelde eröffnet. Der Bahnhof Tülau-Fahrenhorst lag rund 1,5 Kilometer östlich des Dorfes. 1930 wurde die erste evangelische Kirche eingeweiht, die auf dem Grundstück des abgebrannten Gemeindehauses erbaut worden war; 1964 wurde auf ihr ein kleiner Turm in Form eines Dachreiters errichtet. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg gab es 35 bzw. 48 Kriegstote.[4] In den 1950er Jahren bestand an der Sonnenstraße die Kinderheimat Tülau, ein Kinderheim, das in den 1960er Jahren als Kinderheimat Gifhorn nach Gifhorn verlegt wurde.

1910 lebten in Tülau-Fahrenhorst 672 Personen. Bis 1939 stieg die Zahl auf 687; bis 1950 wuchs sie wegen der Flüchtlingsströme auf 1290 an. 1984 betrug die Einwohnerzahl 874. 1984 gab es dort 30 landwirtschaftliche Betriebe.[4]

Die Gemeinde Tülau-Fahrenhorst trat am 1. Juli 1965 der Samtgemeinde Brome bei. Am 1. März 1974 schloss sie sich mit der Gemeinde Voitze zur Gemeinde Tülau zusammen,[5] die am 15. März 1974 Teil der neugegründeten Samtgemeinde Brome wurde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Tülau setzt sich aus zehn (nominell elf) Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

SPD CDU Einzelbewerber Gesamt
2016 5 4 21 10 Sitze

1 nur ein Sitz konnte eingenommen werden
(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Martin Zenk (SPD) wurde am 4. November 2016 gewählt. Zuvor war Herbert Lange 15 Jahre lang Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Von Grün und Gold (Gelb) gespalten mit einem drei Pfeile enthaltenen Köcher in gewechselten Farben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den ehemaligen Betrieben in Tülau-Fahrenhorst gehören zwei Wassermühlen, die Holzmühle und die Kiebitzmühle, sowie eine Molkerei.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die B 248, die Wolfsburg und Salzwedel verbindet, führt von Südwesten nach Nordosten durch den Ortsteil Voitze. Von Tülau-Fahrenhorst aus führen Kreisstraßen nach Croya, Bergfeld, Zicherie und Voitze. Von dort führt eine weitere Kreisstraße nach Wiswedel. Tülau-Fahrenhorst und Voitze werden im Stundentakt von Bussen der Linie Wolfsburg–Brome (Linie 160) bedient. Des Weiteren fahren Busse Richtung Wittingen, die an die Schulzeiten am Gymnasium Hankensbüttel angepasst sind. Der Bahnhof Tülau-Fahrenhorst an der Bahnstrecke Wittingen–Oebisfelde wurde bis 1974 im Personenverkehr angefahren.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 333–361.
  • Andreas Reucher, Joachim Pape: Die Geschichte der St.-Johannis-Kirche in Tülau-Fahrenhorst. Verlag A. Reucher, 2003, ISBN 3-936722021.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tülau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Stand 30. Juni 2019, Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Brome vom 12. Juli 2019; Zählung der Samtgemeinde
  3. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 333
  4. a b Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 359, 361.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 227.
  6. Wahlergebnis bei samtgemeinde-brome.de, abgerufen am 12. September 2016