Tümpling (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Tümpling
Schlossaufgang mit Wappen
Schloss 2018

Tümpling ist der Name eines uralten thüringisches Adelsgeschlechts mit gleichnamigem Stammsitz Tümpling nordwestlich von Camburg an der Saale.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dass das Geschlecht als Castellani der Burg Camburg schon um 1300 nachweisbar sei ist nirgends belegt und daher wertlos. Auch die Nennung eines Albertus de Timpling († 1319) ist urkundlich nicht zu fassen und daher wohl auch eine Erfindung. Beide Belege sind schon wegen der Schreibung mit "ing" am Ende auffällig, da sich diese erst später herausbildete. Die Familie erscheint urkundlich erstmals 1337 mit Thune von Tümplicz.[1] Die Stammreihe beginnt mit demselben dort Dyte (Time) von Tumplic genannten, der am 29. September 1346 eine Urkunde siegelt.[2] Cuno von Timpling lebte um 1359; Hans war 1402 Vogt zu Saalfeld.

Der Stammsitz Schloss Tümpling wurde 1945 enteignet und nach den Gesetzen der Bodenreform an Umsiedler aufgeteilt.[3] Seit 1993 befindet sich das Schloss infolge Rückkaufs wieder im Familienbesitz.

Zum Besitz der Familie gehörte einst auch das Schloss Thalstein bei Jena.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tümpling 1894.jpg

Der Schild ist von Rot und Silber gespalten. In verwechselten Tinkturen je eine aufrechte, nach innen gekehrte, gezahnte Kampfsichel. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eine wachsende laubbekränzte Jungfrau in von Silber und Rot gespaltenem Gewand mit fliegenden Haaren, in den erhobenen Händen rechts eine rote und links eine silberne nach innen gekehrte Sichel haltend.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tümpling Exlibris, Thalstein 1895
  • Adam Friedrich Glafeys: Antiquitates Tumplingianae, oder Ehrensäule des Hauses Tümpling. Leipzig 1716.
  • Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon, c. 2583, 1740.
  • Wolf Otto von Tümpling: Geschichtliche Nachrichten über die von Tümplingsche Familie. Bautzen, E. M. Monse, 1864.Vollansicht in der Google-Buchsuche
  • Wolf von Tümpling: Geschichte des Geschlechtes von Tümpling. Weimar, Hermann Böhlau, Band 1: Bis 1551. 1888 (Digitalisat), Band 2: Bis 1892. 1892 (Digitalisat), Band 3: Erloschene Häuser Posewitz und Casekirchen (Tümpling) 1894 (Digitalisat).
  • Gotha. Genealog. Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil A, Bd.XIX, C. A. Starke, Limburg a. d. Lahn 1987. S. 481.
  • G. I. von Tümpling, O. von Tümpling, H. C. von Tümpling, E. von Tümpling: Geschichte des Geschlechtes von Tümpling. Band 4: 1888 bis 1985. - Bad Oeynhausen, Wittekindshof, 1987.
  • Paul Mitzschke: Was bedeutet der Name Tümpling?, Hofbuchdruckerei 1904.
  • U. u. W. von Tümpling: Tümpling - Eine Herausforderung. In: Sobotka, J. (Hrsgb.): Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Thüringen. Veröff. Dtsch. Burgenvereinig. e.V., Reihe C, Stuttgart, K. Theiss Verlag, 1995, ISBN 3-8062-1123-X, S. 111–114.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XV, Band 134 der Gesamtreihe, S. 72–73, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2004, ISSN 0435-2408.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Böhme, Urkundenbuch des Klosters Pforte I/2, Halle 1904, S. 511, Nr. 557.
  2. Richard Frhr von Mansberg, Erbarmanschaft Wettinischer Lande 1, Dresden 1903, S. 95.
  3. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 251 und 252
  4. Er war einer der Informanten Eduard Schultes über die anlaufenden Massenvergasungen in Auschwitz, siehe Robert Melvin Spector: World without Civilization. Mass Murder and the Holocaust. History and Analysis. UP of America Rowman & Littlefield, Lanham MD (Maryland) 2004 ISBN 0761829636, online lesbar, S. 473, verschrieben zu Tumpling.
  5. Horst von Tümpling. In: www.literaturport.de, abgerufen am 18. November 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tümpling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien