Türgesch

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Die Türgesch (auch Türgiş genannt) waren eine türkische Stammeskonföderation in Zentralasien, die in der Spätantike von ca. 700 bis Mitte des 8. Jahrhunderts existierte.

Um 700 gelang es den Türgesch, ihre Macht auf Kosten des geschwächten westlichen Khaganats der Kök-Türken auszubauen. Um 710 unterlagen sie zwar dem östlichen Khaganat, doch konnte ihr neuer Anführer Suluk wenige Jahre später ihre Eigenständigkeit erstreiten. Die Türgesch gewannen unter Suluk rasch an Macht und traten faktisch das Erbe des westlichen Khaganats an. Gleichzeitig gerieten die Türgesch aber unter erheblichen Druck aufgrund der arabischen Expansion, die Anfang des 8. Jahrhunderts Zentralasien erfasste. Suluk ging ein Bündnis mit dem mächtigen Königreich Tibet ein, das damals ebenso wie das Kaiserreich China politische und wirtschaftliche Interessen in Zentralasien verfolgte. Allerdings hatte das Bündnis nicht lange Zeit Bestand, bald schon arrangierten sich die Tibeter mit den Arabern, um gegen die Chinesen vorzugehen.

Die Türgesch konnten sich mehrmals gegen die Araber militärisch behaupten und ihnen teils empfindliche Verluste zufügen. Suluk stellte sich an die Spitze des Widerstands und leistete auch den sogdischen Lokalherren (siehe dazu Ghurak und Dēwāštič) Unterstützung; gleichzeitig war er zusammen mit den Tibetern bemüht, den chinesischen Einfluss einzudämmen. 737 wurde Suluk jedoch im (zeitweiligen) Bündnis von Arabern und Chinesen geschlagen, die Macht der Türgesch war damit gebrochen. Suluk wurde ermordet, die Reste der Türgesch gingen nach einer Niederlage 766 im Herrschaftsgebilde der Karluken auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]