Türnitz (Fluss)

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Türnitz
Daten
Lage Niederösterreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Traisen → Donau → Schwarzes Meer
Ursprung Am Gscheid bei Annaberg
47° 52′ 7″ N, 15° 23′ 38″ O
Quellhöhe ca. 980 m ü. A.
Mündung bei Türnitz in die Türnitzer TraisenKoordinaten: 47° 55′ 39″ N, 15° 29′ 4″ O
47° 55′ 39″ N, 15° 29′ 4″ O
Mündungshöhe 462 m ü. A.
Höhenunterschied ca. 518 m
Sohlgefälle ca. 43 ‰
Länge ca. 12 km
Einzugsgebiet 39,4 km²[1]
Gemeinden Annaberg, Türnitz

Die Türnitz ist einer der beiden Quellflüsse der Türnitzer Traisen im Bezirk Lilienfeld im Mostviertel, Niederösterreich.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Türnitz ist slawischen Ursprungs und bedeutet „abgeschiedener Ort“.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Türnitz entspringt bei Annaberg in den niederösterreichischen Kalkalpen und verläuft ca. 12 km nach Norden bzw. Nordosten, bis sie sich in Türnitz gemeinsam mit dem Traisenbach zur Türnitzer Traisen vereinigt.

Die Türnitz hat einen Durchfluss von 1 m³/s.

Im Tal der Türnitz finden sich keine größeren Siedlungen vor, abgesehen von einzelnen Zerstreute Häusern, wie den beiden Annaberger Orten und gleichnamigen Katastralgemeinden Annarotte und Haupttürnitzrotte sowie der Türnitzer Katastralgemeinde Steinbachrotte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im frühen 9. Jahrhundert siedelten sich slawische Ackerbauern im Gebiet der Türnitzer Traisen an, welche als Untertänige der Magyaren diesen nach Westen gefolgt waren. Die Magyaren verwüsteten und entvölkerten später noch mehrmals die Gebiete Niederösterreichs, bis sie 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld endgültig besiegt wurden. Diesen slawischen Siedlern verdanken der Fluss und der gleichnamige Ort heute ihren Namen.

Weiters wurde die Türnitz in der zweiten Stiftungsurkunde Stift Lilienfelds vom 13. April 1209 als eine der Grenzmarken genannt, die das Gebiet abstecken sollten, das Herzog Leopold VI. dem Kloster übergeben hatte. Der Subprior, Kämmerer und Archivar von Stift Lilienfeld, Paul Tobner, beschreibt diesen Grenzverlauf 1902 in seiner Jubiläums-Festschrift "Lilienfeld, 1209-1902" folgendermaßen:

„...von dieser sodann herab zum Ursprunge des Baches "Retze" (jetzt noch bestehen Retzhöfe in der Weidenau bei Türnitz) und zum Türnitzbache, von wo sich die Grenze bis zum Flusse Erlaf erstreckt und, die dortigen Berggruppen umfassend, auf der Wasserscheide der linkerhand des Türnitzbaches sich hinziehenden Höhen bis zum Besitze einer Frau Hadmudis...“

Paul Tobner, "Lilienfeld, 1209-1902", 1902, S. 49–50

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Tobner: Lilienfeld, 1209-1902, 1902, S. 49–50

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BMLFUW (Hrsg.): Flächenverzeichnis der Flussgebiete: Donaugebiet von der Enns bis zur Leitha. In: Beiträge zur Hydrografie Österreichs Heft 62, Wien 2014, S. 62. PDF-Download, abgerufen am 8. Juli 2018.