TB Be 4/8

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TB Be 4/8
AB Be 4/8 33 an der Haltestelle St. Gallen Marktplatz
AB Be 4/8 33 an der Haltestelle St. Gallen Marktplatz
Nummerierung: 31–32, 33–35
Anzahl: 2 + 3
Hersteller: Stadler Rail Altenrhein
Baujahr(e): 2004, 2008
Achsformel: 2’B0’B0’2’
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Länge über Kupplung: 37,324 m
Höhe: 3650 mm
Breite: 2400 mm
Drehgestellachsstand: 1860 mm (Triebdrehg.)
1700 mm (Laufdrehg.)
Dienstmasse: 43,8 t (tara)
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Kurzzeitleistung: Fahren/Bremsen:
640/1696 kW (1000 V)
440/1212 kW (600 V)
Anfahrzugkraft: 90 kN
Bremskraft: 90 kN
Raddurchmesser: 680 mm (neu)
Stromsystem: 1000 V =, 600 V =
Sitzplätze: 86 (+ 6 Klappsitze)
Stehplätze: 100 (4 Pers./m²)
Fußbodenhöhe: 350 mm (Einstieg)
876 mm (Hochflur)
Niederfluranteil: 58 %
Besonderheiten: 400 kN Längsdruckkraft
25 m min. Kurvenradius

Die Be 4/8 der Trogenerbahn (TB) sind dreiteilige strassenbahnähnliche elektrische Niederflur-Gelenkzüge, die der Hersteller Stadler Rail für die Strecke St. Gallen–Speicher–Trogen baute, wobei die Vorortszüge im Bereich der Stadt St. Gallen als Strassenbahn verkehren. Durch die Fusion der TB kamen die Be 4/8 31–32 im Jahr 2006 zu den Appenzeller Bahnen (AB), die drei weitere Züge nachbeschaffte. Mit der Eröffnung der Durchmesserlinie Appenzell–St. Gallen–Trogen werden die fünf Züge 2018 den Transports Publics Neuchâtelois (transN) verkauft, die sie auf der Stadtbahnstrecke Neuchâtel Place Pury–Boudry einsetzen.

Zusammen mit den gleichzeitig gebauten zweiteiligen Be 4/6 der Forchbahn, mit denen sie in vielen Teilen übereinstimmen, gelten die Vorortszüge als Vorläufer der Strassenbahnfamilie Tango.

Ausgangslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Projekt eines GTW Be 2/6 für die Trogenerbahn
Be 4/8 34 der Trogenerbahn beim Schwar­zen Bären.

Bereits 1997 wollte die Trogenerbahn zwei Stadler GTW beschaffen, was vom Bundesamt für Verkehr im Hinblick auf den damals geplanten Riethüslitunnel und dem damit möglichen Durchlauf nach Teufen abgelehnt wurde. Im Jahre 2000 konnten dann zwei neue Triebzüge ausgeschrieben werden. Die Verzögerung ermöglichte es, für die Steilstrecke der Trogenerbahn besser geeignete Fahrzeuge mit vier statt zwei Triebachsen zu beschaffen.

Die Züge der Trogenerbahn verkehren in der St. Galler Innenstadt als Strassenbahn mit einer Fahrleitungsspannung von 600 Volt Gleichstrom und auf der Überlandstrecke auf eigenem Gleiskörper nach den Regeln des Eisenbahnbetriebs, wobei die Spannung der Fahrleitung bis zum Jahr 2018 1000 Volt betrug. Wegen den zahlreichen Strassenkreuzungen ist eine Kastenfestigkeit von 400 kN erforderlich, etwa doppelt so hoch wie typischerweise bei Strassenbahnen. Wegen der längeren Fahrzeit als mit einem Tram erwarten die Fahrgäste einen höheren Komfort mit bequemeren Sitzen, dagegen reichen weniger Türen aus. Zur Erreichung eines ruhigen Laufes und mit Rücksicht auf die winterlichen Schneeverhältnisse kommen anstelle von Losradsätzen traditionelle Drehgestelle zum Einsatz, was jedoch einen 100-prozentigen Niederfluranteil verunmöglicht. Das Konzept des Gelenktriebwagens mit den beiden aufgesattelten Endwagen ermöglichte die Vergrösserung des Niederfluranteils und des Adhäsionsgewicht des angetriebenen Mittelwagens, was bei der TB mit 76 ‰ Steigung besonders erwünscht ist. Die technische Ausrüstung der Niederflurfahrzeuge wurde grösstenteils auf dem Dach untergebracht. Bauteile, die für das Personal gut zugänglich sein müssen, befinden sich unter den Sitzen.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugkreuzung in Schwarzer Bären. Seit der Ablieferung der zweiten Serie kann der Regelverkehr der Trogen­er­bahn vollständig mit den Nieder­flur­fahrzeugen Be 4/8 abgedeckt werden.

Die Wagenkästen einschliesslich der Führerstände sind im Gegensatz zu den Nachfolgefahrzeugen Tango noch in der Aluminium-Bauweise der GTW-Familie (1.–3. Generation) hergestellt. Aus fertigungstechnischen Gründen wurden die vier Endwagen im Frühling 2003 im Anschluss an die Be 4/6 der Forchbahn gebaut und bis zur Ablieferung im Herbst 2004 zwischengelagert. Im Bereich der Stirnfront sind im unteren Teil seitlich Edelstahl­elemente eingeklebt, um nach Kollisionen mit Strassenfahrzeugen eine Reparatur ohne Schweissen zu ermöglichen. Die Schwab-Kupplung wird nur für Abschlepp- und Sonderfahrten benötigt. Sie kann manuell eingefahren und mit einer verschraubten Abdeckung zum Schutz der anderen Verkehrsteilnehmer verkleidet werden. Die Drehgestelle wurden speziell für die Fahrzeugfamilie der Trogener- und der Forchbahn entwickelt und wurden auch bei den Tango-Strassenbahnen der Bogestra in Bochum verwendet. Die Drehgestelle sind mit dem Wagenkasten über einen Drehkranz verbunden. Sie verfügen dank Luftfederung über ausgezeichnete Laufeigenschaften. Die Radsätze weisen wie bei Nahverkehrsfahrzeugen üblich zwischen Radscheibe und Radreifen eine Gummischicht auf.

Jedes Triebdrehgestell verfügt über einen Stromrichter, der sich auf dem Dach befindet. Mit Rücksicht auf die Stromversorgung ist die Traktionsleistung begrenzt und erreicht nicht die Leistung der elektrischen Bremse. Trotzdem sind die auf steiler Strecke eingesetzten Vorortszüge sehr leistungsfähig.

Die Be 4/8 verfügen über eine kombinierte Rekuperations- und Widerstandsbremse. Wenn das Netz aufnahmefähig ist, arbeitet sie als Rekuperationsbremse. Bei geringen Geschwindigkeiten steuert das Fahrzeugleitgerät zusätzlich die Druckluftbremse an, wobei jeder Radsatz über eine Bremsscheibe verfügt. Für Notfälle ist jedes Drehgestell mit einer Magnetschienenbremse ausgestattet. Die Federspeicherbremse an jedem Radsatz der Triebdrehgestelle und an je einem der Laufdrehgestelle dient als Festhaltebremse. Wegen den sehr grossen Steigungen erfolgt das Sanden richtungsselektiv.

Sowohl Fahrgasträume als auch Führerstände verfügen über Klimaanlagen.

Verkauf an die transN[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Eröffnung der Durchmesserlinie Appenzell–St. Gallen–Trogen haben die Appenzeller Bahnen für die fünf Be 4/8 keine Verwendung mehr, weil die Fahrleitungsspannung der Trogener Linie an die der Strecke St. Gallen–Appenzell angepasst und auf 1500 Volt erhöht wird. Wegen den Kreuzungen mit dem Trolleybus bleibt die Spannung von 600 Volt im Innenstadtbereich unverändert. Die noch nicht abgeschriebenen Züge konnten 2018 den Transports Publics Neuchâtelois (transN) für den Einsatz auf der Stadtbahnstrecke Neuchâtel Place Pury–Boudry verkauft werden.

Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Be 4/8 32 als S12 St. Gallen–Trogen
erste Serie
Nr. Name
31 Die St. Galler­in
32 Die Appenzeller­in
zweite Serie
Nr. Name
33 Speicher
34 Trogen
35 Teufen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Iwainsky, Roland Zimmermann: Elektrische Triebwagen Be 4/8 31 – 32 für die Trogenerbahn. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 7/2005, S. 324–329.
  • Felix Hasler, Heinz Iwainsky, Gaudenz Burkart, Manfred Nachbaur: Neue elektrische Triebwagen Be 4/6 für die Forchbahn AG. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 2/2005, S. 66–73.
  • * Jürg Aeschlimann, Hans Waldburger: Strassenbahn St. Gallen–Speicher–Trogen; Die Trogenerbahn. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 2003, ISBN 3-907579-24-0, S. 117–118 und 157
  • Theo Weiss: Stadler – Von der Stollenlokomotive zum Doppelstockzug. Minirex, Luzern 2010, ISBN 978-3-907014-33-2, S. 117–120.
  • Fabian Scheeder: St. Galler DML nicht vor Ende 2018 – Be 4/8 nach Neuchâtel. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 4/2015, S. 168.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • AB Be 4/8. Auf: portal@juergs.ch, abgerufen am 1. August 2018