TRT World

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Logo von TRT World

TRT World ist ein türkischer Nachrichtensender, der rund um die Uhr in englischer Sprache sendet. Kritiker sehen den Sender als Auslands-Propagandakanal des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und der AKP-Regierung – ähnlich dem Sender RT von Putin.

Sitz des Senders ist Istanbul. Er ist Teil der öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaft der Türkei (Türkiye Radyo ve Televizyon Kurumu). Das Programm richtet sich an Zuschauer weltweit, es ist über Satellit und Kabel sowie einen Livestream im Internet zu empfangen. Zusätzlich zum Hauptsitz in Istanbul verfügt TRT über Studios in Washington, D.C., London, Mumbai, Singapur, Peking, Islamabad, Bangkok und Jakarta.

Ein erklärtes Ziel von TRT World besteht darin, die Sicht der Zuschauer auf aktuelle (“geopolitische”) Ereignisse zu verändern; Bürger anderer Staaten sollen die Position der türkischen Regierung besser verstehen. Kritiker sehen darin einen klaren Propagandaauftrag. Dieser Eindruck wird durch die Schaltung bezahlter Werbeclips bei YouTube (2018) verstärkt; darin wendet sich TRT etwa gegen die westliche Unterstützung für die Kurdenmiliz.

Nach dem Putschversuch von 2016 traten 35 Journalisten, die erst eben kürzlich dem Sender beitraten, zurück,[1] – darunter auch der der Nachrichtendirektor Juan Carlos Van Meek. Einer der Kündigenden erklärte

“I no longer hold out any hope that this channel will become what I wanted it to become (…) After the coup, it became very apparent that the channel had no intention of actually covering it properly, in a professional, international broadcast standard.”

„Ich habe keine Hoffnung mehr, dass dieser Kanal das wird, was ich wollte (…) Nach dem Putsch wurde es sehr offensichtlich, dass der Sender nicht die Absicht hatte, die Dinge wahrheitsgemäß darzustellen – auf dem Standard professioneller, internationaler Sender.“

Der Geschäftsführer erklärte, dass er nie einen Anruf von Ankara erhalten hatte, in dem versucht wurde, die Sendung zu umrahmen oder ihnen Gesprächsthemen zu geben.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alev Scott: Turkish journalists seek refuge abroad post-coup. Newsweek, 22. August 2016, abgerufen am 17. Mai 2017.
  2. Dion Nissenbaum: After Turkey’s Failed Coup, a State-Owned TV Station Tilts. In: The Wall Street Journal. 12. August 2016, abgerufen am 17. Mai 2017.