TR 440

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TR 440 (gesprochen: T-R-4-40) ist die Bezeichnung des von AEG-Telefunken, Fachbereich Informationstechnik,[A 1] aus dem „Telefunken-Rechner TR 4“ weiterentwickelten Großrechners. AEG-Telefunken lieferte 1969 den ersten Rechner an das Deutsche Rechenzentrum in Darmstadt. Als der TR 440 herauskam, war er der schnellste Rechner, der je in Europa entwickelt worden war.[1] Bis im Jahr 1974 wurden insgesamt 46 Anlagen vom Typ TR 440 gebaut.

Das Gesamtsystem aus Hardware, BS 3 und Programmiersystem wurde auch unter dem Namen TNS 440 (Teilnehmer-System 440) vermarktet.

Der (auch: die) TR 440 oder TR440 (Schreibweise uneinheitlich) wurde an vielen deutschen Universitäten eingesetzt, unter anderem Ruhr-Universität Bochum (1970), Universität Düsseldorf, RWTH Aachen, Ludwig-Maximilians-Universität München und Technische Universität München am Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Universität Würzburg, Universität Hamburg, Technische Universität Berlin, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universität Regensburg, Eberhard Karls Universität Tübingen, Universität Stuttgart, Universität Konstanz, Universität des Saarlandes, Universität Kaiserslautern, Universität Marburg, Technische Universität Clausthal, und an Forschungseinrichtungen wie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig oder das GKSS in Geesthacht. Der Erlanger Rechner war als einziger mit einem Dreifach-Prozessor ausgerüstet, die anderen liefen in der Endphase teilweise mit Doppelprozessoren.

Ein Nachfolgeprodukt, der TR 550, wurde zwar konzipiert, aber nicht mehr entwickelt.

Leistungsfähigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei seiner Fertigstellung 1969 war der TR 440 als einer der ersten großen Rechner mit integrierten Schaltkreisen die schnellste bisher in Europa entwickelte und produzierte Maschine. Die Leistung des Prozessors betrug knapp 1 Mips; der GAMM-Mix betrug 4,4 µs (Assembler) bis 6,4 µs (Algol 60)[2]. Die Hauptspeicherkapazität betrug bis zu 1,5 MB mit einer mittleren Zugriffszeit von 0,125 µs beim Schreiben und 0,375 µs beim Lesen.[A 2]

Die Wertschätzung des für den Teilnehmerbetrieb ausgelegten TR 440 bei den Nutzern ging wesentlich auf die Systemsoftware zurück: Das Betriebssystem bietet eine Virtuelle Speicherverwaltung mit Speicherschutz und Mehrfachzugriff, das Programmiersystem eine flexible, übersichtliche Kommandosprache, eine gute Ausstattung an Programmiersprachen und innovative Testhilfen für die Programmentwicklung.

Hardware[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechnerkern RD 441[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technische Einzelheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rechnerkern RD 441 ist ein Vertreter der CISC-Architektur und hat dementsprechend Register mit unterschiedlichen Funktionen. Im Rechenwerk fassen die meisten Register 48 Bit + Typenkennung, im Einzelnen der Akkumulator RA, das Quotientenregister RQ, das Multiplikandenregister RD und das Hilfsregister RH, dazu kommen noch der Schiftzähler RY mit 8 Bit und das Markenregister RM mit 1 Bit. In RA werden Transport- und Rechen-Operationen ausgeführt; RA und RQ können für Multiplikation und Division zum doppeltlangen Register RAQ verbunden werden; RH enthält bei Vergleichen den zweiten Operanden und dient sonst als kurzfristiger Zwischenspeicher. Im Befehlswerk gibt es das Bereitadressenregister BB (24 Bit), das Befehlsfolgeregister BF (24 Bit), das Indexbasisregister BXB (22 Bit), das Merklichterregister BKlinks (8 Bit), das Unterprogrammregister BU (8 Bit), den Wecker BW (16 Bit), die Uhr BG (24 Bit) und das Testregister BT (24 Bit). BF enthält stets die Adresse des Befehls, der als nächster ausgeführt werden soll. BXB enthält die Anfangsadresse eines Bereiches von 256 Halbwörtern des Hauptspeichers, die einem Programm als Indexspeicher dienen; BU enthält den Pegel eines Kellers für Unterprogramm-Rücksprungadressen, der innerhalb dieses Indexspeichers angelegt werden kann. Der Inhalt von BKlinks wird laufend an der Konsole angezeigt.

Das Befehlswerk arbeitet unabhängig vom Rechenwerk: während letzteres einen zeitaufwendigen Befehl durchführt, etwa eine Gleitkommaoperation oder einen Tabellensuchbefehl, kann des Befehlswerk bereits nachfolgende Befehle ausführen, sofern diese das Rechenwerk nicht benötigen. Das Ein-Ausgabewerk arbeitet unabhängig von Befehls- und Rechenwerk und kann nur im Systemmodus angesprochen werden.

Informationsdarstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Informationsdarstellung zeigt einige architektonische Besonderheiten. Im Speicher hat das Ganzwort 52 Bit: zwei für die Dreierprobe, zwei für die Typenkennung und die restlichen 48 Bit für die eigentliche Information. Zahlen werden im Einerkomplement dargestellt, Gleitkommazahlen mit 8 Bit Exponent zur Basis 16 und 39 Bit Mantisse (85 Bit bei doppelter Genauigkeit), jeweils einschließlich Vorzeichen. Bei Fest- und Gleitkommazahlen sind in den Rechenwerksregistern zwei Bit für die Darstellung des Vorzeichens vorgesehen; das zusätzliche Vorzeichenbit dient zum Erkennen eines arithmetischen Überlaufs. Im Speicher ist – im Gegensatz zu den Rechenwerksregistern – dieser Überlauf-Schutz unnötig; hier steht das zusätzliche Vorzeichenbit als Marke zur Verfügung, etwa zur Kennzeichnung des letzten Koeffizienten eines Polynoms.

Die Typenkennung (TK) zeigt an, wie der Inhalt des Ganzworts zu interpretieren ist: Gleitkommazahlen und der höherwertige Teil doppelt genauer Gleitkommazahlen haben TK=0; Festkommakommazahlen und der niederwertige Teil doppelt genauer Gleitkommazahlen haben TK=1; Ganzwörter, die zwei Befehle enthalten, haben TK=2; Zeichenketten oder beliebige Bitmaterie haben TK=3; Ganzwörter, die zwei Adressen enthalten, haben beliebige Typenkennung. Eine architektonische Besonderheit sind typenkennungsabhängige Maschinenbefehle: einige Befehle arbeiten unterschiedlich, je nach der Typenkennung der Operanden, andere sind nur auf Operanden mit bestimmter Typenkennung anwendbar. Beispiele:[5][6]

  • Der Befehl B (für Bringe) kopiert ein Wort aus dem Speicher ins RA-Register. Hat dieses Wort TK=0 oder TK=1, so wird dessen Markenbit ins RM kopiert[A 3] und das linke Vorzeichenbit im RA ans rechte angeglichen; bei TK=2 oder TK=3 bleibt dagegen RM unverändert und sämtliche Bits des Operanden werden nach RA übertragen.
  • Der Befehl SG (für Springe wenn größer) vergleicht den Inhalt der Register RA und RH. Wenn mindestens eines dieser Register TK=2 oder TK=3 hat, werden die Inhalte als vorzeichenlose Binärzahl verglichen; wenn eins der beiden Register TK=1 und das andere TK=1 oder TK=0 hat, als Festkommazahlen (mit Berücksichtigung des Vorzeichens); wenn beide Register TK=0 haben, als Gleitkommazahlen (mit Berücksichtigung von Vorzeichen und Exponent).[A 4]
  • Der Befehl S (für Springe) muss auf ein Halbwort in einem Wort mit TK=2 führen, andernfalls wird eine Programmunterbrechung, der so genannte Befehls-Alarm ausgelöst; der Befehl GA (für Gleitkomma-Addition) erwartet zwei Operanden mit TK=0, andernfalls wird der so genannte TK-Alarm ausgelöst.

Außer Ganzwörtern können durch spezielle Befehle auch Halb- und Doppelwörter, Bytes (wahlweise zu 4, 6, 8 oder 12 Bit) oder (gesteuert durch eine Maske) beliebige Ausschnitte eines Ganzwortes transportiert werden.

Adressierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Halbwort im Hauptspeicher kann direkt adressiert werden; einem Ganzwort sind also zwei aufeinander folgende Adressen zugeordnet, von denen die kleinere, die stets gerade ist, als Ganzwortadresse gilt. Die Befehle BNZ und CNZ (Bringe/Speichere nächstes Zeichen) arbeiten mit einer Kombination von Ganzwort-Adresse und Position innerhalb des Wortes; nur der Befehl TOK (Transportiere Oktaden), der der COBOL-Anweisung MOVE entspricht, verwendet Sechstelwort-Adressen.

Der Adressteil der Maschinenbefehle ist 16 Bit lang, damit können also 215 Ganzwörter, eine sogenannte Großseite, adressiert werden; Befehle und Operanden (Konstanten und Variable) können in unterschiedlichen Großseiten mit jeweils eigenen 16-Bit-Adressräumen abgelegt werden. Indirekte Adressen sind 22 Bit lang und werden in Halbwörtern (24 Bit) gehalten; während der 16-Bit-Adressraum für Operanden stets am Anfang des 22-Bit-Adressraums liegt, kann der 16-Bit-Adressraum für Befehle bei Bedarf auch bei höheren 22-Bit-Adressen liegen.[5][7]

Der RD 441 kennt vier verschiedene Adressierungsmodi:[8] der Systemmodus verwendet reale Hauptspeicheradressen, die übrigen drei verwenden virtuelle Speicheradressen mit Zugriffsschutz; im Systemmodus läuft nur der Systemkern (Hauptspeicherverwaltung, Ein- und Ausgabe), so sind auch die übrigen Teile des Betriebssystems vor unberechtigten Speicherzugriffen (durch eventuelle Programmierfehler) geschützt.

Im Normalmodus, in dem die Benutzerprogramme abgewickelt werden, sind die Adressräume der einzelnen Benutzer von einander abgeschottet, um gegenseitige Beeinflussung – versehentliche oder absichtliche – auszuschließen. Befehle und Konstanten von Programmen, die gleichzeitig von mehreren Benutzeraufträgen genutzt werden (etwa Kommandoentschlüssler oder Compiler, aber auch benutzereigene Programme), liegen dabei nur einmal im realen Hauptspeicher (sogenannter Mehrfachzugriff); die variablen Teile sämtlicher aktiver Programme stehen selbstverständlich jedem Benutzerauftrag individuell zur Verfügung.

Satellitenrechner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunikation mit der Dialog-Peripherie (Fernschreiber und Sichtgeräte) und die Datenfernverarbeitung wird von einem Prozessrechner TR 86 erledigt.[9][10] Dieser Satellitenrechner puffert die zeichenweisen Ein- und Ausgaben, tauscht mit dem Zentralrechner nur vollständige Aufträge und Dialogeingaben bzw. Ausgabeaufträge und Dialogausgaben aus und entlastet ihn dadurch von der zeitaufwendigen Reaktion auf die Übertragung einzelner Zeichen. Außerdem codiert der Satellitenrechner die Eingaben aus den unterschiedlichen Gerätecodes in den einheitlichen ZC 1 um und entsprechend die Ausgaben vom ZC 1 in die unterschiedlichen Gerätecodes.

Peripheriegeräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sichtgeräte und Fernschreiber werden über den Satellitenrechner angeschlossen, Trommel-, Plattenspeicher und Magnetbandeinheiten direkt am Zentralrechner. Lochkartenleser und ‑stanzer, Lochstreifenleser und ‑stanzer, Schnelldrucker und Plotter können wahlweise am Zentralrechner oder – bei Datenfernverarbeitung – über den Satellitenrechner angeschlossen werden.

Zentrales Bedienelement für die Operateure und zugleich Protokolldrucker ist eine Kugelkopfschreibmaschine IBM Selectric, die über den sogenannten Prüfkanal direkt am RD 441 angeschlossen ist. Um den Rechner neu zu starten, kann der Lochstreifenleser von einem Standardkanal auf den Prüfkanal umgeschaltet werden.

Betriebssystem BS 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Betriebssystem verwaltet die Benutzer-Aufträge und teilt diesen die Betriebsmittel (Speicherbereiche, Rechenkapazität, Magnetband- und Wechselplatten-Laufwerke) zu. Das BS 3[17] wickelt gleichzeitig mehrere parallel ablaufende Aufträge in Stapelverarbeitung (sogenannte Abschnitte) und bis zu 48 Aufträge im Dialogbetrieb (sogenannte Gespräche) ab.

Das Betriebssystem verwaltet auch die Daten der Benutzer in den Speichermedien. Auf Trommel- und Plattenspeichern sind die Daten in Dateien organisiert. Benutzerdateien können in der sogenannten LFD (langfristige Datenhaltung) gelagert werden und so zwischen den Aufträgen desselben Benutzers übertragen und wahlweise auch anderen Benutzern zugänglich gemacht werden. Eingabe von Lochkarten und -streifen, sowie Ausgabe auf Lochkarten, -streifen, Drucker und Plotter sind vom Benutzerauftrag entkoppelt; dabei übernimmt das BS 3 die Umcodierung der Datenströme. Auch auf Magnetbändern organisiert das BS 3 wahlweise die Dateien und erledigt die Umcodierung.

Zeichencodierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb des Betriebssystems und dem darunter ablaufenden Programmiersystem sind Zeichenketten durchgängig im Zentralcode 1 (ZC 1)[18] codiert. Dieser Code sah als erster 8-Bit-Code unterschiedliche Codepositionen für Umlaute und eckige bzw. geschweifte Klammern vor; so können Programme in Algol 60 (eckige Klammern) mit deutschsprachigen Kommentaren und Zeichenketten-Literalen (Strings) formuliert werden. Auch hier war das TNS 440 seiner Zeit voraus: Die Compiler anderer Hersteller litten bis in die 90er-Jahre unter der Mehrdeutigkeit der Codepositionen für die Klammern und die Umlaute.[19][20]

Zentralcode ZC 1 gemäß Werknorm 2N 0812.511 (Juli 1972)
Code …0 …1 …2 …3 …4 …5 …6 …7 …8 …9 …A …B …C …D …E …F
0… NUL SOH STX ETX EOT ENQ ACK DLE NAK SYN ETB
1… NL CR NF VT
2… SUB EM CAN TE HT BS ESC SO SI
3… BEL DC1 DC2 DC3 DC4 FL IS4 IS3 IS2 IS1
4…
5…
6… " ' ´ ` ^ ° ~ \ ʿ ʾ _ ¯
7… % § # $ ¢ @ & * π
8… ¬ |
9… + - / = < >
A… ( ) [ ] } . , : ; ! ? SP
B… 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 {
C… A B C D E F G H I J K L M N O P
D… Q R S T U V W X Y Z Ä Ö Ü
E… a b c d e f g h i j k l m n o p
F… q r s t u v w x y z ä ö ü ß DEL


Einige heute ungebräuchliche Zeichen
7C : Kissen ⯏ (oder Raute ◊); lesbare Darstellung des Fluchtsymbols
6C : in Algol 60 öffnende Stringklammer
6D : in Algol 60 schließende Stringklammer
8D : in Algol 60 Trenner zwischen Mantisse und Exponent einer Gleitkommazahl in dezimaler Schreibweise
Steuerzeichen, soweit nicht vom ASCII bekannt
NF : Neues Formular (wie ASCII-Zeichen FF)
FL : Fluchtsymbol, markiert in der Kommandosprache den Beginn eines Kommandos oder das Ende eines Fremdstrings
IS1–IS4: entsprechen den ASCII-Zeichen FS, GS, RS und US
TE : Textende (Programmiersystem-Konvention, steht 1972 nicht mehr in der ZC1-Norm)

Dateisystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das BS 3 unterstützt Dateien[21] im Hauptspeicher, auf Trommel- und Plattenspeicher und auf Magnetbändern. Jedem Benutzer steht ein Plattenspeicher-Bereich in der Langfristigen Datenhaltung (LFD) zur Verfügung, in dem er Dateien außerhalb seiner Aufträge speichern und zwischen Aufträgen übergeben kann. Auf den übrigen Peripheriegeräten werden keine Dateien unterstützt: Eingabedaten sind Teil des Benutzerauftrags im Abschnitts- oder Dialogbetrieb; Ergebnisse der einzelnen Programmläufe können ins Ablaufprotokoll geschrieben, als Ausgabe-Aufträge an Drucker, Lochkarten- oder Lochstreifenstanzer oder Plotter geschickt oder im Dialog direkt angezeigt werden. Auf Magnetbändern werden Dateien nach Telefunken-, ISO- und IBM-Norm unterstützt; eine Datei kann sich auch über mehrere Magnetbänder erstrecken (sogenannte Bandreihe).[A 5]

Im BS 3 sind Dateien in Datensätzen (Storage Records) organisiert; bei Texten entspricht ein Datensatz einer Zeile. Das System unterscheidet folgende Typen von Datensätzen:

  • Ausgabezeichen: Textzeile mit Vorschubsteuerung für den Drucker
  • Oktaden: Textzeile,
  • Ganzwörter: Ganzwörter mit Typenkennung,
  • Viertelwörter: Viertelwörter mit Typenkennung,
  • Ganzwörter oder Oktaden (datensatzweise unterschiedlich),
  • Viertelwörter oder Oktaden (datensatzweise unterschiedlich).

Das System erlaubt sequenziellen oder wahlfreien Zugriff auf die Datensätze (auf Magnetbändern natürlich nur sequenziellen Zugriff), im Einzelnen:

  • SEQ: sequenzieller Zugriff,
  • RAN: wahlfreier Zugriff über Satznummern (ab 1, mit kleinen Lücken),
  • RAM: wahlfreier Zugriff über Satzmarken (je ein Ganzwort mit TK=3),
  • RAS: wahlfreier Zugriff über Satzschlüssel (mehr als ein Ganzwort),[A 6]
  • PHYS: Zugriff auf Datenblöcke (ohne Berücksichtigung der Datensatz-Organisation).

Auch aus Dateien mit wahlfreiem Zugriff kann das BS 3 die Sätze sequenziell (ab einer beliebigen Position) lesen; in RAN-Dateien kann es auch sequenziell schreiben.[A 7]

Vermittler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Komponenten des BS 3, die die Ein- und Ausgabe von Aufträgen im Abschnitts- und Gesprächsbetrieb erledigen, heißen Vermittler. Auf Lochkarten stehen vier verschiedene Codes zur Auswahl, auf 5-Spur-Lochstreifen und Fernschreiber drei verschiedene Codes; für 8-Spur-Lochstreifen und Sichtgeräte liegt der Code jeweils fest.

Die Eingabe- und Gesprächs-Vermittler werden mit sogenannten Vermittler-Kommandos und ‑Anweisungen gesteuert. Die Syntax der Vermittler-Kommandos ähnelt den Tätigkeitskommandos des Programmiersystems, ist aber vereinfacht.

Zwei verschiedene Vermittlerkommandos markieren den Beginn der Auftragseingabe im Abschnitts- bzw. Dialogbetrieb, eines deren Ende (wobei etwa noch anstehende Bearbeitungsschritte im Abschnittsbetrieb zu Ende geführt werden). Ein Vermittlerkommando legt den Code für nachfolgende Eingaben fest; damit kann der Code innerhalb einer Auftragseingabe beliebig oft gewechselt werden.

Eine Vermittleranweisung gestattet die Eingabe eines beliebigen Zeichens über dessen Position im ZC 1. Zwei Vermittleranweisungen gestatten die Eingabe einer verkürzten bzw. verlängerten Zeile von Lochkarten. Eine Vermittler-Anweisung beendet die Teil-Eingabe am Fernschreiber und übergibt damit die Kontrolle des Dialogs an das BS 3; am Sichtgerät wird die Teil-Eingabe stattdessen durch eine Eingabetaste beendet. Andere Vermittler-Kommandos und ‑Anweisungen gestatten den Abbruch einer Ausgabe am Terminal, sowie die Korrektur von Tippfehlern am Fernschreiber.

Programmiersystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programmiersystem führt die eigentliche Datenverararbeitung unter der Regie des Benutzers durch; dazu gehören der Kommando-Entschlüssler, die Werkzeuge zur Programmentwicklung, sowie die Anwendungsprogramme.[22]

Kommandosprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Ablauf des Auftrags steuert der Benutzer mittels der Kommandosprache.[23] Im Abschnitt besteht die gesamte Auftrags-Eingabe, im Dialog die erste Teileingabe, aus einer Folge von Kommandos in dieser Sprache. Der sogenannte Entschlüssler interpretiert sämtliche Kommandos und veranlasst die entsprechenden Bearbeitungsschritte. Im Dialogbetrieb kann jedes Programm (nicht nur der Entschlüssler) während seines Ablaufs Eingaben vom Terminal anfordern; wenn eine eingegebene Kommandofolge abgearbeitet ist, fordert der Entschlüssler weitere Kommandos an.

Wenn bei der Bearbeitung eines Kommandos im Dialogbetrieb ein Fehler auftritt, so geht der Entschlüssler in die sogenannte Vorrangstufe, in der der Benutzer Anweisungen zur Behebung des Fehlers geben oder zusätzliche Kommandos einschieben kann. Im Abschnittsbetrieb kann man das Verhalten im Fehlerfall mit den Kommandos FEHLERHALT und SPRINGE bestimmen.

Die Kommandosprache ist formatfrei: Leerzeichen und Zeilenwechsel sind bedeutungslos; statt durch Zeilenwechsel (wie in anderen zeitgenössischen Systemen) wird der Beginn eines Kommandos durch das sogenannte Fluchtsymbol markiert, das in der Dokumentation als Raute »◊« erscheint.[A 8]

Die eigentliche Datenverarbeitung wird durch sogenannte Tätigkeitskommandos ausgelöst. Ein Tätigkeitskommando besteht aus einem Tätigkeitsnamen, optional gefolgt von, durch Kommata getrennten, Spezifikationen. Die Spezifikationen können über ihren Namen oder über ihre Reihenfolge identifizert werden. Tätigkeits‑ und Spezifikationsnamen können abgekürzt werden, soweit Eindeutigkeit besteht. Jeder Spezifikationswert ist »−« (in der Bedeutung: »nichts«), »−STD−« (in der Bedeutung: »etwas«) oder eine Reihe von, durch Apostroph getrennten, Teilwerten (mit spezifischen Bedeutungen). Die folgenden Beispiele zeigen unterschiedliche Schreibweisen für dasselbe Kommando, das zwei Dateien aus der LFD holt, daneben, getrennt durch »◊=«, jeweils die Erläuterung:[18][23]

  • ◊KOPIERE, DATEI=JORINDE'JORINGEL, QUELLTRAEGER=LFD, ZIELTRAEGER=−STD−, PROTOKOLL=−
  • ◊KOPIERE, JORINDE'JORINGEL, LFD, −STD−, PROTOKOLL=−   ◊= Spezifikationsnamen können entfallen, wenn die Reihenfolge eingehalten wird
  • ◊KOPIERE, JORINDE'JORINGEL, LFD, PROTOKOLL=−   ◊= Für die fehlende Spezifikation wird eine Voreinstellung eingesetzt
  • ◊KOP., JORINDE'JORINGEL, LFD, P.=−   ◊= Tätigkeits‑ und Spezifikationsnamen können abgekürzt werden

Falls anschließend dieselbe Tätigkeit mit geänderten Spezifikationen ausgeführt werden soll, kann man das wahlweise durch ein sekundäres Teilkommando (aber gerne auch durch ein weiteres, vollständiges Tätigkeitskommando) verlangen. Soll beispielsweise je eine Datei aus der LFD und von einem Magnetband geholt werden, so kann man das folgendermaßen ausdrücken:

  • ◊KOP., ASCHENPUTTEL, LFD, -STD-, P.=− ◊D.=RAPUNZEL, MB(GRIMM)   ◊= ZIELTRAEGER und PROTOKOLL wie im primären Teilkommando

Auch eine beliebige Zeichenfolge, die nicht der Syntax der Kommandosprache genügt und bei der Leerzeichen und Zeilenwechsel relevant sind, etwa ein Quellprogramm in einer Programmiersprache, kann Spezifikationswert oder ‑teilwert sein. Eine derartige Zeichenfolge heißt Fremdstring; sie wird zwischen »/« und »◊/« eingeschlossen,[A 9] beispielsweise:

  • ◊UEBERSETZE, QUELLE=/BEGIN print(("Grüß Gott!", new line)) END◊/, SPRACHE=ALG68   ◊= Fremdstring gelb markiert

Für jede Tätigkeit sind nur bestimmte Spezifikationen möglich, für jede Spezifikation nur bestimmte Werte. Beispielsweise sind für die Spezifikation DATEI des KOPIERE-Kommandos nur die Angabe »−STD−« (das bedeutet: alle Dateien auf dem Quellträger) oder eine Liste von Dateibezeichnungen erlaubt; bei dessen Spezifikation PROTOKOLL kann entweder ein Protokoll verlangt (»P.=−STD−«) oder abbestellt (»P.=−«) werden. Der Entschlüssler prüft die Einhaltung dieser Regeln, meldet gegebenenfalls Syntaxfehler und reicht die Spezifikationswerte in einer einheitlichen, internen Form an das jeweils zu startende Programm weiter.

Die Menge der Tätigkeiten, Spezifikationen, möglichen Spezifikationswerte und Voreinstellungen ist nicht starr, sondern kann mit Wirkung für den aktuellen Auftrag modifiziert, eingeschränkt, erweitert, sowie mittels des Kommandos GEDAECHTNIS archiviert (und so anderen Aufträgen zugänglich gemacht) werden.[23]

Programmiersprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Schwerpunkt des TNS 440 liegt auf der Entwicklung von Anwendungsprogrammen durch die Benutzer. Das wichtigste Hilfsmittel dazu sind die Compiler für folgende Programmiersprachen:

  • TAS[7] (Telefunken-Assemblersprache, für maschinennahe Programmierung)
  • Algol 60 (hauptsächlich für mathematisch-naturwissenschaftliche Anwendungen)
  • FORTRAN IV (hauptsächlich für naturwissenschaftliche Anwendungen)
  • COBOL (hauptsächlich für Anwendungen in der Verwaltung)
  • RPG (für einfache Anwendungen in der Verwaltung)
  • BCPL (zur Systemprogrammierung)
  • ab 1976 auch PL/I[24][25] (als Nachfolger für Algol 60, FORTRAN und COBOL)

Diese Compiler fügen sich in einen gemeinsamen Rahmen: sie werden durch dasselbe Kommando aufgerufen, bieten ähnliche Testhilfen, und Programmteile aus unterschiedlichen Quellsprachen können (mit Einschränkungen) kombiniert werden.[26][7]

Eine Sonderstellung nehmen drei Programmiersprachen ein: sie werden nicht compiliert, sondern interpretiert:

  • BASIC (für einfache Programmieraufgaben)
  • FORTRAN kann wahlweise compiliert oder interpretiert werden
  • GPSS (Simulation von Warteschlangen-Netzwerk-Modellen)

Rechenzentren und Anwender haben weitere Programmiersprachen für das TNS 440 verfügbar gemacht, unter anderem:

Werkzeuge zur Programmentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Programmentwicklung und Fehlersuche wird durch statische (beim Compilieren) und dynamische Hilfen (beim Programmlauf) unterstützt; auch hier war das TNS 440 seiner Zeit weit voraus.[A 10] Die Testhilfen können beim Compilieren einzeln gefordert oder (außer den Syntaxfehlermeldungen) abbestellt und beim Programmlauf einzeln aktiviert oder abgeschaltet werden. Alle Meldungen von Testhilfen beziehen sich auf die Bezeichnungen und Zeilennummern des Quellprogramms in der Nomenklatur der jeweiligen Quellsprache.

Die statischen Testhilfen im Einzelnen:

  • alle Compiler liefern zeichengenau lokalisierte und verständliche Syntaxfehlermeldungen;
  • die Compiler liefern auch Warnungen vor Tippfehlern und ähnlichen Irrtümern, z. B. in FORTRAN eine Variable, die nur einmal im Programm vorkommt;
  • FORTRAN- und COBOL-Compiler melden, wenn TR440-spezifische Sprachmittel genutzt werden, die über die einschlägige Sprachnorm hinausgehen;
  • die sogenannte Referenzliste weist die Deklaration und Verwendung aller Bezeichner (z. B. Konstanten, Variablen, Prozeduren) im Quellprogramm nach, das ist besonders nützlich für Programmiersprachen mit impliziter Deklaration (z. B. FORTRAN), bei denen durch Tippfehler unbeabsichtigt Variable deklariert werden können, oder mit Blockstruktur (z. B. Algol), bei denen unterschiedliche Variable oder Prozeduren gleich benannt sein können;
  • die sogenannte Entzerrung[A 11] bringt Algol-60-Quellen in eine übersichtliche Form, die die Blockverschachtelung hervorhebt.

Die dynamischen Testhilfen im Einzelnen:[27][28]

  • die dynamischen Kontrollen prüfen Regelverstöße, die beim Compilieren nicht erkannt werden können, z. B. Zugriff auf nicht initialisierte Variable, Überschreitung von Indexgrenzen oder (in Pascal) von deklarierten Wertebereichen, inkompatible Parameterversorgung beim Prozedur-Aufruf;
  • der Trace protokolliert den Ablauf des Programms (Wertzuweisungen, Sprünge, Prozeduraufrufe und ‑abschlüsse, Fallunterscheidungen);
  • der Überwacher für TAS- und PS440-Programme protokolliert die ausgeführten Maschinen-Befehle und die daraus resultierenden Registerstände;
  • der Rückverfolger protokolliert bei Programmabbruch oder auf Anforderung die aktuelle Verschachtelung der Unterprogramm-Aufrufe, auch über Sprachgrenzen hinweg;
  • der Backtrace protokolliert bei Programmabbruch oder auf Anforderung die letzten 20 Trace-Schritte;
  • der quellsprachbezogene Dump protokolliert bei Programmabbruch oder auf Anforderung die aktuellen Werte aller oder einzelner Variablen, oder ändert auf Anforderung die Werte einzelner Variablen;
  • ein Kontrollereignis ist eine Stelle im Programm, bei deren Erreichen während des Programmlaufs die übrigen dynamischen Testhilfen einzeln aktiviert oder deaktiviert werden können.

Compiler mit präzisen Meldungen, Rückverfolger und quellsprachbezogenen Dump gab es schon am TR 4; neu am TR 440 waren die Dialog-orienierten Testhilfen wie Abfragen und Setzen einzelner Variabler, Backtrace und vor allem das Kontrollereignis mit seinen Steuerungsmöglichkeiten.

Weitere Software-Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mathematische Programm-Bibliothek[29] umfasst Numerik-, Statistik und Grafik-Unterprogramme für Algol-60- und FORTRAN-Programme (neben den Standardfunktionen dieser Sprachen). Im Einzelnen:

Das Datenbankmanagementsystem DBS 440[33][34] wird vorzugsweise von COBOL- und TAS-Programmen gesteuert. Folgende Datenbank-Anwendungen bauen darauf auf:

  • Dokumentationssystem TELDOK[35]
  • Produktionsplanungs- und -steuerungssystem PSS[35]'
  • Computerunterstützter Unterricht PLANIT[36]
  • Netzplan-Programmsystem BKN[37]
  • Personaldaten-Informationssystem PDI[38]

Mitwirkung der Benutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Anwendergruppe STARG trafen sich regelmäßig Vertreter der TR440-Rechenzentren und des Herstellers, um Erfahrungen mit dem TNS 440 und Wünsche zu dessen Weiterentwicklung auszutauschen.

Den Rechenzentren waren die Programmquellen von Betriebs- und Programmiersystem zugänglich, außerdem Dokumentation der internen Schnittstellen des Programmiersystems (Kapitel IV der Entwicklungsdokumente, kurz Status IV). Damit konnten sie wesentliche Beiträge zur Erweiterung und Ergänzung des Programmiersystems leisten. Einige Beispiele:

  • von der TU München die Definition der Programmiersprache PS440 samt Compiler (Trace von der Universität Stuttgart);
  • von der Ruhr-Universität Bochum der Algol-68-Compiler;
  • von der Universität Konstanz die Adaption des TORRIX-Pakets;[39]
  • von der Ruhr-Universität Bochum EDIERE, ein programmierbarer, zeilenorienierter Texteditor;
  • zur Version MV 19 (1978) des TNS 440 hat eine gemeinsame Arbeitsgruppe der STARG und des Herstellers das Hilfe-System überarbeitet: gemeinsam hat man dessen Funktionsweise neu konzipiert, der Hersteller hat das einschlägige Kommando INFORMIERE erweitert und die STARG hat die Gliederung der Information entworfen und die einzelnen Hilfe-Texte formuliert.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechnerkern, Hauptspeicher und Satellitenrechner waren in Schränken mit Türen aus Palisanderholz untergebracht. Am TR 4 war es noch Teakholz gewesen, was dem den Spitznamen Teakholz-Rechner 4 eingebracht hatte; trotz der anderen Holzfarbe wurde auch der TR 440 gelegentlich als Teakholz-Rechner apostrophiert. Nach der Verschrottung des Stuttgarter TR 440 hat ein Mitarbeiter einen derartigen Schrank zum Kleiderschrank für seine Privatgemächer umgebaut.

Das BS 3 war – trotz seines Namens – nicht das dritte Betriebssystem für den TR 440. Die Entwicklung des BS 1 wurde 1969 abgebrochen; das BS 2 wurde zwar angekündigt,[40] hat es aber nicht bis zur Marktreife geschafft. Am ersten ausgelieferten TR 440 in Darmstadt lief zunächst ein Betriebssystem, das zwei parallel laufende TR 4 mit jeweils eigener Peripherie emulierte; weil es einen provisorischen Betrieb des TR 440 ermöglichte, bekam es den Spitznamen Fallschirm-System. Als Testrahmen für die Compiler-Entwicklung diente das Wartungs-System WV 1, das eigentlich zum Test der Peripherigeräte vorgesehen war; auf dessen Grundlage wurde das BS 3 entwickelt. Gerechterweise müsste das BS 3 also BS 5 heißen.[41]

Einige gute Ideen zur Gestaltung des Programmiersystems sollen im Hörnle, dem schönsten Strandbad Deutschlands,[42] entstanden sein.

Die COBOL-Anweisung MOVE kopiert eine Folge von Bytes von einer beliebigen Stelle des Variablen-Bereichs an eine andere, beliebige Stelle. Mit dem ganzwortweise strukturierten Speicher des TR 440 ist das etwas umständlich zu realisieren; folglich wurde in einer integrierten Hardware-Software-Entwicklung der Maschinen-Befehl TOK (für Transportiere Oktaden) kreiert. Seither multipliziert die Software (in Gestalt des COBOL-Compilers oder des TAS-Assemblers) die Halbwort-Adressen mit 3, um Oktaden-Adressen zu berechnen, und die Hardware des RD 441 dividiert wieder durch 3, um den TOK-Befehl auszuführen …

Der Trommelspeicher des Stuttgarter TR 440 machte den Technikern so viel Kummer, dass sie ihm den Spitznamen Zigeunerbaron verpassten.

Nach der Verschrottung der Hamburger Maschine überlebte deren Konsole als „Kunst am Bau“ und ziert das Treppenhaus des Rechenzentrums.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eike Jessen, Dieter Michel, Heinz Voigt: AEG-Telefunken TR 440: Struktur und Technologie. In: Informatik – Forschung und Entwicklung. Band 22. Springer-Verlag, Oktober 2008, ISSN 0949-2925, S. 227–235, doi:10.1007/s00450-008-0047-3.
  • Hans-Jürgen Siegert: AEG-Telefunken TR 440: Software und Software-Entwicklung. In: Informatik – Forschung und Entwicklung. Band 22. Springer-Verlag, Oktober 2008, ISSN 0949-2925, S. 237–266, doi:10.1007/s00450-008-0046-4.
  • Hans-Joachim Albinus: Das Hardwaremuseum (XII): AEG-Telefunken TR440 – Ein deutscher Großrechner. In: Die Zeit. 8. November 1996, ISSN 0044-2070 (Scan [PDF; 179 kB; abgerufen am 31. Mai 2020]).
  • Gernot Gwehenberger: Anwendung einer binären Verweiskettenmethode beim Aufbau von Listen. In: Elektronische Rechenanlagen. Band 10, Nr. 5. Oldenbourg, 26. Juni 1968, ISSN 0013-5720, S. 223–226 (Scan [abgerufen am 13. Juli 2020] beschreibt eine Suchmethode und Datenstruktur, die für die Realisierung des TAS-Assemblers entwickelt wurde).
  • Eike Jessen, Dieter Michel, Heinz Voigt: Structure, Technology, and Development of the AEG-Telefunken TR 440 Computer. In: IEEE Annals of the History of Computing. Band 32, Nr. 3. IEEE, 22. September 2009, ISSN 1934-1547, S. 30–39, doi:10.1109/MAHC.2009.64 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ab 1971: Telefunken Computer GmbH, ab 1974 Computer Gesellschaft Konstanz
  2. Beim Auslesen einer Kernspeicherzelle wird deren Information gelöscht und muss daher wieder neu geschrieben werden; daher dauert der Lesezyklus länger als der Schreibzyklus. Beim TR 440 liest der Hardware-Befehl BL (Bringe und Lösche) eine Speicherzelle aus, ohne deren ursprünglichen Inhalt zurückzuschreiben, und der Hardware-Befehl BC (Bringe und Speichere) schreibt statt des ursprünglichen Inhalts einen neuen in die Speicherzelle zurück.
  3. Genauer: wenn das Markenbit im Speicher gesetzt ist, ist RM nach dem Transport gesetzt, andernfalls bleibt RM unverändert; RM wird also durch den Transport von Zahlenwerten gesetzt und nur durch den expliziten Befehl LA M gelöscht.
  4. Da die Art des Vergleichs von beiden Operanden abhängt, ist er nicht transitiv! Beispiel: wenn a = +1 & b = −1 & c = "1" (TK=3), dann meint der SG-Befehl, dass a > b & b > c & c > a. Der Programmierer muss also sicherstellen, dass nur Operanden mit gleicher Typenkennung verglichen werden.
  5. IBM-Bänder ab Dezember 1972, ISO-Bänder und Bandreihen ab Dezember 1974
  6. RAS-Dateien ab Juni 1974
  7. dabei vergibt das System die Satznummern in 1er-Schritten
  8. Je nach Eingabegerät und ‑code wird das Fluchtsymbol als Kissen »⯏«, Raute »◊«, Dollar‑ »$« oder Nummerzeichen »#« eingegeben; der jeweilige Vermittler bügelt diesen nebensächlichen Unterschied aus.
  9. »◊/« kann am Ende eines Kommandos weggelassen werden.
  10. Der PL/I-Compiler wurde vom Multics-System des MIT übernommen und unterstützt folglich – im Gegensatz zu den in Konstanz entwickelten Compilern – weder quellsprachbezogenen Dump noch dynamische Testhilfen.
  11. etwas überraschend mit dem Kommando »◊KOMPRIMIERE, MODUS=EN« aufzurufen
  12. sogenannte Triplex-Zahlen, da außer unterer und oberer Schranke auch das Ergebnis der normalen Gleitkomma-Arithmetik mitgeführt wird

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elke Jessen, Dieter Michel, Hans-Juergen Siegert und Heinz Voigt: The AEG-Telefunken TR 440 Computer: Company and Large-Scale Computer Strategy. In: IEEE Annals of the History of Computing. Band 32, 2010, S. 20–29, 20, doi:10.1109/MAHC.2009.65: At its start, the TR 440 was the fastest computer ever designed in Europe, with system software features far ahead of its competitors.
  2. TR 440 Daten. Ausgabe Mai 1970. AEG Telefunken, Konstanz Mai 1970 (Scan [PDF; 410 kB; abgerufen am 1. Juli 2020]).
  3. a b Friedrich von Sydow: Der zentrale Rechner des TR 440. In: Beihefte der technischen Mitteilungen AEG Telefunken. 3. Jahrgang, Heft 3, 1970, S. 104–109 (Scan [PDF; 8,2 MB; abgerufen am 31. Mai 2020]).
  4. a b TR 440 – Eigenschaften des RD 441 in der Sicht der Systemprogrammierung. AEG Telefunken, Fachbereich Informationstechnik, Konstanz März 1970 (Scan [PDF; 2,8 MB; abgerufen am 2. Juli 2020]).
  5. a b TR 440 – Befehls-Lexikon. AEG Telefunken, Konstanz (Scan [PDF; 5,3 MB; abgerufen am 14. Juli 2020]).
  6. a b Buneß, Dr. Höhenwarter, Pfrang, Sievers: Wirkung der TR440-Befehle – Der leere Rechner. Vorläufige Beschreibung. 3. Auflage. AEG Telefunken, Konstanz 29. Juli 1968 (Scan [PDF; 13,8 MB; abgerufen am 8. Juli 2020]).
  7. a b c d TR 440 – TAS-Handbuch – Telefunken-Assemblersprache. 19. Auflage. Telefunken Comuter GmbH, Konstanz Juni 1972 (Scan [PDF; 29,5 MB; abgerufen am 8. Juli 2020] ; Seite N2-4 fehlt).
  8. a b Gunter Stadie: Adressierung im RD 441. In: Beihefte der technischen Mitteilungen AEG Telefunken. 3. Jahrgang, Heft 3, 1970, S. 109–111 (Scan [PDF; 8,2 MB; abgerufen am 31. Mai 2020]).
  9. a b Manfred Evers & Werner Hoheisel: Das Satellitensystem des Telefunken-Rechnersystems TR 440. In: Datenverarbeitung – Beihefte der technischen Mitteilungen AEG Telefunken. 3. Jahrgang, Heft 3, 1970, S. 122–124 (Scan [PDF; 8,2 MB; abgerufen am 31. Mai 2020]).
  10. a b Digitalrechner RD 186 als Satellitenrechner des RD 441. Telefunken Computer, Konstanz Juli 1973 (Scan [PDF; 249 kB; abgerufen am 8. Juli 2020]).
  11. a b c d Sichtgeräte SIG 100, SIG 50; Fernschreiber FSR 105; Datenstation DAS 3200. Telefunken Comuter GmbH, Konstanz März 1972 (Scan [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 13. Juli 2020]).
  12. Ralf Bülow: Auf den Spuren der deutschen Computermaus. In: heise online. 28. April 2009, abgerufen am 10. Juli 2020.
  13. a b Trommelspeicher TSP 500. Informationsblatt. AEG-Telefunken, Konstanz April 1969 (Scan [PDF; 829 kB; abgerufen am 13. Juli 2020]).
  14. a b Plattenspeicher PSP 600. Informationsblatt. AEG-Telefunken, Konstanz Januar 1969 (Scan [PDF; 873 kB; abgerufen am 13. Juli 2020]).
  15. a b Magnetband-Digitalspeicher MDS 252. Telefunken Computer, Konstanz März 1972 (Scan [PDF; 1,1 MB; abgerufen am 14. Juli 2020]).
  16. a b Lochkartenleser LKL 720. Informationsblatt. AEG-Telefunken, Konstanz März 1969 (Scan [PDF; 606 kB; abgerufen am 13. Juli 2020]).
  17. a b Jürgen Piper, Herbert Meißner, Franz Stetter & Michael Heinz: Das Teilnehmer-Betriebssystem BS 3. In: Beihefte der technischen Mitteilungen AEG Telefunken. 3. Jahrgang, Heft 3, 1970, S. 115–122 (Scan [PDF; 8,2 MB; abgerufen am 31. Mai 2020]).
  18. a b Kommando-Taschenbuch – System TR440. Stand: MV 19. Computer-Gesellschaft Konstanz mbH, Konstanz August 1978.
  19. Otto Stolz: Striving for Source Code Integrity. In: Proceedings SHARE Europe Spring Meeting. Lausanne, Switzerland. SHARE Europe (SEAS), April 1991, ISSN 0255-6464 (englisch).
  20. Otto Stolz: Pifalls in Converting Source Programs in EBCDIC, ISO and PC Codes—Enhancing Character Data Representation Architecture. In: Proceedings of SHARE 77. SHARE Inc., Chicago August 1991, S. 63–76 (englisch).
  21. System TR440 – Systemdienste. Ausgabe 0175-VS43/Ni. 9. Auflage. Computer-Gesellschaft Konstanz mbH, Konstanz Januar 1975 (Scan [PDF; 7,0 MB; abgerufen am 25. Juni 2020] ; die Beschreibungen von SSR 1 4 und SSR 1 8 sind vertauscht).
  22. a b Enno Schmidt, Norbert Linn, Andreas Schwald, Hanno Kreiner: Zum Programmiersystem des Telefunken-Rechnersystems TR 440. In: Beihefte der technischen Mitteilungen AEG Telefunken. 3. Jahrgang, Heft 3, 1970, S. 124–131 (Scan [PDF; 8,2 MB; abgerufen am 31. Mai 2020]).
  23. a b c d Kommandosprache. 10. Auflage. Computer Gesellschaft Konstanz mbH, Konstanz November 1975 (Scan [PDF; 67,7 MB; abgerufen am 8. Juli 2020]).
  24. PL1-Compiler für TR 440. Computerwoche, 9. Januar 1976, abgerufen am 12. Juli 2020.
  25. Tom Van Vleck: Telefunken TR440. The Multicians web site, 8. November 1994, abgerufen am 12. Juli 2020 (englisch).
  26. a b Andreas Schwald: Zusammenschluss von Prozeduren verschiedener Sprachen. In: Beihefte der technischen Mitteilungen AEG Telefunken. 3. Jahrgang, Heft 3, 1970, S. 128 (Scan [PDF; 8,2 MB; abgerufen am 31. Mai 2020]).
  27. a b Dialogbetrieb, Testhilfen. Telefunken Computer GmbH, Konstanz März 1972 (Scan [PDF; 385 kB; abgerufen am 8. Juli 2020]).
  28. a b TR 440 Time-Sharing Computing System – Introduction. AEG-Telefunken, Konstanz März 1971 (englisch, 33 S., Scan [abgerufen am 23. Juni 2020] Enthält ein ausführliches Beispiel für die Anwendung der Programmentwicklungs-Werkzeuge im Dialog): “The brief description is to familiarize the reader with the most important characteristics of the computing system and to give him a general survey of the programs connected with the Time-Sharing Computing System”
  29. a b Heinz Kääb: Die mathematische Programmbibliothek des TR 440. In: Beihefte der technischen Mitteilungen AEG Telefunken. 3. Jahrgang, Heft 3, 1970, S. 136 (Scan [PDF; 8,2 MB; abgerufen am 31. Mai 2020]).
  30. a b Mathematische Statistik. Telefunken Computer GmbH, Konstanz Oktober 1972 (Scan [PDF; 257 kB; abgerufen am 8. Juli 2020]).
  31. a b Grafik-Software. Telefunken Computer GmbH, Konstanz März 1973 (Scan [PDF; 269 kB; abgerufen am 8. Juli 2020]).
  32. Basic Software. In: CalComp Software Reference Manual. California Computer Products Inc., Anaheim, CA Oktober 1976, Kap. 3 (englisch, Scan [PDF; 6,8 MB; abgerufen am 14. Juli 2020]).
  33. a b Datenbanksystem DBS 440 – Anwendung in der öffentlichen Verwaltung. Telefunken Computer GmbH, Konstanz Februar 1972 (Scan [PDF; 478 kB; abgerufen am 9. Juli 2020]).
  34. a b DBS – Benutzerbeschreibung. 2. Auflage. Telefunken Computer, Konstanz Februar 1973 (Scan [PDF; 9,5 MB; abgerufen am 8. Juli 2020]).
  35. a b c Hannspeter Voltz: Anwendungssysteme für den TR 440. In: Beihefte der technischen Mitteilungen AEG Telefunken. 3. Jahrgang, Heft 3, 1970, S. 136–140 (Scan [PDF; 8,2 MB; abgerufen am 31. Mai 2020]).
  36. a b PLANIT – Computerunterstützter Unterricht im Teilnehmer-Rechensystem. Telefunken Computer GmbH, Konstanz März 1973 (Scan [PDF; 284 kB; abgerufen am 8. Juli 2020]).
  37. a b BKN – Netzplanprogrammsystem. Telefunken Computer GmbH, Konstanz März 1973 (Scan [PDF; 537 kB; abgerufen am 8. Juli 2020]).
  38. a b PDI – Personaldaten-Informationssystem. Telefunken Computer GmbH, Konstanz März 1973 (Scan [PDF; 223 kB; abgerufen am 8. Juli 2020]).
  39. Sietse G. van der Meulen, Marinus Veldhorst: Torrix : a programming system for operations on vectors and matrices over arbitrary fields and of variable size. Vol. 1 (= Mathematical Centre tracts. Nr. 86). Mathematisch Centrum, Amsterdam 1978, ISBN 90-6196-152-1 (englisch).
  40. a b Günter Stiege: Zum Betriebssystem BS 2 (= Beihefte der Technischen Mitteilungen AEG-Telefunken. Nr. 3). AEG Telefunken, Konstanz 1970, S. 112–115 (Scan [PDF]).
  41. Gerd R. Sapper: Telefunken Betriebssysteme für TR4, TR440. DARC, Ortsverband Lüneburg-Ilmenau, 18. Juni 2007, abgerufen am 28. Juli 2020.
  42. Jürgen Klöckler: Deutschlands schönstes Strandbad wird 100. In: Südkurier. Band 76, Nr. 180, 6. August 2020, ZDB-ID 1411183-4, S. K-17 (suedkurier.de [abgerufen am 6. August 2020]): „Das Freibad Horn ist das schönste Strandbad Deutschlands“
  43. Friedrich von Sydow: Die TR-440-Staffel. In: Beihefte der technischen Mitteilungen AEG Telefunken. 3. Jahrgang, Heft 3, 1970, S. 101–104 (Scan [PDF; 8,2 MB; abgerufen am 31. Mai 2020]).
  44. Gunter Stadie: Der TR 440 mit zwei Rechnerkernen und Massenkernspeicher. In: Beihefte der technischen Mitteilungen AEG Telefunken. 3. Jahrgang, Heft 3, 1970, S. 132–133 (Scan [PDF; 8,2 MB; abgerufen am 31. Mai 2020]).
  45. Anlagenkonfiguration eines Teilnehmer-Rechensystems TR 440. In: Beihefte der technischen Mitteilungen AEG Telefunken. 3. Jahrgang, Heft 3, 1970, S. 135 (Scan [PDF; 8,2 MB; abgerufen am 31. Mai 2020]).