TSOL

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TSOL
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hardcore Punk, Anarcho-Punk, Horrorpunk, Death Rock, Hair Metal
Gründung 1979
Gründungsmitglieder
Jack Grisham (bis 1983, ab 1999)
Ron Emory (bis 1987, ab 1999)
Todd Barnes (bis 1982)
Mike Roche (bis 1990, ab 1999)
Weitere Mitglieder
Gesang
Joe Wood (1983–1990)
Schlagzeug
Jay O'Brien (ab 1999)
Schlagzeug
Todd Scrivener (1982)
Greg Kuehn (1982 und 2003)

TSOL (gelegentlich auch T.S.O.L. geschrieben) ist eine kalifornische Hardcore-Punkband, die (mit Unterbrechung) von 1979 bis heute besteht. Der Bandname steht als Abkürzung für True Sounds of Liberty; die Band entstammt derselben Szene wie unter anderem Bad Religion, die Circle Jerks und die Adolescents.[1] TSOL durchliefen einige deutliche Stiländerungen, wofür auch die vielen Besetzungswechsel verantwortlich gemacht werden. Einzelne Veröffentlichungen werden den Stilen Heavy Metal, Art-Punk und Gothic Punk zugeordnet. Bands wie Good Riddance,[2] Tiger Army[3] und Blitzkid[4] nennen TSOL als Einfluss.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die späteren Gründungsmitglieder von TSOL lebten in den späten 1970er Jahren in Huntington Beach und waren als Teenager in verschiedenen Bands aktiv, darunter SS Cult und Johnny Coat Hanger and the Abortions. 1979 wurde die Gruppe Vicious Circle gegründet, in der Sänger Jack Grisham, Schlagzeuger Todd Barnes, Gitarrist Steve Houston und Bassist Laddy Terrell spielten.[5] Nachdem es bei Auftritten dieser Band wiederholt zu Gewaltausbrüchen gekommen war und Grisham sich im Zuge einer Eskalation nach Alaska abgesetzt hatte, war Vicious Circle am Ende.[5][6]

TSOL[Bearbeiten]

Zusammen mit dem zurückgekehrten Grisham (der auch die Pseudonyme Jack Delauge, Alex Morgan und Jack Greggors verwendete) formten Gitarrist Ron Emory, Bassist Mike Roche und Schlagzeuger Todd Barnes TSOL. Zunächst spielte die Band Konzerte in der Region, oft zusammen mit befreundeten Gruppen aus der Gegend, aber auch mit The Damned aus England und den Dead Kennedys aus San Francisco. Aufmerksamkeit erregten die Auftritte unter anderem durch die Gesichtsbemalung der Musiker. Das Songmaterial, das die Band in dieser Zeit schrieb, fand sich auf der ersten, selbstbetitelten EP sowie auf dem 1981 erschienenen Debütalbum Dance With Me, das von Thom Wilson (späterer Produzent für u. a. D.O.A. und The Offspring) produziert wurde. Bereits zwischen diesen beiden Werken wird der Gruppe ein erster Stilwechsel attestiert, da sie sich von politischen Inhalten entfernte und durch Themenwahl und Sound näher an die Misfits rückte.[7] Die nächste Veröffentlichung Weathered Statues erschien bei Jello Biafras Label Alternative Tentacles. 1982 erschien mit Beneath The Shadows (ebenfalls von Wilson produziert) das erste Album mit Keyboarder Greg Kuehn. Todd Scrievener ersetzte hier Barnes am Schlagzeug.

1983 stieg Jack Grisham aus der Band aus und wurde durch seinen Schwager Joe Wood ersetzt. Mit Kuehn und Wood wandelte sich der Stil von TSOL weiter in Richtung Gothic Punk und Glam Rock, was dazu führte dass die folgenden Alben mit Werken von The Cult, AC/DC und Guns N' Roses verglichen wurden.[8] Mit letzteren gingen TSOL ebenso wie mit den Red Hot Chili Peppers auf Tour; Emory verließ die Gruppe, womit mit Mike Roche nur noch ein Gründungsmitglied übrig blieb. Allerdings verließ auch Roche die Band 1990.

Die ursprünglichen Mitglieder hatten zwischenzeitlich TSOL in der Gründungsbesetzung wiederbelebt, was zu Konflikten mit Wood und dem Schlagzeuger Mitch Dean führte, die mittlerweile die Rechte an dem Namen innehatten. 1991 erschien deshalb ein Livealbum der Ursprungsbesetzung unter dem Namen der Bandmitglieder. Während die "Original"-TSOL-Mitglieder von Drogenproblemen an einer Fortsetzung ihrer Karriere gehindert wurden, verloren Wood und seine Musiker ihren Plattenvertrag.

1999 kam es zu einem Comeback, als die Ursprungsformation die Rechte am Namen zurückgewann und TSOL die Warped Tour spielten. Todd Barnes war allerdings in diesem Jahr an einem Hirn-Aneurysma gestorben, ihn ersetzte Jay O'Brien. 2001 und 2003 erschienen neue Alben auf Nitro Records, außerdem wurde erstmals in Europa getourt, wobei neben Headlinerkonzerten auch Auftritte im Rahmen der Deconstruction-Tour stattfanden. 2006 entschloss sich die Band zu pausieren, da Rouche und Emory Kalifornien verlassen hatten. 2007 fanden jedoch bereits wieder Konzerte innerhalb der USA statt. Im Januar 2009 veröffentlichte die Band ein kostenlos im Internet herunterladbares Album, das von David Bianco produziert worden war.[9]

Außerhalb von TSOL[Bearbeiten]

Jack Grisham sang kurz nach seinem Ausstieg zunächst bei Cathedral of Tears, die allerdings nur eine EP veröffentlichten. Darauf folgten drei Alben mit Tender Fury [10] bevor er dann ab 1995 in der Gruppe The Joykiller sang, in der auch Ron Emory aktiv war. Die Gruppe veröffentlichte drei Alben auf Epitaph Records. Todd Barnes spielte einige Zeit bei den Vandals. Greg Kuehn spielte neben Beneath The Shadows (1982) und Divided We Stand aus dem Jahr 2003 auch auf Alben von unter anderem Berlin (Count Three and Pray, 1986) und The Church (Starfish, 1988).

2003 trat Grisham in Kalifornien bei der Wahl zum Nachfolger von Gouverneur Gray Davis an, unterlag mit 2200 Stimmen als 37. von 159 Kandidaten allerdings Arnold Schwarzenegger.[11]. Im Wahlkampf hatte er angegeben, der Grund für seine Kandidatur sei, dass er sich keine Krankenversicherung leisten könne [12].

2011 veröffentlichte Grisham das Buch An American Demon: A Memoir.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 1981: Dance With Me
  • 1982: Weathered Statues (Alternative Tentacles)
  • 1982: Beneath The Shadows
  • 1984: Change Today? (Enigma Records)
  • 1986: Revenge (Enigma Records)
  • 1987: Hit and Run (Enigma Records, US-Charts #184)
  • 1990: Strange Love
  • 2001: Disappear (Nitro Records)
  • 2003: Divided We Stand (Nitro Records)
  • 2009: Life, Liberty & The Pursuit Of Free Downloads

Compilations und Livealben[Bearbeiten]

  • 1988: Thoughts of Yesterday 1981-1982
  • 1991: Live 91
  • 1992: Hell & Back Together: 1984-1990
  • 2005: Who's Screwin' Who?
  • 2007: Live From Long Beach

DVD[Bearbeiten]

  • 2002: Live at O.C.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jens Becker: "JEDE PLATTE IST DAS SELBE IN ANDERS" - Jay Bentley von Bad Religion im Interview in der Live Music Hall in Köln (18. August 2005), getaddicted.org, (aufgerufen am 8. September 2011): „[...] bei jeder Show waren die gleichen 300 Leute. Nur standen mal die, mal andere auf der Bühne [...] Das waren damals die Circle Jerks, Adolescents, TSOL, und wir waren alle irgendwie befreundet.“
  2. purerock.de interviews: GOOD RIDDANCE (vom 26. September 2001, aufgerufen am 4. Februar 2008): „Wer hat euch früher beeinflusst? - Bands aus unserer Heimat, Kalifornien: Black Flag, TSOL, Adolescence, D.I. [...]“
  3. 4p-fanzine.de, Interview vom 23. Januar 2001; Geoff Kresge über eine gemeinsame Tour mit TSOL: „Es war ein grossartiges Erlebnis mit einer Band auf Tour zu sein, zu der Nick und ich lange Zeit aufgeblickt haben“ (aufgerufen am 4. Februar 2008)
  4. discover.de, Interview mit Blitzkid aus dem April 2004; Antwort auf die Frage „Was versteht ihr unter Horror-Punk und welche musikalischen Einflüsse gibt es für euch?“: „[...]Musikalisch stehe ich unter anderem auf Bad Relig[i]on, TSOL, The Clash, Minor Threat, Sisters of Mercy, The Smiths, Ramones oder Social Distortion.“ (aufgerufen am 4. Februar 2008)
  5. a b Vickie Chang: Jack Grisham of T.S.O.L.: Bedeviled, OC Weekly, 28. April 2011
  6. Steve Olson: INTERVIEW WITH JACK GRISHAM, Juice #66, aufgerufen am 8. September 2011
  7. Adam Bregman im Review zu Dance With Me, All Music Guide: „[...] T.S.O.L. [...] briefly flirted with pseudo radical politics [...]. But that phase of the band didn't last long, as they cast away the politics in favor of horror-movie-inspired, gothy, Misfits-style shtick on their first full-length [...]“ (aufgerufen am 4. Februar 2008)
  8. beispielsweise von Victor W. Valdivia in seinem Review zu Hit and Run für den All Music Guide (aufgerufen am 4. Februar 2008)
  9. Meldung auf visions.de, aufgerufen am 10. Januar 2009
  10. Mark Prindle: Jack Grisham - 2007, Interview, aufgerufen am 8. September 2011
  11. Statewide Special Election, Wahlresultate 2003, aufgerufen am 8. September 2011
  12. News vom 30. Juli 2003 auf mtv.com: "I can't afford heath insurance, so I figure if I'm governor, at least they have a good health insurance plan," Grisham joked. (aufgerufen am 4. Februar 2008)