Tałty (Mikołajki)

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Tałty
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Tałty (Polen)
Tałty
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Mrągowo
Gmina: Mikołajki
Geographische Lage: 53° 51′ N, 21° 34′ OKoordinaten: 53° 50′ 37″ N, 21° 33′ 42″ O
Einwohner: 396 (2011)
Postleitzahl: 11-730[1]
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NMR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Mikołajki/DK 16Ławki
Lelek/DW642 → Tałty
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig



Tałty (deutsch Talten) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Mikołajki (deutsch Nikolaiken) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).

Blick a. d. Jezioro Tałty (Talter Gewässer) bei Tałty

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tałty liegt in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren am Ostufer des Talter Gewässers (polnisch Jezioro Tałty) und südlich des Kleinen Talter Sees (Jezioro Tałtowisko), die der Kanał Tałcki (Talter Kanal) miteinander verbindet. Südöstlich des Dorfes erstreckt sich das Moor- und Sumpfgebiet des Tałckie Bagno (Talter Bruch). Die Kreisstadt Mrągowo (deutsch Sensburg) liegt 17 Kilometer in westlicher Richtung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das damals Talten genannte masurische Dorf wurde 1512 gegründet[2]. Zwischen 1874 und 1945 war das Dorf Teil des Amtsbezirks Wosnitzen[3] (polnisch Woźnice), der – 1938 in „Amtsbezirk Julienhöfen“ umbenannt – zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Talten gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Talten stimmten 400 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[4]

Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überstellt wurde, war auch Talten davon betroffen und erhielt die polnische Namensform „Tałty“. Heute ist das Dorf Sitz eines Schulzenamtes (polnisch Sołectwo) und als solches eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Mikołajki (Nikolaiken) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Anzahl
1818 357[5]
1839 451
1867 636
1885 655
1898 665
1905 543
1910 603
1933 532
1939 527
2011 396[6]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945 war Talten in die evangelische Pfarrkirche Nikolaiken[7] in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union, außerdem in die katholische Kirche St. Adalbert in Sensburg[5] im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute sind die evangelischen Einwohner Tałtys in die Pfarrkirche Mikołajki eingegliedert, die der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet ist. Katholischerseits ist Tałty jetzt ein eigener Kirchort, der der St.-Nikolaus-Pfarrei in Mikołajki (polnisch Parafia św. Mikołaja w Mikołajki) im Bistum Ełk in der polnischen katholischen Kirche untersteht.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tałty liegt straßenverkehrstechnisch günstig und ist sowohl von der polnischen Landesstraße 16 (einstige deutsche Reichsstraße 127) bei Mikolajki als auch von der Woiwodschaftsstraße 642 bei Lelek (Julienthal) direkt zu erreichen. Eine Anbindung an das Schienennetz besteht nicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 1278
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Talten
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Wosnitzen/Julienhöfen
  4. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 116
  5. a b Talten bei GenWiki
  6. Wieś Tałty w liczbach
  7. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 501