Tabellen zur Geschichte des Aderlasses

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In den folgenden Tabellen werden Theorie und Praxis der Aderlasstherapie anhand von Personen und ihren Schriften in chronologischer Reihenfolge dargestellt.

Aderlass. England, 14. Jahrhundert. Miniatur aus dem Luttrell-Psalter.[1]

Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
Ägypten Auf Grund der zur Verfügung stehenden Quellen scheint es, dass der Aderlass im alten Ägypten weder im Rahmen der ursprünglich magischen Medizin noch von den diese ablösenden Priestern und Ärzten vorgenommen wurde. Ein Aderlass beim Menschen wird weder im Papyrus Ebers noch im Papyrus Smith noch in den Medizinischen Papyri aus Lahun erwähnt.[2]
Bibel In der Bibel wird der Aderlass nicht erwähnt und auch bei den alten Hebräern war er unbekannt. Letzteres ist auf die Lehre zurückzuführen, nach der das Blut der Sitz der Seele ist (Lev. III, 17) und nach der jener mit dem Tode bestraft wird, der „das Blut des Menschen vergießt“. Das Blut darf nur vergossen werden, wenn es dem Herrn geweiht wird, wie dies bei den Tieropfern und bei der Beschneidung der Fall ist.[3]
Corpus Hippocraticum

(5. Jh. vor Chr. bis 2. Jh. nach Chr.)

In der Schrift Über die Diät bei akuten Krankheiten im Corpus Hippocraticum wird der „derivativ“ auszuführende Aderlass an mehreren Stellen erwähnt und bei verschiedenen Krankheiten empfohlen. Über die an der Lunge und am Brustfell auftretenden Krankheitszeichen heißt es z. B.:
„Wenn sich der Schmerz nach oben zu gegen das Schlüsselbein erstreckt oder um die Brustwarze oder am Arm auftritt, so muss man die innere Ader am Arm auf der Seite, auf der es eben ist, eröffnen. Man entziehe Blut der Körperverfassung, der Jahreszeit, dem Alter und der Farbe entsprechend, und zwar mehr und getrost, wenn der Schmerz heftig ist, man treibe es bis zur Ohnmacht, dann gebe man ein Klistier. Wenn der Schmerz dagegen unterhalb des Brustkorbes auftritt und eine starke Spannung vorhanden ist, so führe man bei dem an Brustfellentzündung Erkrankten nach unten ab.“[4]

In derselben Schrift finden sich noch eine Anzahl weiterer Indikationen zur Vornahme des Aderlasses: entzündliche Anschwellungen der Oberbauchgegend, Anspannung des Zwerchfells, Atemnot, heftige Leberschmerzen … Das Verfahren wurde in der Abhandlung Über die Diät bei akuten Krankheiten immer als „derivativ“ beschrieben. Das heißt, es sollte in der Nähe der erkrankten Region durch Aderlass eine große Blutmenge entzogen werden.

Im Corpus Hippocraticum wurde lediglich in der Schrift Über die Natur des Menschen ein „revulsiv“ wirkendes Verfahren angegeben. Diese Abhandlung wurde Polybos (um 400 v. Chr.), dem Schwiegersohn des Hippokrates zugeschrieben. Zur Behandlung von Schmerzen in der Lende und in den Hoden wurde darin der Aderlass in der Kniekehle und unter den Innenknöcheln empfohlen.[5]


Aderlass. Abbildung auf einer griechischen Vase
Ärzteschule der Empiriker

(ca. 250 vor Chr. begründet)

Die Empiriker standen dem Aderlass im Allgemeinen positiv gegenüber. Sie schränkten ihn aber ein und verwendeten stattdessen mehr Klistiere und Purgativa. Diokles von Karystos (4. oder 3. Jh. vor Chr.) gehörte zur Schule der Empiriker und empfahl den „derivativ“ auszuführenden Aderlass vor allem bei Pleuritis und bei Pneumonie. Herakleides von Tarent (um 75 vor Chr.) und Menodotos von Nikomedeia (um 100 vor Chr.) gehörten beide der Schule der Empiriker an und standen dem Aderlass im Allgemeinen positiv gegenüber. Gegner des Aderlasses und Empiriker war Chrysippos von Knidos (um 365 vor Chr.). Er empfahl stattdessen Umschläge und Bandagen.
Alexandrinische Ärzteschule

(300 vor Chr. bis 600 nach Chr.)

Erasistratos (um 305 vor Chr. bis um 250 vor Chr.) war zusammen mit Herophilos (4. bis 3. Jh. vor Chr.) Haupt-Vertreter der alexandrinischen Ärzteschule. Erasistratos war ein erklärter Aderlassgegner. Herophilosos dagegen war kein Aderlassgegner.[6][7]
  • Galen. De venae sectione adversus Erasistratum liber. Ausgabe Carl Gottlob Kühn, Bd. XI, Leipzig 1826, S. 147–378[8]
Ärzteschule der Methodiker

(2. Jh. bis 1. Jh. vor Chr.)

Die Methodiker praktizierten den Aderlass „revulsiv“ in Bezug auf die örtliche Wahl der Aderlasstelle, „derivativ“ in Bezug auf die gelassenen Blutmengen. Themison von Laodikeia (2. bis 1. Jh. vor Chr.), ein Schüler des Asklepiades, wählte für den Eingriff zwar vom Krankheitsort weit entfernte Orte („Revulsion“), entzog andererseits aber große Blutmengen bis zum Eintreten der Ohnmacht („Derivation“). Soranos von Ephesos (1. Jh. vor Chr.) war der einzige Methodiker, der eine gewisse Zurückhaltung bei der Aderlassanwendung zeigte.
Aulus Cornelius Celsus

(1. Jh. vor Chr. bis 1. Jh. nach Chr.)

In der Tradition der alexandrinischen Ärzteschule verfasste Celsus seine Enzyklopädie De Medicina, in deren Buch II er dem Aderlass ein besonderes Kapitel widmete. Dabei grenzte er sich von der überbordenden Aderlass-Praxis der Methodiker ab. Bei der Festlegung der Aderlass-Indikationen forderte er eine flexible Beurteilung nach dem Alter und nach dem Kräftezustand der erkrankten Person. Wenn danach ein Übermaß an Säften vorhanden sei, mit rotem Körper und prall gefüllten Adern, oder wenn die Säfte selbst verdorben seien, so würden heftiges Fieber, Krankheiten der Eingeweide, Lähmungen, Starrkrampf, klonische Krämpfe, alle heftigen Atmungsbeschwerden, der plötzliche Verlust der Stimme und alle akuten Krankheiten die Blutentziehung fordern.

Für den Fall, dass die Krankheit den Aderlass fordere, der allgemeine Kräftezustand dem aber entgegenstehe, wie zum Beispiel bei einem akuten Schlaganfall und vermindertem Kräftezustand, sei es die Pflicht des guten Arztes, die mit dem Eingriff verbundene Gefahr offenzulegen, aber auch mitzuteilen, dass ohne Aderlass keine Hoffnung vorhanden sei. „Dann sei es besser, ein zweifelhaftes Mittel anzuwenden, als gar keines“ („Satius est enim anceps auxilium experiri quam nullam“)

In der Regel sollte der Aderlass auf zwei Tage verteilt werden. Bei allgemeinen Krankheiten lasse man am Arm zur Ader, bei Lokalleiden am leidenden Teil. Celsus warnte vor der Gefahr einer Verletzung der Arterien und der „Nerven“ (lateinisch nervi: Nerven, auch Sehnen) beim Aderlass. Er gab auch Hinweise zur Beurteilung des gelassenen Blutes und zur Versorgung der durch den Aderlass entstanden Wunde.[9][10][11]

  • Aulus Cornelius Celsus. Aur. Corn. Celsi De Medicina : Libri Octo ; Cum Notis Integris Joannis Caesarii, Roberti Constantini, Josephi Scaligeri, Isaaci Casauboni, Joannis Baptistae Morgagni. Ac locis Parallelis ; Cura & Studio Th. J. ab Almeloveen, … Accedunt J. Rhodii vita C. Celsi, Variae Lectiones ex tribus antiquis editionibus, itemque Loci aliquot Hippocratis Et Celsi Ab Henrico Stephano parallelōs concinnati. Thurneisen, Basel 1748[12] Darin: Celsi Medicina. Buch II, Kapitel 10, S. 77–82 De sanguinis detractione per venas[13]
    • Eduard Scheller (Übers.). Aulus Cornelius Celsus. Über die Arzneiwissenschaft in acht Büchern. Nach der Textausgabe von Charles Victor Daremberg. 2. Aufl. Vieweg, Braunschweig 1906. Darin: Buch II, Kapitel 10, S. 81–86 : Vom Aderlassen[14]
Galen

(1. bis 2. Jh. nach Chr.)

Galen gilt als der Begründer der Lehre von der Fülle (plenitudo), auf der er ein ganzes medizinisches System aufbaute, das die „ausleerende Therapie“ und darunter auch den Aderlass zur wichtigsten Heilmethode werden ließ. Klar wurden jedoch auch die Richtlinien für diesen Eingriff angegeben: Sie wurden bestimmt vom Charakter der Krankheit, dem Kräftezustand und dem Alter des Patienten ebenso wie von einer eventuellen Schwangerschaft. Der Eingriff durfte nicht vorgenommen werden bei Kleinkindern sowie bei alten und schwächlichen Patienten. Ungleich Hippokrates verschrieb Galen den Eingriff in der Regel „revulsiv“ an einer vom Herd des Übels weit entfernten Stelle. Bei Pleuritis und Pneumonie habe der Eingriff keinen oder doch nur einen geringen Nutzen, wenn er „derivativ“ am Arm der kranken Körperhälfte ausgeführt werde.[15][16] Leonhard Fuchs (Hrsg. und Kommentar).
  • Claudij Galeni Pergameni Medici Praestantissimi. De curatione per sanguis missionem, libellus. Johann und Franciscus Frellonius, Lyon 1546[17]
  • Claudij Galeni Pergameni, Medicorum facile Principis, aliquot opera. Birckmann & DuPuis, Paris 1550
    • S. 254v-290r: Claudii Galeni Pergameni, de Ratione curandi per sanguinis missionem. Leonharto Fuchsio Medico interprete.[18]
    • S. 290r-293r: Claudii Galeni pergameni, de hirudinibus, revulsione, cucurbitulae et Scarificatione Libellus. Leonharto Fuchsio Medico interprete.[19]

Karl Gottlob Kühn (Hrsg.)

  • Claudii Galeni Opera Omnia. Leipzig 1821, Band XI
    • S. 147–186 : Galeni de venae sectione adversus Erasistratum liber.[20]
    • S. 187–249: Galeni de venae sectione adversus Erasistrateos Romae Degentes.[21]
    • S. 250–316: Galeni de curandi ratione per venae sectionem.[22]
    • S. 317–322: Galeni de hirudinibus, revulsione, cucurbitula, incisione et scarificatione.[23]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arabisches Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der von griechischen und byzantinischen Quellen geprägten persisch-arabisch-islamischen Medizin des Mittelalters (7. bis 13. Jh.) wurde der Aderlass überwiegend als „revulsiv“ wirkendes Verfahren verstanden und praktiziert. Der Eingriff wurde an einem vom Krankheitsherd entfernten Ort vorgenommen. Kleine häufigere Blutentzüge wurden den selteneren und reichlicheren vorgezogen. Schließlich wurde die Phlebotomie auch zu prophylaktischen Zwecken empfohlen.

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
Rhazes

(865–925)

Zu prophylaktischen Zwecken verordnete Rhazes (865–925) den Eingriff z. B. zur Zeit der ersten Reife des Organismus, da er der Auffassung war, dass diese Zeit eine Reinigung des Blutes erfordere. Bei Windpocken und Krankheiten des Schlundes, bei denen Erstickungsgefahr besteht, hielt er es für angezeigt, den Aderlass an der Cephalica vorzunehmen.[24][25]
  • Liber Rasis ad Almansorem, Venedig 1497, Traktat 7, Cap. 21[26]
Avenzoar

(1091–1161)

Aveonzar empfahl eine „revulsive“ Technik, indem er den Aderlass bei Pleuritis an einem dem Krankheitsherd entgegengesetzten Ort vorschrieb. Er griff jene Ärzte heftig an, die nicht so vorgingen, und behauptete, dass am Krankheitsherd ausgeführte Aderlässe den Tod des Patienten zur Folge haben könnten.[27]
  • Kitāb at-Taisīr fī l-mudāwāt wa-t-tadbīr (Buch der Vereinfachung/Wegbereitung von Therapie und Diätetik), Buch I, Traktat 16, Kapitel 3[28]
Abulcasis

(936–1013)

Avicenna (um 980–1037)

Die Ausführungen über den Aderlass im Chirurgieteil der Schrift At-Tasrif des Abulcasis und im ersten Buch des Kanon der Medizin Avicennas haben die europäische Aderlasspraxis bis ins 16. Jahrhundert, teilweise bis ins 19. Jahrhundert, geprägt.[29][30]
  • At-Tasrif Abulcasis. Chirurgia. Lib. tres. Schott, Straßburg 1532, Pars secunda. De phlebotomia Venarum. Caput XCVII, S. 259–270[31]
  • Aboul Kasim Al Zahravi / Abulcasis / Abulcasis . – La chirurgie d'Abulcasis… ; trad. [de l'arabe] par le Dr. Lucien Leclerc. J.-B. Baillière, Paris 1861 Livre II, Chapitre LXXXXVII De la section des vaisseaux sanguins[32]

Lateinisches Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
Henri de Mondeville (1260–1320) In der Einleitung des Aderlasskapitels seines Chirurgiebuches schrieb Henri de Mondeville:
„Da sie ihn für unter ihrer Würde hielten, haben die Ärzte den Aderlass seit langer Zeit den Chirurgen überlassen. Später haben die Chirurgen diese Operation aus folgenden Gründen den Barbieren überlassen: 1. weil sie wenig einbringt, 2. weil sie eine unwichtige und leicht auszuführende Operation ist.“

In der Praxis sei es so, dass die Reichen, die Adeligen und die Kirchenleute den Aderlass nach dem Rat eines Arztes vom Barbier ausführen ließen, das gemeine Volk dafür aber direkt zum Barbier gehe.[34]

  • Julius Pagel. Die Chirurgie des Heinrich von Mondeville nach Berliner, Erfurter und Pariser Codices zum ersten Male herausgegeben. August Hirschwald, Berlin 1892, S. 365–382: Aderlass[35]
  • Edouard Nicaise. Chirurgie de maître Henri de Mondeville, chirurgien de Philippe le Bel, roi de France. Composée de 1306 à 1320. Baillière, Paris, 1893, S. 532–555: Aderlass[36]
  • Max Neuburger. Geschichte der Medizin. Enke, Stuttgart 1911, Band II, Teil 1, S. 488–495: Literarhistorische Übersicht. Henri de Mondeville.[37]
Guy de Chauliac

(um 1298–1368)

Im 7. Traktat, 2. Doktrin, 1. Kapitel seiner Großen Chirurgie schrieb Guy de Chauliac über Aderlass, Schröpfen und Blutegelbehandlung. Er zitierte Hippokrates, Erasistratos, Galen, Rhases, Abulcasis, Avicenna … Den Aderlass nannte er das nobelste Heilmittel. Bei Bedarf könne er jederzeit abgebrochen werden, während ein eingenommenes Medikament nicht mehr aus den Gedärmen zu entfernen sei. Mit Bezug auf seine Gewährsleute gab er einen Überblick der Indikationen, der Technik und der Vorsichtsmaßnahmen des Eingriffs. Die einzelnen Aderlassstellen wurden nur beiläufig erwähnt. Er unterschied zwischen „revulsivem“ Aderlass und „derivativem“ Aderlass und ordnete jedem dieser Verfahren spezifische Indikationen zu. Die Astrologie wurde von ihm zur Bestimmung der Aderlasszeit herangezogen und auch die verbotenen (ägyptischen) Tage wurden von ihm benannt. Den Schluss der Abhandlung über den Aderlass bildete eine Beurteilung des Aussehens des gelassenen Blutes.

Chirurgia Magna (1363)

  • La grande chirurgie de Guy de Chauliac, chirurgien, maître en médecine de l'Université de Montpellier composée en l'an 1363. 7. Traktat, 1. Doktrin, 1. Kapitel. Venedig, 23. Dezember 1499 S. 62v-64r: Aderlass[38]
  • Transkribiert und kommentiert durch E. Nicaise, Alcan, Paris 1890, S. 555–570: Aderlass[39]
Johannes de Rupescissa

(um 1310 – nach 1365)

Kleines Destillierbuch. Abbildung zum Kapitel Menschen Blut Wasser

Der apokalyptische Visionär Johannes de Rupescissa beschrieb in seinem Buch „De consideratione quintae essentiae“ die Darstellung von Quintessenzen nach alchemistischen Arbeitsmethoden. Diese Quintessenzen sollten das Christenvolk in der Abwehr gegen die nach seiner Ansicht bald drohende Herrschaft des Antichristen stärken. Eine dieser Quintessenzen sollte aus Menschenblut hergestellt werden. Dazu war das beim Aderlass gewonnene Blut eines jungen, gesunden männlichen Sanguinikers nach Abscheiden des Serumanteils mit Salz zu vermengen. Dieses Gemisch wurde in einem verschlossenen Glasgefäß in warmen Pferdemist eingegraben, und, nachdem es sich dort verflüssigt hatte, mit einem Alembik mehrmals destilliert.

Im 15. Jh. war die „Consideratio quintae essentiae“ im südwestdeutschen Raum landessprachig als „Bůch von dem fünfften wesen“ weit verbreitet. Auch Hieronymus Brunschwig benutzte sie als Quelle für sein Kleines Destillierbuch. Darin empfahl er ein aus Menschenblut destilliertes Wasser zur äußerlichen Anwendung bei Lähmung, als Haarwuchsmittel und zur Behandlung von „Fisteln“, sowie zur inneren Anwendung bei „Schwindsucht“.

  • Cpg 233, Westdeutschland, 4. Viertel 15. Jh. Blatt 1r-31r: Johannnes de Rupescissa. De consideratione quintae essentiae. (Dyß ist daz bůche von deme fünfften wesen . zu latyne quinta essentia.) Blatt 7v-8r: Daz fünffte wesen von menschen blut zu machen[40][41]
  • Hieronymus Brunschwig. Kleines Destillierbuch. Johann Grüninger, Straßburg 1500, Blatt 77r: Menschen Blut Wasser[42]

Cpg 644 - Fasciculus Medicinae - Hans von Gersdorff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cpg 644 Fasciculus Medicinae Gersdorf / Wundarznei
In einem zwischen 1450 und 1470 in Süddeutschland abgefassten Manuskript (Cpg 644) wird ein Aderlasstext erstmals greifbar, der den Grundstock des Aderlassteils im Fasciculus Medicinae von 1491 bildete. 1517 übersetzte Hans von Gersdorff wesentliche Anteile dieses Traktats ins Deutsche.[43]
Cpg 644. Süddeutschland 1450–1470[44]
Fasciculus Medicinae. Venedig 1491[45]
Gersdorff. Feldbuch der Wundarznei, Straßburg 1517[46]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paracelsus – Johann Baptista van Helmont[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
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Paracelsus (1493–1541)
In seiner Abhandlung über den Aderlass polemisierte Paracelsus gegen die „ungelernten Aderlassärzte“, die ihre ganze Weisheit aus Volkskalendern bezögen. Er selbst ließ sich beim Aderlass zwar auch von traditionellen Regeln – auch von den Regeln der Astrologie – leiten, bestand jedoch darauf, dass vor deren Anwendung eine individuelle Diagnostik durchzuführen sei.

Bei der Behandlung der Manie z. B. war für Paracelsus der Aderlass ein Arcanum, während er ihn beim Asthma als kontraindiziert ansah.[47][48]

  • Paracelsus. Appendix deß fünfften Theils Operum Theophrasti. … (Huser-Ausgabe) Conrad Waldkirch, Basel 1589, S. 45–98: Aderlassens Underricht : Auch vom Schrepffen : Durch den Hochgelehrten Herrn Th. von HH. beyder Artzney Doctorn[49]
Jan Baptista van Helmont. Line engraving, 1666. Wellcome V0002677 retusche.jpg
Johann Baptista van Helmont (1580–1644)
Van Helmont. Wieder das Aderlassen

Van Helmont lehnte den Aderlass grundsätzlich als einen Eingriff ab, der notwendigerweise zu einem Kraftverlust führe, und der damit die Heilung verzögere oder verhindere.

Auf van Helmonts Abhandlung über das Aderlassen bei Fiebern beriefen sich die Aderlasskritiker Théophile de Bordeu (1722–1776) und Johann Gottlieb Wolstein (1738–1820).

  • Johannis Baptistae von Helmont … Schrifften. J. A. Endters Söhne, Sultzbach 1683. - S. 6.8: Wieder das Aderlassen ….[50] - S. 311–318: Traktat von den Fiebern. … das vierte Kapitel. Das Aderlassen bei den Fiebern wird untersucht[51]

Aderlass-Streit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts initiierte der französische Arzt und Humanist Pierre Brissot den „Aderlass-Streit“, eine Kontroverse, die entbrannte, als er im Gegensatz zur damaligen Lehrmeinung dafür eintrat, den Aderlass möglichst nahe am erkrankten Organ durchzuführen („Derivation“ statt „Revulsion“). Insbesondere vertrat er dies bei Brust- und Lungenentzündungen, bei denen er anlässlich einer Epidemie 1514 mit seiner Methode Erfahrungen sammeln konnte. Er berief sich dabei auf die entsprechenden Aussagen in der Schrift Über die Diät bei akuten Krankheiten im Corpus Hippocraticum. Brissot gab an, die „Revulsion“ beim Aderlass sei erst durch die Araber eingeführt worden. Obschon einige Vertreter der Pariser Fakultät sich den Lehren Brissots anschlossen, gelang es deren Gegnern dennoch, ein Dekret zu erwirken, das die Anwendung des derivativ wirkenden Aderlasses verbot. Der Kampf um den Aderlass führte zu einer Spaltung in der medizinischen Welt. Brissot starb in der portugiesischen Verbannung. Seine Schriften wurden jedoch kommentiert und je nach der Einstellung des Kommentators überaus gelobt oder heftig bekämpft.

Zu den Anhängern Brissots zählten die Humanisten Giovanni Manardi (1462–1536)[52], Gerolamo Cardano (1501–1576) und Emilio Campolongo (1550–1604)[53] sowie die Iatrophysiker Santorio Santorio (1561–1636) und Lorenzo Bellini (1643–1704)[54].

Pierre Brissot – Andreas Vesal - Leonhart Fuchs – Lorenz Fries[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
Pierre Brissot (1478–1522) Brissots Schlussfolgerung für die Praxis war, dass der Aderlass in der Ellenbeuge der Seite des Krankheitssitzes durchzuführen sei, wobei bedeutende Blutmengen entzogen werden sollten.
  • Pierre Brissot. Apologetica disceptatio, qua docetur per quae loca sanguis mitti debeat in viscerum inflammationibus. Colinaeus, Paris 1525[55]
Portrait of Andreas Vesalius (1514 - 1564), Flemish anatomist Wellcome V0006026EL hell.jpg
Andreas Vesal (1514–1564)
Vesal untersuchte die von Hippokrates für den Aderlass angegebenen Indikationen und stellte fest, dass sich der von diesem verwendete Ausdruck „dolor lateralis“ nicht allein auf die Pleuritis, sondern auch auf andere Erkrankungen des Thorax beziehe. Die richtige Wahl der Aderlassstelle bei Pleuritis hängt nach Ansicht Vesals vom genauen Verlauf der Vena azygos ab, den er als erster erkannte. Die Vena azygos verläuft rechts von der Wirbelsäule. Vesals Folgerung war, dass bei linksseitiger wie bei rechtsseitiger Pleuritis der Eingriff stets an der Vene des rechten Armes vorzunehmen sei.
Abbildung der Vena azygos in der Epistola … Löwen 1538
  • Andreas Vesalius. Epistola, docens venam axillarem dextri cubiti in dolore laterali secandam. Löwen 1538[56]
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Leonhart Fuchs (1501–1566)

Im deutschsprachigen Raum wurde Brissots Standpunkt insbesondere durch den Humanisten Leonhart Fuchs verteidigt.

  • Leonhart Fuchs. Errata recentiorum medicorum, LX. Numero adiectis eorundem confutationibus. Hagenau März 1530. Error 37 (falsch: 38), S. 46–51: In interiorum membrorum inflammationibus incidenda est vena quae directo est.[57]
  • Leonhart Fuchs. Apologia Leonhardi Fuchsii contra Hieremiam Thriverum Brachelium, Medicum Lovaniensem, qua monstratur quod in viscerum inflammationibus, pleuritide praesertim, sanguis e directo lateris affecti mitti debeat. Peter Braubach, Hagenau August 1534[58]
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Lorenz Fries (ca. 1490–1531/32)
Fuchs Gegenspieler, der Arabist Lorenz Fries, zitierte im Abschnitt über Aderlass seines Spiegel der Arznei aus dem Kanon der Medizin des Avicenna.
  • Lorenz Fries. Spiegel der Arznei. Grüninger, Straßburg 1518, Blatt 71v-76v[59]
  • Lorenz Fries. Defensio medicorum princeps Avicennae, ad Germaniae Medicos. Johann Knoblauch, Straßburg 24. August 1530.[60]
  • Theodor Meyer-Steineg und Karl Sudhoff. Geschichte der Medizin im Überblick mit Abbildungen. Fischer, Jena 4. Aufl. 1950, S. 268–269

Santorio Santorio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Werke / Quellen
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Santorio Santorio (1561–1636)

Santorio gilt als Begründer der iatromechanischen Schule. Nach ihm sollte der Aderlass „derivativ“ auf der Höhe des erkrankten Organs erfolgen. Dabei sei es aber egal, auf welcher Seite man den Eingriff vornehme.[61]
  • Santorio Santorio. Methodi vitandorum errorum omnium, qui in arte medica contingunt libre quindecim. Franciscus Barilettus, Venedig 1603. Darin: Liber XIV (S. 204r-215r) De Revulsione & derivatione.[62]

Leonardo Botallo („König der Auslasser“) – Gui Patin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
Leonardo Botallo (1530–1570) Der in Asti geborene Chirurg und Anatom Leonardo Botallo (1530 – ca. 1570) gilt als „König der Aderlasser“. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er in Paris. Er war Leibarzt der französischen Könige Karl IX. und Heinrich III. Die Pariser Fakultät verurteilte Botallos Methoden, nach denen Greise und Kinder sechsmal im Jahr zur Ader gelassen wurden. Seine Anhänger wollten den Eingriff bei Fieberepidemien, Pleuropneumonien, Koliken und Blähungen vorschreiben und haben auch die Möglichkeit erwogen, selbst die Schwindsucht durch die Entnahme von zwei bis drei Litern Blut zu heilen.

Zu den leidenschaftlichsten Anhängern Botallos gehörten Jean Riolan der Jüngere (1589–1657) und Guy Patin (1601–1672).

  • Leonardo Botallo. De curatione per sanguinis missionem. De incidendae venae cutis scarificandae, & hirudinum amplicandarum modo. Joan. Huguetan, Lyon 1577 [63] Christoph Plantini, Antwerpen 1583 [64]
  • Leonardo Botallo. Johann van Horne (Herausgeber). Opera omnia. Leiden 1660 [65]

William Harvey – Marcello Malpighi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
Portrait of William Harvey (1578 - 1657), surgeon Wellcome V0002604EL hell.jpg
William Harvey (1578–1657)


Marcello Malpighi. Line engraving by L. Martelli after F. Ro Wellcome V0003804a.jpg

Marcello Malpighi (1628–1694)

Die Experimente William Harveys, die 1628 zur Darstellung des Blutkreislaufes führten, und die darauf aufbauenden Untersuchungen Marcello Malpighis lieferten neue Grundlagen in der Diskussion über den Aderlass, stellten diesen selbst aber nicht in Frage.[66]
  • William Harvey. Exercitatio Anatomica de Motu Cordis et Sanguinis in Animalibus oder kurz De Motu Cordis (Anatomische Studien über die Bewegung des Herzens und des Blutes), Frankfurt 1628[67]
  • Johann Bohn und Marcello Malpipghi. D. Johannis Bohnii, Prof. Lips. Circulus Anatomico-Physiologicus, Seu Oeconomia Corporis Animalis : Hoc est, Cogitata, Functionum Animalium potissimarum Formalitatem & Causas concernentia. Dicatus Dn. Marcello Malpighio ... Gleditsch, Leipzig 1668. Darin: S. 97–114 De sanguinis circulatione [68]

Jean Riolan der Jüngere - Charles Bouvard - Jean-Baptiste Poquelin Molière[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
Portrait of Jean Riolan the younger by Lasne, 1626 Wellcome L0002158 f.jpg
Jean Riolan der Jüngere (1580–1657)
Harveys Lehre vom Kreislauf des Blutes blieb nicht unwidersprochen. So argumentierte der Pariser Chirurg Jean Riolan der Jüngere u. a. damit, dass im Falle der Existenz eines Blutkreislaufes der Aderlass weitgehend seinen Sinn verlieren würde, denn „was soll eine »derivatio« am Orte der Blutanhäufung und Entzündung, wenn das Angesammelte sogleich ersetzt wird? Was soll dann noch eine »revulsio«, also ein Abziehen von Blut durch Aderlass an entfernter Stelle am Fuß, z. B. bei Plethora des Gehirns?“ [69]
  • Jean Riolan der Jüngere. Opuscula Anatomica Nova, quae nunc primum in lucem prodeunt. Instauratio magna physicae et medicinae per novam doctrinam de motu circulario sanguinis in corde. Accessere notae in J. Wallaei duas epistulas de circulatione sangunis. London 1649, S. 60[70]
Charles Bouvard (1572–1658) Charles Bouvard war von 1627 bis 1643 „Oberster Arzt des Königs (Premier médecin du roi)“ und gleichzeitig „Oberaufseher des königlichen Gartens“.

Im Scherz, und um ihn lächerlich zu machen, schrieb Nicolas Amelot de La Houssaye (1634–1706) in seinen „Mémoiren“, dass Bouvard dem König in einem Jahr 215 Arzneien, 212 Einläufe und 47 Aderlässe verordnet habe. Man könne demnach behaupten, dass der junge König damit „Medizinkurse in all ihren möglichen Formen durchlaufen habe.“

  • Abraham Nicolas Amelot de la Houssaye (1634–1706). Mémoires historiques, politiques, critiques et littéraires. Zacharias Chatelain, Amsterdam 1737, Band II, S. 193–194[71]
  • Pierre Sue. Notice et extrait raisonné d'un livre de médecine devenu si rare qu'on n'en connaît que deux ou trois exemplaires, avec des notes historiques, littéraires et critiques, par P. Sue,... Migneret, Paris 1807, S. 8[72]
Jean-Baptiste Poquelin dit Molière a.jpg
Jean-Baptiste Poquelin Molière (1622–1673)
In der am 10. Februar 1673 uraufgeführten Molière-Komödie Der eingebildete Kranke befolgte der Hypochonder Argan alle Anordnungen seines Arztes Purgon. Der Name „Purgon“ war abgeleitet von dem Verb „purgare“ – „purger“ – „purgieren“ – mit der Bedeutung von „reinigen / läutern“. Diese Reinigung sollte die erkrankte Person vom Krankheitsstoff befreien, und sie wurde auf drei Wegen angestrebt: durch Aderlass, durch Abführmittel und durch Brechmittel.
Scenenbild zur Molière-Komödie „Der eingebildete Kranke“ 1673

Thomas Sydenham[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
Thomas Sydenham b.jpg
Thomas Sydenham (1624–1689)
Sydenham war ursprünglich Hauptmann in Cromwells Armee. Erst 1663, im Alter von 39 Jahren, erhielt er seine ärztliche Lizenz und eröffnete in London eine Praxis. Als Freund von Robert Boyle und John Locke teilte er deren Ideen von der zentralen Rolle der direkten Beobachtung. Am Krankenbett beobachtete und dokumentierte er den Verlauf der Erkrankung, das Verhalten des einzelnen Kranken gegenüber dem Leiden und gegenüber den ärztlichen Maßnahmen. Indem er die Gesetzmäßigkeiten seiner Beobachtungen herausarbeitete, schuf er einen Vorentwurf zum Aufbau einer Nosologie.[73][74][75]

Nach dem Vorbild des Corpus Hippocraticum sah Sydenham Krankheit als das Bestreben der Natur an, die Krankheitsstoffe, welche sich unter der Einwirkung von Schädlichkeiten allmählich entwickeln, hinauszuschaffen. Sydenhams Therapie bestand darin, die Natur in ihrem Kampfe zu unterstützen, ohne sie jedoch in ihrem ganzen Umfang zu bestimmen. Vehement argumentierte er gegen die zu seiner Zeit allgemein verbreitete Meinung, bei fieberhaften Erkrankungen seien schweißtreibende Therapien anzuwenden. Er forderte dagegen Therapiemaßnahmen, die Entzündungen abschwächen. Mit ausleitenden Verfahren begann er seine Behandlungen, wobei ein Aderlass von 10 Unzen (ca. 300 g) das Standardmittel darstellte. Den Aderlass ergänzte er meist durch die Gabe von Abführmitteln. Brechmittel verordnete er seltener. Nach dieser Ausleerungsphase gab er schmerzstillende Mittel[76] und kräftigende Mittel. Die Auswahl seiner Mittel war von einem ausgeprägten Eklektizismus geprägt.[77]

Den Aderlass setzte Sydenham differenziert ein. Das Alter und der Kräftezustand der Kranken sowie der Charakter der Krankheit waren für ihn Kriterien die bestimmten, ob und in welcher Intensität das Verfahren anzuwenden war. Bei der „podagra“, einer Erkrankung an der er selbst zeitlebens litt, fand er den Aderlass kontraindiziert weil die „schädlichen Stoffe“ sich bereits auf den Gelenken abgesetzt hätten und durch den Aderlass oder andere ausleitende Verfahren nicht zu entfernen seien[78]. Bei der „pleuritis“ dagegen empfahl er einen Aderlass von 10 Unzen (ca. 300 g), der nach eintägigen Pausen bis zu zwei Mal wiederholt werden konnte.[79]

  • Thomas Sydenham. Methodus curandi febres, propriis observationibus superstructa … Schagen, Amsterdam 1666[80]
  • Thomas Sydenham. Observationes Medicae circa morborum acutorum historiam et curationem. London 1676.[81]
  • Médecine pratique de Sydenham, avec des notes ; ouvrage traduit en François, sur la dernière édition Angloise, par feu M.A.F. Jault. Didot le jeune, Paris 1774[82]
  • Thomas Sydenham. Medizinische Werke. Übersetzt und mit Anmerkungen über einige Medikamente versehen von Joseph Johann Mastalir. Johann David Hörling, Wien Band I 1786[83] Band II 1787[84]
  • Thomas Sydenham’s sämmtliche medicinische Schriften in die deutsche Sprache übersetzt von J. Kraft. Edner, Ulm Band I 1838[85] Band II 1839[86]
  • Carl Gottlob Kühn (Hrsg.) Th. Sydenhami opera universa medica. Voß, Leipzig 1827[87]

Bernardino Ramazzini[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Bernardino Ramazzini (1633–1714)

Der italienische Arzt Bernardino Ramazzini gilt als Begründer der Arbeitsmedizin und Pionier der Hygiene und Sozialmedizin. In seiner Abhandlung über die Krankheiten der Handwerker und Künstler mahnte er, in der Therapie Aderlass und Purgiermittel unter Berücksichtigung des Kräftezustandes der Patienten nur sehr vorsichtig einzusetzen.[88]
  • Johann Christian Gottlieb Ackermann (Übersetzer). Bernard Ramazzini`s Abhandlung von den Krankheiten der Künstler und Handwerker. Franzen & Grosse, Stendal 1780 [89]

Bellinis Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lorenzo Bellini, ein Schüler von Marcello Malpighi und Francesco Redi, versuchte die Lehre von der „Revulsion“ und „Derivation“ mit den Gesetzen des Kreislaufes zu vereinbaren. Aufgrund theoretischer Erwägungen stellte er die Behauptung auf, dass nach Beseitigung der Widerstände durch die Venenöffnung mehr Blut mit größerer Schnelligkeit in das verwundete Gefäß hineinströmen müsse als in alle übrigen Gefäße, wo die Blutsäule der Geschwindigkeit des venösen Blutes ein Hindernis entgegensetze. Denn Geschwindigkeit und Blutmenge in einem Gefäß seien allgemein umgekehrt proportional zu den Widerständen. Diese erhöhte Geschwindigkeit teile sich allmählich der zuführenden Arterie und schließlich dem ganzen Gefäßsystem mit und dauere so lange, bis die Kraft des Herzens geschwächt werde. Auch nach Verschluss der Vene dauere die Geschwindigkeitserhöhung noch eine Zeit lang fort, und zwar in dem entleerten Gefäß am meisten. Auf diese Weise entstehen ein Zufluss zur Aderlassstelle und eine Ableitung aus anderen Teilen.

Lorenzo Bellini – Jean-Baptiste Silva[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Lorenzo de Girolamo Bellini. Line engraving by G. Vascellini Wellcome V0000452 hell.jpg
Lorenzo Bellini (1643–1704)
Bellinis Schlussfolgerung für die Praxis war, dass ein kräftiger Aderlass, der weit entfernt vom Krankheitsort ausgeführt wird, die größte Heilwirkung haben müsste.[90]
  • Lorenzo Bellini. De sanguinis missione. In: De urinis et pulsibus, de missione sanguinis, de febribus, de morbis capitis, et pectoris. Antonius Pisarius, Bologna 1683, S. 76–214[91]
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Jean-Baptiste Silva (1682–1742)
Der Pariser Chirurg J. B. Silva stützte sein System auf den Hypothesen Bellinis ab und er gab den Begriffen „Derivation“ und „Revulsion“ eine neue Bedeutung, indem er mit Hinweis auf den Blutkreislauf zwar weit vom Krankheitsort entfernte Venen eröffnete, dabei aber große Blutmengen ausleeren ließ. Als er 1721 bei einer Erkrankung des Königs Ludwig XV. um Rat gefragt wurde, riet er zu einem Aderlass am Fuß, der Heilung brachte.[92]
  • Jean-Baptiste Silva. Traité de l’usage des differentes sortes de saignées, principalement de celle du pied. Seconde partie. Anisson, Paris 1727[93] Premiere partie. François l’Honoré, Amsterdam 1729[94]
  • Jean-Baptiste Silva. Des indications qui demandent l’évacuation du sang. In : Traité des fiévres malignes … J. Vincent, Paris 1742, Livre second, Chap. premier, S. 356–387[95]
  • Jean-Baptiste Silva. Dissertation. Où l’on examine si dans les inflammations il faut toujours donner la préférence à la saignée révulsive. In: Dissertations et consultations médicinales, de Messieurs Chirac … & Silva, Médecin consultant du Roi … Tome premier. Durand, Paris 1744, S. 195–258[96]

Jean Claude Adrien Helvétius – Julien Offray de La Mettrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Jean Claude Adrien Helvétius (1685–1755) Bei „Blattern“ („petites véroles“) war nach Helvétius keine Therapie effektiver als ein möglichst schon vor Ausbruch des Ausschlages durchzuführender Aderlass. Dieser würde das aufgestaute Gift entleeren. Um die bei aufgestauten Blattern bestehende Anschwellung des Gehirns abklingen zu lassen, sei der Aderlass nach der Methode Bellinis auszuführen.[97]
  • Jean Claude Adrien Helvétius. Idée générale de l’économie animale, et observations sur la petite-vérole. Paris 1722[98]
    • Jean Besse. Lettre à Monsieur … (Helvétius) auteur du nouveau livre de l'oeconomie animale et des observations sur les petites véroles. François Fournier, Paris 1723[99]
    • Lettres à M. au sujet de la Lettre critique de M. Besse, contre l'Idée général de l' Oeconomie Animale et les observations sur la petite vérole. Paris 1725[100]
  • Jean Claude Adrien Helvétius. Principia Physico-Medica. D. A. Pierres, Paris 1752. Band I[101]. Jean Claude Adrien Helvétius. Principia Physico-Medica. Band II[102]
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Julien Offray de La Mettrie (1709–1751)
Der französische Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie praktizierte von 1735 bis 1742 als Arzt in seiner Heimatstadt Saint-Malo. Die dabei gesammelten Erfahrungen veröffentlichte er in zwei Abhandlungen zur praktischen Medizin, die 1740 und 1743 in Paris veröffentlicht wurden. Er berief sich darin auf seinen Lehrer Herman Boerhaave sowie auf die von ihm geschätzten Thomas Sydenham, Jean-Baptiste Silva und Jean Claude Adrien Helvétius.

Bei der Behandlung der „Blattern“ („petites véroles“) orientierte er sich an dem 1722 von Helvétius aufgestellten Behandlungsprinzip, bei dem der Aderlass vor dem Ausbruch des Ausschlags in Anlehnung an die von Bellini angegebene Methode ausgeführt wurde.

  • Julien Offray de La Mettrie. Traité de la Petite Vérole avec la manière de guérir cette maladie, suivant les principes de Mr. Herman Boerhaave, & ceux de plus habiles Médecins de notre tems. Huard, Briasson und Durand, Paris 1740[103]. Darin S. 62–68 : De la Saignée[104]
  • Julien Offray de La Mettrie. Observations de Médecine pratique. Huard, Briasson und Durand, Paris 1743[105]

Georg Erhard Hamberger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Georg Erhard Hamberger (1697–1755)
In Anlehnung an Bellini erkannte Hamberger keinen Unterschied an hinsichtlich der „derivatorischen“ und „revulsorischen“ Wirkung und er erklärte, alle Wirkungen des Aderlasses beruhten auf der Verminderung der Flüssigkeitsmenge und in der Veränderung der Zirkulationsgeschwindigkeit.[106]
  • Dionys Krägel und Georg Hamberger. De Venaesectione quatenus motum sanguinis mutat. 2. Aufl. Jena 1737 (1. Aufl. 1723)[107]
  • Simon Paul Hilscher und Georg Hamberger. Prolusio qua demonstratur medicum non esse debere haemophobum. Jena 1748[108]

Francois Quesnay – Jean Baptiste Senac[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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François Quesnay (1694–1774)
Der französische Arzt und Ökonom François Quesnay widersprach Bellinis Thesen aufgrund von hydraulischen Versuchen, die er im Labor angestellt hatte.
  • François Quesnay. Observations sur les effets de la saignée, tant dans les maladies du ressort de la médecine que de la chirurgie, fondées sur les lois de l'hydrostatique: avec des remarques critiques, sur le traité de l'usage des différentes sortes de saignées, de Monsieur Silva. Osmont, Paris 1730[109]
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Jean-Baptiste Sénac (1693–1770)
Sénac, der Leibarzt des Königs, veröffentlichte 1730 unter Pseudonym eine Streitschrift, in der er Bellinis Theorien angriff. In der von ihm kommentiert herausgegebenen Anatomie Heisters und in seinem Hauptwerk über die Anatomie des Herzens griff er die Thesen aus dieser Streitschrift wieder auf.
  • Unter Pseudonym. Lettres de Julien Morisson sur le choix des saignées, Paris, 1730
  • Jean-Baptiste Sénac. L' Anatomie d'Heister avec des essais de physique sur l'usage des parties du corps humain. … Vincent, Paris 3. Aufl. 1753 (1. Auflage: 1724, 2. Auflage: 1735),
    • Band II, S. 315–354 La rapidité du sang et des veines.[110]
    • Darin, S. 318–354 : La dérivation et la révulsion.[111]
  • Jean-Baptiste Sénac. Traité de la structure du cœur, de son action, et de ses maladies. J. Vincent, Paris 1749,
    • Band II (Buch III, Kapitel VI, Abschnitt 1–8), S. 162–198: Des loix que suit le sang dans son cours.[112]
    • Band II (Buch III, Kapitel VI, Abschnitt 3) S. 176–179: Loix … selon Bellini …[113]
    • Band II (Buch III, Kapitel VI, Abschnitt 4–8) S. 179–198: Révulsion & dérivation …[114]

Anton de Heyde – Albrecht von Haller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Anton de Heyde

(Mitte 17. Jh.)

De Heyde 1686. Versuch am Bauchfell des Frosches

1686 widerlegte der niederländische Arzt Anton de Heyde aus Middelburg Bellinis Thesen durch Untersuchungen der Blutzirkulation am Bauchfell des lebenden Frosches.

  • Anton de Heyde. Anatome Mytuli, Belgicè Mossel, Structuram elegantem ejus motumque mirandum exponens. Nec non Centuria observationum medicarum. Jansson-Waesberg, Amsterdam 1683[115] Darin: S. 172–174: Observatio LXXXV. Experimenta sanguinis circulationem spectantia.[116]
  • Anton de Heyde. Experimenta circa sanguinis missionem, fibras motorices, urticam marinam &c. Accedunt … Observationes medicae, nec non Anatome Mytuli. Editio nova. Jansson-Waesberg, Amsterdam 1686[117]
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Albrecht von Haller (1708–1777)
Experiment an der Leiche. Titelbild aus: Albrecht von Haller. Deux mémoires sur le mouve­ment du sang … Lausanne 1756

1754 bestätigte Albrecht von Haller de Heydes Untersuchungsergebnisse von 1686 durch eigene Beobachtungen am Bauchfell von lebenden Fröschen und Kröten.

Durch seine Arbeiten über die Irritabilität ließ von Haller das Zeitalter der Iatromechanik ausklingen.[118]

  • Albrecht von Haller. Venae sectionis in mutando motu sanguinis effectus. In: Commentarii Societatis Regiae Scientiarium Gottingensis Tomus IIII. Ad annum 1754, S. 396–483: Alberti von Haller. De sanguinis motu experimenta anatomica. D. 8. Octobris 1754, S. 446–459[119]
    • Französisch: Effets de la saignée sur la direction du sang. In: Albrecht von Haller. Deux mémoires sur le mouvement du sang, et sur les effets de la saignée, fondés sur les expériences faites sur des animaux. Par Monsieur Alb. de Haller … Marcel-Michel Bousquet, Lausanne 1756, S. 96–119[120]
  • Julius Walbaum. Disputatio medico-chirurgica, de venae sectione. Praeside Alberto de Haller. Göttingen 30. September 1749 In: Disputationes physico-medico-anatomico-chirurgicae selectae, quas collegit, editit, praefatus est Albertus Hallerus. Band X, Neapel 1757, S. 119–163[121] Anhang: Abbildungen[122]

Friedrich Hoffmann – Georg Ernst Stahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sich lange Jahre hindurch feindlich gegenüberstehenden Systematiker und Häupter zweier Schulen, Friedrich Hoffmann und Georg Ernst Stahl, stimmten wenigstens in einem Punkt überein: Beide empfahlen den Aderlass.

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Friedrich Hoffmann (1660–1742)
In Hoffmanns System hatte die Therapie die Aufgabe, das Überschüssige auszuleeren, das Mangelnde zu ergänzen, die heftigen Bewegungen zu bändigen und die schlaffen Bewegungen anzuspornen. Den Aderlass als ausleerendes Mittel bei Überschuss (Plethora) nannte Hoffmann wegen der Raschheit und Zuverlässigkeit seiner Wirkung und wegen seiner gefahrlosen Anwendung ein göttliches Heilmittel. Der Blutentzug sei bei Plethora nicht schwächend, da er ja eine Überfülle beseitige, welche gerade eine Quelle der Schwäche und als Bewegungshindernis die unmittelbare Veranlassung zu Stockungen sei. Zur Verhütung von Schlaganfällen ließ er Menschen kraftvoller Konstitution zwei bis drei Mal im Jahr zur Ader. Weitere Indikationen für den Aderlass sah er bei drohendem Abort, bei Rheumatismen, Gicht, Asthma, Blutspeien – immer vorausgesetzt, es lag eine plethorische Konstitution vor.[123]
  • Friedrich Hoffmann. Betrachtung des herrlichen Nutzens / den man sich vom Aderlassen / zur Erhaltung eines gesunden und langen Lebens / versprechen kann. In: Gründliche Anweisung wie ein Mensch seine Gesundheit erhalten / und vor allerhand Kranckheiten / durch ordentliche Lebensart / sich verwahren könne. 2. Teil Halle 1716, S. 407–464[124][125]
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Georg Ernst Stahl (1659–1734)
Georg Ernst Stahls System ging aus von einer „Anima“, die der toten Materie das Leben mitteilt, im normalen Körper alle Funktionen im Gleichgewicht hält und dem Zerfall entgegen wirkt. Dieser Zerfall und damit der Tod können daher nur dadurch eintreten, dass die „Anima“ den Körper verlässt. Die Kraft, deren sich die „Anima“ zu ihren Funktionen im Körper bedient, ist die Bewegung, und zwar eine Bewegung, die einen bestimmten „Tonus“ der zu bewegenden Teile oder Organe bedingt. Krankheit ist somit eine Behinderung des normalen Tonus und das dadurch automatisch ausgelöste Bestreben der „Anima“, ihn wiederherzustellen. Sie bewirkt dieses hauptsächlich durch Einfluss auf den Kreislauf des Organismus, denn dessen Behinderung ist eine der wichtigsten Ursachen der Bewegungshemmung. Für die Krankheitsätiologie spielt die „Vollblütigkeit“ eine große Rolle, für die die „Anima“ im Kindesalter durch Nasenbluten, im Jünglingsalter durch Blutspeien, im reifen Alter bei der Frau durch die Monatsblutung, beim Mann durch Hämorrhoidalblutungen einen Ausgleich selbständig schafft. Stahls oberster Behandlungsgrundsatz ist folgerichtigerweise die Unterstützung der „Anima“ in allen ihren Bestrebungen. Ein sehr wichtiges Mittel ist dabei der die natürlichen Blutentleerungen nachahmende Aderlass.[126][127]
  • Georg Ernst Stahl. Herrn George Ernst Stahls … Gründliche Abhandelung des Aderlassens : So wohl dessen Gebrauchs und Mißbrauchs Als auch dessen besonderen Application auf dem Fusse und andern gewissen Theilen des Leibes ; Nebst einem ausführlichen Bericht, Was von Aderlassen in hitzigen Fiebern zu halten sey. Eyssel, Leipzig 1719[128][129]

Théophile de Bordeu - Paul Joseph Barthez – Johann Christian Reil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Théophile Bordeu. Stipple engraving by Lambert (le jeune ). Wellcome V0000669 a.jpg
Théophile de Bordeu (1722–1776)


Paul Joseph Barthez. Stipple engraving by Lambert. Wellcome V0000376 a.jpg
Paul Joseph Barthez (1734–1806)

Durch Bordeu, Barthez, Louis de la Caze (1705–1765) und Gabriel-François Venel (1723–1775) wurde in Montpellier eine Ausrichtung des Vitalismus begründet, die Albrecht von Hallers Irritabilitätslehre und das von Georg Ernst Stahl errichtete System des Animismus aufgriff und weiterentwickelte.

Bordeu, der als Initiator der Schule von Montpellier gilt, ging von dem Grundsatz aus, dass die Gesetze der anorganischen Natur: Chemie und Physik auf den lebendigen Körper nicht anwendbar seien, dass vielmehr der Organismus unter dem Einfluss einer immateriellen Kraft existiere, die man als solche nicht definieren, aber aus ihren Äußerungen erschließen müsse. Er wandte sich auch gegen die mechanisch-chemische Anschauung, welche das Blut einfach als eine Flüssigkeit betrachtete, welche nur durch Quantität und chemische Umwandlungen zu krankhaften Erscheinungen führe. Vielmehr sah er im Blut einen Teil der ganzen organisierten Form, welcher ebenso gut mit Sensibilität begabt sei, wie jedes andere Organ. Dadurch erklären sich Bordeus Vorbehalte in Bezug auf die Indikationen und auf die Praxis des Aderlassens. [130][131]

Nach Barthez muss bei akuter Entzündung eines Organs „revulsiv“ (umwälzend), bei chronischer Entzündung „derivativ“ (ableitend) behandelt werden. [132]

  • Théophile de Bordeu. Œuvres complètes de Bordeu … Caille et Ravier, Paris 1818, Band I [133], Band II [134]
  • Paul Joseph Barthez. Nouveaux éléments de la science de l’homme. Baillière, (1. Ausgabe 1773) Paris, 1838, Band II, S. 342–343[135]
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Johann Christian Reil (1759–1813)

In seinem Hauptwerk „Über die Erkenntniss und Cur der Fieber“ (Band I, 14. Kapitel, §189-§201) äußerte sich Johann Christian Reil ausführlich zu den Indikationen und Kontraindikationen der Aderlass-Therapie, die er grundsätzlich positiv bewertete:

„§ 190. Das Blutenlassen ist ein sehr würksames Heilmittel, das bey einigen Fällen allein retten, bey andern den übrigen Mitteln den Weg bahnen muss. Allein eben wegen dieser Würksamkeit kann es auch das Leben so schnell zerstöhren, als es dasselbe erhält.“
  • Johann Christian Reil. Über die Erkenntniss und Cur der Fieber. Curtsche Buchhandlung, Halle 1799, Band I, Allgemeine Fieberlehre, 14. Kapitel, §189-§201 (S. 354–369) Vom Blutenlassen.[136]

Herman Boerhaave – Gerard van Swieten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
Hermann Boerhaave. Line engraving by F. Anderloni after G. G Wellcome V0000624 a.jpg
Herman Boerhaave (1668–1738)
Herman Boerhaave, der erfolgreichste Kliniker und medizinische Lehrer des 18. Jh., gründete keine Schule, sondern verband Erkenntnisse der Iatrochemiker und der Iatromechaniker mit eigenen Beobachtungen. Seine Pathologie teilte Störungen der Funktionen in Krankheiten der festen Teile, Krankheiten der Säfte und Krankheiten beider zusammen. Entzündung erklärte er vor allem als Stockung des arteriellen Blutes und als ein Aneinanderkleben seiner Teile in den feinsten Kanälen. Der Aderlass war für ihn ein wichtiges Therapiemittel.[137]
  • Institutiones medicae in usus annuae exercitationis domesticos digestae ab Hermanno Borhaave. 2. Ausg. (1. Ausg. 1708) Johann van der Linden, Leiden 1713[138] Darin: Phlebotome.[139]
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Gerard van Swieten (1700–1772)
Van Swieten war zunächst Schüler und Stellvertreter Boerhaaves in Leiden, ab 1745 Leibarzt der österreichischen Kaiserin Maria Theresia in Wien und Gründer der Älteren Wiener Medizinischen Schule.

Den Aderlass verordnete er sparsam. Er sprach sich gegen prophylaktische Aderlässe aus, da diese nach seiner Einschätzung die Plethora eher vermehrten.[140] Andererseits empfahl er kräftige Aderlässe zu Beginn fieberhafter Erkrankungen.[141][142] Unter Berufung auf Celsus[143] empfahl van Swieten, in der akuten Phase eines Schlaganfalls den Aderlass durchzuführen, „denn es ist besser, ein gefährliches Hilfsmittel anzuwenden, als gar keines.“ [144]

  • Des Freyherrn Gerhards van Swieten Beyder Röm. Kayserl. und Königl. Maj. Rathes und ersten Leibarztes … Erläuterungen der Boerhaavischen Lehrsätze von Erkenntniß und Heilung der Krankheiten. Aus dem Lateinischen in das Deutsche übersetzet. Johann Paul Krauß, Frankfurt und Leipzig. 1. Teil 1755[145] --- 2. Teil 1767[146] --- 3. Teil 1769[147] --- 4. Teil 1771[148] --- 5. Teil 1. Band[149] --- 5, Teil, 2. Band 1775[150] --- Register Aderlass:[151]

William Cullen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Werke
William Cullen
William Cullen (1710–1790)
Der schottische Arzt und Chemiker William Cullen genoss zu Lebzeiten einen großen Ruf aufgrund der methodischen Klarheit seines Unterrichts und aufgrund der Vielseitigkeit seines Wissens. Seine Lehrbücher wurden bald ins Französische und Deutsche übersetzt. Insbesondere seine Abhandlungen über die Materia medica [152] und seine Anfangsgründe der praktischen Arzneiwissenschaft [153] wurden als Leitfäden für die ärztliche Praxis stark beachtet. So hatte er auch großen Einfluss auf die Aderlasspraxis seiner Zeitgenossen.

Ausführlich schrieb er über den Aderlass in der „Brustentzündung mit inflammatorischem Fieber“.[154] In dieser Krankheit sei der erste Aderlass entscheidend für die Heilung. Er sollte so stark wie möglich, bis zum Nachlassen des Schmerzes oder bis zur Erleichterung des Atemholens ausgeführt werden, eventuell bis der Patient in Ohnmacht fiel.[155] Ähnlich wie Gerard van Swieten empfahl auch Cullen im Anfangsstadium des Schlaganfalls einen Aderlass. Dieser sollte vorzugsweise aus der Halsvene, ersatzweise aus einer Vene an der Ellenbeuge oder aus der Schläfenarterie, eventuell durch die Anwendung von blutigem Schröpfen an der Schläfe und im Nacken geschehen.[156] Als weitere Indikation für den Aderlass sah Cullen die Vorbeugung von epileptischen Anfällen bei vollblütigen Personen an.[157] Auch für ausgesuchte Fälle von Engbrüstigkeit sei der Aderlass hilfreich.[158] Um „ertrunkene Personen wiederherzustellen“ sollte neben allgemeiner Erwärmung und Belüftung der Lungen durch Einblasen in ein Nasenloch auch ein Aderlass im Kopfbereich ausgeführt werden.[159] Bei Raserei schließlich empfahl Cullen zunächst die Einwirkung von Furcht, die mittels Ausführung oder Androhung von Peitschen- und Stockhieben zu erreichen sei. Daneben sollte auch ein Aderlass, vorzugsweise im Kopfbereich, ausgeführt werden.[160]

  • Anfangsgründe der praktischen Arzneywissenschaft. C. Fritsch, Leipzig. Band I 1778[161] Band II 1780[162] Band III 1784[163] Band IV 1785[164]
2. Auflage. Band I 1789[165] Band II 1789[166] Band III 1789[167] Band IV 1789[168]

John Brown – Giovanni Rasori[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
John Brown
John Brown (1735–1788)
Im Krankheitskonzept des schottischen Cullen-Schülers John Brown wurde die Therapie auf die Anwendung von anregend wirkenden Mitteln bei „asthenischen“ Krankheiten und von dämpfend wirkenden Mitteln bei „sthenischen“ Krankheiten reduziert. Den Aderlass betrachtete er als das stärkste der dämpfend bei „sthenischen“ Krankheiten wirkenden Mittel.
„Findet man also eine heftige Diathesis vor, wie in der Peripneumonie, der Phrenitis, den Blattern und Masern und dem Rotlauf (wenn letztere drei Krankheiten in ihrem höchsten Grade da sind), so muss man sogleich zu dem kräftigsten, schnell wirksamen Mittel seine Zuflucht nehmen, und Blut lassen, und zwar nicht so viel, wie manche tun, die darauf ihre ganze Heilart gründen, aber doch mehr, als einige andere anraten.“[169]

Die Menge des zu lassenden Blutes richtete sich nach der Verschiedenheit des Alters, Geschlechts, der Leibesstärke und der Heftigkeit der schädlichen Einwirkungen. Im kraftvollsten erwachsenen Alter sollte die Menge 10 bis 12 Unzen (ca. 300–360 g) betragen. Als beste Regel gab Brown aber an, dass die zu lassende Blutmenge aufgrund der Wirkung des Aderlasses bestimmt werde.

  • John Brown’s System der Heilkunde. Nach der letzteren, vom Verfasser sehr vermehrten und mit Anmerkungen bereicherten Englischen Ausgabe übersetzt und mit einer kritischen Abhandlung über die Brownischen Grundsätze begleitet von C. H. Pfaff … Prost und Storch, Kopenhagen 1796[170] Darin: S. 269–270: Heilart der sthenischen Krankheitsform.[171]
Giovanni Rasori
Giovanni Rasori (1766–1837)
Giovanni Rasori entwickelte Browns System zu einer Lehre vom „Contrastimulo“, in der Aderlass eine zentrale Rolle spielte. So entzog er zum Beispiel bei einem Fall von Lungenentzündung in vier Tagen insgesamt 4230 Gramm Blut.[172]
  • Giovanni Rasori. Storia della febbre epidemica di Genova negli anni 1799 e 1800. Pirotta e Maspero, Mailand 1801 (anno IX) (deutsch Wien 1803; französisch Paris 1822)[173]
  • Giovanni Rasori. Principii nuovi di terapeutica. Opera postuma. Band I und II. Ducale, Parma 1842[174]

Johann Gottlieb Wolstein – August Gottlieb Richter - Christoph Wilhelm Hufeland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Johann Gottlieb Wolstein (1738–1820) Unter Berufung auf van Helmonts Abhandlung über das Fieber legte Johann Gottlieb Wolstein 1791 in seinen „Anmerkungen über das Aderlassen …“ dar, dass der Aderlass auch bei akuten Fiebern und bei akuten Entzündungen sowie zu prophylaktischen Zwecken schädlich sei. Wolsteins Schrift bewirkte eine grundsätzliche Diskussion über den Nutzen des Aderlassens, und diese Diskussion führte dazu, dass die Indikationen für den Aderlass eingeschränkt wurden.[175]
  • Johann Gottlieb Wolstein. Anmerkungen über das Aderlassen der Menschen und der Thiere. Trummers Witwe, Wien 1791[176]
August Gottlieb Richter (1742–1812) Siehe unter Hufeland.
Christoph Wilhelm Hufeland. Stipple engraving by F. Bolt, 18 Wellcome V0002910 a.jpg
Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836)
Den allgemeinen Aderlass bezeichnete Hufeland als die am stärksten wirkende, „direkt schwächende Methode“. Er sollte nur beim höchsten Grad allgemeiner oder örtlicher Entzündung sowie bei Plethora angewendet werden. Für einen Erwachsenen sei ein Pfund zu lassendes Blut die Regel. Die letztlich zu lassende Blutmenge richte sich aber nach der Veränderung der Symptomatik und nach der Veränderung des Pulses, die während der Behandlung auftreten.[178]

Hufeland folgte damit den durch seinen Lehrer August Gottlieb Richter formulierten Empfehlungen.[179]

  • Christoph Wilhelm Hufeland. System der practischen Heilkunde ein Handbuch für academische Vorlesungen und für den practischen Gebrauch. Jena, Band I 1800, Band II/1 1802, Band II/2 1805[180]

Samuel Hahnemann - Johann Gottfried Rademacher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen / Personen Besonderheiten Relevante Werke / Quellen
Samuel Christian Friedrich Hahnemann. Line engraving by L. B Wellcome L0016250 a.jpg
Samuel Hahnemann (1755–1843)
Hahnemanns Polemiken richteten sich zunächst vornehmlich gegen die Verschreibungs- und Dispensationsgewohnheiten von Ärzten und Apothekern. Seine grundsätzliche Kritik an der zeitgenössischen Praxis des Aderlassens findet man daher zunächst nur am Rande seiner Abhandlungen, so 1809 in seiner Schrift „Monita über die drei gangbaren Kurarten“.[181] Im Rahmen der in die 1830er-Jahre fallenden erbitterten Kämpfe um die Reinheit seiner Lehre nahm Hahnemann in schärfster Form Stellung gegen jeden Versuch, die Homöopathie mit herkömmlichen, insbesondere schwächenden Mitteln wie Aderlass oder Abführmitteln zu verbinden.
  • Samuel Hahnemann. Organon der Heilkunst von Samuel Hahnemann. Einleitung zur fünften verbesserten und vermehrten Auflage. Arnoldische Buchhandlung, Dresden und Leipzig 1833, S. 11–14[182]
  • Karl Kammerer. Die Homöopathik heilt ohne Blutentziehungen. Baumgärtner, Leipzig 1834[183]
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Johann Gottfried Rademacher (1772–1850)
Rademacher war kein Gegner des Aderlassens. In seinem System von „Organheilmitteln“ und „Universalheilmitteln“, von „Kunstheilung“ und „Naturheilung“ war der Aderlass als „feindlicher Angriff auf den Gesamtorganismus“ ein Mittel der „Kunstheilung.“[184]
  • Rechtfertigung der von den Gelehrten misskannten, verstandesrechten Erfahrungsheillehre der alten scheidekünstigen Geheimärzte und getreue Mittheilung des Ergebnisses einer 25jährigen Erprobung dieser Lehre am Krankenbette von Johann Gottfried Rademacher. 2 Bände. G. Reimer, Berlin 1841.
2. Ausgabe 1846[185] 3. Ausgabe 1848[186]

Jean-Nicolas Corvisart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Jean-Nicolas, Baron Corvisart. Lithograph by Bazin le jeune Wellcome V0001305 a.jpg
Jean-Nicolas Corvisart (1755–1821)
Corvisart, der Begründer der medizinischen Klinik Frankreichs, beschrieb mit Bezug auf Hippolito Francesco Albertini und Antonio Maria Valsalva eine Kur, die den schädlichen Einfluss der Vollblütigkeit auf das Fortschreiten der beginnenden Herzinsuffizienz (der „aktiven Aneurismen des Herzens“) verhindern sollte. Dazu wurde
„durch wiederholte Aderlässe und eine fortgesetzte strenge Diät der Kranke so herunter gebracht, dass er kaum die Hände vom Bett heben konnte. Das Aneurisma verminderte sich in dem Maße wie der Kranke schwächer wurde, und man hob seine Kräfte durch reichere Diät nicht eher, bis die aneurismatisch erweiterten Teile durch ihre natürliche, jetzt nicht mehr gehinderte, Kontraktilität sich wieder zusammengezogen hatten, und das Organ ungefähr wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückgekehrt war.“ [187][188]

Bei Pericarditis und bei Carditis empfahl Corvisart, die Therapie mit allgemeinen und örtlichen Blutentleerungen zu beginnen und diese bei jeder folgenden Verschlimmerung zu wiederholen. Die örtlichen Blutentleerungen sollten durch den Einsatz von Blutegeln in der Brustregion oder am After erfolgen.[189]

Bei Herzinsuffizienz im fortgeschrittenen Stadium („passive Aneurismen des Herzens zweiten Grades“) empfahl er einen unblutigen Aderlass nach der Methode von Giovanni Battista Morgagni:

„Nemlich die Eintauchung der Arme in warmes Wasser, die Fußbäder, mit einem Worte, alles was eine Hinleitung des Blutes nach den Gliedmaßen eine Entleerung des Herzens und der großen Gefäße bewirkt, ist auch in dieser Periode von großem Nutzen, umso mehr, da es gewissermaßen die Stelle der Aderlässe vertreten kann, wo die häufige Anwendung derselben bedenklich sein würde.“ [190][191]
  • Jean Nicolas Corvisart. Essai sur les maladies et les lésions organiques du coeur et des gros vaisseaux. Extrait des leçons cliniques. Migneret, Paris 1806[192]
    • Jean Nicolas Corvisart. Versuch über die Krankheiten und organischen Verletzungen des Herzens und der großen Gefäße. Nach der zweiten Auflage übersetzt von Ludwig Rintel. C. Salfeld, Berlin 1814[193]

François Broussais – René Laënnec - Jean-Baptiste Bouillaud[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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François Joseph Victor Broussais (1772–1838)
Nach Broussais System der „Physiologischen Medizin“ („doctrine physiologique“) beruhen sämtliche Krankheitsformen auf Entzündung, und die höheren Grade derselben erregen auf sympathischem Wege Irritationen anderer Organe; so entsteht das Fieber und zwar liegt den meisten fieberhaften Erkrankungen eine Gastroenteritis zugrunde. Zur Therapie dienten Schleimsuppen und ausgiebigste lokale Applikationen von Blutegeln in der Magengegend.[194]

Angeregt durch Broussais und seine Schüler erlangte die Behandlung mit Blutegeln in Frankreich in der ersten Hälfte des 19. Jh. eine besondere Verbreitung. Die Nachfrage nach Blutegeln konnte bald nicht mehr gedeckt werden und so wurden Vorrichtungen entwickelt, mit denen sich die Aktion der Blutegel nachahmen ließ.[195][196][197]

  • François Broussais. Examen de la doctrine médicale généralement adoptée : et des systèmes modernes de nosologie … Gabon, Paris 1816[198]
  • François Broussais. Traité de physiologie appliquée à la pathologie. Delaunay, Paris. Band I, 1822[199] Band II, 1823[200]
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René Laënnec (1781–1826)
Der Diagnostiker und Systematiker René Laënnec, war kein Gegner des Aderlassens. Er setzte dieses Therapiemittel jedoch zurückhaltend und abwägend ein. Dabei folgte er den Erkenntnissen seiner ärztlichen Kollegen und fügte sparsam Korrekturen bei. In seiner als Corvisart-Schüler verfassten Abhandlung über die Krankheiten der Lungen und des Herzens erwähnte er die Anwendung des Aderlasses bei folgenden Krankheiten: akuter Lungenkatarrh[201], trockener Katarrh [202], feuchter Katarrh [203], Croup[204], Bronchialblutung[205], Lungenemphysem[206], Lungenembolie[207], Lungenentzündung[208], nervöses Asthma bronchiale[209], schwacher Puls[210], Hypertrophie des Herzens[211], Diphtherie[212], nervöses Herzklopfen[213].
  • De l'auscultation médiate : ou traité du diagnostic des maladies des poumons et du cœur. J. A. Brosson und J. S. Chaudé, Paris 1819, Band I [214] Band II[215]
    • Friedrich Ludwig Meissner (Übersetzer). R. T. H. Laennec’s, Prof. der Med. etc. Abhandlung von den Krankheiten der Lungen und des Herzens und der mittelbaren Auscultation als eines Mittels zu ihrer Erkenntniß. August Lehnhold, Leipzig 1832. Teil 1[216] Teil 2[217]
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Jean-Baptiste Bouillaud (1796–1881)
Der klinische Forscher Jean-Baptiste Bouillaud, der als erster den Zusammenhang zwischen akutem Gelenkrheuma und Endokarditis sowie die Lokalisation des Sprachzentrums im Frontallappen beschrieb, nannte seinen Lehrer Broussais einen „Messias der Medizin“. Akute Entzündungen, wie Pneumonie, Typhus, rheumatische Fieber, Tonsillitis und Gesichts-Erysipel, behandelte er durch „forcierte Aderlässe“ („saignés coup sur coup“).[218]
  • Jean-Baptiste Bouillaud. Essai sur la philosophie médicale et sur les généralités de la clinique médicale, précédé d’un résumé philosophique des principaux progrès de la médecine, et suivi d’un parallèle des résultats de la formule des saignées coup sur coup avec ceux de l’ancienne méthode, dans le traitement des phlegmasies aigues. Rouvier et Bouvier, Paris 1856[219]

Pierre Charles Alexandre Louis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Pierre Charles Alexandre Louis (1787–1872)
Pierre Charles Alexandre Louis entwickelte die „numerische Methode“, eine Form der Statistik. Die erste Studie mit seiner neuen Methode machte er über die Behandlung durch Aderlass bei einer Gruppe von 77 Patienten mit einer sehr ähnlichen Form der Lungenentzündung. Er bestimmte den Zeitpunkt des Beginns, die Dauer, sowie die Sterberaten der Krankheit; und ob der Aderlass entweder früh (1–4 Tage seit dem Beginn der Krankheit) oder spät (5–9 Tage) im Verlauf vorgenommen wurde. Basierend darauf fand Louis, dass diejenigen, die früh behandelt wurden, sich früher erholten, aber eine höhere Sterberate aufwiesen. Daraus schloss er, dass Aderlass nur in den späten Stadien der Krankheit wirksam sei. Seine Beobachtungen wurden 1828 in den „Archives générales de médecine“, 1835 in Paris in Buchform veröffentlicht und sie leiteten das Ende der Aderlassroutine ein. Wie fest verwurzelt die Aderlasstherapie damals noch war, geht daraus hervor, dass Louis nur die geringere oder stärkere Verwendung des Aderlasses diskutieren konnte. Den Aderlass an sich konnte er aber nicht in Frage stellen.[220]
  • Pierre Charles Alexandre Louis. Recherches sur les effets de la saignée dans plusieurs maladies inflammatoires. In : Archives générales de médecine. November 1828, S. 321–336[221]
  • Pierre Charles Alexandre Louis. Recherches sur les effets de la saignée dans quelques maladies inflammatoires, et sur l'action de l'hémétique et des vésicatoires dans la pneumonie. Baillière, Paris 1835[222]

Marshall Hall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Marshall Hall (1790–1857)
Der englische Arzt Marshall Hall, der Begründer der Lehre von den Reflexen, befasste sich in eingehenden Studien mit den Folgen des Blutverlustes beim Aderlass. Hall wies nach, dass seröse Ergüsse und Lungenödeme durch den Aderlass verschlimmert werden und dass der Aderlass als Prophylaxe gegen Apoplexie nutzlos sei. Er vertrat die Auffassung, dass alle Arten von Schwächezuständen den Eingriff verbieten, befürwortete jedoch, dass dieser bei mit Fieber verbundenen Delirien oder bei lokalen Entzündungen angezeigt sei.[223]
  • Marshall Hall. Observations on blood-letting founded upon researches on the morbid and curative effects of loss of blood. Sherwood Gilbert and Piper, London 1836[224]

Joseph Dietl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Joseph Dietl (1804–1878)
Der Wiener Kliniker Joseph Dietl erklärte 1849 die bei Lungenentzündung durch Aderlass erzielten Erfolge mit einer durch diesen Eingriff ausgelösten kurzfristigen Erleichterung der Atemnot, die nach seiner Einschätzung aber durch eine erhöhte Sterblichkeit erkauft werde. Er hatte den Einfluss des Aderlasses auf die einzelnen Symptome der Lungenentzündung beobachtet. Die gesammelten Beobachtungen hatte er statistisch ausgewertet. Dietl kam zum Schluss:
„Unseren Erfahrungen zu Folge ist der Aderlass in der Pneumonie nie angezeigt, d. h. zur Wiederherstellung der Gesundheit nie notwendig. … er steigert … die Letalität des pneumonischen Leidens. Hingegen verläuft die Pneumonie am regelmäßigsten, am schnellsten und am günstigsten, wenn sie sich selbst überlassen, d. h. bloß mit diätetischen Mitteln behandelt wird.“
  • Joseph Dietl. Der Aderlass in der Lungenentzündung. Kaulfuss, Wien 1849[225]

Rückblick und Ausblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Wir fragen uns vielleicht, warum die Praxis des Aderlassens so lange bestand. … Mit unserem gegenwärtigen Verständnis der Pathophysiologie könnten wir versucht werden, über solche Methoden der Therapie zu lachen. Aber was werden Ärzte in 100 Jahren von unserer aktuellen Praxis denken? Vielleicht staunen sie über unsere Überbeanspruchung von Antibiotika, über unsere Neigung zur Polypharmazie und über die Schwerfälligkeit von Behandlungen wie Strahlentherapie und Chemotherapie.“

Gerry Greenstone: The history of bloodletting. In: British Columbia Medical Journal, Bd. 52 (2010), No. 1 (Januar/Februar), S. 12–14 [226]

Mit dem Aderlass verbundene therapeutische Konzepte zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben bis heute überlebt. Die im 18. Jh. durch Albertini, Valsalva und Corvisart eingeführte Aderlassbehandlung der beginnenden Herzinsuffizienz (der „aktiven Aneurismen des Herzens“) ist heute durch die Verordnung von Thiaziddiuretika ersetzt, wodurch an das hydraulikbasierte Therapiekonzept des 18. Jh. angeknüpft wird: Durch Verminderung des Blutvolumens (und durch Senkung des Blutdrucks) soll die Ausbildung einer Herzinsuffizienz verhindert werden.[227]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Luttrell-Psalter, London, Brit. Mus., Add. Ms. 42130, fol. 61r (Digitalisat)
  2. Arturo Castiglioni. Der Aderlaß, in: Ciba-Zeitschrift 66, Band 6, Wehr / Baden 1954, S. 2187
  3. Arturo Castiglioni. Der Aderlaß, in: Ciba-Zeitschrift 66, Band 6, Wehr / Baden 1954, S. 2187
  4. Richard Kapferer. Die Werke des Hippokrates. Die hippokratische Schriftensammlung in neuer deutscher Übersetzung. Bd. 1–5, Hippokrates, Stuttgart / Leipzig, 1934–1939, IV, 80 (Zitiert nach Castiglioni 1954, S. 2190)
  5. Richard Kapferer. Die Werke des Hippokrates. Die hippokratische Schriftensammlung in neuer deutscher Übersetzung. Bd. 1–5, Hippokrates, Stuttgart / Leipzig, 1934–1939, VII, 29-30 (Zitiert nach Castiglioni 1954, S. 2191)
  6. Karl Friedrich Heinrich Marx. Herophilus. Ein Beitrag zur Geschichte der Medizin. Karlsruhe 1838. S. 51–52 (Aderlass)
  7. Galeni de venae sectione adversus Erasistratum liber. In: Karl Gottlob Kühn (Hrsg.) Claudii Galeni Opera Omnia. Leipzig 1821, Band XI, S. 147–186, hier: S. 163: (Digitalisat)
  8. Galen. De venae sectione adversus Erasistratum liber. (Digitalisat)
  9. Aulus Cornelius Celsus. Aur. Corn. Celsi De Medicina : Libri Octo ; Cum Notis Integris Joannis Caesarii, Roberti Constantini, Josephi Scaligeri, Isaaci Casauboni, Joannis Baptistae Morgagni. Ac locis Parallelis ; Cura & Studio Th. J. ab Almeloveen, … Accedunt J. Rhodii vita C. Celsi, Variae Lectiones ex tribus antiquis editionibus, itemque Loci aliquot Hippocratis Et Celsi Ab Henrico Stephano parallelōs concinnati. Thurneisen, Basel 1748 (Digitalisat) Darin: Celsi Medicina. Buch II, Kapitel 10, S. 77–82: De sanguinis detractione per venas (Digitalisat)
  10. Eduard Scheller (Übers.). Aulus Cornelius Celsus. Über die Arzneiwissenschaft in acht Büchern. Nach der Textausgabe von Charles Victor Daremberg. 2. Aufl. Vieweg, Braunschweig 1906. Darin: Buch II, Kapitel 10, S. 81–86 : Vom Aderlassen (Digitalisat)
  11. Iwan Bloch. In: Max Neuburger und Julius Pagel (Herausgeber). Handbuch der Geschichte der Medizin. (Begründet von Theodor Puschmann). Fischer, Jena 1902 Band I, S. 422–423: Celsus … Allgemeine Therapeutik, Diätetik und Hygiene (Digitalisat)
  12. Celsus (Morgagni). De Medicina. 1748 (Digitalisat)
  13. Celsus. De sanguinis detractione per venas (Digitalisat)
  14. Celsus. ... Vom Aderlassen ... (Digitalisat)
  15. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 68–76 (Digitalisat)
  16. Arturo Castiglioni: Der Aderlaß, in: Ciba-Zeitschrift 66, Band 6, Wehr / Baden 1954, S. 2195
  17. Galen. De curatione per sanguis missionem, libellus.(Digitalisat)
  18. Claudii Galeni Pergameni, de Ratione curandi per sanguinis missionem. (Digitalisat)
  19. Claudii Galeni pergameni, de hirudinibus, revulsione, cucurbitulae et Scarificatione Libellus. (Digitalisat)
  20. Galeni de venae sectione adversus Erasistratum liber. (Digitalisat)
  21. Galeni de venae sectione adversus Erasistrateos Romae Degentes. (Digitalisat)
  22. Galeni de curandi ratione per venae sectionem. (Digitalisat)
  23. Galeni de hirudinibus, revulsione, cucurbitula, incisione et scarificatione. (Digitalisat)
  24. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 99–102 (Digitalisat)
  25. Arturo Castiglioni: Der Aderlaß, in: Ciba-Zeitschrift 66, Band 6, Wehr / Baden 1954, S. 2197
  26. Liber Rasis ad Almansorem Venedig 1497, Traktat 7, Cap. 21 (Digitalisat)
  27. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 109 (Digitalisat)
  28. Kitāb at-Taisīr fī l-mudāwāt wa-t-tadbīr, Buch I, Traktat 16, Kapitel 3 (Digitalisat)
  29. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 108 (Digitalisat)
  30. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 103–106 (Digitalisat)
  31. Abulcasis. De phlebotomia Venarum. (Digitalisat)
  32. Lucien Leclerc. Abulcasis ... De la section des vaisseaux sanguins (Digitalisat)
  33. Avicenna. Kanon der Medizin Buch I, Fen IV, Capitel 20 (Ausgabe Andrea Alpago 1556) (Digitalisat)
  34. Michael R. McVaugh. Medicine before the plague. Practitioners and their patients in the Crown of Aragon, 1285-1345. University Press, Cambridge 1993 S. 152–153 ISBN 0 521 41235 8
  35. Julius Pagel. Die Chirurgie des Heinrich von Mondeville ... 1892 (Digitalisat)
  36. Edouard Nicaise. Chirurgie de maître Henri de Mondeville ... 1893 (Digitalisat)
  37. Max Neuburger. Literarhistorische Übersicht. Henri de Mondeville. 1911 (Digitalisat)
  38. La grande chirurgie de Guy de Chauliac... 1499 (Digitalisat). Lyon 1585, S. 358–366 (Digitalisat)
  39. E. Nicaise 1890 (Digitalisat)
  40. Cpg 233, Westdeutschland, 4. Viertel 15. Jh. Blatt 1r-31r: Johannnes de Rupescissa. De consideratione quintae essentiae. (Dyß ist daz bůche von deme fünfften wesen . zu latyne quinta essentia.) Blatt 7v-8r: Daz fünffte wesen von menschen blut zu machen (Digitalisat)
  41. Udo Benzenhöfer: Johannes’ de Rupescissa ‚Liber de consideratione quintae essentiae omnium rerum‘ deutsch. Studien zur Alchemia medica des 15. bis 17. Jahrhunderts mit kritischer Edition des Textes. Steiner, Stuttgart 1989 (= Heidelberger Studien zur Naturheilkunde der frühen Neuzeit, 1) S. 109–110: Wie man daz fünffte wesen sol ziehen … zu deme ersten von menschen blute …
  42. Kleines Destillierbuch 1500, Menschen Blut Wasser (Digitalisat)
  43. Friedrich Lenhardt: „Wann ain mensch geswillet von lassen“. Anweisungen zur Therapie von Komplikationen beim Aderlaß. In: „gelêrter der arzeniê, ouch apotêker“. Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte. Festschrift zum 70. Geburtstag von Willem F. Daems. Hrsg. von Gundolf Keil, Horst Wellm Verlag, Pattensen/Hannover 1982 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, 24), ISBN 3-921456-35-5, S. 269–300, hier: S. 280–281
  44. Cpg 644. Medizinische Traktate und Rezepte. Süddeutschland 1450 – 1470, Blatt 63-76r (Digitalisat)
  45. Fasciculus Medicinae. Gregoriis, Venedig 26. Juli 1491, Blatt 2v-5v (Digitalisat)
  46. Hans von Gersdorff. Feldbuch der Wundarznei. Schott, Straßburg 1517, Blatt 14r-18r (Kapitel 13-16) (Digitalisat)
  47. Erster Theil der Bücher und Schrifften des Edlen / Hochgelehrten und Bewehrten Philosophi unnd Medici, Philippi Theophrasti Bombast von Hohenheim … (Huser-Ausgabe) Conrad Waldkrich, Basel 1589, S. 86: (Digitalisat)
  48. Dritter Theil der Bücher und Schrifften des Edlen / Hochgelehrten und Bewehrten Philosophi unnd Medici, Philippi Theophrasti Bombast von Hohenheim … (Huser-Ausgabe) Conrad Waldkrich, Basel 1589, S. 402 (Digitalisat)
  49. Paracelsus. Aderlassens Underricht ... (Digitalisat)
  50. Johannis Baptistae von Helmont. Wieder das Aderlassen … (Digitalisat)
  51. Johannis Baptistae von Helmont. ... Das Aderlassen bei den Fiebern wird untersucht (Digitalisat)
  52. Giovanni Manardi. Galeni ars medicinalis. Rom 1525. (Digitalisat)
  53. De arthritide liber unus … Meietus, Venedig 1586, S. 49 : Qua vena in arthriticis secanda. (Digitalisat)
  54. Lorenzo Bellini. … de missione sanguinis … Antonius Pisarius, Bologna 1683. S. 76–214 (Digitalisat) … de morbi pulmonis et pectoris. Antonius Pisarius, Bologna 1683. S. 562–603 (Digitalisat)
  55. Pierre Brissot. Apologetica disceptatio, qua docetur per quae loca sanguis mitti debeat in viscerum inflammationibus.(Digitalisat)
  56. Andreas Vesalius. Epistola ... (Digitalisat)
  57. Leonhart Fuchs. Errata recentiorum medicorum ... (Digitalisat)
  58. Leonhart Fuchs. Apologia Leonhardi Fuchsii contra Hieremiam Thriverum Brachelium ... (Digitalisat)
  59. Lorenz Fries. Spiegel der Arznei. Grüninger, Straßburg 1518, Blatt 71v-76v (Digitalisat)
  60. Lorenz Fries. Defensio medicorum princeps Avicennae, ad Germaniae Medicos. Johann Knoblauch, Straßburg 24. August 1530. (Digitalisat) Teilübersetzung bei: Felix Klein-Franke. Die klassische Antike in der Tradition des Islam. Darmstadt 1980 (Erträge der Forschung, Bd. 136.), S. 24–28
  61. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 149–150 (Digitalisat)
  62. Santorio Santorio. De Revulsione & derivatione. (Digitalisat)
  63. Leonardo Botallo. De curatione per sanguinis missionem. De incidendae venae cutis scarificandae, & hirudinum amplicandarum modo. (Digitalisat)
  64. Leonardo Botallo. De curatione per sanguinis missionem. De incidendae venae cutis scarificandae, & hirudinum amplicandarum modo. (Digitalisat)
  65. Leonardo Botallo. Opera omnia. Darin: S. 95–344 De curatione per sanguinis missionem Liber. (Digitalisat)
  66. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 153–155 (Digitalisat)
  67. William Harvey. De Motu Cordis (Digitalisat)
  68. Marcello Malpipghi. De sanguinis circulatione (Digitalisat)
  69. Karl Eduard Rothschuh. Jean Riolan jun. (1580–1657) im Streit mit Paul Marquart Schlegel (1605–1653) um die Blutbewegung Harveys. Ein Beitrag zur Geschichte der Psychologie des wissenschaftlichen Irrtums. In: Gesnerus. Swiss Journal of the history of medicine and sciences. Band 21 (1964), S. 72–82, hier: S. 80 (Digitalisat)
  70. Jean Riolan der Jüngere. Opuscula Anatomica Nova ... (Digitalisat)
  71. Abraham Nicolas Amelot de la Houssaye (1634-1706). Mémoires historiques, politiques, critiques et littéraires. Zacharias Chatelain, Amsterdam 1737, Band II, S. 193–194 (Digitalisat)
  72. Pierre Sue. Notice et extrait raisonné d'un livre de médecine devenu si rare qu'on n'en connaît que deux ou trois exemplaires, avec des notes historiques, littéraires et critiques, par P. Sue,... Migneret, Paris 1807, S. 8 (Digitalisat)
  73. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 164–167 (Digitalisat)
  74. Theodor Meyer-Steineg. Die Reform der praktischen Medizin durch Thomas Sydenham. In: Theodor Meyer-Steineg und Karl Sudhoff. Geschichte der Medizin im Überblick mit Abbildungen. 4. Aufl. Jena 1950, S. 325–328
  75. Erwin H. Ackerknecht. Geschichte der Medizin. 3. Aufl. Enke, Stuttgart 1977, S. 108–109
  76. Das Laudanum liquidum Sydenhami. Safranhaltige Opiumtinktur war bis ins 19. Jh. offizinell. Friedrich Mohr. Commentar zur Preussischen Pharmacopoe … nach der 6. Auflage. Braunschweig 1854, Band II, S. 381–382: Tinctura Opii crocata. (Digitalisat)
  77. Thomas Sydenham (Hrsg. J. Krafft 1839). Medizinische Schriften. Band II, S. 326–332: Verzeichnis einiger in der Praxis gebräuchlichen Hilfsmittel. Digitalisat
  78. Medizinische Schriften in der Übersetzung von J. Krafft, Ulm 1839, 2. Teil S. 161 (Digitalisat)
  79. Medizinische Schriften in der Übersetzung von J. Krafft, Ulm 1839, 1. Teil S. 296 (Digitalisat)
  80. Thomas Sydenham. Methodus curandi febres, propriis observationibus superstructa … (Digitalisat)
  81. Thomas Sydenham. Observationes Medicae ... (Digitalisat)
  82. Médecine pratique de Sydenham ... (Digitalisat)
  83. Thomas Sydenham. Medizinische Werke ... Band I (Digitalisat)
  84. Thomas Sydenham. Medizinische Werke ... Band II (Digitalisat)
  85. Thomas Sydenham’s sämmtliche medicinische Schriften in die deutsche Sprache übersetzt von J. Kraft. Band I (Digitalisat)
  86. Thomas Sydenham’s sämmtliche medicinische Schriften in die deutsche Sprache übersetzt von J. Kraft. Band II (Digitalisat)
  87. Carl Gottlob Kühn.Th. Sydenhami opera universa medica. (Digitalisat)
  88. Zum Beispiel bei der Behandlung der Krankheiten der Landleute. Johann Christian Gottlieb Ackermann (Übersetzer). Bernard Ramazzini`s Abhandlung von den Krankheiten der Künstler und Handwerker. Franzen & Grosse, Stendal 1780, S. 308: Sehr oft wird bei der Heilung der Krankheiten, die die Landleute befallen, deswegen gefehlt, weil man insgemein glaubt, sie könnten wegen ihrer starken Kräfte leicht stärkere Mittel vertragen, als die in der Stadt wohnenden Leute. Ich sehe oft, dass die armen Bauern, die in die allgemeinen Krankenhäuser gebracht werden, von den jungen Ärzten durch den Gebrauch starker Purgiermittel, und das wiederholte Aderlassen gänzlich entkräftet werden, da doch ihre von der Arbeit geschwächten Kräfte den Gebrauch dieser Mittel nicht zu lassen. (Digitalisat)
  89. Johann Christian Gottlieb Ackermann (Übersetzer). Bernard Ramazzini`s Abhandlung von den Krankheiten der Künstler und Handwerker. Franzen & Grosse, Stendal 1780 (Digitalisat)
  90. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 155–156 (Digitalisat)
  91. Lorenzo Bellini. De sanguinis missione (Digitalisat)
  92. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 156–157 (Digitalisat)
  93. Jean-Baptiste Silva. Traité de l’usage des differentes sortes de saignées, principalement de celle du pied. Seconde partie. (Digitalisat)
  94. Jean-Baptiste Silva. Traité de l’usage des differentes sortes de saignées, principalement de celle du pied. Premiere partie. (Digitalisat)
  95. Jean-Baptiste Silva. Des indications qui demandent l’évacuation du sang. (Digitalisat)
  96. Jean-Baptiste Silva. Dissertation. Où l’on examine si dans les inflammations il faut toujours donner la préférence à la saignée révulsive. (Digitalisat)
  97. Idée générale de l’économie animale, et observations sur la petite-vérole. Paris 1722, S. 250 (Digitalisat)
  98. Jean Claude Adrien Helvétius. Idée générale de l’économie animale, et observations sur la petite-vérole (Digitalisat)
  99. Jean Besse. Lettre à Monsieur … (Helvétius) (Digitalisat)
  100. Lettres à M. au sujet de la Lettre critique de M. Besse ... (Digitalisat)
  101. Jean Claude Adrien Helvétius. Principia Physico-Medica. Band I (Digitalisat)
  102. Jean Claude Adrien Helvétius. Principia Physico-Medica. Band II (Digitalisat)
  103. Julien Offray de La Mettrie. Traité de la Petite Vérole avec la manière de guérir cette maladie ... (Digitalisat)
  104. Darin S. 62–68 : De la Saignée (Digitalisat)
  105. Julien Offray de La Mettrie. Observations de Médecine pratique (Digitalisat)
  106. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 156 (Digitalisat)
  107. Dionys Krägel und Georg Hamberger. De Venaesectione quatenus motum sanguinis mutat. (Digitalisat)
  108. Simon Paul Hilscher und Georg Hamberger. Prolusio qua demonstratur medicum non esse debere haemophobum. (Digitalisat)
  109. François Quesnay. Observations sur les effets de la saignée ... (Digitalisat)
  110. Jean-Baptiste Sénac. L' Anatomie d'Heister ... (Digitalisat)
  111. Darin, S. 318–354 : La dérivation et la révulsion. (Digitalisat)
  112. Jean-Baptiste Sénac. Traité de la structure du cœur, de son action, et de ses maladies Band II (Buch III, Kapitel VI, Abschnitt 1-8), S. 162–198: Des loix que suit le sang dans son cours. (Digitalisat)
  113. Band II (Buch III, Kapitel VI, Abschnitt 3) S. 176–179: Loix … selon Bellini … (Digitalisat)
  114. Band II (Buch III, Kapitel VI, Abschnitt 4-8) S. 179–198: Révulsion & dérivation … (Digitalisat)
  115. Anton de Heyde. Anatome Mytuli ... (Digitalisat)
  116. Observatio LXXXV. Experimenta sanguinis circulationem spectantia. (Digitalisat)
  117. Anton de Heyde. Experimenta circa sanguinis missionem ... (Digitalisat) (Digitalisat)
  118. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 179–180 (Digitalisat)
  119. Albrecht von Haller. Venae sectionis in mutando motu sanguinis effectus. (Digitalisat)
  120. Albrecht von Haller. Effets de la saignée sur la direction du sang (Digitalisat)
  121. Julius Walbaum. Disputatio medico-chirurgica, de venae sectione. (Digitalisat)
  122. Anhang: Abbildungen (Digitalisat)
  123. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 170–172 (Digitalisat)
  124. Friedrich Hoffmann. Betrachtung des herrlichen Nutzens / den man sich vom Aderlassen / zur Erhaltung eines gesunden und langen Lebens / versprechen kann (Digitalisat)
  125. Friedrich Hoffmann und J.J. Zerbach. De venaesectionis prudenti administratione. Halle 1723 (Digitalisat) – Friedrich Hoffmann und Johann Gottlieb Türcke. Dissertatio inauguralis medica. De iudicio ex sanguine per venaesectionem emisso. Halle 1727 (Digitalisat) – Friedrich Hoffmann und Christian Gottlob Wahl. De venaesectionis abusu, vom Mißbrauch des Aderlassens. Halle 1730 (Digitalisat)
  126. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 172–175 (Digitalisat)
  127. Theodor Meyer-Steineg. Systembildung in der Medizin des 18. Jahrhunderts. In: Theodor Meyer-Steinegg und Karl Sudhoff. Geschichte der Medizin im Überblick mit Abbildungen. 4. Aufl. Jena 1950, S. 340–350.
  128. Georg Ernst Stahl. Herrn George Ernst Stahls … Gründliche Abhandelung des Aderlassens ... (Digitalisat)
  129. Georg Ernst Stahl und Christian Albert Richter. Disputatio medica inauguralis, quae exhibet venaesectionis patrocinium, simul indicans ejus usum et abusum. Salfeldius, Halle 1698 (Digitalisat) - Christian Henckel, Halle 1715 (Digitalisat) Christian Henckel, Halle 1730 (Digitalisat) – Georg Ernst Stahl und Andreas Hoffmann. Diss. inaug. chir. med. de phlebotomia. Zeitlerus, Halle 1701 (Digitalisat) – Georg Ernst Stahl und Johann Wolfgang Loges. Dissertatio medico-practica inauguralis de venae sectione in febribus acutis. Henckel, Halle 1703 (Digitalisat) – Georg Ernst Stahl und Paul Daniel Bleibel. Disputatio medica inauguralis de venae sectione in pede et aliis certis corporis regionibus. Henckel, Halle 1705 (Digitalisat)
  130. Franz Xaver Mezler. Versuch einer Geschichte des Aderlasses. Wohler, Ulm 1793, S. 197–209 (Digitalisat)
  131. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 180–183 (Digitalisat)
  132. Barthez. Nouveaux éléments de la science de l’homme. Baillière, (1. Ausgabe 1773) Paris, 1838, Band II, S. 342–343 (Digitalisat)
  133. Théophile de Bordeu. Œuvres complètes de Bordeu … Caille et Ravier, Paris 1818, Band I (Digitalisat)
  134. Théophile de Bordeu. Œuvres complètes de Bordeu … Caille et Ravier, Paris 1818, Band II (Digitalisat)
  135. Paul Joseph Barthez. Nouveaux éléments de la science de l’homme. Baillière, (1. Ausgabe 1773) Paris, 1838, Band II, S. 342–343 (Digitalisat)
  136. Johann Christian Reil. Über die Erkenntniss und Cur der Fieber. Curtsche Buchhandlung, Halle 1799, Band I, Allgemeine Fieberlehre, 14. Kapitel, §189-§201 (S. 354–369) Vom Blutenlassen (Digitalisat)
  137. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 177–179 (Digitalisat)
  138. Institutiones medicae in usus annuae exercitationis domesticos digestae ab Hermanno Borhaave.(Digitalisat)
  139. Phlebotome. (Digitalisat)
  140. Des Freyherrn Gerhards van Swieten … Erläuterungen der Boerhaavischen Lehrsätze … Band I, S. 314–315 (Digitalisat)
  141. Des Freyherrn Gerhards van Swieten … Erläuterungen der Boerhaavischen Lehrsätze … Band II, S. 254–255 (Digitalisat)
  142. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 186–188 (Digitalisat)
  143. Zitat Celsus: „Wenn sich in allen Gliedern des Leibes eine starke Lähmung eingefunden hat, so wird ein Aderlass den Patienten entweder gesund machen, oder töten.“ Eduard Scheller (Übers.). Aulus Cornelius Celsus. Über die Arzneiwissenschaft in acht Büchern. Nach der Textausgabe von Charles Victor Daremberg. 2. Aufl. Vieweg, Braunschweig 1906, S. 83 (Digitalisat)
  144. Van Swieten. Erläuterungen der Boerhaaveschen Lehrsätze. (Digitalisat)
  145. ... Erläuterungen der Boerhaavischen Lehrsätze von Erkenntniß und Heilung der Krankheiten ... 1. Teil (Digitalisat)
  146. ... Erläuterungen der Boerhaavischen Lehrsätze von Erkenntniß und Heilung der Krankheiten ... 2. Teil (Digitalisat)
  147. ... Erläuterungen der Boerhaavischen Lehrsätze von Erkenntniß und Heilung der Krankheiten ... 3. Teil (Digitalisat)
  148. ... Erläuterungen der Boerhaavischen Lehrsätze von Erkenntniß und Heilung der Krankheiten ... 4. Teil (Digitalisat)
  149. ... Erläuterungen der Boerhaavischen Lehrsätze von Erkenntniß und Heilung der Krankheiten ... 5. Teil, 1. Band (Digitalisat)
  150. ... Erläuterungen der Boerhaavischen Lehrsätze von Erkenntniß und Heilung der Krankheiten ... 5. Teil, 2. Band (Digitalisat)
  151. ... Register Aderlass (Digitalisat)
  152. Lectures on the Materia medica. H. Whitestone, Dublin 1761 (Deutsche Übersetzung: J. P. Ebeling. Weygand, Leipzig 1781) und A treatise of the Materia Medica. Charles Elliot, Edinburgh 1789 (Deutsche Übersetzung: Samuel Hahnemann. Schwickert, Leipzig 1790)
  153. First lines of the practice of Physic. C. Elliot, Edinburgh 1783 (Deutsche Übersetzung: Anfangsgründe der praktischen Arzneywissenschaft. C. Fritsch, Leipzig 1784)
  154. Anfangsgründe der praktischen Arzneywissenschaft. C. Fritsch, Leipzig 1778, Band I, No 69: Einteilung in inflammatorische und Nervenfieber (Digitalisat)
  155. Anfangsgründe der praktischen Arzneywissenschaft. C. Fritsch, Leipzig 1778, Band I, No. 348-353 (Digitalisat)
  156. Anfangsgründe der praktischen Arzneywissenschaft. C. Fritsch, Leipzig 1784, Band III, No. 1069 (Digitalisat)
  157. Anfangsgründe der praktischen Arzneywissenschaft. C. Fritsch, Leipzig 1784, Band III, No. 1264-165 (Digitalisat)
  158. Anfangsgründe der praktischen Arzneywissenschaft. C. Fritsch, Leipzig 1784, Band III, S. 216 (Digitalisat)
  159. Anfangsgründe der praktischen Arzneywissenschaft. C. Fritsch, Leipzig 1784, Band III, S. 332 (Digitalisat)
  160. Anfangsgründe der praktischen Arzneywissenschaft. C. Fritsch, Leipzig 1785, Band IV, S. 37 (Digitalisat)
  161. Anfangsgründe der praktischen Arzneywissenschaft. C. Fritsch, Leipzig. Band I 1778 (Digitalisat)
  162. Band II 1780 (Digitalisat)
  163. Band III 1784 (Digitalisat)
  164. Band IV 1785 (Digitalisat)
  165. Band I (Digitalisat)
  166. Band II (Digitalisat)
  167. Band III (Digitalisat)
  168. Band IV (Digitalisat)
  169. John Brown’s System der Heilkunde … übersetzt .. von C. H. Pfaff Kopenhagen 1796, S. 269 (Digitalisat)
  170. John Brown’s System der Heilkunde ... (Digitalisat)
  171. Darin: S. 269–270: Heilart der sthenischen Krankheitsform. (Digitalisat)
  172. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 207–211: Die Lehre vom Contrastimulus: (Digitalisat)
  173. Giovanni Rasori. Storia della febbre epidemica di Genova negli anni 1799 e 1800. (Digitalisat)
  174. Giovanni Rasori. Principii nuovi di terapeutica. Opera postuma (Digitalisat)
  175. Carl Ferdinand von Gräfe, Christoph Wilhelm von Hufeland und Dietrich Wilhelm Heinrich Busch: Encyclopädisches Wörterbuch der medicinischen Wissenschaften. Band I, Boike, Berlin 1828, S. 376–403: Aderlass (Digitalisat), S. 386: Wolstein (Digitalisat)
  176. Johann Gottlieb Wolstein. Anmerkungen über das Aderlassen der Menschen und der Thiere. Trummers Witwe, Wien 1791 (Digitalisat)
  177. Georg August Richter und August Gottlieb Richter. Die specielle Therapie. Band I 1817, S. 100–107 Einfaches Entzündungsfieber, Von den Blutausleerungen (Digitalisat) Band IX 1828 Register und Literatur, S. 40–45 Blutausleerungen (Digitalisat)
  178. Christoph Wilhelm Hufeland. System der practischen Heilkunde ein Handbuch für academische Vorlesungen und für den practischen Gebrauch. Jena 1800, Band I, S. 480 ff. (Digitalisat)
  179. Carl Ferdinand von Gräfe, Christoph Wilhelm von Hufeland und Dietrich Wilhelm Heinrich Busch: Encyclopädisches Wörterbuch der medicinischen Wissenschaften. Band I, Boike, Berlin 1828, S. 389 (Digitalisat)
  180. Christian Wilhelm Hufeland. System der practischen Heilkunde ein Handbuch für academische Vorlesungen und für den practischen Gebrauch. Jena, Band I 1800 (Digitalisat) Band 2/1 1802 (Digitalisat)Band 2/2 1805 (Digitalisat)
  181. Monita über die drei gangbaren Kurarten. Abgedruckt in: Kleine medizinische Schriften von Samuel Hahnemann. Gesammelt von D. Ernst Stapf. Arnold, Dresden 1829 Band I, S. 91–125, darin S. 108–109: über Aderlass (Digitalisat). Ursprünglich in Hufelands Journal, Band 11, 4. Stück 1809.
  182. Organon der Heilkunst von Samuel Hahnemann. Fünfte verbesserte und vermehrte Auflage. Arnoldische Buchhandlung, Dresden und Leipzig 1833, S. 11–14 (Digitalisat)
  183. Karl Kammerer. Die Homöopathik heilt ohne Blutentziehungen. Baumgärtner, Leipzig 1834 (Digitalisat)
  184. Erfahrungsheillehre. 3. Ausgabe, Band II, S. 525–532 (Aderlass) (Digitalisat); S. 781 (Register – Aderlass) (Digitalisat)
  185. Rademacher. Erfahrungsheillehre. 2. Ausgabe, Band I (Digitalisat) Band II (Digitalisat)
  186. Rademacher. Erfahrungsheillehre. 3. Ausgabe, Band I (Digitalisat) Band II (Digitalisat)
  187. Versuch über die Krankheiten und organischen Verletzungen des Herzens … Berlin 1814, S. 171 (Digitalisat)
  188. Jean Nicolas Corvisart. Essai sur les maladies et les lésions organiques du coeur et des gros vaisseaux. Extrait des leçons cliniques. Migneret, Paris 1806, S. 154–156 (Digitalisat)
  189. Versuch über die Krankheiten und organischen Verletzungen des Herzens … Berlin 1814, S. 386 (Digitalisat)
  190. Versuch über die Krankheiten und organischen Verletzungen des Herzens … Berlin 1814, S. 392 (Digitalisat)
  191. Jean Nicolas Corvisart. Essai sur les maladies et les lésions organiques du coeur et des gros vaisseaux. Extrait des leçons cliniques. Migneret, Paris 1806, S. 157–158 (Digitalisat)
  192. Jean Nicolas Corvisart. Essai sur les maladies et les lésions organiques du coeur et des gros vaisseaux. Extrait des leçons cliniques (Digitalisat)
  193. Jean Nicolas Corvisart. Versuch über die Krankheiten und organischen Verletzungen des Herzens und der großen Gefäße (Digitalisat)
  194. Josef Bauer. Geschichte der Aderlässe. München 1870, S. 216 (Digitalisat)
  195. Antoine Pierre Demours. Notice sur l’acupuncture et sur une nouvelle espèce de ventouse armée de lancettes… In: Journal universel des sciences médicales. Band XV, Paris 1819, S. 107–113 (Digitalisat)
  196. Jean-Baptiste Sarlandière. Bdellomètre. Im Artikel Ventouse (Schröpfglas) , im : Dictionnaire des sciences médicales Panckoucke, Paris 1821, Band 57, S. 174–189 (hier: S. 180–185) Text (Digitalisat) Abbildung; (Digitalisat)
  197. Charles Louis Stanislaus Heurteloup (1793–1864). Künstlicher Blutegel. (Digitalisat)
  198. François Broussais. Examen de la doctrine médicale généralement adoptée : et des systèmes modernes de nosologie … (Digitalisat)
  199. François Broussais. Traité de physiologie appliquée à la pathologie. Band I (Digitalisat)
  200. Band II (Digitalisat)
  201. Friedrich Ludwig Meissner (Übersetzer). R. T. H. Laennec’s, Prof. der Med. etc. Abhandlung von den Krankheiten der Lungen und des Herzens und der mittelbaren Auscultation als eines Mittels zu ihrer Erkenntniß. August Lehnhold, Leipzig 1832, Band I, S. 117 (Digitalisat)
  202. Band I, S. 140 (Digitalisat)
  203. Band I, S. 160 (Digitalisat)
  204. Band I, S. 197 (Digitalisat)
  205. Band I, S. 202 (Digitalisat)
  206. Band I, S. 244 (Digitalisat)
  207. Band I, S. 306 (Digitalisat)
  208. Band I, S. 380–385 (Digitalisat)
  209. Band II, S. 73 (Digitalisat)
  210. Band II, S. 372 (Digitalisat)
  211. Band II, S. 573 (Digitalisat)
  212. Band II, S. 588 (Digitalisat)
  213. Band II, S. 590 (Digitalisat)
  214. De l'auscultation médiate : ou traité du diagnostic des maladies des poumons et du cœur. J. A. Brosson und J. S. Chaudé, Paris 1819, Band I (Digitalisat)
  215. Band II (Digitalisat)
  216. Friedrich Ludwig Meissner (Übersetzer). R. T. H. Laennec’s, Prof. der Med. etc. Abhandlung von den Krankheiten der Lungen und des Herzens und der mittelbaren Auscultation als eines Mittels zu ihrer Erkenntniß. August Lehnhold, Leipzig 1832. Teil 1 (Digitalisat)
  217. Teil 2 (Digitalisat)
  218. Essai sur la philosophie médicale et sur les généralités de la clinique médicale … Paris 1856, S. 352ff (Digitalisat)
  219. Jean-Baptiste Bouillaud. Essai sur la philosophie médicale et sur les généralités de la clinique médicale ... (Digitalisat)
  220. Erwin Heinz Ackerknecht. Die Therapie der Pariser Kliniker zwischen 1795 und 1840. In: Gesnerus. Swiss Journal of the history of medecine and sciences. Band 15 (1958), S. 151–163 Hier: S. 159 (Digitalisat)
  221. Pierre Charles Alexandre Louis. Recherches sur les effets de la saignée dans plusieurs maladies inflammatoires. In : Archives générales de médecine November 1828 (Digitalisat)
  222. Pierre Charles Alexandre Louis. Recherches sur les effets de la saignée dans quelques maladies inflammatoires ... Baillière, Paris 1835 (Digitalisat)
  223. Josef Bauer: Geschichte der Aderlässe. E. H. Gummi, München 1870, S. 218–219 (Digitalisat)
  224. Marshall Hall. Observations on blood-letting ... (Digitalisat)
  225. Joseph Dietl. Der Aderlass in der Lungenentzündung. (Digitalisat)
  226. Gerry Greenstone. The history of bloodletting. In: British Columbia Medical Journal, Bd. 52 (2010), No. 1 (Januar/Februar), S. 12–14 (Digitalisat)
  227. Cochrane Hypertension Group. Cochrane Database Systematic Reviews. 29. Mai 2014. Blood pressure-lowering efficacy of monotherapy with thiazide diuretics for primary hypertension.(Digitalisat)