Tabernaemontana

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Tabernaemontana
Tabernaemontana cerifera

Tabernaemontana cerifera

Systematik
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Rauvolfioideae
Tribus: Tabernaemontaneae
Untertribus: Tabernaemontaninae
Gattung: Tabernaemontana
Wissenschaftlicher Name
Tabernaemontana
Plum. ex L.

Tabernaemontana ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Die 100 bis 120 Arten sind in den Tropen bis Subtropen der ganzen Welt weitverbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweig mit einfachen Laubblättern und Milchsaft von Tabernaemontana citrifolia
Illustration von Tabernaemontana pandacaqui aus Blanco
Fünfzählige Blüte von Tabernaemontana orientalis
Illustration aus On the Apocynaceae of South America, with some preliminary remarks on the whole family, 1878 von links Tabernaemontana hystrix und rechts Tabernaemontana undulata
Zweig mit geschlossenen Balgfrüchten von Tabernaemontana alternifolia
Reife, offene Früchte mit Samen von Tabernaemontana alternifolia

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Tabernaemontana-Arten handelt sich um kleine Bäume oder Sträucher, die Wuchshöhen von meist 2 bis 8 Metern erreichen. Sie führen sämtlich einen weißen Milchsaft. Die Stämme sind dichotom verzweigt.[1]

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die dunkelgrün glänzenden, einfachen Blattspreiten sind linealisch, eiförmig oder elliptisch mit glattem Blattrand. Am Blattstiel ist oft eine Ochrea vorhanden. Nebenblätter fehlen.[1]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selten stehen die Blüten einzeln, meist zu vielen in seitenständigen, zymösen, schirmtraubigen oder doldigen Blütenständen. Es sind Deckblätter vorhanden.[1]

Die zwittrigen, meist relativ kleinen und duftenden Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind auf höchstens der Hälfte ihrer Länge röhrig verwachsen und es sind an ihrer Basis wenige bis viele Drüsen vorhanden;[1] die Kelchzipfel sind deutlich länger als die aufrechte Kelchröhre. Die fünf cremefarbenen Kronblätter sind stieltellerförmig verwachsen;[1] die lange schmale Kronröhre ist ungefähr ab der Mitte trichterförmig erweitert. Die Kronzipfel sind deutlich kürzer als die Kronröhre. Die ausgebreiteten Kronzipfel sind deutlich in eine Richtung gedreht und überlappen sich dort.[1] Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Die kurzen bis kaum erkennbaren Staubfäden sind untereinander nicht verwachsen und im erweiterten Teil der Kronröhre inseriert, aus der die Staubblätter nicht herausragen. Die Staubbeutel sind länglich oder schmal dreieckig.[1] Es ist kein Diskus vorhanden. Je Blüte sind zwei freie oberständige Fruchtblätter vorhanden, die viele Samenanlagen enthalten. Die Griffel sind fadenförmig.[1]

Die Balgfrüchte enthalten meist viele (1 bis 50) Samen.[1] Die Samen besitzen einen roten oder orangefarbenen, fleischigen Arillus (Samenmantel).[1] Durch diesen Arillus scheinen die Früchte mancher Arten mit einem unregelmäßigen „Fruchtfleisch“ ausgefüllt zu sein.

Systematik und Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweig mit einfachen Laubblättern und Blütenständen von Tabernaemontana africana
Zweig mit einfachen Laubblättern, Blütenstand und fünfzähligen Blüten von Tabernaemontana alba
Geschlossene und offene Früchte von Tabernaemontana catharinensis
Zweig mit einfachen Laubblättern, Blütenstand, gestielten Blütenknospen und offenen Blüten von Tabernaemontana citrifolia
Ein Paar unreifer Früchte von Tabernaemontana citrifolia
Laubblätter und Früchte von Tabernaemontana crassa
Habitus der Schmetterlingsgardenie (Tabernaemontana divaricata)
Frucht des Zierlichen Krötenbaums (Tabernaemontana elegans)
Blütenstand von Tabernaemontana flavicans
Laubblätter und Blüten von Tabernaemontana glabra
Ein Paar unreifer Früchte von Tabernaemontana hystrix
Zweig mit Laubblättern und Früchten von Tabernaemontana pandacaqui

Die Gattung Tabernaemontana wurde 1753 durch Charles Plumier in Carl von Linné: Species Plantarum, 1, Seite 210–211 aufgestellt.[2][1] Der Gattungsname Tabernaemontana ehrt den Gelehrten und Kräuterkundler Jacob Theodor (Jacob Ditter, 1522 – 1590), der sich den latinisierten Namen seiner Geburtsstadt Bergzabern (Tabernaemontanus) zulegte.[3] Synonyme für Tabernaemontana Plum. ex L. sind: Anacampta Miers, Anartia Miers, Bonafousia A.DC., Bonafousia guyanensis (Müll. Arg.) Miers, Camerunia (Pichon) Boiteau, Capuronetta Markgr., Clerkia Neck., Codonemma Miers, Conopharyngia G.Don, Capuronetta Markgr., Domkeocarpa Markgr., Ervatamia (DC.) Stapf, Gabunia Schum. ex Stapf, Hazunta Pichon, Leptopharyngia Boiteau, Merizadenia Miers, Muntafara Pichon, Ochronerium Baill., Odontostigma A.Rich., Oistanthera Markgr., Pagiantha Markgr., Pandaca Noronha ex Thouars, Pandacastrum Pichon, Peschiera A.DC., Phrissocarpus Miers, Protogabunia Boiteau, Pterotaberna Stapf, Pterotaberna Stapf., Quadricasaea Woodson, Reichardia Dennst., Rejoua Gaudich., Sarcopharyngia (Stapf) Boiteau, Stemmadenia Benth., Stenosolen (Müll. Arg.) Markgr., Taberna Miers, Testudipes Markgr., Woytkowskia Woodson, Tabernaemontana sect. Ervatamia DC., Conopharyngia sect. Sarcopharyngia Stapf.[2][4]

Die Gattung Tabernaemontana ist in den Tropen und Subtropen der ganzen Welt weit verbreitet (Afrika, Asien, Nord- und Südamerika, Ozeanien). Es handelt sich in der Regel um Bewohner der Regenwälder.

Es gibt 100 bis 120[4] Tabernaemontana-Arten:

Gefülltblühende Sorte ‘Flore Plena’ von Tabernaemontana divaricata

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders die gefülltblühende Sorte von Tabernaemontana divaricata wird als Zierpflanze in Parks und Gärten der frostfreien Gebieten und als Kübelpflanze in Gebieten mit Frösten verwendet.[5]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m Bingtao Li, Antony J. M. Leeuwenberg, David J. Middleton: Apocynaceae.: Tabernaemontana Linnaeus., S. 152 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1995, ISBN 0-915279-33-9.
  2. a b Tabernaemontana bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 12. November 2017.
  3. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin Berlin 2018. [1]
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs ct cu cv cw cx cy cz da db dc dd de df dg dh di dj dk dl dm dn do dp dq dr Rafaël Govaerts (Hrsg.): Tabernaemontana. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 18. November 2018.
  5. Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5 (darin Seite 872).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tabernaemontana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien