Tabora (Region)

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Tabora
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Tansania
Hauptstadt Tabora
Fläche 76.151 km²
Einwohner 2.291.623 (2012)
Dichte 30 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 TZ-24

Koordinaten: 5° 0′ S, 33° 0′ O

Die Region Tabora befindet sich im westlichen zentralen Hochland von Tansania und hat die gleichnamige Hauptstadt Tabora. Die Region grenzt im Norden an die Regionen Shinyanga und Simiyu, im Osten an die Region Singida, im Süden an die Region Mbeya, im Südwesten an die Region Katavi und im Westen an die Regionen Kigoma und Geita.

Straßenszene in der Stadt Tabora

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region hat 2.291.623 Einwohner (Volkszählung 2012)[1] und umfasst eine Fläche von 76.151 km² (ist also in etwa so groß wie Bayern). Das Land liegt in einer Höhe von 1000 bis 1500 Meter über dem Meer, im Nordwesten und im Südosten steigen Berge auf bis zu 1800 Meter Höhe an. Der südliche und der westliche Teil des Landes werden über den Fluss Malagarasi in den Tanganjikasee entwässert, den nordöstlichen Teil entwässert der Fluss Manonga in den Eyasisee.[2]

In der Region herrscht tropisches Savannenklima, Aw nach der effektiven Klimaklassifikation. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 23 Grad Celsius. Es regnet rund 900 Millimeter im Jahr, im Westen bis zu 1000 Millimeter, im Osten nur rund 700 Millimeter. Der Großteil der Niederschläge fällt von November bis April.[3][4]

Klimatabelle Tabora
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 27,8 28,2 28,3 27,9 28,1 28,3 28,5 29,7 31,2 32,3 31 28,2 Ø 29,1
Min. Temperatur (°C) 17,6 17,5 17,6 17,4 16,5 14,9 14,7 15,9 17,7 19,1 19 17,9 Ø 17,1
Temperatur (°C) 22,7 22,8 22,9 22,6 22,3 21,6 21,6 22,8 24,4 25,7 25 23 Ø 23,1
Niederschlag (mm) 128 145 152 125 27 0 0 0 4 24 116 181 Σ 902
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17,6
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16,5
28,3
14,9
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14,7
29,7
15,9
31,2
17,7
32,3
19,1
31
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28,2
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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Quelle: climate-data.org

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Tabora kommt vom Wort Matoborwa, was in der Sprache der Nyamwezi Süßkartoffel bedeutet. Diese waren ein Grundnahrungsmittel für die Bewohner der Region.[5]

Im Jahr 1967 hatte die Region 502.068 Einwohner, 1978 stieg die Bevölkerungszahl auf 817.907, auf 1.036.293 im Jahr 1988.[5] Bis ins Jahr 2002 stieg die Einwohnerzahl auf 1.710.465 und auf 2.291.623 im Jahr 2012.[6]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region wird in die folgenden sechs Distrikte unterteilt:[6]

Distrikte von Tabora
Distrikt Einwohner

1988

Einwohner

2002

Einwohner

2012

Igunga 203.367 324.094 399.727
Kaliua n/a *) 234.442 393.358
Nzega 296.085 415.203 502.252
Sikonge n/a *) 132.733 179.883
Tabora MC 92.987 188.005 226.999
Urambo 188.081 134.887 192.781
Uyui n/a *) 281.101 396.623
*) Distrikt wurde nach 1988 gegründet

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungspyramide zeigt die für viele afrikanische Bezirke typische breite Basis, was auf eine jugendliche Bevölkerung hinweist. Die Stadtbevölkerung hat eine Ausbuchtung in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren, die bei Frauen stärker ausgeprägt ist als bei Männern. Das deutet auf eine Zuwanderung vom Land oder von anderen Regionen hin.[7]

Einrichtungen und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildung: In der Region gibt es 671 Grundschulen und 153 weiterführende Schulen.[8]
  • Gesundheit: Für die medizinische Betreuung der Bevölkerung stehen 45 Krankenhäuser und 25 Gesundheitszentren zur Verfügung (Stand 2018).[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Tabora. Zwei Drittel der arbeitenden Bevölkerung sind mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigt.[9]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft wird hauptsächlich von Kleinbauern betrieben. Von den 2.400.000 Hektar urbarem Land werden 500.000 Hektar bewirtschaftet. Die Hauptanbaufrüchte für die Selbstversorgung sind Mais, Reis, Hirse, Maniok und Bohnen. Für den Verkauf werden Tabak, Baumwolle, Erdnüsse und Sonnenblumen kultiviert. Jährlich werden etwa 20.000 Tonnen Tabak angebaut. (Stand 1998).[10] Mehr als die Hälfte der 380.000 Haushalte hat Nutztiere. In der Region werden 2,5 Millionen Hühner, 2,2 Millionen Rinder, 950.000 Ziegen und 270.000 Schafe gehalten.[11]

Reisernte in Igunga.

Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Miombo-Waldgebiet ermöglicht die Gewinnung von Bauholz und Holzkohle sowie Honig und Gummiarabikum.[12]

Flughafen Tabora

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahn: Durch die Region führd die Tanganjikabahn, die von Daressalam nach Dodoma und weiter quer durch Tanzania nach Westen verläuft. In Tabora zweigt eine Bahnlinie nach Norden, nach Mwanza und Geita ab.[13]
  • Straßen: Durch die Region verläuft die Nationalstraße T8 von Rungwa im Süden nach Shinyanga im Norden. Von dieser zweigt in Ipole im Distrikt Sikonge die Nationalstraße T23 nach Mpanda ab.[14]
  • Flughafen: In Tabora gibt es einen lokalen Flughafen mit Flügen nach Daressalam, Kigoma und Kalat.[15]

Naturschutzgebiete, Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rungwa Wildreservat: Das 9000 Quadratkilometer große Reservat umfasst auch Gebiete in Singida und Mbeya und ist ein Tierbeobachtungs- und -jagdreservat.[16][17]
  • Kigosi Wildreservat: Im Jahr 1983 wurde das 7000 Quadratkilometer große Reservat an der Grenze zur Region Singida eröffnet. Es ist ein Beobachtungs- und Jagdreservat mit großen Miombo-Baumbeständen.[16][18]
  • Ugalla Wildreservat: Das 5000 Quadratkilometer große Jagdreservat beinhaltet ausgedehnte Miombo-Wälder und große Aulandschaften, die während der Regenzeit unpassierbar sind.[16][19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. National Bureau of Statistics & Office of Chief Government Statistician: Basic Demographic and Socio-Economic Profile, Statistical Tables, Tanzania Mainland. Dar es Salaam, Zanzibar 2014, auf www.tanzania.go.tz, PDF-Dokument S. 15 (englisch)
  2. Maps of the World. Russian Army Maps, S. Map 500k--xb36-1, Map 500k--xb36-2, Map 500k--xb36-4, abgerufen am 20. November 2019 (russisch).
  3. Climate Tabora: Temperature, climate graph, Climate table for Tabora - Climate-Data.org. Abgerufen am 23. Dezember 2019.
  4. Tabora Region, Socio-economic Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, Mai 1998, S. 2–3, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  5. a b Tabora Region, Socio-economic Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, Mai 1998, S. 8–9, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  6. a b Tanzania Regional Profiles, 14 Tabora Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 16, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  7. Tanzania Regional Profiles, 14 Tabora Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 19, 21, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  8. a b Statistics | TABORA REGION ADMINISTRATIVE SECRETARY. Abgerufen am 23. Dezember 2019.
  9. Tanzania Regional Profiles, 14 Tabora Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 99, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  10. Tabora Region, Socio-economic Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, Mai 1998, S. 31–33, 37, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  11. Tanzania Regional Profiles, 14 Tabora Regional Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 169, 172, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  12. Tabora Region, Socio-economic Profile. (pdf) The United Republic of Tanzania, Mai 1998, S. 50, abgerufen am 23. Dezember 2019.
  13. Trunk Roads Network. (pdf) Abgerufen am 26. Dezember 2019.
  14. Tanzania Trunk Road Network. (jpg) Abgerufen am 26. Dezember 2019.
  15. Flightradar24: Live Flight Tracker - Real-Time Flight Tracker Map. Abgerufen am 26. Dezember 2019 (englisch).
  16. a b c Tanzania in Figures 2018. (pdf) National Bureau of Statistics, Juni 2019, S. 9, abgerufen am 26. Dezember 2019.
  17. Hunting in Tanzania with Rungwa Game Safaris Ltd. Classical Hunting Safaris: Home. Abgerufen am 26. Dezember 2019.
  18. Kigosi Game Reserve. Abgerufen am 26. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  19. Ugalla Game Reserve - MODX Revolution. Abgerufen am 26. Dezember 2019.