Taddeo Gaddi

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Abbildung des Taddeo Gaddi in Le vite dei più eccellenti pittori, scultori e architetti des Giorgio Vasari
L’Apparizione dell’angelo ai pastori, Fresko in Santa Croce, Florenz (1338)

Taddeo Gaddi (* 1290 in Florenz; † 1366 ebenda) war ein italienischer Maler. Der Name Gaddo leitet sich als Abkürzung von Gherardo di Zanobi ab, dem Namen seines Vaters Gaddo Gaddi.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaddi war ein Sohn und Schüler des Gaddo Gaddi, schloss sich Giotto, seinem Patenonkel, an und war seit ca. 1330 als selbstständiger Meister in Florenz tätig. Er übertraf seinen Meister zwar an Lebhaftigkeit, aber nicht an Feinheit des Kolorits; auch ist seine Zeichnung flüchtiger und oft unrichtig; ebenso steht er jenem an Charakteristik, Empfindung und Würde nach.

Sein Hauptwerk ist das Leben der Madonna in der Kapelle Baroncelli in Santa Croce zu Florenz.

Außerdem sind zu nennen: ein Triptychon im Berliner Museum mit der thronenden Maria; ein Abendmahl in Santa Croce; Madonna mit Heiligen in Santa Trinita zu Florenz; ein Triptychon im Museum von Neapel, datiert 1366, Madonna mit Heiligen; Freskogemälde mit Szenen aus dem Leben des heiligen Franziskus in San Francesco zu Pisa, wo er 1342 arbeitete.

Dass Gaddi auch Architekt gewesen sei, beruht auf einer unsicheren Überlieferung.

Er starb 1366 in Florenz. Er war der Vater von Agnolo Gaddi (auch Angelo di Taddeo genannt), Giovanni di Taddeo († 1383), Niccolò di Taddeo und Zanobi di Taddeo († 1400).[1]

Werkauswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Hl. Franziskus erweckt einen Knaben auf (2 Vierpaßtafeln), 1333–1334, Holz,41×36 cm. Berlin, Stiftung Staatliche Museen (West), Gemäldegalerie.
  • Der Tod des Edlen von Celano (2 Vierpaßtafeln), 1333–1334, Holz, 34×31 cm. München, Alte Pinakothek.(Reste)
  • Gottvater und Satan (von Szenen aus dem Leben Hiobs), 1341–1342, Fresko. Pisa, Camposanto.
  • Heilige, 1340–1341, Fresko. Florenz, S. Miniato.
  • Kreuzigung Christi, 1355–1360, Fresko. Florenz, Ognissanti. (abgenommen)
  • Kruzifix, um 1340–1345, Holz, 275×171 cm. S. Giorgio a Ruballa (bei Florenz), S. Giovanni Fuorcivitas.
  • Lünette: Beweinung Christi, um 1335, Fresko, 204×210 cm. Florenz, Museo dell’Opera.
  • Lünette: Maria mit Kind, um 1328, Fresko. Florenz, Cappella Baroncelli.
  • Maria mit Kind, um 1350, Holz, 85×56 cm. S. Lorenzo Alle Rose (bei Florenz), S. Giovanni Fuorcivitas.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Arnolds (Red.): Malerei des Abendlandes. Eine Bildersammlung von der frühchristlichen bis zur zeitgenössischen Malerei. F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, Berlin-Grunewald 1955.
  • Bernd Curt Kreplin: Taddeo di Gaddo. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 13: Gaab–Gibus. E. A. Seemann, Leipzig 1920, S. 29–33 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Ada Labriola: GADDI, Taddeo. In: Fiorella Bartoccini (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 51: Gabbiani–Gamba. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1998.
  • E. Neri Lusanna: GADDI, Taddeo. In: Enciclopedia dell’Arte Medievale. 1996 (treccani.it).
  • August Rave: Christiformitas. Studien zur franziskanischen Ikonographie des florentiner Trecento am Beispiel des ehemaligen Sakristeischrankzyklus von Taddeo Gaddi in Santa Croce (= Manuskripte für Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft. 2). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1984, ISBN 3-88462-901-8.
  • Giorgio Vasari: Vita di Taddeo Gaddi Fiorentino, pittore. In: Vasari: Le vite dei più eccellenti pittori, scultori e architetti. Newton Compton Editori, Rom 2010, ISBN 978-88-541-1425-8, S. 206 ff.
  • Giorgio Vasari: Das Leben des Taddeo Gaddi, Agnolo Gaddi, Buffalmacco, Orcagna, Spinello Aretino und Lorenzo Monaco. Neu ins Deutsche übersetzt von Victoria Lorini. Hrsg., kommentiert von eingeleitet von Fabian Jonietz, Wolf-Dietrich Löhr und Johannes Tripps. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2015, ISBN 978-3-8031-5063-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Taddeo Gaddi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bernd Curt Kreplin: Gaddi (Malerfamilie). In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 13: Gaab–Gibus. E. A. Seemann, Leipzig 1920, S. 24–25 (Textarchiv – Internet Archive).