Tafel (Organisation)

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Tafel ist die Bezeichnung für gemeinnützige Hilfsorganisationen, die Lebensmittel, welche im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verwendet und ansonsten vernichtet werden würden, an Bedürftige verteilen oder gegen geringes Entgelt abgeben. In Deutschland sind von den bedürftigen Personen ein Drittel Kinder und Jugendliche. Aktiv sind die Tafeln seit 1993. In zahlreichen anderen europäischen Ländern existieren vergleichbare Initiativen (engl. ‚Food Banks‘, frz. 'banques alimentaires').

Logo des deutschen Dachverbands „Tafel Deutschland e. V.“

Tafeln sind in Deutschland im Dachverband Tafel Deutschland e. V. organisiert und zumeist auf der Ebene der Kommunen aktiv. Sie heißen deshalb zum Beispiel Berliner Tafel, Hamburger Tafel oder Hannöversche Tafel bzw. Tafel Flensburg, Tafel Bayreuth oder Tafel Duisburg.[1] Das Logo der Tafel Deutschland ist als eingetragenes Markenzeichen (Wort-Bildmarke) rechtlich geschützt.[2]

Geschichte und Entwicklung der Tafeln in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Tafel Deutschland e. V. organisierten Tafeln sind – gemessen an den etablierten Verbänden der freien Wohlfahrtspflege wie etwa der Arbeiterwohlfahrt und der Caritas – eher neue Akteure im Bereich der sozialen Arbeit. Die erste deutsche Tafel wurde 1993 in Berlin durch Sabine Werth und ihre Initiativgruppe Berliner Frauen e. V. gegründet und organisiert, nach deren Vorbild weitere Tafeln zunächst in den großen deutschen Städten entstanden.[3] Inzwischen gibt es in der Bundesrepublik 947 Tafeln (Stand 2019),[4] die in der Regel mit ehrenamtlichen Helfern, teilweise auch fest Angestellten verwertbare Lebensmittel einsammeln, die der Handel oder Hersteller als unverkäuflich aussortierten. Dabei handelt es sich um Produkte, die nach eigenen Angaben „kurz vor Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums“ (MHD)[5] stehen. In der Praxis erfolgt allerdings auch die Ausgabe abgelaufener Lebensmittel,[6] wobei die Tafeln in dieser Frage von den jeweiligen Vorgaben der örtlichen Veterinärämter abhängig sind.[7][8] Des Weiteren enthält das Warenangebot Lebensmittel, die aus Überproduktionen stammen oder deren Verpackung beschädigt ist.[9] Die Menge der gelieferten Waren an die Tafeln (etwa 265.000 Tonnen im Jahr[10]) macht hierbei im Vergleich zur Menge der laut WWF-Studie insgesamt 18 Millionen Tonnen im Müll entsorgten Lebensmittel[11] einen relativ geringen Teil aus.[12]

Diese Waren – in geringerem Umfang auch Non-Food-Artikel des täglichen Bedarfs – gelangen über mehr als 2000 Ausgabestellen in sozialen Einrichtungen oder Tafel-Läden an Bedürftige.[13] Ein Recht zur Nutzung der Tafel hat, wer tatsächlich bedürftig ist, also nur wenig Geld zur Verfügung hat. Dazu zählen Rentner, Arbeitslose, Großfamilien und Asylbewerber. Es erfolgt eine Prüfung der Bedürftigkeit und das Einkommen wird ermittelt. Viele Tafeln legen auch eine Einkommensobergrenze fest. Wer diese unterschreitet, bekommt einen Berechtigungsausweis, der auch befristet sein kann, zum Beispiel auf ein Jahr. Wer staatliche Leistungen wie Grundsicherung, Sozialhilfe, Arbeitslosengeld oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezieht, erhält in der Regel den Ausweis, auch liefern der Hartz-IV-Regelsatz (vgl. Arbeitslosengeld II und Regelbedarf) und die Grundsicherung die Berechnungsgrundlage. Die Bedürftigkeit muss nachgewiesen werden, beispielsweise mit einem Leistungsbescheid, Sozialpass (vgl. etwa Sozialticket und Berlinpass) oder einer sonstigen Bescheinigung. Bei Rentnern können für die Berechnung des Einkommens Kontoauszüge und Mietverträge herangezogen werden. Befristete Dokumente müssen nach Eintritt der Ungültigkeit erneut nachgewiesen werden, ebenso ein Personalausweis (vgl. Personalausweis (Deutschland) und Personalausweis). Es kann zur Erhebung einer kleinen, symbolischen Eigenleistung für die Lebensmittel kommen, wobei diese so gering wie möglich ausfallen soll. Grund ist, dass den Tafeln für die Abholung der Lebensmittel bei den Betrieben Kosten entstehen, daneben für Fahrzeuge und Kraftstoff. Hinzu kommt der Aufwand, die Waren vor Ort zu verteilen, sowie der Betrieb der Läden und Tafelmobile.[14]

Die Finanzierung der Tafel-Arbeit läuft ausschließlich über Mitglieder, Sponsoren und Spender. Als privat organisierte Initiativen erhalten die Tafeln keine Mittel von Bund oder Ländern für das Einsammeln und Verteilen der Lebensmittel, mitunter jedoch von Kommunen. Einige Projekte des Dachverbands werden vom Bund unterstützt, so fördert beispielsweise das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft das Digitalisierungsprojekt „Tafel macht Zukunft – gemeinsam digital“[15] und das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt „Tafel macht Kultur“.[16] Indirekt profitieren die Tafeln zudem von Zahlungen der Europäischen Union an Lebensmittelbanken (siehe unten).

Die Idee der Tafeln stammt aus Amerika: 1963 hatte John van Hengel in Phoenix (Arizona) die erste Food Bank gegründet – ein großes Lagerhaus vor allem für längerfristig lagerfähige Lebensmittelspenden. 1983 nahm in New York die Organisation City Harvest ihre Arbeit auf.

Altes Logo des deutschen Bundesverbandes

Der Großteil der deutschen Tafeln hat sich 1995[17] unter Vermittlung der Stiftunglife[18] im Bundesverband Deutsche Tafel zusammengeschlossen. Entsprechend den Grundsätzen des Dachverbandes sind Tafeleinrichtungen überkonfessionell, stehen keiner Partei nahe, treten nicht in Konkurrenz miteinander (Gebietsschutz) und helfen möglichst vielen Menschen. Der Verwaltungssitz des Dachverbandes ist Berlin-Tempelhof (Germaniastraße 18).

Bis 2015 gab es einmal jährlich das Bundestafeltreffen, seitdem findet es alle zwei Jahre statt.[19] Es wird jeweils in einer anderen deutschen Stadt als Mitgliederversammlung aller regionalen Tafel-Vereine ausgerichtet. Darüber hinaus können hier Erfahrungen ausgetauscht, prinzipielle Fragen diskutiert sowie Kontakte mit Sponsoren und Dienstleistern hergestellt werden.[20]

Ehrenamtsorganisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kleintransporter der Dortmunder Tafel in Dortmund

Die Tafeln versorgen bundesweit[21] ca. 1,65 Mio. Personen[22] im Schnitt einmal pro Woche mit 3,4 Kilogramm Lebensmitteln. Die Abgabe erfolgt ausschließlich an Bedürftige, die ihre Bedürftigkeit z. B. über einen Hartz IV-Bescheid nachweisen können.[23] Die Tafeln können und wollen dabei keine Vollversorgung bieten – verteilt werden nur gespendete Waren, von denen viele nur sporadisch zur Verfügung stehen. Es werden keine Lebensmittel dazugekauft. Mit über 60.000 ehrenamtlichen Helfern[24] gelten die Tafeln in Deutschland als eine der größten sozialen Bewegungen der heutigen Zeit.

Als Beispiele seien hier die Zwickauer Tafel (2005 sammelten insgesamt 39 ehrenamtliche Helfer mit zwei Fahrzeugen von 74 Betrieben je Monat ca. 30 Tonnen Nahrungsmittel, die portioniert und verteilt werden) und die Berliner Tafel genannt (im Jahr 2009 wurden mit den eingesammelten Spenden 300 soziale Einrichtungen sowie 45 kirchliche Ausgabestellen beliefert). Damit konnten pro Monat durchschnittlich 125.000 Menschen versorgt werden.[25]

Neben der Verteilung von Nahrungsmitteln zur Selbstversorgung zuhause unterhalten 17 Prozent der Tafeln Suppenküchen. Im Einzelfall werden weitere Hilfen angeboten wie die Abgabe gebrauchter Bekleidung, gebrauchten Spielzeugs, Schulranzen. Auch Kochkurse werden angeboten. 30 Prozent der Bedürftigen, die zu den Tafeln kommen, sind Kinder und Jugendliche.[26] Viele Tafeln organisieren für bedürftige Kinder inzwischen spezielle Kinder- und Jugendprojekte wie kostenlose Schulspeisung, Kindercafés, Hausaufgabenhilfe, finanzielle Unterstützung bei Klassenfahrten und Weihnachtsfeiern.

Ein relativ neuer Trend ist, dass in Universitätsstädten vermehrt Studierende das Angebot der dortigen Tafeln nutzen. Hintergrund ist, dass bereits viele Studierende aufgrund ihres geringen Einkommens als bedürftig gelten.[27]

Die Zahl der Tafeln in Deutschland ist in den letzten Jahren stark gewachsen:[28][29]

Aktion Laib und Seele im Rahmen der Berliner Tafel, hier im Ortsteil Berlin-Fennpfuhl
Jahr Anzahl der Tafeln Jahr Anzahl der Tafeln Jahr Anzahl der Tafeln Jahr Anzahl der Tafeln
1993 1 1994 7 1995 35 1996 70
1997 90 1998 155 1999 220 2000 260
2001 290 2002 310 2003 330 2004 430
2005 480 2006 657 2007 753 2008 790
2009 861 2010 877 2011 891 2012 906
2013 916 2014 919 2015 920 2016 917
2017 934 2018 941 2019 947[30]

2006 war ein großer Teil der abgabebereiten Supermärkte, Großmärkte, Bäckereien und Metzgereien erfasst, so dass neue Tafeln in ländlichen Gebieten, wo es nur noch wenige Einzelhandelsbetriebe gibt, kaum noch gegründet werden können.

Beim Aufbau der logistischen Struktur für die Sammlung und Verteilung der Lebensmittel leistete die Unternehmensberatung McKinsey Unterstützung im Rahmen eines pro-bono-Projekts.[31]

Weiterentwicklung als Lebensmittelbanken?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um künftig weitere Lebensmittelspenden zu erschließen, denkt der Dachverband der Tafeln über die Beteiligung an einem größeren System zum Abfluss von nicht benötigten Überschüssen und zur Einspeisung von EU-Lagerbeständen nach, das den Arbeitstitel Food Bank (‚Lebensmittelbank‘) trägt. Diese Lebensmittelüberschüsse gehen heute großenteils an den Tafeln und anderen Hilfsorganisationen vorbei. Im Raum Aachen wurde 2005 unabhängig von der Tafel-Bewegung als erste deutsche Lebensmittelbank die Lebensmittelbank AixEuregio Aachen gegründet,[32] die deutschlandweit überschüssige Lebensmittel vertreibt. An diesem und einem künftig geplanten Netz von drei bis vier Lebensmittelbanken wollen sich die Tafeln möglicherweise beteiligen. Sie selbst wollen jedoch keine eigene Lebensmittelbank etablieren.

Im europäischen Ausland gibt es bereits Lebensmittelbanken, die ähnliche Aufgaben wahrnehmen wie in Deutschland die Tafeln, das heißt Lebensmittel einsammeln und an soziale Institutionen abgeben. Seit 1980 kauft die Europäische Kommission Überschüsse aus der Agrarproduktion (Fleisch, Milch, Butter usw.) teils auf und stellt diese den Lebensmittelbanken in den verschiedenen Mitgliedsstaaten zur Verfügung.

Ähnliche Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren weitere Hilfsprojekte, die ebenfalls das Wort Tafel im Namen führen, sich jedoch nicht mit der Versorgung von Menschen mit Lebensmitteln befassen, zum Beispiel Tiertafeln.

Tiertafel Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tiertafel Deutschland e. V. ist ein 2006 von Claudia Hollm gegründeter eingetragener Verein, welcher kostenlos Futter und Sachmittelspenden sowie Beratung für die Haustiere von Bedürftigen (in der Regel Leistungsempfänger nach SGB II bzw. SGB XII) organisiert. Bislang existieren Tiertafel-Ausgabestellen in den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein sowie Thüringen. Weitere sind in Planung.

Die Tiertafel Deutschland steht mit den im Tafel Deutschland e. V. organisierten Tafeln in keiner Verbindung, sondern distanziert sich ausdrücklich vom Geschäftsgebaren der Tafeln. „Noch Geld von denen zu verlangen, die sowieso nichts haben, ist schon ziemlich unverfroren“, so ein Vorstandsmitglied der Tiertafel Deutschland e. V.[33]

Deutschlandweit existieren noch andere Futterausgabeprojekte, die teilweise auch den Begriff „Tafel“ als Namensbestandteil haben, aber mit den unter der Dachorganisation Tiertafel Deutschland e. V. stehenden sogenannten Ausgabestellen nicht verbunden sind (zum Beispiel: Osterholzer Tiertafel, Frankfurter TierTafel usw.).

Medikamententafel Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ARD-Sendung Monitor im Februar 2010 wurde über eine neu gegründete Hilfsinitiative berichtet, die Medikamententafel. Diese bietet die Möglichkeit, verschreibungsfreie Arzneimittel wie Schmerztabletten, Salben u. ä., welche sich die ärmsten Bevölkerungsschichten nicht leisten können, gegen einen geringen Betrag zu erwerben. Die unbeschädigten, original verpackten Medikamente stammen aus privaten Spenden.[34][35]

In Solingen gibt es ebenso seit 2010 die Medikamententafel.[36] Hier arbeitet die Tafel Solingen e. V. mit dem solimed Ärztenetzwerk im Projekt Medizinische Hilfe Solingen zusammen. Viele Patienten erhalten so von ihnen benötigte Medikamente kostenfrei in der Apotheke.

Unterstützer und Sponsoren in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den prominentesten Unterstützern in Deutschland gehören u. a. der ehemalige Fußballspieler Paul Breitner, der bei den Münchner Tafeln jeden Montag selbst mithilft.[37] Zu den weiteren Förderern der Münchner Tafel, die nicht Mitglied im Dachverband ist, gehören die Stiftunglife,[37] die Clarissa und Michael Käfer Stiftung des Gastronomen Michael Käfer,[37] fast alle großen Einzelhandelsketten, der ADAC, Henkel und der Lions Club.[38][39] Die Schirmherrschaft für die Tafeln in Deutschland übernimmt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, aktuell Franziska Giffey.[40] Seit 2019 ist Jörg Pilawa Tafel-Botschafter.[41]

Tafelähnliche Einrichtungen in anderen Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Frankreich gibt es seit 1985 die Organisation Les Restos du Cœur (umgangssprachlich für 'Restaurants des Herzens'). Im Winter 2012/13 hat die Organisation 960.000 Menschen geholfen und 130 Millionen Mahlzeiten ausgegeben; im Winter 2013/14 rechnet sie mit über 1 Million Menschen. 57 Prozent der Hilfesuchenden sind (Stand 2013) Arbeitslose. Die von RdC ausgegebenen Mittel stammen zu 30 % aus öffentlichen Kassen (auch EU) und zu etwa 70 Prozent von privaten Spendern.[42] In Frankreich ist die Arbeitslosigkeit seit Jahren höher als in Deutschland (siehe auch Eurokrise#Frankreich).

Island[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Island war 2007/2008 von einer Krise seines (damals großen) Bankensektors stark betroffen; die Auswirkungen dieser Krise hätten fast zu einem Staatsbankrott geführt. Die anschließende Wirtschaftskrise 2009/10 führte unter anderem zu Rückgängen im Tourismus. Der christliche Verein Missionarinnen der Nächstenliebe (Schwestern des Mutter-Teresa-Ordens) eröffnete 2007 in der Hauptstadt Reykjavík die erste Armenküche, in der zweimal wöchentlich ein kleiner Imbiss kostenlos ausgereicht wird. Die Küche basiert auf Spenden und richtet sich an Menschen, die sich nicht mehr regelmäßig mit Mahlzeiten versorgen können.[43]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Wiener Tafel

In Österreich gibt es seit 1999 die Wiener Tafel, einen unabhängigen Wohltätigkeitsverein mit Aufgaben wie die deutschen Tafeln. Sie betreibt selbst aber keine Ausspeisungsstellen, sondern verteilt die eingesammelten Lebensmittel an Armutsbetroffene über anerkannte Sozialeinrichtungen, die professionelle Beratung und Betreuung anbieten. Dazu finden sich im Internet Berichte wie „Umverteilung zum Vorteil aller“ oder „Versorgen statt entsorgen“.[44] Später kamen die Salzburger und mittlerweile auch die Pannonische Tafel im Burgenland hinzu. Die Wiener Tafel hat 2016 500.000 kg Lebensmittel gerettet und verteilt und errichtete im Juni 2017 aus Spenden ein 200 m2 großes Lager- und Verteilhaus am Großgrünmarkt in Inzersdorf, das sogenannte Tafelhaus.[45]

In den letzten Jahren entstanden zudem Sozialmärkte, sowie die Arbeitsgemeinschaft für Sozialbetreuung (ARGE Sozial), in denen Mindestrentenempfänger oder Menschen mit kleinem Einkommen verbilligt Lebensmittel erwerben können oder gratis erhalten. Wie bei der deutschen Tafel stammen die Lebensmittel aus Spenden von Supermärkten oder von Sponsoren. Empfänger sind Personen, die monatlich weniger als 700 bis 800 Euro zur Verfügung haben, beim ersten Besuch wird ein Einkommensnachweis verlangt. Die ARGE, von den Kommunen subventioniert, unterhält Tagesstätten zur Ausgabe und zur Bereitstellung warmer Mahlzeiten für 2 Euro pro Portion. Einige dieser Projekte bestehen bereits seit den 1990er-Jahren.[46]

Die Caritas der Erzdiözese Wien führt unter der Bezeichnung Le+O die Aktion Lebensmittelausgabe und Beratung durch. Hier werden entsprechend dem genau nachzuweisenden Haushalts-Nettoeinkommen (beispielsweise ein Erwachsener weniger als 912 Euro) oder bei besonderen Notlagen personenbezogene Berechtigungskarten mit einer Gültigkeit für ein Jahr ausgegeben. In den Ausgabestellen kann damit einmal wöchentlich eine Lebensmittelspende für einen symbolischen Euro bezogen werden.[47][48][49][50][51]

Die Region Vorarlberg organisiert (Stand 2009) in den Städten Bludenz, Feldkirch, Götzis, Dornbirn und Bregenz die Aktion Tischlein deck dich. Dabei werden wie bei den anderen Tafeln bedürftige Personen, die im Besitz einer amtlichen Berechtigungskarte sind, durch ehrenamtliche Helfer mit Lebensmitteln aus Überproduktion oder Spenden versorgt. Die Ausgabestellen heißen 'Busstation', weil in den Orten ein Omnibuskurs zur Verteilung eingesetzt wird.[52]

Die Statistik Austria gibt (Stand 2009) für Österreich eine Zahl von 1 Mio. Hilfsbedürftigen an, also Menschen, die an der Armutsgrenze leben. Etwa 25 Prozent von ihnen sind Kinder.[53]

Im Jahr 2010 erweiterte die Organisation Team Österreich ihre Aktivität um die Aktion Team Österreich Tafel.

In Graz werden seit 2016/2017 von Tagesrestaurants übrig gebliebene Speisen, die gespendet werden, abgeholt und bei Gemeinschaftsessen abwechselnd in einem von zwei Nachbarschaftszentren und einem Vereinslokal angeboten. Was hier übrig bleibt, kann in Dosen mitgenommen werden oder gelangt in „Verteiler“ genannte Selbstentnahmekästen, die vom Gehsteig aus für jedermann zugänglich sind. Die Anzahl dieser Verteiler beläuft sich auf 5 bis 10, die Orte wechseln je nach individueller Situation. Die Gruppe der Personen, die diese Kästen – stellenweise ergänzt um einen Kühlschrank – ausverhandeln, aufbauen, beschicken und selbst als Konsumenten nutzen, ist inhomogen und umfasst Menschen, die Lebensmittel retten und unnötigen Abfall vermeiden wollen.

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenamtliche der Banco de Alimentos de Madrid bei der Abholung von Lebens­mittel­spenden, hier in der Fisch­halle des Großmarkts Mercamadrid in Madrid

In Spanien existiert die Fundació Banc dels Aliments (dt. Lebensmittelbank), die wie andere europäische Tafeln als gemeinnützige Organisation mit ehrenamtlichen Helfern arbeitet und Bedürftige kostenlos mit Lebensmitteln versorgt. Die Nahrung, die in einer großen Halle auf dem Hafengelände von Barcelona zwischengelagert wird, kommt bisweilen direkt von Herstellern, häufig auch aus Spendenaktionen von Firmen und Supermärkten. Auch mit EU-Geldern werden die Bedürftigen unterstützt. Ein Beispiel: die im Überfluss im Land wachsenden Pfirsiche werden von der EU zu Mostereien gebracht, die daraus Saft in speziell für die Lebensmittelbank hergestellte Flaschen abfüllt. Ein Verkauf ist jedoch nicht gestattet. In ganz Spanien gibt es Verteilstationen (Suppenküchen), allein für Barcelona wurden im Jahr 2009 300 derartige Einrichtungen bekannt, die im gleichen Jahr 7500 Tonnen Lebensmittel an 85.000 bedürftige Personen ausgaben.[54]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz nimmt seit Jahren die Heilsarmee Aufgaben der Lebensmittelhilfe für Bedürftige wahr.[55] Seit 1999 gibt es die spendenfinanzierte Wohlfahrtsorganisation Tischlein deck dich, welche Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs von ca. 1000 Spendern über etwa 130 Abgabestellen direkt an bedürftige Menschen verteilt. Die Angestellten (20 Vollzeitstellen) werden dabei von rund 3000 Ehrenamtlichen unterstützt (Stand 2020).[56] Die Schweizer Tafel der «Stiftung Schweizer Tafel» in Kerzers wurde 2001 nach dem Vorbild des amerikanischen „City Harvest“ und der „Berliner Tafel“ gegründet und liefert in zwölf Regionen der Schweiz täglich rund 16 Tonnen Lebensmittel an soziale Institutionen.[57]

Weitere europäische Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Metro Group engagiert sich seit Mitte der 2000er Jahre im Bereich der Lebensmittelspenden vermehrt international. An bedeutenden Standorten des Lebensmittel- und Warenkonzerns wie die Ukraine, Ungarn, Polen, Portugal, Spanien, Tschechien und der Türkei werden Aktionen wie Metro Cash&Carry („Care&Share“) und der Food Convoi mit dem Ziel der Bereitstellung von Lebensmitteln unterstützt. Daneben gibt es Kooperationsabkommen mit lokalen Hilfsorganisationen wie der gemeinnützigen Helpica Foundation und der ungarischen Tafelorganisation für einzelne oder regelmäßige Hilfs- und Spendenaktionen.[58]

Lebensmittelspenden außerhalb von Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in den USA gibt es in größeren Städten ähnliche Einrichtungen zur Versorgung Bedürftiger, die allerdings von kirchlichen Einrichtungen getragen werden. Aber auch hier werden Lebensmittel von Supermärkten gespendet.[59]

Kritik an der Tafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der zunehmenden Verbreitung von Tafeln wurde und wird Kritik an der Konzeption geäußert. Der überwiegende Teil der Kritiker bemängelt nicht, dass Tafeln eine Möglichkeit darstellen, Bedürftigen zu helfen, sondern dass die Tafeln als Nothilfe den Druck reduzieren, die Ursachen der Armut zu bekämpfen. Anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums der Tafeln im Jahr 2013 gründete der Sozialwissenschaftler Stefan Selke mit Armutsbetroffenen, Verbandsvertretern und der Wissenschaft, darunter Peter Grottian das Kritische Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln,[60] das sich für eine armutsfreie, bedarfsgerechte und existenzsdeckende Mindestsicherung einsetzt, die Tafeln und andere mildtätige Angebote in Zukunft überflüssig machen könnte.

Linderung statt Bekämpfung der Armut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Ausgabe von Lebensmitteln kann Armut wohl gelindert werden, aber die Armut und deren Ursachen dadurch nicht beseitigt. Horst Krank, Vorsitzender der LudwigsTafel, weist deswegen auf die Verantwortung der Politik hin, unabhängig von den Tafeln Armut zu bekämpfen, und sieht die Tafeln als „Mahner“. Anlass zu kritischen Beurteilungen von Wissenschaftlern und anderen Wohlfahrtsorganisationen zur Außenwirkung der deutschen Tafeln gibt bereits, dass ihr Einsatz gleichwohl in der öffentlichen Wahrnehmung als weitgehende Kompensation von Armut erscheint, aber ihre eigentliche Bekämpfung dadurch in den Hintergrund trete.[61]

Kritische Fragen zu Tafeln, einhergehend mit einer Positionierung des Verbandes enthält vor allem das Eckpunktepapier des Deutschen Caritasverbandes. Die Arbeit der Tafeln wird als notwendige und gute Akuthilfe gelobt, dabei aber betont, dass sie keine Dauerlösung sein kann.[62] Die Ausgabe von Lebensmitteln und Waren sei allein noch nicht geeignet, die individuellen oder auch strukturellen Ursachen von Armut zu bekämpfen. Es sollten vielmehr Bedingungen geschaffen werden, die den „Befähigungsgedanken“' in den Mittelpunkt stellen und damit „selbstbestimmte Teilhabe“ erst ermöglichen. In dem Papier wird gewarnt:

„Es wäre fatal, wenn die politischerseits gern gesehene Tafelbewegung dazu beiträgt, dass sich der Staat mit Hinweis auf die Bürgergesellschaft aus der Daseinsvorsorge seiner Bürger sukzessive zurückzieht.“

Deutscher Caritas-Verband[63]

Grundlage für die Sorge, dass der Staat als Reaktion auf die Hilfe durch Dritte Mittel kürzen könnte, die er im Rahmen seiner Fürsorgepflicht für Bedürftige aufbringen müsste, ist § 9 SGB I. Dort heißt es: „Wer nicht in der Lage ist, aus eigenen Kräften seinen Lebensunterhalt zu bestreiten oder in besonderen Lebenslagen sich selbst zu helfen, und auch von anderer Seite keine ausreichende Hilfe erhält [sic!], hat ein Recht auf persönliche und wirtschaftliche Hilfe, die seinem besonderen Bedarf entspricht, ihn zur Selbsthilfe befähigt, die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft ermöglicht und die Führung eines menschenwürdigen Lebens sichert. Hierbei müssen Leistungsberechtigte nach ihren Kräften mitwirken.“

Ebenfalls aus Perspektive der Sozialen Arbeit sehen andere Autoren die Tafeln als Zeichen eines umfangreichen Veränderungsprozesses wohlfahrtsstaatlicher Armutsbekämpfung sowie als Ausdruck einer neuen gesellschaftlichen Spaltung. Sie halten zur Sicherung hinsichtlich des Entstehungsprozesses fest:

„Die Errichtung wohlfahrtsstaatlicher Sicherungssysteme und die Etablierung der beruflichen, fachlich qualifizierten Sozialen Arbeit stellte die Abwendung von mildtätigen, auf Zufall beruhenden Gaben und den damit einhergehenden Abhängigkeiten für bedürftige Menschen dar und stellte diesen individuelle Rechte entgegen, die darauf zielen, die Teilhabe der Gesellschaftsmitglieder zu sichern.“

Fabian Kessl und Holger Schoneville[64]

Die Tafeln hingegen würden lediglich Nothilfe leisten können. Ihre Nutzung beruhe nicht auf staatlich gesicherten Rechten der einzelnen Personen, sondern auf der Mildtätigkeit Dritter. Die professionelle Soziale Arbeit habe sich dabei die Frage zu stellen, weshalb es möglich ist,

„nicht nur Überlebenshilfe, also Notversorgung zu leisten, sondern auch zu einer Befähigung ihrer NutzerInnen beizutragen, und inwiefern […] sie in der Lage [sind], über die Linderung akuter Notlagen hinaus, Menschen bisher nicht verfügbare Handlungsperspektiven zu eröffnen.“

wie vor[64]

Der Soziologe und Buchautor Stefan Selke analysiert die indirekten Auswirkungen der Tafelbewegung in seinen Beiträgen ebenfalls kritisch. Eine zentrale These in seinem Buch Fast ganz unten lautet:

„Statt an einer Abschaffung der Armut mitzuwirken, beteiligen sich die Tafeln – sicher unintendiert – an einer Segmentierung der Gesellschaft in ›Oben‹ und ›Unten‹.“

Stefan Selke[65]

Als ungünstig betrachtet er dabei die entstehende Abhängigkeit armer Menschen von den Tafeln und auch die seiner Ansicht nach vermehrt auftretende Nähe der Tafel-Führung zu Politikern (zu Werbezwecken; durch Schirmherrschaften symbolisiert und durch entsprechende Medienbeiträge unterstrichen).[66] Er befürchtet das Paradoxon, dass gerade bei guter Arbeit der Tafeln

„dann der Impuls zu einer nachhaltigen und strukturellen Armutsbekämpfung (auf Dauer) nachlässt.“

wie vor[67]

Die Tafeln werden zunehmend auch von Betroffenen-Selbstorganisationen wie Arbeitsloseninitiativen in Frage gestellt. In Österreich kritisieren die Aktiven Arbeitslosen eine „Vertafelung der Gesellschaft“.[68]

„Erlernte Hilflosigkeit“ und „identitätsstiftende Hilfsbereitschaft“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein grundsätzliches Problem bestehe darin, dass viele Kunden einer Tafel Opfer einer erlernten Hilflosigkeit geworden sind und nur meinen, sie könnten sich nicht selbst helfen. Mit richtigen Formen der Hilfe, die Arbeitsfähige ermutigen würde, sich selbst aus ihrer Bedürftigkeit zu befreien, könnte der Opfer-Status dieser Kunden beendet werden. Stattdessen verringere das Angebot von Tafeln ihren Leidensdruck. Die Erkenntnis von Wolfgang Hinte, dass im Arbeitsfeld „Sozialarbeit“ Berufstätige oft einen Hang dazu hätten, Hilfsbereitschaft zu einem Teil ihrer Identität zu machen,[69] lasse sich auf ehrenamtlich Tätige in Tafeln übertragen. Das Verhalten von Helfern in Tafeln weise gelegentlich Ähnlichkeiten mit dem von Co-Abhängigen auf, die den Abhängigen, zu denen sie in einer persönlichen Beziehung stünden, eher schaden als nutzen würden.

Hinte warnt: „Wer […], fixiert auf eine durchaus zutreffende Analyse sozialer Probleme und daraus folgende sozialpolitische Forderungen nach besseren Bedingungen für die Befriedigung von Bedürfnissen, in naiver Weise daraus ein Handlungsmandat für Betreuung und Befriedigung von Wünschen ableitet, wird allzu leicht Opfer einer durchaus klug agierenden Klientenschaft, die diese Hilfsbereitschaft in pfiffiger Weise für sich zu nutzen weiß.“

Strukturmängel des Sozialstaats[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Art. 1 Abs. 1 des Grundgesetzes („Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“) lässt sich der Anspruch jedes Bedürftigen auf eine Unterstützung durch den Staat in Höhe des Existenzminimums ableiten.[70] Wenn Menschen aus Geldmangel darauf angewiesen seien, Angebote einer Tafel in Anspruch zu nehmen, gebe es nur den Grund, dass sie nicht von dem Betrag leben können, der als Existenzminimum definiert ist, oder dass sie es könnten, aber sich nicht genügend anstrengen, dass dies auch gelingt. Die erste Erklärung führt zu der Kritik, dass die Regelsätze für die Sozialhilfe, insbesondere für „Hartz-IV“-Leistungen, zu niedrig sind. So reichten im Mai 2011 Anwälte Bedürftiger eine Eilklage gegen die Neuregelung von Hartz IV als Reaktion auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2010[71] ein. Grundlage des Normenkontrollverfahrens waren Aussetzungs- und Vorlagebeschlüsse des Hessischen Landessozialgerichts und des Bundessozialgerichts. Bei der Berechnung des Warenkorbs, der Bedürftigen zugestanden werden müsse, sind z. B. im Zuge der Hartz IV-Reform Zigaretten und Alkohol nicht mehr berücksichtigt worden. Die Anwälte argumentierten, Bierkonsum und Rauchen gehörten ebenso zum kulturellen Existenzminimum eines in Deutschland lebenden Erwachsenen.[72]

Der zweiten Variante zufolge würden Tafeln den Zwang aufweichen, ausreichende Mittel für die Ernährung in die Planung der Verwendung staatlicher Transferleistungen einzurechnen. Bedürftige müssten es demnach schaffen, von dem zu leben, was der Staat ihnen zubilligt. Walter Wüllenweber bemerkt, dass in kaum einem Sozialhilfeempfänger-Haushalt anspruchsvolle Unterhaltungselektronik fehlt. Jedenfalls dann könnte kaum von einer tatsächlichen Bedürftigkeit ausgegangen werden.[73]

Betriebs- und volkswirtschaftliche Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der öffentlichen Wahrnehmung muten Firmen, die Lebensmittel kostenlos an Tafeln abgeben, häufig als „uneigennützige Spender“ an. Tatsächlich haben Lebensmittelproduzenten und vor allem -händler große Vorteile, wenn Tafeln Lebensmittel bei ihnen abholen, die auf Grund rechtlicher Vorschriften nicht mehr verkauft werden dürfen, obwohl ihr Verzehr nicht gesundheitsschädlicher als der der verkaufbaren Ware ist: Die Spender ersparen sich die Kosten des Transports von Biomüll in Entsorgungsanlagen und die dort anfallenden Gebühren. Wenn die Firmen damit werben, dass sie unverdorbene Lebensmittel vor der Vernichtung bewahrt haben, verbessert das zudem das Image der „Wohltäter“, was sich wiederum positiv auf den Marktanteil der betreffenden Firma auswirken kann. All dies ändert jedoch nichts daran, dass der Schwund von Sach- oder Finanzressourcen wirtschaftlich immer ein Problem darstellt und daher Anreize bestehen, dem durch Vermeidungsstrategien zu begegnen. Firmen, die sich bemühen, weniger potenzielle „Ladenhüter“ (d. h. hier: Lebensmittel, die nicht rechtzeitig verkauft werden können) vorzuhalten und konsequent das „Fifo-Prinzip“ („first in, first out“) der Lagerwirtschaft anwenden,[74] haben einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Firmen, die bezahlte Ware kostenlos abgeben oder gar gegen Gebühr entsorgen müssen. Langfristig dürfte es also eine Tendenz geben, dass weniger Lebensmittel anfallen, die an Tafeln abgegeben werden.

Zu einem Rückgang der Menge überschüssiger Lebensmittel könnten auch Kampagnen führen, mit denen über den Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum von Lebensmitteln aufgeklärt werden soll.[75] Bislang besteht noch eine Scheu vieler Kunden, Lebensmittel zu kaufen, die kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, weil sie sich Sorgen um ihre Gesundheit machen. Wenn ihnen klar ist, dass diese Sorgen unbegründet oder weitgehend unbegründet sind, könnten sie verstärkt auf Sonderangebote des Einzelhandels zurückgreifen und so das Angebot, das Tafeln gemacht werden kann, verringern. Verstärkt wird die Tendenz zur Verringerung des Angebots von Tafeln auch dadurch, dass zunehmend Biogasanlagen auch mit Stoffen befüllt werden, die für den Verzehr durch Menschen in frischem Zustand geeignet sind, aber nach Ablauf einer vorgegebenen Frist nicht mehr verkauft werden dürfen.[76] Einem derartigen Verkaufsverbot unterliegen neben verdorbenen Lebensmitteln auch solche, die heute noch an Tafeln geliefert werden. Die Vergütungen, die für dieses Wirtschaftsgut von Betreibern von Biogasanlagen gezahlt werden, stellen einen Anreiz für Lebensmittelhändler dar, ihre Ware nicht mehr kostenlos (an Tafeln, Tiergärten usw.) abzugeben. Im Ergebnis werden Tafeln sicher zunehmend auf wirklich uneigennützige Lieferungen angewiesen sein bzw. mit Hilfe von Geldspenden Lebensmittel zu regulären Bedingungen einkaufen müssen, die sie anschließend kostenlos oder stark verbilligt weitergeben.[77]

Angeblich fehlende Transparenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Umgang mit den Spenden und den Eigenbeträgen der Empfänger führte in der Vergangenheit auch zu Vorwürfen einer Veruntreuung: Zwanzig Aktive der Leipziger Tafel hatten Ende 2009 einen Brandbrief an die Leitung des Dachverbandes der Tafeln geschrieben und von angeblichen Missständen bei Geldeinnahme und Abrechnung berichtet, außerdem würden aus 2008 oder schon früheren Zeiträumen geprüfte Kassenabschlussberichte fehlen. Die Leipziger Tafel bestritt eine Veruntreuung.[78] Anfang 2010 bescheinigten unabhängige Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der Leipziger Tafel eine vollständige und korrekte Buchführung für die Jahre 2006 bis 2008, ein Vorermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wurde mangels Anfangsverdachts eingestellt und die Gemeinnützigkeit des Leipziger Tafel e. V. vom Finanzamt Leipzig 2010 um fünf Jahre verlängert. Der Tafel Deutschland e.V. bezeichnete die Vorwürfe gegen die Leipziger Tafel als haltlos.[79]

Der Tafel Deutschland e.V. ist Unterzeichner der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.[80]

Umsatzsteuerliche Behandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Steuerverwaltung wird es aus Billigkeitsgründen nicht beanstandet, wenn bei der unentgeltlichen Abgabe von Lebensmitteln kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder der Verkaufsfähigkeit als Frischware von einer Umsatzbesteuerung abgesehen wird. Voraussetzung hierfür ist aber, dass eine Zuwendungsbestätigung für Spendenzwecke nicht ausgestellt wird. Die Steuerbefreiung ist in § 4 Nr. 18 Umsatzsteuergesetz geregelt: Von den unter § 1 Abs. 1 Nr. 1 fallenden Umsätzen sind steuerfrei: eng mit der Sozialfürsorge und der sozialen Sicherheit verbundene Leistungen, wenn diese Leistungen von Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder anderen Einrichtungen, die keine systematische Gewinnerzielung anstreben, erbracht werden. Etwaige Gewinne, die trotzdem anfallen, dürfen nicht verteilt, sondern müssen zur Erhaltung oder Verbesserung der durch die Einrichtung erbrachten Leistungen verwendet werden.

Problemverschärfungen wegen der COVID-19-Pandemie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einem Bericht von Tafel Deutschland vom 17. Juni 2020 zufolge besteht nach einer aktuellen Umfrage eine neue und verstärkte Hilfsbedürftigkeit aufgrund der Corona-Pandemie. Die Tafeln erreichten aktuell nicht mehr alle Menschen, die sonst regelmäßig Unterstützung suchen. Die Tafeln hätten sich zwar rasch auf die veränderten Bedingungen eingestellt und Ausgabestellen wieder geöffnet. Die Organisation rechne jedoch in den kommenden Wochen mit steigenden Kundenzahlen. Die aktuell 830 überhaupt geöffneten Tafeln sähen sich mit zwei Problemfeldern konfrontiert: Einerseits kämen von Woche zu Woche immer mehr Menschen erstmals zu den Tafeln. Das seien Selbstständige, in Kurzarbeit Befindliche oder Betroffene, die ihre Jobs oder Nebenjobs aufgrund der Corona-Pandemie ganz verloren haben. Andererseits blieben viele, vor allem ältere Menschen, die schon vor der Krise die Angebote der Tafeln nutzten, aus Angst vor Ansteckung diesen nun fern. Jochen Brühl, Vorsitzender von Tafel Deutschland e.V.: „Wir haben in den letzten Wochen bei den Tafeln eine neue Form der Not erlebt. Es kommen vermehrt jüngere Menschen, die bis vor kurzem überhaupt nicht auf die Tafeln angewiesen waren und nun vor Erleichterung weinen, weil sie etwas zu essen bekommen und ihren Kühlschrank wieder füllen können. Auch wenn die Bundesregierung bereits schnelle und unbürokratische Hilfen auf den Weg gebracht hat, sind einige Menschen in existenzielle Not geraten“. Es gelinge momentan nicht, alle Menschen zu erreichen, die auf die Tafeln angewiesen sind, obwohl gerade die Ärmsten besonders hart von der Krise getroffen werden. Familien hätten steigende Ausgaben für Lebensmittel, weil sie ihre Kinder vollständig zuhause versorgen müssen. Älteren Menschen fehle es nicht nur an Lebensmitteln, sondern auch an sozialen Kontakten. Brühl appelliert an die Politik, armutsbetroffene Menschen in der Krise nicht zu vergessen. Aktuell seien noch immer 120 von 949 Tafeln bundesweit geschlossen. Gründe seien vor allem beengte räumliche Verhältnisse und fehlende ehrenamtliche Mitarbeiter. Ein Großteil der ehrenamtlichen Mitarbeiter gehöre ohnehin aufgrund ihres Alters oder von Vorerkrankungen selbst einer Risikogruppe an. Einige Tafeln hätten immerhin noch Lieferdienste für besondere Risikogruppen einrichten können, Begegnungen und Gespräche in den Tafeln fielen aber nun völlig weg.

Bereits Ende März 2020 habe sich Tafel Deutschland in einem offenen Brief an Bundessozialminister Hubertus Heil gewandt und darin mehr Hilfen für armutsbetroffene Menschen gefordert. Die Tafeln haben sich darin, zusammen mit weiteren Verbänden und Organisationen, unter anderem für eine vorübergehende Erhöhung der Grundsicherungsleistungen um 100 Euro monatlich ausgesprochen. Dafür gebe es folgende Gründe: „Das Milliarden-Konjunkturpaket der Bundesregierung berücksichtigt über den einmaligen Kinderbonus und eine sinkende Mehrwertsteuer zwar auch arme Menschen. Die Hilfen reichen aber nicht aus und kommen zu spät. Armutsbetroffene Familien brauchen den Kinderbonus zwingend zum Leben. Für die Anschaffung von Tablets oder Laptops für Home-Schooling reicht dieses Geld nicht. Ältere Menschen mit sehr niedrigen Renten oder Grundsicherung im Alter profitieren hingegen gar nicht“. Hier müsse die Bundesregierung nachbessern.[81]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fabian Kessl, Holger Schoneville: Soziale Arbeit und Tafeln – von der Transformation wohlfahrtsstaatlicher Armutsbekämpfung. In: Stephan Lorenz (Hrsg.): Tafelgesellschaft: zum neuen Umgang mit Überfluss und Ausgrenzung. transcript, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1504-3, S. 35–48.
  • Fabian Kessl, Thomas Wagner: Was vom Tisch der Reichen fällt… Zur neuen politischen Ökonomie des Mitleids. In: Manfred Kappeler (Red.): Hinten anstellen! zur Regulation von Armut in der aktivierten Bürgergesellschaft. (= Widersprüche. Heft 119/120). Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2011, ISBN 978-3-89691-980-9, S. 55–78.
  • Stephan Lorenz (Hrsg.): TafelGesellschaft. Zum neuen Umgang mit Überfluss und Ausgrenzung. transcript Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1504-3.
  • Stephan Lorenz: Tafeln im flexiblen Überfluss. Ambivalenzen sozialen und ökologischen Engagements. transcript Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8376-2031-3.
  • Stefan Selke: Fast ganz unten – Wie man in Deutschland durch die Hilfe von Lebensmitteltafeln satt wird. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2009, ISBN 978-3-89691-754-6.
  • Stefan Selke (Hrsg.): Tafeln in Deutschland – Aspekte einer sozialen Bewegung zwischen Nahrungsmittelumverteilung und Armutsintervention. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16139-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tafel (Organisation) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tafel Deutschland e. V.: Grundsatz 5
  2. Markenregister
  3. Antje Lang-Lendorff: 25 Jahre Berliner Tafel – ein Grund zum Feiern? In: Die Tageszeitung: taz. 8. September 2018, ISSN 0931-9085, S. 41 (taz.de [abgerufen am 9. September 2018]).
  4. Hintergrundinformation. Zahlen & Fakten. Auf tafel.de vom 4. Juni 2019; abgerufen am 30. Juni 2019.
  5. 10 Fragen an die Tafeln. (Nicht mehr online verfügbar.) Bundesverband Deutsche Tafel e. V., archiviert vom Original am 11. Februar 2014; abgerufen am 13. Februar 2014.
  6. Stephan Hespos: Tafel-Kunden beanstanden Qualität der Lebensmittel. In: Wolfenbütteler Zeitung. 29. Oktober 2012, abgerufen am 14. Februar 2014.
  7. Tafeln in Nordfriesland: Zum Wegschmeißen der Lebensmittel verdammt. In: shz.de. 22. Mai 2012, abgerufen am 14. Februar 2014.
  8. Sophie Bissingen und Reinhard Schmitz: Mindesthaltbarkeit: Tafel wirft abgelaufene Lebensmittel auf den Müll. Ruhr Nachrichten, 5. November 2009, abgerufen am 14. Februar 2014.
  9. Wiener Tafel Suppe für JEDERMANN. In: OTS.at, 5. November 2011.
  10. Tafel Deutschland e.V.: Faktenblätter gesamt. 20. September 2019, abgerufen am 20. Januar 2020.
  11. Das große Wegschmeißen. 20. Januar 2020, abgerufen am 20. Januar 2020.
  12. Christian Gesellmann: Das Thema: Lebensmittelverschwendung. Essen für den Müll. (Memento vom 21. Dezember 2013 im Internet Archive) Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen (PDF; 101 kB).
  13. Zahlen & Fakten. Abgerufen am 20. Januar 2020.
  14. Chistoph Donauer: Wer darf zur Tafel gehen und wer nicht? STIMME.de Heilbronn, 20. Juni 2018, abgerufen am 25. Juni 2020.
  15. Lebensmittelweitergabe an Tafeln per Knopfdruck über die App. Abgerufen am 20. Januar 2020.
  16. Redaktion: BMBF LS5 Internetredaktion: „Tafel macht Kultur“ – ein Blick über den Tellerrand - BMBF Bündnisse für Bildung. Abgerufen am 20. Januar 2020.
  17. https://www.tafel.de/ueber-uns/die-tafeln/geschichte/
  18. Stiftunglife: Stiftung. (Memento vom 14. Juni 2013 im Internet Archive) Abgerufen am 9. Januar 2013.
  19. 23. Bundestafeltreffen in Köln. Abgerufen am 20. Januar 2020.
  20. Information zum Bundestafeltreffen 2011 in Kassel. (Memento vom 3. September 2014 im Internet Archive) In: tafel.de, abgerufen am 17. Juni 2011.
  21. Ulrich Nettelstroth: Eine Million Menschen werden in Deutschland über Tafeln mit Lebensmitteln versorgt. (Memento vom 3. Februar 2009 im Internet Archive) In: Märkische Allgemeine. 29. Januar 2009.
  22. Tafel Deutschland e.V.: Faktenblätter gesamt. 5. November 2019, abgerufen am 20. Januar 2020.
  23. 10 Fragen an die Tafeln (Memento vom 11. Februar 2014 im Internet Archive), Bundesverband Deutsche Tafel e.V.
  24. Tafel Deutschland e.V.: Faktenblätter gesamt. 5. November 2019, abgerufen am 20. Januar 2020.
  25. Kai Ritzmann: Ein Segen für die Stadt. 16 Jahre nach ihrer Gründung sind die Lebensmittelspenden der Berliner Tafel gefragter denn je. In: Berliner Woche. 23. Dezember 2009.
  26. Tafel Deutschland e.V.: Faktenblätter gesamt. 11. Mai 2019, abgerufen am 20. Januar 2020.
  27. Guido Kleinhubbert: Ansturm der Armen. In: Der Spiegel, Ausgabe 52/2013, 21. Dezember 2013, S. 38.
  28. laut Webseite des Bundesverbandes Deutsche Tafel im Januar 2017.
  29. laut Webseite de.statista.com
  30. Zahlen & Fakten. Abgerufen am 20. Januar 2020.
  31. Vera Schäfer: „Deutsche Tafeln“: ein pro-bono-Projekt von McKinsey und Company. In: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, 3, 1999, S. 68–74.
  32. Helfen mit allen Lebensmitteln. Lebensmittelbank AixEuregio Aachen e. V.
  33. tiertafel.de: Tiertafel Deutschland e. V. (Memento vom 27. Juli 2013 im Internet Archive)
  34. Monitor vom 25. Februar 2010 (Memento vom 28. Februar 2010 im Internet Archive)
  35. Medikamententafel in Dülmen: 115 Rezepte in drei Monaten. In: Allgemeine Zeitung Münsterland. 13. Januar 2010, abgerufen am 27. Februar 2010.
  36. medizinische-hilfe-solingen.de, Abgerufen am 4. Mai 2012.
  37. a b c Breitner: „Armut ist ein unaufhaltsamer ICE“ tz.de vom 20. Januar 2018, abgerufen am 15. Oktober 2018.
  38. Sponsoren der Münchner Tafel. Abgerufen am 15. Oktober 2018.
  39. Weitere Förderer auf Tafel.de, abgerufen am 15. Oktober 2018.
  40. Schirmherrschaft. Abgerufen am 20. Januar 2020.
  41. Tafel-Botschafter. Abgerufen am 20. Januar 2020.
  42. Les Restos du coeur s’attendent à un record de fréquentation. In: lefigaro.fr
  43. Wenn die Hypothek das Einkommen auffrisst. Missionarinnen der Nächstenliebe öffnen Armenküchen in Reykjavík. In: domradio.de, abgerufen am 25. Dezember 2009
  44. Homepage der Wiener Tafel, abgerufen am 25. Dezember 2009.
  45. Neues Verteilzentrum für Wiener Tafel eröffnet. In: orf.at, 13. Juni 2017, abgerufen am 13. Juni 2017.
  46. Information. ARGE Kärnten; abgerufen am 25. Dezember 2009.
  47. Le+O = Nachhaltige Unterstützung für armutsbetroffene Haushalte. Caritas&Du, abgerufen am 25. Juni 2020.
  48. Le+O Lebensmittel und Orientierung. Caritas&Du, abgerufen am 25. Juni 2020.
  49. Le+O Erntedanksammlung. Caritas&Du, abgerufen am 25. Juni 2020.
  50. Sophie Brandl, Alsergrund: Essen für Bedürftige: Caritas startet Lebensmittel-Notausgabestellen. meinbezirk.at, 24. März 2020, abgerufen am 25. Juni 2020.
  51. Le+O: Lebensmittel und Orientierungsberatung. Seit 2009 unterstützt das Projekt der Caritas Wien armutsbetroffene Haushalte durch die Ausgabe von Lebensmitteln und kostenlose Beratung. SPENDENINFO.AT, abgerufen am 25. Juni 2020.
  52. Homepage Tischlein deck dich. Abgerufen am 25. Dezember 2009.
  53. Info Caritas Wien; abgerufen am 25. Dezember 2009.
  54. Dirk Engelhard: Mundraub kommt wieder in Mode. In Spanien nehmen wegen der Rekord-Arbeitslosigkeit Lebensmitteldiebstähle zu. Andere Arme leben von gespendetem Essen. In: Berliner Zeitung. 22. April 2010, S. 10.
  55. Infos Heilsarmee Zürich; abgerufen am 25. Dezember 2009.
  56. Zahlen und Fakten. Website von Tischlein deck dich, abgerufen am 5. April 2020.
  57. Was wir tun. Website von Schweizertafel, abgerufen am 5. April 2020.
  58. Nachhaltigkeit. Fortschritte 2008 Kennzahlen und Ziele (PDF)
  59. Berichtet wurde beispielsweise über solche regelmäßigen Hilfsaktionen in New York, wo die Baptistenkirche diese Aufgabe übernimmt. Information aus einem Bildbericht über die Fifth Avenue in New York, ausgestrahlt bei BR-alpha am 29. Januar 2010.
  60. Kernaussagen und Forderungen. Forderungen des Kritischen Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln.
  61. Peter Kolakowski: Diskussion über die Tafelbewegung. In: Deutschlandfunk, Tag für Tag, 29. Juni 2011.
  62. Existenzunterstützende Angebote dürfen nicht zum dauerhaft etablierten Ausfallbürgen des Staates werden und zur Entwicklung einer Parallelgesellschaft beitragen. Position der Caritas zu existenzunterstützenden Angeboten.
  63. Eckpunktepapier des Dt. Caritas-Verbandes, Dezember 2008
  64. a b Fabian Kessl, Holger Schoneville: Soziale Arbeit und die Tafeln – von der Transformation der wohlfahrtsstaatlichen Armutsbekämpfung. In: Stephan Lorenz (Hrsg.): TafelGesellschaft. Zum neuen Umgang mit Überfluss und Ausgrenzung. Bielefeld 2010, S. 35–48.
  65. Stefan Selke: Fast ganz unten. S. 213.
  66. Es ist angerichtet: Tafeln in Deutschland! In: heise.de, 11. Juli 2009.
  67. Stefan Selke: Tafeln im Spannungsfeld zwischen Pragmatismus und Sozialutopie, Widerspruch. (Memento vom 14. Juli 2010 im Internet Archive) (PDF; 87 kB) April 2009.
  68. Weisse Wochen: Stigmatisiert Wiener Tafel Arme und Arbeitslose als Stinker?! Presseaussendung der Aktiven Arbeitslosen, 18. August 2011 (PDF; 95 kB).
  69. Wolfgang Hinte: Sozialraumorientierung in der Jugendhilfe. Weinheim und München 2007, S. 49f.
  70. Regelleistungen nach SGB II („Hartz IV- Gesetz“) nicht verfassungsgemäß. Pressemitteilung zum Urteil des BVerfG vom 9. Februar 2010.
  71. Bundesverfassungsgericht: Urteil des Ersten Senats vom 9. Februar 2010 – 1 BvL 1/09, 1 BvL 3/09, 1 BvL 4/09. 9. Februar 2010, abgerufen am 25. Juni 2020.
  72. Brigitte Vallenthin: Eilklage gegen den neuen 364-Euro-Regelsatz. Hartz4-Plattform, 3. Mai 2011 (PDF; 76 kB).
  73. Walter Wüllenweber: Das wahre Elend. In: Der Stern. 16. Dezember 2004.
  74. Optimale Lagerwirtschaft. Online-Lehrbuch. (Memento vom 11. Februar 2007 im Internet Archive) Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg, S. 5.
  75. Mindesthaltbarkeitsdatum: Aigner verwirft FDP-Vorschlag. In: spiegel-online. 18. Oktober 2011.
  76. Biogasanlage zur Verwertung von Speiseresten. (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) Gesellschaft für Bodenanalytik und Umwelttechnik mbH, Bensheim 2002 (PDF; 404 kB).
  77. Guido Kleinhubbert: Ansturm der Armen. In: Der Spiegel, Ausgabe 52/2013, 21. Dezember 2013, S. 39.
  78. Aktuelle Information für Mitglieder, Sponsoren und die interessierte Öffentlichkeit. (Memento vom 19. November 2011 im Internet Archive) 16. Januar 2010 (PDF; 99 kB).
  79. Stellungnahme des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. zu den Vorwürfen gegen die Leipziger Tafel (Pressemitteilung). Tafel Deutschland, 6. März 2010, abgerufen am 25. Juni 2020.
  80. transparency.de. (Memento vom 5. September 2017 im Internet Archive) Abgerufen am 4. März 2014
  81. Aktuelle Umfrage: Tafeln verzeichnen zahlreiche Neuanmeldungen wegen Corona-Pandemie (Pressemitteilung). Tafel Deutschland, 17. Juni 2020, abgerufen am 25. Juni 2020.