Tafelberg (Sternbild)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Sternbild
Tafelberg
Mensa constellation map.png
Legende
Lateinischer Name Mensa
Lateinischer Genitiv Mensae
Kürzel Men
Rektaszension 3125603h 12m 56s bis 7365207h 36m 52s
Deklination 1148459−85° 15′ 41″ bis 1305552−69° 44′ 48″
Fläche 153,484 deg²
Rang 75
Voll­stän­dig sicht­bar 4,8° N bis 90° S
Beob­achtungs­zeit für Mittel­europa nicht sichtbar
Anzahl der Sterne heller als 3 mag 0
Hellster Stern (Größe) α Mensae (5,09)
Meteorströme
Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)
Quellen IAU,

Der Tafelberg (lateinisch / fachsprachlich Mensa) ist ein kleines, unauffälliges Sternbild des Südhimmels.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sternbild Mensa, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann

Mensa ist das dunkelste und damit ein völlig unscheinbares Sternbild in der Nähe des südlichen Himmelspols. Es enthält als einziges unter den 88 anerkannten Sternbildern keinen Stern, der heller als die 5. Größenklasse ist.[1]

Nördlich von Mensa liegt die teilweise in das Sternbild hereinragende Große Magellansche Wolke (LMC), eine kleinere Begleitgalaxie unserer Milchstraße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der französische Astronom Nicolas-Louis de Lacaille, der von 1751 bis 1753 vom Kap der Guten Hoffnung aus den Südhimmel beobachtete, kreierte damals 14 neue Sternbilder auf bis dahin noch unkartierten Himmelsarealen. So schuf er u. a. das nur aus sehr lichtschwachen Sternen bestehende Sternbild Tafelberg. Diesen Namen wählte er in Erinnerung an den in Südafrika gelegenen, oft von Wolken verhangenen Tafelberg (latinisiert als Mons Mensae), in dessen Nähe sein Observatorium stand. Er nahm das Sternbild in sein Werk Coelum australe stelliferum (1763) auf.[2]

Himmelsobjekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sterne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der südlichen Lage haben die Sterne keine Flamsteed-Bezeichnung.

B Namen o. andere Bezeichnungen Größe Lj Spektralklasse
α HR 2261 5,09m 33,3 G7 V
γ HR 1953 5,19m 107 K2 III
β HR 1677 5,31m 681 G8 III
θ HR 2689 5,45m 385 B9 V
κ HR 2125 5,46m 296 B9 V
η HR 1629 5,47m 658 K4 III
μ HR 1541 5,51m 468 B8 II-III
ε HR 2919 5,52m 454 K2 III
ζ HR 2995 5,61m 394 A5 III
π HR 2022 5,67m 60 G0 V
δ HR 1426 5,69m 440 K2/3 III + A9
ν HR 1456 5,76m 177 F0/2 III
ξ HR 1716 5,84m 336 G8/K0 III
ι HR 1991 6,04m 880 B8 III
HR 2059 6,18m 349 A1 V
λ HR 2062 6,53m 467 K0 III

α Mensae, der hellste Stern in der Mensa, besitzt lediglich eine scheinbare Helligkeit von 5,09m. Am Nachthimmel erscheint er als schwaches Sternchen. Es handelt sich um einen gelblichen Stern der Spektralklasse G7 V mit ähnlichen physikalischen Eigenschaften wie unsere Sonne. Der Stern ist 33 Lichtjahre entfernt und vermittelt einen Eindruck, wie unser eigenes Sonnensystem aus dieser Entfernung aussähe.

Veränderliche Sterne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stern m Periode Entfernung (Lj.) Spektralklasse Typ
U 7,75 bis 10,05 409 Tage 1060 Me Mira-Stern
TY 8,08 bis 8,56 0,462 Tage 468 A3-A4 V W-Ursae-Majoris-Stern
TZ 6,19 bis 6,87 8,569 Tage 403 A1 III + B9 V Algolstern

U Mensae ist ein Mira-Stern, der seine scheinbare Helligkeit mit einer Periode von etwa 409 Tagen von 7,75m im Maximum bis zu 10,05m im Minimum ändert. Er hat einen in nur 0,6 Bogensekunden Winkeldistanz von ihm stehenden, ebenfalls veränderlichen Begleiter.[3] TY und TZ Mensae sind Bedeckungsveränderliche, wobei der Erstere der Untergruppe der W-Ursae-Majoris-Sterne[4] und der Letztere der Untergruppe der Algolsterne[5] angehört.

Neblige Objekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NGC sonstige Größe Typ Name
LMC 5m Galaxie Große Magellansche Wolke
1841 12,0m

Ein Teil der Großen Magellanschen Wolke (englisch: Large Magellanic Cloud (LMC)) liegt in der Mensa, der andere Teil im Schwertfisch.

Die Große Magellansche Wolke ist das hellste und größte neblige Objekt am Nachthimmel. Sie besitzt eine Ausdehnung von 5 mal 6°. Es handelt sich um eine kleinere Begleitgalaxie unserer Milchstraße in 180.000 Lichtjahren Entfernung. In ihr befinden sich mehrere Sternhaufen und Nebel, die bereits mit kleinen Fernrohren beobachtet werden können.

In der Mensa befindet sich darüber hinaus der lichtschwache Kugelsternhaufen NGC 1841.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sternbild Tafelberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tafelberg. In: Der Brockhaus. Astronomie. Mannheim 2006, ISBN 3-7653-1231-2, S. 483.
  2. Taschenatlas der Sternbilder, Verlag Werner Dausien, 7. Auflage 1982, ISBN 3-7684-2384-0, S. 200.
  3. U Men, in The International Variable Star Index.
  4. TY Men, in The International Variable Star Index.
  5. TZ Men, in The International Variable Star Index.