Tailfingen

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Stadtteil von Albstadt. Ein Ortsteil von Gäufelden heißt ebenfalls Tailfingen.
Tailfingen
Stadt Albstadt
Ehemaliges Gemeindewappen von Tailfingen
Koordinaten: 48° 15′ 25″ N, 9° 1′ 0″ O
Höhe: 778 m
Fläche: 29,34 km²
Einwohner: 11.350 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 387 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 72461
Vorwahl: 07432
Karte
Lagekarte von Tailfingen im Stadtgebiet Albstadt
Staufenbühl und Nank mit Hochberg
Staufenbühl und Nank mit Hochberg

Tailfingen ist der zweitgrößte Stadtteil von Albstadt im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg auf der Schwäbischen Alb.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tailfingen liegt auf der Schwäbischen Alb, teilweise in einem schmalen Tal, genannt „Talgang“, teilweise an den Hängen bzw. Hochflächen der Schwäbischen Alb, etwa auf halbem Weg zwischen Stuttgart und dem Bodensee im Tal der Schmiecha, eines linken Nebenflusses der Donau. Nördlich angrenzender Stadtteil ist Onstmettingen, im Süden liegt Truchtelfingen, westlich Pfeffingen.

Tailfinger Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tailfingen wird von drei großen Bergen umrahmt. Der höchste mit 975 m ist der sogenannte Hochberg, auch Burg genannt. Er steht im Norden von Tailfingen. Östlich schließt sich mit 937 m der Schlossberg an, auf dem im Mittelalter eine Burg stand. Westlich liegt mit 969 m der Braunhardsberg. Zwischen Hochberg und Schlossberg finden wir den flachen Nank/Lammerberg und anschließend den Staufenbühl, auf dem heute ein Sendemast steht.

Panorama-Blick über Tailfingen vom Schlossberg nach Westen mit dem Braunhardsberg (969 m ü. NN)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde Tailfingen durch den sagenumwobenen alemannischen Sippenhäuptling Tagolf irgendwann nach 260, wohl im 5. oder 6. Jahrhundert. In der Erzählung von Carl Metzger: Tagolf. Erzählung aus Tailfingens Vorzeit wurde diesem Sippenhäuptling ein literarisches Denkmal gesetzt. Bekannter allerdings ist der Roman des ehemaligen Stadtarchivars Peter Thaddäus Lang aus dem Jahr 1994. Im Jahre 793 wurde Tailfingen erstmals in einer St. Gallener Urkunde als Dagolfinga erwähnt.[1] 1113 wurde Tailfingen („Tagolfingen“) gemeinsam mit Ebingen in einer Schenkung Walchos von Waldeck an das Kloster St. Blasien erwähnt.[2] 1403 kam der Ort von der Herrschaft Schalksburg an das Herzogtum Württemberg, als Graf Mülli von Zoller die Schalksburg zusammen mit Tailfingen an Württemberg verkaufte[3] und wurde dem Amtsbezirk bzw. Oberamtsbezirk Balingen zugeordnet, aus dem 1934 der Landkreis Balingen hervorging. Auf dem Schlossberg bei Tailfingen befinden sich noch geringe Reste der Burg Tailfingen (im Volksmund „Schloss“ genannt) aus dem 11. bis 12. Jahrhundert und 3000 Meter nordöstlich von Tailfingen ebenfalls geringe Reste der Weilerburg.

1534 wurde im Herzogtum Württemberg die Reformation eingeführt; seither ist Tailfingen evangelisch. Die Reformation in Thailfingen (frühere Schreibweise) erfolgte unter Ambrosius Blarer. Eine Tailfinger Kirche wurde bereits 1275 erwähnt. 1462 taucht sie als Kirche St. Petrus auf. Ihre Anfänge dürften jedoch bereits auf das 8. oder 9. Jahrhundert zurückgehen. Die heutige evangelische Peterskirche wurde aber erst 1777 erbaut. Der Turm der Peterskirche war ursprünglich ein Wehrturm und ist wesentlich älter, nämlich rund 1000 Jahre. Er gehört damit zu den ältesten Baudenkmälern des Landkreises. Eine weitere Kirche, die Pauluskirche wurde 1907 erbaut. 1953 folgte noch die Erlöserkirche. Im Wohngebiet Stiegel wurde 1965 ein Gemeindehaus erbaut. Nicht zu vergessen die evangelisch-methodistische Johanneskirche aus dem Jahr 1924 (neu erbaut 1964). Eine evangelisch-methodistische Gemeinde existierte in Tailfingen bereits 1874. Bedingt durch die Industrialisierung begann in dieser Zeit der Zuzug von katholischen Arbeitskräften zunächst vor allem aus dem Hohenzollerischen, später aus Oberschwaben. Deshalb wurde 1903 eine (sehr kleine) katholische Kirche erbaut (St. Bonifatius), diese 1935 abgebrochen, nachdem 1934 die wesentlich größere St. Elisabeth-Kirche errichtet worden war. Der enorme Zuzug von (meist katholischen) Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg machte schließlich 1969 den Bau einer weiteren katholischen Kirche notwendig (St. Franziskus).

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) hinterließ große Verwüstungen, die Gemeinde konnte sich bis 1660 keinen eigenen Pfarrer mehr leisten und ging ins benachbarte Truchtelfingen in die Kirche.

Im Jahre 1744 hatte der Ort 512 Einwohner, konnte sich aber bis 1820 (1449 Einwohner) stark vergrößern. Aufgrund des kargen Bodens bot die Landwirtschaft nicht mehr genug Einkommen und die Strumpfwirkerei wurde zum handwerklichen Nebenerwerb. Aus diesem bildete sich auch der Grundstock für die Industrialisierung.

1853 wurden die ersten Rundwirkmaschinen für Auftragsarbeiten von Ebinger und Hechinger Unternehmen aufgestellt. 1870 begannen sich die Tailfinger selbstständig zu machen und expandierten, sodass im Jahre 1914 1800 Rundstühle im Ort zu finden waren. Somit stieg die Bevölkerungszahl auch explosionsartig an (1871: 2193 Einwohner, 1910: 5412 Einwohner). 1871 war Tailfingen zum Marktflecken erhoben worden.

1901 wurde die Talgangbahn in Betrieb genommen und erhöhte das Transportaufkommen erheblich. Damals fuhr der berühmte „Schellamatheis“, eine Dampflok, die 1956 durch einen Triebwagen ersetzt wurde.[4] Tailfingen verlor immer mehr sein dörfliches Aussehen und wurde 1930 zur Stadt erhoben. 1934 wurde unter dem Druck der Nationalsozialisten die Nachbargemeinde Truchtelfingen eingegliedert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hatten führende deutsche Atomwissenschaftler unter der Leitung von Otto Hahn in Tailfingen ihren Aufenthaltsort. Am 25. April 1945 wurde Hahn durch ein amerikanisches Kommando gefangen genommen. Infolge des Wirtschaftsaufschwungs in den 1950er Jahren wuchs Tailfingen weiter (1972: 17.278 Einwohner, Truchtelfingen ist dabei mit einbezogen) und erhielt 1971 sogar ein Progymnasium. Eine Mittelschule bestand bereits seit 1918.

Am 1. Januar 1975 wurde Tailfingen im Rahmen der Gemeindereform ein Teil der neu gegründeten Großen Kreisstadt Albstadt.[5]

Am 3. September 1978 war der Ort Epizentrum eines Erdbebens der Stärke 5,7. Obwohl zahlreiche Gebäude beschädigt wurden und Kosten von vielen Millionen D-Mark entstanden, wurden keine Personen ernsthaft verletzt. Die wenige Kilometer nördlich gelegene Burg Hohenzollern wurde aber schwer beschädigt.

In den letzten Jahren hatten auch die ansässigen Unternehmen in Tailfingen mit der Strukturkrise in der Textilindustrie zu kämpfen. Deswegen verlegten viele ihre Produktion ins Ausland oder meldeten Konkurs an. 1998 wurde die Talgangbahn stillgelegt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1744 512
1820 1.449
1871 2.193
1910 5.412
1930 7.725
1939 11.000
1954 14.073
6. Juni 1961 15.459
27. Mai 1970 17.278
1971[6] 17.340

Ab 1954 Truchtelfingen mit einbezogen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus von Tailfingen

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In von Blau und Silber gespaltenem Schild unter einer liegenden fünfendigen Hirschstange in verwechselten Farben vorne eine pfahlweise gestellte silberne Spule, hinten ein aufgerichteter schwarzer Bär mit silbernem Halsband.
Erklärung: Die Spule verweist auf die ortsansässige Textilindustrie, dem der Ort seine Bedeutung verdankt. Tailfingen gehörte ursprünglich den Zollern, ab 1403 zu Württemberg. Der schwarze Bär erinnert an die Abtei St. Gallen, zu der Truchtelfingen gehörte. Als Tailfingen zur Stadt erhoben wurde, wurde Truchtelfingen nach dort eingemeindet. Die Vereinigung der Wappen ist daher als Zugeständnis an die Truchtelfinger bei der Eingemeindung zu werten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fasnet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Einsetzen der Industrialisierung erhöhte sich die Bevölkerung sprungartig, so dass auch Katholiken in Tailfingen Fuß fassten. Sie waren ja im Königreich Württemberg gleichberechtigte Landeskinder. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass um 1900 Fastnachtstraditionen gepflegt werden. An Fastnacht vermummen sich seit altersher junge Leute, gehen in die Häuser und erschrecken die Kinder. Allenthalben werden Fastnachtsküchle gebacken.[7] Heute wird die Fasnet von Vereinen organisiert.[8]

Maschenmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maschenmuseum Tailfingen

Albstadts größtes Museum ist das Maschenmuseum. Es besteht seit 1996, in ihm wird die Geschichte der regionalen Textilherstellung dargestellt, sowohl mit den Maschinen als auch mit den Produkten.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der markante Turm der evangelischen Peterskirche besteht seit rund tausend Jahren und ist damit das älteste Gebäude Tailfingens. Wie man im Innern des Turms erkennen kann, handelt es sich ursprünglich um einen Wehrturm. Dort ist nämlich zu sehen, dass sich mehrere Meter über der Erdoberfläche ein Zugang befand, der nur über eine Leiter erreicht werden konnte. Dieser Turm ist mit dem eigentlichen Kirchengebäude nicht direkt verbunden, was wohl im Zollernalbkreis einmalig sein dürfte.
  • Da dieses räumlich recht beschränkte Gotteshaus für die sich während der Industrialisierung explosionsartig vermehrende Bevölkerung bald nicht mehr ausreichte, entstand 1907 am gegenüber liegenden Ende des alten Ortskerns die wesentlich geräumigere Pauluskirche, die starke Anklänge an den Jugendstil aufweist.
  • 1933/34 wurde noch die katholische St. Elisabeth-Kirche gebaut, ein äußerst schlicht gehaltenes und dem Bauhaus-Stil verhaftetes Gotteshaus, dessen einzige Schmuckelemente die Engel am Turm und die Glasfenster im Chor (gestaltet von Kirchenmaler August Blepp) sind.
  • 1969 wurde weiterhin auf Langenwand die katholische Franziskuskirche eingeweiht.
  • Auf dem Friedhof befindet sich das Grabmal J. Hakenmüller.

Tailfinger Naturbad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tailfinger Naturbad entstand durch Umwandlung des ehemaligen Tailfinger Freibades. Im November 1932 hatte der Gemeinderat von Tailfingen den Bau eines Freischwimmbades in den Oberen Wiesen, Richtung Onstmettingen, beschlossen. Am 6. August 1933 war die Einweihung. Nachdem das alte Freibad im Lauf der Jahre immer mehr zerfiel, wurde es in ein Naturbad umgewandelt. Die Einweihung erfolgte 2002. Das neue Schwimmbad hat eine Wasserfläche von 1800 m². Die maximale Tiefe im Bereich des Sprungfelsens beträgt 4,10 Meter. Die Wasserqualität des Naturbades ist sehr gut, das Wasser ist sauber und klar und steht der eines herkömmlichen Schwimmbades mit Chlorwasser in nichts nach. Im Gegenteil: das Wasser ist durch den gänzlichen Verzicht auf Chemikalien insbesondere für Kleinkinder und ältere Menschen sehr gut verträglich. Das Wasser wird biologisch gereinigt. Dazu wurde parallel ein separater Regenerationsteich angelegt. Hier erfolgt ein ständiger Austausch mit dem Badewasser. Auf diese Weise wird sauberes und weiches Wasser erzeugt. Der Selbstreinigungsprozess ist naturähnlich aufgebaut. Auch die Freizeitanlage ist sehr schonend und naturverbunden angelegt. Es wurden nur einheimische Steine, Holz und Kies verwendet. Das Naturbad ist bewirtschaftet.

Profanbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Firma Balthas Blickle Witwe

Es gibt in Tailfingen eine größere Anzahl Jugendstil-Fabrikbauten, was zurückzuführen ist auf den vergleichsweise späten Beginn der Industrialisierung in Tailfingen. Als Beispiele wären: Conzelmann zur Rose, Balthas Blickles Witwe (erbaut 1909) und Conrad Maier zum Ochsen. In Tailfingen findet sich auch ein sehr schönes Beispiel für Industrie-Architektur im Bauhaus-Stil die Trikotfabrik Ludwig Haasis (erbaut 1931).

Tailfinger Brünnle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weilertal-Brunnen

Tailfingen hatte immer Probleme mit der Wasserversorgung, durch die Bodensee-Wasserversorgung sind diese Probleme heute erledigt. Ein wichtiges Element waren nicht nur die Brunnen im Ort, sondern auch die freien Brünnle. Es gab fünf Schöpfbrunnen, im Heutal, in Gießen (Pfeffinger Straße, wo heute die Pauluskirche steht), in der Hinteren Gasse (Adlerstraße), in Kemmen (Ludwigstraße) und im Wasen. Des Weiteren gab es vier Pumpbrunnen, bei der alten Kirche, in der Hechingerstraße nahe dem Gasthaus Rößle und bei der Kreuzung Hechinger-Goethestraße und hinter Straß (Neuweilerstraße beim Gasthaus Schlößle). Ein privater Brunnen war im Pfarrgarten, der Kindlesbrunnen. Einige Quellen sind heute teilweise versiegt. Die oben gezeigten Brünnle, das Hochberg-, Staufenbühl-, Nank- und Heilige-Brünnle sind die gefassten Brünnle. Daneben gab es aber auch noch zwischenzeitlich versiegte Brünnle, wie beispielsweise am Schloßfelsen und am Quetschwerk. Ursprünglich gehörte auch der Weilertal-Brunnen, der zur Weiler-Burg gehörte, zur Tailfinger Wasserversorgung. Diese Quelle war aber an die Gemeinde Bitz verkauft worden.

Schmauselhöhle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmauselhöhle
Weg vom Neuweiler zum Katzwang und zur Schmauselhöhle

Um zur Schmauselhöhle zu kommen, nimmt man den Weg vom Neuweiler zur Forstausbildungs-Hütte. An der Hütte geht man den Weg weiter, der in den „Alten Kohlweg“ mündet. Der Weg fällt leicht ab und steigt dann wieder an. Kurz bevor der Weg den tiefsten Punkt erreicht, sieht man rechts ein Schild „Alter oberer Kohl“. Hier geht es rechts den Wald hoch. Man sieht von dort die von den Forstwirten angebrachte Umzäunung des Eingangs der Schmauselhöhle. Bei starker Vegetation im Sommer muss man evtl. hin und hergehen, um den Eingang zu finden.

Nähere Beschreibung der Höhle: am Neuweiler, vor dem Höhenzug des 946 m hohen Storren, im Gebiet Katzwang liegt am Waldweg vom Neuweiler zum Heirich (Hausen im Killertal) nach rund 1,5 km, leicht oberhalb des Weges die Schmauselhöhle. Die Höhle fällt senkrecht ab und war lange Zeit nicht gesichert. Zwischenzeitlich wurde eine Beschilderung und ein Zaun um die Höhle angebracht. Benannt ist sie nach deren Entdecker, einem Tailfinger Bürger Namens Bolay, genannt das Schäferjergle (Johann Jakob Boley, 1798–1888). Er hatte den Übernamen Schmau’sele und war Feld- und Waldschütz. Der Zugang zur Höhle ist heute deutlich sichtbar, aber verschüttet.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skilift Schalkental

Es gibt einen Skilift in Tailfingen am Schlossberg. Dieser wird betrieben vom Wintersportverein Tailfingen (WSV Tailfingen) und verfügt über eine Flutlichtanlage. Die Abfahrten sind 500 und 850 Meter lang. Hier befindet sich auch die erste FIS-Rennstrecke der Westalb.[9] Des Weiteren gibt es ein Vereinslokal und ein Funpark.[10] Während der Sommermonate wird seit Juni 2009 ein Bike-Park mit 900 und 1000 Meter langen Downhill-Strecken betrieben. Der WSV Tailfingen stellt seit Jahren Mannschaften und Einzelfahrer bei den Skirennen im Bereich des Schwäbischen Skiverbandes. Bekanntester Fahrer war der 1972 tödlich verunglückte Karl-Rainer Schneider. Er war erfolgreicher Teilnehmer an Schwäbischen und Deutschen Skimeisterschaften, z. B. wurde er 1970 Schwäbischer Meister in der Alpinen Dreierkombination. Im Kunstradfahren treten die Tailfinger Sportlerinnen und Sportler regelmäßig bei großen internationalen Meisterschaften an, es wurden jahrzehntelang immer wieder Weltmeistertitel gewonnen (Manfred Maute, Dieter Maute, Martin Rominger, Anja Scheu).

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulzentrum Lammerberg in Tailfingen vereint das Progymnasium Tailfingen, die Lammerberg-Realschule und die Lammerberg-Grundschule. Außerdem gibt es im Stadtteil noch die Langenwand-Grundschule, sowie die Lutherschule, eine Grund-, Haupt- und Werkrealschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katharina Ruopp (geboren in Tailfingen; hingerichtet durch Verbrennung 1588 in Rottweil); der Rat der Stadt Rottweil hat am 15. April 2015 einen Beschluss zur sozialethisch-moralischen Rehabilitierung der Opfer der Hexenprozesse gefasst.[11]
  • Johannes Hakenmüller (1857–1917), Unternehmer und Pionier der Textilindustrie
  • Ernst Bizer (1904–1975), evangelischer Theologe; ab 1934 zweiter Stadtpfarrer in Tailfingen
  • Hans Conzelmann (1915–1989), evangelischer Theologe und neutestamentlicher Wissenschaftler
  • Gregor Dorfmeister (* 1929), bekannt unter dem Pseudonym Manfred Gregor, Journalist und Schriftsteller
  • Manfred Maute (* 1939), Kunstradsportler und Trainer
  • Hans-Martin Haller (* 1949), Politiker (SPD), Landtagsabgeordneter (2001–2016)
  • Jürgen Gneveckow (* 1952), 1999–2015 Oberbürgermeister von Albstadt
  • Marcel Beyer (* 1965), Schriftsteller, Büchner-Preisträger
  • Dieter Maute (* 1967), Kunstradsportler und Trainer

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Hahn (1879–1968), Entdecker der Kernspaltung und Nobelpreisträger; lebte und wirkte vom 24. Juni 1944 bis zum 25. April 1945 in Tailfingen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Bergmann: Die Trikotagenindustrie in Tailfingen/Württemberg. Tailfingen 1947.
  • Hermann Bizer: Die Flurnamen von Tailfingen. Tailfingen 1940.
  • Hermann Bizer: Tailfinger Heimatbuch. Tailfingen 1953. Unveränderte Neuauflage 1987
  • Andreas Conzelmann: Werden und Wachsen der Tailfinger Gemeinschaft. Tailfingen 1922. Erweiterte Auflage Tailfingen 1971
  • Friedrich Konzelmann: Die Sippe Conzelmann. Tailfingen 1940. Neu hrsg. v. Walter Conzelmann, Tailfingen 1987.
  • Peter Thaddäus Lang / Wilhelm Conzelmann: Tailfingen die Trikotstadt. Albstadt 1990.
  • Peter Thaddäus Lang: Tailfingen: Die Wirtschaftswunderzeit. Bildband, Sutton-Verlag 2009.
  • Samuel Maute: Tailfinger Heimatbüchlein. Tailfingen 1930.
  • Heinrich Weidle: Damals im Talgang. Ein Rückblick in Bildern. Tailfingen 1985.
  • Wintersportverein Tailfingen, Hans Maier, Wilhelm Conzelmann: 50 Jahre Wintersportverein Tailfingen e. V. 1924-1974. Tailfingen 1974.
  • Dieter und Gudrun Kopf geb. Weisser: Dr. Hans Weisser, Arzt und Original,. Radolfszell 1996.
  • Carl Metzger: Tagolf. Erzählung aus Tailfingens Vorzeit. Selbstverlag des Verfassers, ohne Jahresangabe.
  • Peter Thaddäus Lang: Tagolf der Siedler. Tübingen 1994.
  • Peter Thaddäus Lang: Die Jagd nach dem Heiligen Stab. Tübingen 1998.
  • Werden und Wachsen der Tailfinger Gemeinschaft von Andreas Conzelmann, zweite erweiterte Auflage 1971
  • Fritz Hipp Erzählungen und Gedichte, 1965 Hermann Daniel, Balingen
  • Volker Lässing: Den Teufel holt keiner ! - Otto Hahn und das Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Tailfingen. Mit einem Vorwort von Dietrich Hahn. CM-Verlag, Albstadt 2010. ISBN 978-3-939219-00-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tailfingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Max Miller, Gerhard Taddey: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 6, Baden-Württemberg. 2. Auflage, 1980, ISBN 978-3-520-27602-5 S. 785.
  2. Johann Wilhelm Braun (Bearb.): Urkundenbuch des Klosters Sankt Blasien im Schwarzwald. Von den Anfängen bis zum Jahr 1299. Teil I: Edition; Teil II: Einführung, Verzeichnisse, Register, Stuttgart 2003, ISBN 3-17-017985-3. (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg: Reihe A, Quellen; Band 23), Urkunde Nr. 95
  3. Verkaufurkunde der Herrschaft Schalksburg vom 3. November 1403 auf Wikisource
  4. regiostadtbahnalbstadt.de.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 540.
  6. Statistisches Bundesamt: Landkreis Balingen, Die Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs in Wort und Zahl Heft 63, Seite 29 (pdf)
  7. Zeeh Lehrer: Fragebogen volkskundliche Überlieferung. Landesamt für württ. Volkskunde, Laufen Dezember 1900.
  8. : Fasnet. In: Schwarzwälder Bote, 27. Februar 2017.
  9. Dennis Knappe: Wintersport. Skilifte der Region nehmen Betrieb auf. In: Schwäbische Zeitung vom 28. November 2008
  10. Skigebiete in unserer Region. In: Schwäbische Zeitung vom 4. Dezember 2010
  11. NRWZ Verlag