Tails (Linux-Distribution)

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The Amnesic Incognito Live System
Tails logo
Bildschirmfoto
Tails OS
Basisdaten
Entwickler Die Tails-Entwickler
Sprache(n) u. a. Deutsch
Aktuelle Version 2.11 [1]
(7. März 2017)
Abstammung GNU/Linux
↳ Debian
↳ Tails
Kernel Linux (Kernel)
Architekturen x86-Prozessor
Lizenz GNU/GPL (Version 3 oder später)
Website tails.boum.org

The Amnesic Incognito Live System (Tails) ist eine auf Debian basierende Linux-Distribution. Ihr Ziel ist es, die Privatsphäre und Anonymität des Nutzers zu schützen. Um dies zu erreichen, setzt Tails insbesondere auf die Nutzung des Tor-Netzwerks. Das System kann direkt von einer Live-DVD oder einem USB-Stick gebootet werden und hinterlässt keine Spuren auf dem genutzten Computer.[2]

Weitere Einzelheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tails bietet eine vorkonfigurierte Arbeitsumgebung mit Programmen zur sicheren Kommunikation und dem sicherem Umgang mit Dateien. Kernstück ist der Tor Browser zum anonymen Surfen im Internet. Ebenfalls enthalten ist ein E-Mail-Client und ein Chat-Programm, die wie viele weitere Anwendungen für die Nutzung des Tor-Netzwerk und verschlüsselter Kommunikation vorkonfiguriert sind. Neben dem Office-Paket LibreOffice sind weitere Programme zur Bildbearbeitung, zum Videoschnitt und zur Verschlüsselung von Dateien und Festplatten enthalten.[3] Als Arbeitsumgebung nutzt Tails Gnome. Ab Version 1.7 ist es möglich mittels eines Offline-Modus alle Netzwerkverbindungen abzuschalten, um eine vertrauliche Arbeit an Dokumenten zu unterstützen.[4] Als gedächtnisloses („amnesic“) System verwirft Tails standardmäßig alle Daten beim Herunterfahren. Ein verschlüsselter, persistenter Speicher kann bei Bedarf eingerichtet werden, um Einstellungen und Dateien auf dem genutzten USB-Stick dauerhaft zu sichern.[5]

Tails finanziert sich durch Spenden. In den Jahren 2012 bis 2015 wurden durchschnittlich 210.000 € Spenden eingenommen, wobei rund ein Drittel der Spender einen Bezug zur US-Regierung hatten und ein weiteres Drittel von Stiftungen und Nicht-Regierungsorganisationen kam. Das restliche Drittel verteilt sich laut Angaben des Projekts auf Einzelpersonen (17 Prozent) und Unternehmen (14 Prozent).[6] Die Linux-Distribution wird unter anderem auch von Edward Snowden empfohlen und konnte im Zuge des NSA-Skandals ihre Bekanntheit erhöhen.[7]

Tails wurde erstmals am 23. Juni 2009 veröffentlicht – damals noch unter dem Namen Amnesia. Im Sommer 2014 erschien Version 1.0[8] und im Januar 2016 schließlich 2.0, das auf einer neueren Debian-Version basiert.[9]

In der folgenden Liste sind einige der standardmäßig enthaltenen Programme aufgeführt. Eine vollständige Liste ist auf der Tails-Homepage zu finden. Weitere Anwendungen können zusätzlich installiert werden, wodurch jedoch die in Tails gewährte Sicherheit gefährdet werden kann.[10]

Name Zweck
Tor Anonymisierung des Traffics durch das Tor-Netzwerk
Tor Browser Standardwebbrowser zum Surfen im Internet (entspricht einem vorkonfigurierten Mozilla Firefox ESR)
Pidgin Instant Messenger, bei Tails mit dem OTR-Plugin vorkonfiguriert
Icedove E-Mail-Client (entspricht Mozilla Thunderbird) mit Enigmail für OpenPGP Unterstützung
I2P Alternatives dezentrales Netzwerk
Electrum Programm zur Verwaltung von Bitcoin-Wallets
LUKS Dient mit Hilfe von Gnome Disks dem Erstellen von verschlüsselten Speichermedien
GnuPG Implementierung von OpenPGP zum Ver- und Entschlüsseln von Dateien und Nachrichten
PWGen Passwortgenerator
Florence Virtuelle Tastatur, versucht Hardware-Keylogger zu umgehen
MAT Programm um Metadaten aus Dateien zu entfernen
KeePassX Passwortmanager
AppArmor Beschränkung der Rechte von Programmen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tails 2.11 is out. In: tails.boum.org. 7. März 2017, abgerufen am 12. März 2017 (englisch).
  2. Tails - Über Tails. In: Tails-Homepage. 30. Oktober 2015, abgerufen am 12. Dezember 2015.
  3. Linux: Tails – das Betriebssystem für gemäßigt Paranoide. In: zeit.de. 17. März 2016, abgerufen am 7. November 2016.
  4. Hans-Joachim Baader: Anonymisierungs-Distribution Tails 1.7 mit Offline-Modus. In: pro-linux.de. 6. November 2015, abgerufen am 6. November 2015.
  5. Kyle Rankin: Tails above the Rest, Part III (Page 2). In: linuxjournal.com. 8. Juli 2014, abgerufen am 8. November 2016 (englisch).
  6. Tails - Warum wir Spenden brauchen. In: tails.boum.org. 20. September 2016, abgerufen am 8. November 2016.; Siehe auch: Jährlich Income Statements auf der Seite des Projektes
  7. Patrick Howell O'Neill: Tails OS, Snowden's favorite privacy tool, doubles in popularity. In: dailydot.com. 7. November 2016, abgerufen am 8. November 2016 (englisch).
  8. David Murphy: Secure OS Tails Emerges From Beta. In: UK.PCMag.com. 1. Mai 2014, abgerufen am 23. September 2016 (englisch).
  9. Fabian A. Scherschel: Tails 2.0: Das Anonymisierungs-OS im neuen Look. In: heise.de. 27. Januar 2016, abgerufen am 8. November 2016.
  10. Tails - Zusätzliche Software installieren. In: tails.boum.org. 20. September 2016, abgerufen am 8. November 2016.