Talant Dujshebaev

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Talant Dujshebaev
Talant Dujshebaev

Talant Dujshebaev am 20. Februar 2008 in der Kölnarena

Spielerinformationen
Geburtstag 2. Juni 1968
Geburtsort Frunse, Kirgisische SSR,
Sowjetunion
Staatsbürgerschaft RusseRusse russisch / SpanierSpanier spanisch
Körpergröße 1,83 m
Spielposition Rückraum Mitte
Wurfhand rechts
Vereinsinformationen
Verein PolenPolen Vive Targi Kielce
Vereine in der Jugend
  von – bis Verein
1976–0000 SowjetunionSowjetunion ZSKA Moskau
Vereine als Aktiver
  von – bis Verein
0000–1992 RusslandRussland ZSKA Moskau
1992–1997 SpanienSpanien Teka Cantabria
1997–1998 DeutschlandDeutschland TuS Nettelstedt
1998–2001 DeutschlandDeutschland GWD Minden
2001–2007 SpanienSpanien BM Ciudad Real
Nationalmannschaft
Debüt am
            gegen
  Spiele (Tore)
SowjetunionSowjetunion UdSSR
GUSGUS GUS
RusslandRussland Russland
SpanienSpanien Spanien

7 (47)
133 (726)
158[1] (569)[2]
Vereine als Trainer
  von – bis Verein
2005–2011 SpanienSpanien BM Ciudad Real
2011–2013 SpanienSpanien BM Atlético de Madrid
2014– PolenPolen Vive Targi Kielce
10/2014–2016 UngarnUngarn Ungarn
2016–2017 PolenPolen Polen

Stand: 13. Mai 2017

Talant Dujshebaev (russisch Талант Мушанбетович Дуйшебаев, Talant Muschanbetowitsch Duischebajew, wiss. Transliteration Talant Mušanbetovič Dujšebaev; * 2. Juni 1968 in Frunse, Kirgisische SSR, Sowjetunion) ist ein ehemaliger Handballspieler ethnisch kirgisischer Herkunft, der seit Januar 2014 als Handballtrainer bei Vive Targi Kielce tätig ist. Er wurde zweimal (1994 und 1996) zum Welthandballer des Jahres gewählt. Seine Spielposition war im zentralen Rückraum.

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dujshebaev begann als 14-Jähriger mit dem Handballspiel in seiner Heimatstadt Frunse. Zuvor spielte er Fußball und war als Schwimmer aktiv. Beim Militär entdeckt, spielte Dushebajew fortan für ZSKA Moskau, wo er auch in der sowjetischen Liga debütierte. 1992 wechselte er zum spanischen Klub Teka Santander, mit dem er den EHF-Pokal 1993, die EHF Champions League 1994 sowie die spanische Meisterschaft 1993 und 1994 gewann. 1997 ging er in die deutsche Bundesliga zum TuS Nettelstedt, für den er mit 194 Toren zweitbester Bundesliga-Torschütze wurde und den Euro-City-Cup gewann.[3] Nach nur einem Jahr schloss er sich GWD Minden an. 2001 kehrte er nach Spanien zurück und unterschrieb bei BM Ciudad Real, wo er erneut Meister und Pokalsieger wurde. Von 2005 bis 2007 war er dort Spielertrainer.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Auswahl der GUS gewann Dujshebaev 1992 Gold bei den Olympischen Spielen in Barcelona. Anschließend spielte er sowohl für die russische Nationalmannschaft, mit der er 1993 Weltmeister wurde, als auch nach der Erteilung der spanischen Staatsbürgerschaft 1995 für die spanische Nationalmannschaft, mit der er 1996 und 1998 Vize-Europameister wurde und 2000 Bronze gewann. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta und Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann er ebenfalls die Bronzemedaille.

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Talant Dujshebaev als Trainer

Zur Saison 2005/06 wurde Dujshebaev Spielertrainer bei BM Ciudad Real und ab der Saison 2007/08 nur noch Cheftrainer, da er nach einer Auseinandersetzung beim Super Globe im Sommer 2007 für ein Jahr als Spieler gesperrt worden war.[4] Ein Jahr zuvor war er bereits in der Liga für vier Spiele gesperrt worden.[5] Mit Ciudad Real bzw. dem Nachfolger Atlético Madrid gewann er fünfmal die Meisterschaft, fünfmal den Königspokal sowie sechsmal die Copa ASOBAL. International gewann er je dreimal die Champions League, die EHF Champions Trophy und den Super Globe. Zusätzlich erreichte er das Champions League-Finale 2010/11 und 2011/12. Nach dem Rückzug Madrids im Sommer 2013 nahm er sich eine Auszeit.[6] Anfang 2014 löste er beim polnischen Spitzenklub Vive Targi Kielce den bisherigen Trainer Bogdan Wenta ab, der seither Manager des Vereins ist.[7] In dieser Saison gewann er mit Kielce Pokal und Meisterschaft in Polen. Im Oktober 2014 übernahm er daneben noch das Traineramt der ungarischen Nationalmannschaft als Nachfolger von Lajos Mocsai.[8] Im Februar 2016 wurde sein Vertrag mit dem ungarischen Handballverband in beidseitigem Einvernehmen aufgelöst.[9] Im selben Monat übernahm er das Traineramt der polnischen Nationalmannschaft.[10] Im Mai 2016 gewann Dujshebaev mit Kielce die EHF Champions League durch als Überraschung eingestufte Siege über Paris Saint-Germain und Veszprém im Endturnier.[11] Im Mai 2017 trat er von seinem Amt als Nationaltrainer zurück.[12]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Söhne spielen ebenfalls Handball. Alex Dujshebaev (* 1992) spielt beim mazedonischen Rekordmeister RK Vardar Skopje, Daniel Dujshebaev (* 1997) beim FC Barcelona.[13]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • EHF Champions League 2006, 2008, 2009, 2016
  • EHF Champions Trophy 2006, 2008
  • Super Globe 2007, 2010, 2012
  • Spanischer Meister 2007, 2008, 2009, 2010
  • Spanischer Königspokalsieger 2008, 2011, 2012, 2013
  • Copa ASOBAL 2006, 2007, 2008, 2011
  • Spanischer Supercup 2008, 2011
  • Polnischer Meister 2014, 2015, 2016
  • Polnischer Pokalsieger 2014, 2015, 2016

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Talant Dujshebaev – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.rfebm.net Máximas Alineaciones
  2. www.rfebm.net Top 15 Goleadores
  3. www.thw-provinzial.de Perunicic auf Platz fünf der Torschützenliste der Bundesliga
  4. www.handball-world.com IHF sperrt nur den Spieler Duschebajew
  5. www.handball-world.com RFEBM sperrt Skrbic für zwei und Dujshebaev für vier Spiele
  6. www.handball-world.com Erste Reaktionen zum Atletico-Aus: Dujshebaev enttäuscht, Barca-Trainer geschockt
  7. www.handball-world.com Paukenschlag in Kielce: Dujshebaev und Wenta nun gemeinsam am Ruder vom 8. Januar 2014
  8. handball-world.com: Überraschung: Dujshebaev neuer Nationaltrainer in Ungarn vom 8. Oktober 2014, abgerufen am 8. Oktober 2014
  9. handball-world.com: Ungarn löst Vertrag mit Dujshebaev auf vom 2. Februar 2016, abgerufen am 2. Februar 2016
  10. handball-world.com: Dujshebaev neuer Nationaltrainer Polens vom 27. Februar 2016, abgerufen am 27. Februar 2016
  11. Kielce gewinnt erstmals die Champions League Der Tagesspiegel, 29. Mai 2016, abgerufen am 31. Mai 2016.
  12. handball-world.com: Polnischer Verband akzeptiert Rücktritt von Nationaltrainer Dujshebaev vom 13. Mai 2017, abgerufen am 13. Mai 2017
  13. Talant Dujshebaev coloca a su hijo Daniel en la masia del Barcelona (spanisch)
  14. www.thw-provinzial.de Wislander „Welt-Handballer des Jahrhunderts“