Tallulah Bankhead

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Tallulah Bankhead, 1934
Fotografie von Carl van Vechten, aus der Van Vechten Collection der Library of Congress

Tallulah Brockman Bankhead (* 31. Januar 1902 in Huntsville, Alabama; † 12. Dezember 1968 in New York) war eine US-amerikanische Schauspielerin.

Biografie[Bearbeiten]

Tallulah Brockman Bankhead, Tochter von William Brockman Bankhead und Adelaide Eugenia Sledge, wurde, wie ihre Großmutter väterlicherseits, nach der Stadt Tallulah Falls in Georgia benannt. Bankheads Mutter Adelaide, eine Como-Indianerin, heiratete William Bankhead am 31. Januar 1900 in Memphis. Die beiden Kinder, Evelyn Eugenia († 1979) und Tallulah wurden 1901 und 1902 geboren. Die Mutter starb drei Wochen nach Tallulahs Geburt an einer Blutvergiftung. Die Töchter wuchsen danach größtenteils bei den Großeltern väterlicherseits auf. Die Bankheads waren eine bekannte, politisch sehr aktive Familie, ihr Großvater und ihr Onkel waren US-Senatoren.

Tallulah, die als Kind durch Hyperaktivität auffiel, wurde auf Wunsch ihres Vaters auf eine Klosterschule geschickt. 1918, nach dem Gewinn eines Fotowettbewerbs, zog sie nach New York und spielte dort Theater. Nach fünf wenig erfolgreichen Jahren ging sie nach England, wo sie in dem Stück „The Dancers“ den langersehenten Erfolg erzielen konnte.

1931 schloss sie einen Film-Vertrag mit der Paramount ab. Ihre Filme dort waren in finanzieller Hinsicht allerdings nicht erfolgreich. 1936 bewarb sie sich intensiv auf die Rolle der Scarlett O’Hara in Vom Winde verweht, die jedoch letztlich an Vivien Leigh ging. 1944 hatte sie mit Alfred Hitchcocks Film Das Rettungsboot ihren größten Erfolg.

1950 ließ Bankhead ihren Vornamen „Tallulah“ rechtlich schützen, nachdem eine Shampoo-Firma ihn verwendet hatte. 1951 feuerte sie ihre Sekretärin Evyleen Cronin, nachdem sie entdeckt hatte, dass diese eine große Menge Geld veruntreut hatte, zeigte sie aber nicht an. Diese rächte sich, indem sie Details über Bankheads Privatleben bekannt gab hinsichtlich Alkohol, Drogen und Sex, von denen sich allerdings viele als unwahr herausstellten.

Ab 1956 begann Bankheads Karriere groteske Züge anzunehmen. Ihre jahrelange Drogensucht forderte ihren Tribut und führte zu einer Verschlechterung ihrer Motorik. Nachdem sie erfahren hatte, dass sie an einem Lungenemphysem litt, stellte sie das Rauchen ein und begann, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen.

Am 14. Mai 1968 traf sie bei einem ihrer letzten Fernseh-Auftritte mit Paul McCartney und John Lennon in einer Show zusammen. Im Dezember 1968 erkrankte sie an einer asiatischen Grippe, die auf keine Behandlung ansprach.

Tallulah Bankhead starb am 12. Dezember 1968 im St. Luke’s Hospital in Manhattan an den Folgen einer doppelseitigen Lungenentzündung.[1] Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem St. Paul’s Kent Churchyard in Chestertown, Maryland.[2]

Von 1937 bis 1941 war Bankhead mit dem Schauspieler John Emery (1905-1964) verheiratet.

Filmographie[Bearbeiten]

  • 1918: Who Loved Him Best
  • 1918: When Men Betray
  • 1918: Thirty A Week
  • 1919: The Trap
  • 1928: His House In Order
  • 1931: Tarnished Lady
  • 1931: My Sin
  • 1931: The Cheat
  • 1932: Thunder Below
  • 1932: Make Me A Star
  • 1932: Devil And The Deep
  • 1932: Faithless
  • 1943: Stage Door Canteen
  • 1944: Das Rettungsboot (Lifeboat)
  • 1945: Skandal bei Hofe (A Royal Scandal)
  • 1953: Main Street to Broadway
  • 1959: The Boy Who Owned A Melephant
  • 1965: Das düstere Haus (Die! Die! My Darling!)
  • 1966: The Daydreamer
  • 1967: Batman (Fernsehserie, zwei Folgen)

Literatur[Bearbeiten]

  • Judith Mackrell: Flappers: Six Women of a Dangerous Generation. Macmillan, London 2013
  • Lee Israel: Miss Tallulah Bankhead. W.H. Allen / Virgin Books, New York 1972, ISBN 0491006438
  • Tallulah Bankhead: Tallulah. B&T, 1952, ISBN 1578066352

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tallulah Bankhead – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Tallulah Bankhead Dies at 65. In: Middlesboro Daily News. 58, Nr. 218, 13. Dezember 1968, S. 1 (online, abgerufen am 5. April 2013).
  2. Tallulah Bankhead. In: findagrave.com. Abgerufen am 5. April 2013 (englisch).