Talsperre Laúca

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Talsperre Laúca
Die Turbineneinläufe während der Bauzeit
Die Turbineneinläufe während der Bauzeit
Lage
Talsperre Laúca (Angola)
Talsperre Laúca
Koordinaten 9° 44′ 36″ S, 15° 7′ 32″ OKoordinaten: 9° 44′ 36″ S, 15° 7′ 32″ O
Land AngolaAngola Angola
Ort Provinz Malanje
Gewässer Cuanza
Höhe Oberwasser 850 m
Kraftwerk
Eigentümer Empresa Nacional de Electricidade (ENE)
Betreiber ENE
Bauzeit 2012 bis 2018
Betriebsbeginn August 2017
Technik
Engpassleistung I: 2.004 MW
II: 65,5 Megawatt
Durchschnittliche
Fallhöhe
I: 200 m
II: 128 m
Ausbaudurchfluss I: 1.092 m³/s
II: 60 m³/s
Regelarbeitsvermögen 8.640 Millionen kWh/Jahr
Turbinen Francis-Turbinen
I: 6 × 334 MW
II: 1 × 65,5 MW
Sonstiges

Die Talsperre Laúca (portugiesisch Barragem de Laúca) ist eine Talsperre mit Wasserkraftwerk in der Provinz Malanje, Angola. Sie staut den Cuanza, der hier die Grenze zwischen den Provinzen Malanje und Cuanza Sul bildet. Die Stadt Dondo liegt 82 km flussabwärts.[1] Die Talsperre Capanda befindet sich 47 km flussaufwärts.[2] Unterhalb von Laúca ist die Talsperre Caculo-Cabaça in Bau.[3][4]

Mit den Bauarbeiten wurde 2012 begonnen. Sie werden von der brasilianischen Firma Odebrecht durchgeführt.[2] Das Kraftwerk wurde am 4. August 2017 durch den Präsidenten der Republik, José Eduardo dos Santos offiziell eingeweiht, als die erste Maschine in Betrieb genommen wurde.[5] Es ist im Besitz der staatlichen Empresa Nacional de Electricidade (ENE) und wird auch von ENE betrieben.

Absperrbauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Absperrbauwerk besteht aus einer Gewichtsstaumauer aus Walzbeton mit einer Höhe von 132[2][6][7][8][9] (bzw. 156[1]) m. Die Länge der Mauerkrone beträgt 1.075[6][10] (bzw. 1.100[7][8][9] oder 1.242[1]) m. Das Volumen des Bauwerks liegt bei 2,64[7] (bzw. 2,75)[6] Mio. m³.

Die Staumauer verfügt über eine Hochwasserentlastung, über die maximal 10.020 m³/s abgeleitet werden können.[6][8] Das Bemessungshochwasser liegt bei 8.239 m³/s; die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieses Ereignisses wurde mit einmal in 10.000 Jahren bestimmt.[8]

Auf der rechten Flussseite wurden 2 Umleitungstunnel (Länge 450 bzw. 550 m, Durchmesser 14[8] m) in den Fels gebohrt, um das Wasser des Cuanza während der Bauzeit abführen zu können.[9]

Stausee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Vollstau erstreckt sich der Stausee über eine Fläche von 188 km² und fasst 5,482 Mrd. m³ Wasser – davon können 4,12 Mrd. m³ zur Stromerzeugung genutzt werden. Das Stauziel kann zwischen 850 und 800 m über dem Meeresspiegel schwanken, das maximale Stauziel beträgt 852 m. Die maximale Länge des Stausees beträgt 36 km, die maximale Breite 15 km.[8]

Die Wasserführung des Cuanza im Mittellauf ist saisonal unterschiedlich; die niedrigste Wasserführung liegt in der Trockenzeit (Juni bis November), die höchste Wasserführung tritt von März bis Mai auf. Zwischen 1951 und 1974 wurden bei Cambambe als Minimum 122 m³/s und als Maximum 3.740 m³/s gemessen. Der Durchschnitt lag bei 684 m³/s.[8]

Kraftwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kraftwerk Laúca I[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kraftwerk verfügt über eine installierte Leistung von 2.004 MW. Die voraussichtliche Jahreserzeugung soll bei 8,64 Mrd. kWh liegen. Die 6 Francis-Turbinen des Kraftwerks leisten jede maximal 334 MW. Die maximale Fallhöhe beträgt 200 m.[6][8] Der Durchfluss liegt bei 182 m³/s pro Turbine.[6]

Auf der rechten Flussseite wurden 6 Tunnel (Länge 2000 m) in den Fels gesprengt, die zur Maschinenhalle des Kraftwerks führen.[9] Die Maschinen befinden sich in einer Kaverne (Länge 277 m, Höhe 52 m, Breite 22 m)[7]. Von den Kaverne leiten 6 Tunnel (Länge 40 m) das Wasser zurück zum Fluss.[8] Die Turbinen sowie weitere elektromechanische Ausrüstung werden von der Andritz AG geliefert.[10][11]

Kraftwerk Laúca II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Fuß der Staumauer wird ein weiteres Kraftwerk (eine Francis-Turbine mit 65,5 MW)[6] errichtet, um aus ökologischen Gründen einen gewissen Mindestzufluss in das alte Flussbett zu garantieren.[8] Die Fallhöhe beträgt 128 m, der Durchfluss liegt bei 60 m³/s.[6]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Errichtungskosten der Talsperre (inklusive des Kraftwerks) liegen bei ca. 4,3 Mrd. USD.[2][12] Die zusätzlich benötigten Hochspannungsleitungen werden ebenfalls von Odebrecht errichtet; die Kosten dafür werden mit 780[12] (bzw. 800)[13] Mio. USD angegeben.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Talsperre Laúca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c A grande Barragem de Laúca. jornaldeangola.sapo.ao, 3. Mai 2016, abgerufen am 8. August 2016 (portugiesisch).
  2. a b c d Lauca dam, in Angola, starts producing energy in 2017. www.macauhub.com.mo, 30. Oktober 2015, abgerufen am 28. Juni 2016 (englisch).
  3. ANGOLA – NEW CACULO CABAÇA HYDROPOWER PROJECT IN THE KWANZA RIVER – CONSTRUCTION ABOUT TO BEGIN. (Nicht mehr online verfügbar.) www.cobagroup.com, archiviert vom Original am 19. August 2016; abgerufen am 8. August 2016 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cobagroup.com
  4. CGGC signs contract on Caculo Cabaça Hydropower Project in Angola. (Nicht mehr online verfügbar.) China Gezhouba Group Corporation (CGGC), 11. Juni 2015, archiviert vom Original am 8. August 2016; abgerufen am 8. August 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cggc.cc
  5. PR inaugura barragem de Laúca. www.portaldeangola.com, 4. August 2017, abgerufen am 6. August 2017 (portugiesisch).
  6. a b c d e f g h HYDROPOWER DEVELOPMENTS - LAÚCA HYDROPOWER DEVELOPMENT. (PDF 3,9 MB S. 2) www.coba.pt, abgerufen am 5. August 2016 (englisch).
  7. a b c d Laúca Hydropower Plant, Angola. Lahmeyer International, abgerufen am 2. August 2016 (englisch).
  8. a b c d e f g h i j Study of Environmental Impact of Laúca Dam Construction Project. (PDF 18,4 MB S. 51, 89–102, 233–235) (Nicht mehr online verfügbar.) Oesterreichische Kontrollbank, Mai 2013, archiviert vom Original am 8. August 2016; abgerufen am 8. August 2016 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oekb.at
  9. a b c d Lauca will be one of the biggest hydroelectric power plants in Africa. www.maxam.net, 14. Oktober 2014, abgerufen am 7. August 2016 (englisch).
  10. a b Andritz to supply equipment for Lauca hydropower project, Angola. www.waterpowermagazine.com, 26. Februar 2014, abgerufen am 7. August 2016 (englisch).
  11. ANDRITZ HYDRO liefert elektromechanische Ausrüstung für Wasserkraftwerk Lauca, Angola. (Nicht mehr online verfügbar.) Andritz AG, 26. Februar 2014, archiviert vom Original am 8. August 2016; abgerufen am 7. August 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.andritz.com
  12. a b Angolan government invests millions in energy. www.angola-today.com, 16. November 2015, abgerufen am 7. August 2016.
  13. Odebrecht vai construir ligação à barragem de Laúca. www.redeangola.info, 5. November 2015, abgerufen am 7. August 2016 (portugiesisch).