Taltitz

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Taltitz
Koordinaten: 50° 26′ 16″ N, 12° 6′ 57″ O
Fläche: 8,53 km²
Einwohner: 476 (31. Dez. 1990)
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Postleitzahl: 08606
Vorwahlen: 037421, 037436
Jugendherberge in Taltitz

Taltitz ist ein am 1. Januar 1994 eingemeindeter Ort der Stadt Oelsnitz im Vogtlandkreis im Freistaat Sachsen. Ortsteile sind Dobeneck und Neue Welt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taltitz liegt im Vogtland im Tal des Eiditzlohbachs. Im Norden befindet sich der Galgenberg, im Osten das Hutholz und fünf Kilometer im Südosten liegt Oelsnitz. Die Bundesautobahn 72 liegt 500 m und die Talsperre Pirk einen Kilometer im Süden. Nach Weischlitz im Westen sind es fünf Kilometer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde aus der Bronzezeit belegen eine frühe Besiedelung der Gegend um Taltitz. Um 560 n. Chr. besiedelten die Sorben das Land, die im 12. Jahrhundert von Siedlern aus dem Westen verdrängt wurden. Eine erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1225 mit „Dalnitz“. 1244 ist auf einer Urkunde des Vogtes Heinrich von Plauen von einem Ritter „Hermann von Taltitz“ die Rede. Auf einer Urkunde von 1418 werden „Albrecht Thusel zu Taltitz“ und dessen Söhne als Besitzer des Rittergutes Taltitz genannt, die es dann 1571 an Carl von Neidberg auf Dobeneck veräußerten. Weitere Besitzer waren die Herren von Reitzenstein und 1677 kaufte der Amtmann Wolfgang Ferber aus dem Vogtland das Gut Taltitz. Dieser ließ 1683 die Kirche durch einen Anbau verlängern und einen neuen Altar, eine neue Orgel sowie Wappenschilde und Gemälde an Decke und Emporen anbringen.[1] 1758 befand sich in Taltitz während des Siebenjährigen Kriegs zeitweilig das Hauptquartier des preußischen Oberkommandos unter Prinz Heinrich von Preußen. Während Taltitz bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Plauen gehörte, wurde Dobeneck durch das Amt Voigtsberg verwaltet.[2]

Zu DDR-Zeiten betrieb der VEB Kombinat Espenhain das Betriebs-Ferienheim für Beschäftigte und errichtete hierfür einen Gebäudekomplex mit Flachdächern. Außerdem gab es das Kinderferienlager „Geschwister Scholl“.[3]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[4]
1557 28 besessene Mann, 1 Häusler, 13 Inwohner
1764 27 besessene Mann, 4 Gärtner, 11 Häusler, 7 Hufen
1834 422
1871 616
Jahr Einwohnerzahl
1890 676
1910 585
1925 599
19391 724
Jahr Einwohnerzahl
19461 865
19501 839
19641 675
19901 474
1 mit Dobenek

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kirche Taltitz

In der Heimatstube im Turmzimmer der Taltitzer Kirche, das 1952 in der früheren Rittergutsloge eingerichtet und um 2000 neu gestaltet wurde, befinden sich Funde aus der Bronzezeit und Gegenstände zur Geschichte des Ortes.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beschreibung auf Kirche-Oelsnitz.de, abgerufen am 24. Juni 2017
  2. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  3. Facebook-Eintrag
  4. Vgl. Taltitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  5. Werner Friedel: Die Kirche im Dorf Taltitz. Aus der Geschichte einer der ersten Dorfpfarreien des Vogtlandes, Taltitz 2012, unpag. (S. 45ff.) Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Taltitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien