Tamara Toumanova

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Tamara Toumanova (russisch Тамара Владимировна Туманова; * 2. März 1919 in Tjumen, Westsibirien; † 29. Mai 1996 in Santa Monica) war eine russisch-amerikanische Balletttänzerin und Schauspielerin.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toumanova studierte ab 1925 bei Olga Preobrajenska in Paris, debütierte 1927 als Wunderkind in dem Kinderballett L'Eventail de Jeanne (von Auric, Milhaud, Poulenc und sieben anderen Komponisten) und wurde 1932 von George Balanchine für die Ballets Russes de Monte Carlo engagiert, wo sie Rollen in seinen Balletten Cotillon, Concurrence und Le Bourgeois kreierte. Toumanova war eine der drei berühmten „Baby Ballerinen“ (zusammen mit Irina Baronova und Tatiana Riabouchinska). Sie folgte Balanchine in dessen kurzlebige Truppe Les Ballets 1933 und kehrte dann zu den Ballets Russes de Monte Carlo zurück, wo sie in Balletten von Léonide Massine wie Union Pacific (1934) solistische Rollen kreierte. Bei der Aufspaltung der Ballets Russes de Monte Carlo (1936) ging sie zunächst zu den von Colonel de Basil geleiteten Nachfolgegruppen, später zu der von René Blum gemanagten Truppe. Sie tanzte immer wieder in Balletten von Balanchine und Massine, gastierte in etlichen Kompanien und tanzte als Wunschkandidatin des Librettisten Jean Cocteau[1] die Hauptrolle in Serge Lifars Phèdre (auch 1963 bei den Aufführungen an der Deutschen Oper Berlin).

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toumanova spielte in sechs Hollywood-Filmen zwischen 1944 und 1970, immer in Tänzerinnen-Rollen. Ihr Film-Debüt war 1944 in Days of Glory (mit Gregory Peck). 1953 spielte sie die Anna Pavlova in Tonight We Sing, und 1954 in dem Musical-Film Deep in My Heart in der Rolle der französischen Tänzerin Gaby Deslys. 1956 hatte sie eine Tanzszene mit Gene Kelly in seinem Tanzfilm Einladung zum Tanz. 1966 spielte sie eine Ballerina in Alfred Hitchcock's Thriller Der zerrissene Vorhang. Und 1970 war sie die russische Ballerina „Madame Petrova“ in Billy Wilder's The Private Life of Sherlock Holmes.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Koegler, Helmut Günther: Reclams Ballettlexikon. Philipp Reclam jun., Stuttgart 1984, S. 455f.
  • TOUMANOVA, Tamara. In: International Dictionary of Ballet. Vol. 2: L–Z. St James Press, 1993, ISBN 1-55862-084-2, S. 1427–1430.
  • Jack Anderson: The One and Only: The Ballet Russe de Monte Carlo. Dance Horizons, New York 1981.
  • Vicente García-Márquez: The Ballets Russes: Colonel de Basil's Ballets Russes de Monte Carlo 1932–1952. Knopf, New York 1990, ISBN 0-394-52875-1.
  • Victoria Tennant: Irina Baronova and the Ballets Russes de Monte Carlo. University of Chicago Press, Chicago/London 2014, ISBN 978-0-226-16716-9.
  • Francis Mason: Tamara Toumanova (1919–1996). In: Ballet Review. 24-3 Fall 1996, S. 34–62.
  • Tamara Tchinarova: Tamara Toumanova. (Biography). In: Dancing Times. London, Juli 1997, S. 889–891, 893.
  • Peter Anastos: A conversation with Tamara Toumanova. In: Ballet review. vol. 11, no 4, Winter 1984, S. 33–57.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tamara Toumanova – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hartmut Regitz, Otto Friedrich Regner, Heinz-Ludwig Schneiders: Reclams Ballettführer. 9., durchges. u. erw. Auflage. Philipp Reclam jun., Stuttgart 1985, S. 471.