Tamme Goecke

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Tamme Weyert Goecke (* 26. Mai 1966 in Würzburg) ist Frauenarzt, Universitätsprofessor und Leiter der Pränatalmedizin und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Aachen.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goeckes Eltern sind der Gynäkologe Claus Goecke und seine Frau Hannelore geb. Jütte. Tamme ist das vierte von sechs Kindern. Nach dem Abitur am Institut Schloss Herdringen in Arnsberg absolvierte Goecke ein Semester „Studium generale“ in Freiburg und wurde beim Corps Palatia-Guestphalia Freiburg aktiv. Anschließend diente Tamme Goecke im Sanitätsdienst der Bundeswehr und begann im Anschluss sein Medizinstudium an der Philipps-Universität in Marburg. Hier wurde er im Corps Teutonia Marburg aktiv und folgte damit einer langen Familientradition (seit 1844).[1] Seit 2001 ist Goecke im Vorstand des Corps Palatia-Guestphalia und leitet den Altherrenverband seit 2006. Im März 2007 veranstaltete Goecke den deutschlandweit ersten Kongress für Paukärzte.

Im Rahmen des Studiums wechselte Goecke an die University of Cape Town und schloss 1996 sein Studium an der RWTH Aachen ab und promovierte zum Dr. med. mit dem Thema Die zellulären Kohlenhydrate der bei bakterieller Vaginose bedeutsamen anaeroben Gattung Mobiluncus.[2]

Im selben Jahr ging er als Arzt im Praktikum an die Frauenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf und absolvierte einen Forschungsaufenthalt am Institut für Pharmakologie der Universität Düsseldorf und forschte dort über Veränderungen der Nabelschnurgefäße bei schwerer Präeklampsie.

1997 begann Goecke in Düsseldorf die fachärztliche Ausbildung zum Frauenarzt und folgte auch hier einer langen Familientradition. 2001 wechselte er an die Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, wo er sich der Pränataldiagnostik und Geburtsmedizin zuwandte. In Erlangen vollendete er die Facharztausbildung zum Arzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und schloss die Weiterbildung für Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin an. Zeitgleich erwarb er die spezielle Ultraschallqualifikation DEGUM II der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Mit Abschluss der Zusatzausbildungen wurde ihm die Leitung des Perinatalzentrums (Level I) und der Pränataldiagnostik an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen übertragen.

Im Jahr 2012 habilitierte Goecke zum Privatdozenten mit dem Thema Prä-, peri-, und postpartale Depressivität und erlangte die Venia Legendi des Fachs für Frauenheilkunde. In einem Kooperationsprojekt untersuchte er den Einfluss der Schwangerschaft und Geburt auf die Entwicklung und Auswirkung von Depressionen auf Mutter und Kind. Dafür erhielt er den höchst dotierten Preis für geburtshilfliche Forschung in Europa, den Geisenhofer-Stiftungspreis. Weitere Forschungsschwerpunkte sind die Pharmakokinetik in der Schwangerschaft, die Auswirkungen von Alkoholen und Weichmachern auf die kindliche Entwicklung sowie Entwicklung von Markern zur individuellen Vorhersage von Depression. Die klinischen Schwerpunkte liegen in der Betreuung von Risikoschwangeren und in der Integration der natürlichen Geburtshilfe (Akupunktur, Homöopathie, Hypnose) in die universitäre Geburtsmedizin.

Noch im gleichen Jahr der Habilitation (2012) folgte Goecke einem Ruf an das Universitätsklinikum der RWTH Aachen auf eine Professur für Pränatale Medizin. Seither leitet Goecke die Pränataldiagnostik und das Perinatalzentrum (Level I) der Frauenklinik der Uniklinik RWTH Aachen und hat die volle Weiterbildungsberechtigung (36 Monate) für den Bereich Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin.

Goecke war in Erlangen und ist in Aachen Mitglied des klinischen Ethikkomitees und hat die Zusatzqualifikationen Diabetologie, DEGUM II und Health Management.

Goecke lebt in Aachen und hat drei Kinder.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die zellulären Kohlenhydrate der bei bakteriellen Vaginose bedeutsamen Gattung Mobiluncus. Eine gaschromatographisch-massenspektrometrische Untersuchung. Dissertation (1996)
  • Kompendium der klassischen Naturheilverfahren: allgemeine und spezielle Naturheilverfahren (2000)
  • Balneologisches Institut Bad Aachen e.V. – Festschrift zum 20-jährigen Bestehen 1983–2003 (2003)
  • Stammzellen aus Nabelschnurblut – ein besonders Gut (2010)
  • Untersuchungen zur Prä-, peri-, und postpartale Depressivität. Aspekte zur Ursache und Auswirkung auf Mutter und Kind. Habilitation (2012)
  • über 120 weitere Artikel mit Erst-/Letztautoren und Koautorenschaften

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verband Alter Corpsstudenten e.V.: Kösener Corpslisten. In: 1910. Verband Alter Corpsstudenten e.V., abgerufen am 17. September 2016 (deutsch).
  2. Goecke, Tamme W. 1966- / Arzt. In: Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 17. September 2016.