Tammy Duckworth

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Tammy Duckworth (2013)

Ladda Tammy Duckworth (* 12. März 1968 in Bangkok, Thailand) ist eine amerikanische Politikerin (Demokratische Partei). Seit 2013 vertritt sie den Bundesstaat Illinois im US-Repräsentantenhaus. Sie bewirbt sich bei der Wahl 2016 um den bisher vom Republikaner Mark Kirk gehaltenen Sitz im US-Senat.

Familie und Ausbildung[Bearbeiten]

Tammy Duckworth entstammt väterlicherseits einer amerikanischen Militärfamilie, deren Mitglieder schon während der amerikanischen Revolution in den Streitkräften dienten. Ihr Vater war ein Veteran des United States Marine Corps. Sie besuchte zunächst die Singapore American School und die International School Bangkok. Im Jahr 1985 absolvierte sie die President William McKinley High School in Honolulu auf Hawaii. Anschließend studierte sie bis 1989 an der University of Hawaiʻi unter anderem politische Wissenschaften. Danach setzte sie ihr Studium bis 1992 an der George Washington University in Washington D.C. und dann an der Northern Illinois University fort.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Beruflich trat Duckworth in die Fußstapfen ihrer väterlichen Vorfahren. Sie trat dem Reserve Officer Training Corps bei, wo sie zur Offizierin der US Army ausgebildet wurde. Ab 1992 war sie Hubschrauberpilotin; diese Aufgabe war eine der wenigen Möglichkeiten für Frauen an Kampfeinsätzen mitzuwirken. Zunächst gehörte sie der Reserve der Army an. Seit 1996 ist sie Mitglied der Nationalgarde von Illinois. Im Jahr 2004 wurde sie in den aktiven Militärdienst gerufen und im Irakkrieg als Hubschrauberpilotin eingesetzt. Am 12. November 2004 war sie Copilotin eines Einsatzes, bei dem ihr Hubschrauber beschossen wurde. Sie wurde schwer verletzt und verlor beide Beine. Auch ihr rechter Arm wurde schwer beschädigt. Als sie deshalb im Walter-Reed-Militärkrankenhaus behandelt wurde, traf sie den damaligen US-Senator Barack Obama, der an ihrer weiteren Karriere Anteil nahm.[1] Sie wurde mit zahlreichen Orden ausgezeichnet, darunter das Purple Heart, die Meritorious Service Medal und das Senior Army Aviator Badge, und zum Major befördert. Heute kann sie mit Hilfe von Beinprothesen wieder gehen.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Im Jahr 2006 trat Duckworth erstmals als Demokratin für einen Sitz im US-Repräsentantenhaus an und verlor knapp (48,6 zu 51,4 Prozent) gegen den Republikaner Peter Roskam im sechsten Kongresswahlbezirk. Duckworth war vom US-Senator Dick Durbin dafür vorgeschlagen und unterstützt worden.[1] Zwischen 2006 und 2009 leitete sie das Veteranenministerium des Staates Illinois. Danach war sie zwischen 2009 und 2011 Assistant Secretary for Public and Intergovernmental Affairs im US-Kriegsveteranenministerium unter Präsident Barack Obama. Im August 2008 und 2012 war sie jeweils Rednerin bei der Democratic National Convention und stellte dort ihre Lebensgeschichte einer großen Öffentlichkeit vor.[1]

Bei der Kongresswahl des Jahres 2012 trat Duckworth wieder für einen Sitz im US-Repräsentantenhaus an. In der demokratischen Primary für den achten Kongresswahlbezirk von Illinois schlug Duckworth, wiederum mit Unterstützung Dick Durbins, mit 66 Prozent der Stimmen ihren Gegenkandidaten Raja Krishnamoorthi.[1] Bei der allgemeinen Wahl besiegte Duckworth im achten Wahlbezirk den republikanischen Mandatsinhaber Joe Walsh mit 55 zu 45 Prozent der Stimmen und zog dadurch am 3. Januar 2013 in das US-Repräsentantenhaus ein. Die Grenzen dieses Wahlbezirks in den nordwestlichen Vorstädten Chicagos waren 2011 neugezogen worden und hatten eine für Demokraten günstige Veränderung der Wählerstruktur mit sich gebracht;[2] die Zeitschrift National Journal sah in Walsh vor der Wahl den gefährdetsten Mandatsinhaber im ganzen Land.[1] Walsh hatte im Wahlkampf mit der Bemerkung für einen Skandal gesorgt, Duckworth rede zu viel über ihre Kriegserfahrung, als dass sie eine echte Heldin sein könne.[3] Duckworth ist die erste behinderte Frau im US-Repräsentantenhaus und das erste in Thailand geborene Kongressmitglied. Bei der Wahl 2014 wurde sie mit 56 Prozent gegen den Republikaner Larry Kaifesh mit 44 Prozent bestätigt.[4] Duckworth ist Mitglied im Streitkräfte- und Regierungskontroll-Ausschuss.

Ende Mai 2015 kündigte Duckworth an, sich in der demokratischen Primary für die Wahl 2016 um den Sitz im US-Senat zu bewerben, den der Republikaner Mark Kirk seit 2011 innehat.[5] Sie gilt als Kandidatin der demokratischen Parteiführung in der Primary und wird vom Democratic Senatorial Campaign Committee unterstützt. Erste Umfragen sehen sie gegen den Amtsinhaber knapp in Führung,[6] und politische Beobachter stufen Duckworth als leichte Favoritin ein, was dieser Wahl für die Aussichten der Demokraten, 2017 wieder die Mehrheit im US-Senat zu stellen, großes Gewicht gibt.[7] Im Juli 2015 forderte daraufhin sein Parteifreund Ron Gidwitz Kirk dazu auf, auf eine Wiederwahl wegen schlechter Chancen zu verzichten.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tammy Duckworth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c d e Matt Vasilogambros: Illinois, 8th House District: Tammy Duckworth (D). In: The National Journal, 6. November 2012.
  2. Courtney Cox: Was Duckworth Drawn Into the 8th? In: NBC Chicago, 6. Juli 2011.
  3. Katherine Skiba: Walsh Defends Remarks On Whether Duckworth Is True Hero. In: Chicago Tribune, 3. Juli 2012.
  4. Ballots Cast. In: Illinois State Board of Elections. Ergebnisse vom 4. November 2014.
  5. Michelle Gallardo: Tammy Duckworth Running against Mark Kirk for US Senate. In: ABC News, 30. März 2015.
  6. Ben Kamisar: Duckworth Leads Kirk in Senate Race Poll. In: The Hill, 29. Juli 2015.
  7. Larry J. Sabato, Kyle Kondik, Geoffrey Skelley: A Small Senate Battlefield. In: Sabato’s Crystal Ball, University of Virginia Center for Politics, 23. Juli 2015.
  8. Rick Pearson: Top Republican Donor Takes Back Call for Kirk to Quit Senate Race. In: Chicago Tribune, 29. Juli 2015.