Tamron

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Tamron

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Rechtsform Kabushiki kaisha (Aktiengesellschaft)
ISIN JP3471800007
Gründung 1. November 1950
Sitz Saitama, Japan
Leitung Shiro Ajisaka (Präsident und CEO)
Mitarbeiterzahl 4.070 (Stand: 31. Dezember 2020)
Umsatz 48,375 Mrd. JPY (Geschäftsjahr 2020)
Branche Foto- und Optikindustrie
Website www.tamron.com (englisch)

Tamron-Stammsitz in Saitama
Tamron Objektiv 28-75 mm F/2.8 Di III RXD von 2018
Messestand von Tamron auf der photokina 2018 in Köln

Die K.K. Tamron (jap. 株式会社タムロン, Kabushiki kaisha Tamuron, engl. Tamron Co., Ltd.) ist ein japanischer Hersteller von Kamera-Objektiven, optischen Komponenten und Optiken für die industrielle Nutzung. Das 1950 gegründete Unternehmen trug immer wieder zur fototechnischen Entwicklung bei und führte u. a. den ersten Anschluss für Wechselobjektive an Spiegelreflexkameras ein.

Im Geschäftsjahr 2020 (1. Januar bis 31. Dezember) erzielten 4.070 Beschäftigte (2019: 4.609) einen Umsatz von 48,375 Milliarden Yen (2019: 63,285 Milliarden).[1] Die Aktien der Tamron Co., Ltd., werden an der Tokioter Börse gehandelt.[2] Die Sony Corporation ist mit einer Beteiligung von 14,88 Prozent der größte Aktionär von Tamron.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tamron wurde im Jahre 1950 von Takeyuki Arai gegründet. Der Firmenname bezieht sich auf Uhyoue Tamura, einen Designer von optischen Komponenten.[4]

1957 präsentierte Tamron mit dem T2-Anschluss das weltweit erste System für die Verwendung von Wechselobjektiven für Spiegelreflexkameras. 1985 wurde Fotovix vorgestellt, ein Gerät zum Kopieren von Dias und Negativen auf Videoband. 1992 kam erstmals ein besonders kompaktes Superzoomobjektiv von Tamron mit 28–200 mm Brennweite auf den Markt. 1995 wurde der Kamerahersteller Bronica übernommen.

Tamron unterstützt Micro Four Thirds und bietet für diesen Standard seit 2013 das Zoomobjektiv 14–150 mm F/3.5-5.8 Di III an.

Seit 2018 entwickelt, produziert und vertreibt Tamron auch Objektive mit Festbrennweiten und Zoomobjektive für das E-Bajonett von Sony. Als erstes Wechselobjektiv für spiegellose Alpha-Systemkameras mit Vollformatsensor erschien das 28–75 mm F/2.8 Di III RXD. Das lichtstarke Standardzoom mit Autofokus brachte Tamron im Sommer 2018 auf den Markt.[5] Die Tamron-Objektive für Kameragehäuse mit E-Mount-Anschluss weisen alle einen identischen Filterdurchmesser von 67 mm auf.[6] Im Sommer 2020 stellte Tamron mit dem 28–200 mm F/2.8–5.6 Di III RXD das erste lichtstarke Superzoom vor.[7]

Im Frühjahr 2021 wurde das lichtstarke Zoomobjektiv 17–70 mm F/2.8 Di III-A VC RXD mit universeller Brennweite für spiegellose APS-C-Kameras von Sony auf den Markt gebracht.[8] Außerdem brachte Tamron das neue Supertele-Zoomobjektiv 150–500 mm F/5–6.7 Di III VC VXD für Sony E-Mount heraus. Das Filtergewinde beträgt 82 mm.[9] Mit dem 70–300 mm F/4.5–6.3 Di III RXD wurde zugleich ein leichtes und günstiges Zoomobjektiv angeboten.[10]

Tamron in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Niederlassung wurde im Jahre 1982 gegründet und ist heute als Europazentrale in Köln ansässig. Tamron ist Mitglied im Photoindustrie-Verband (PIV).[11] Außerdem unterstützt Tamron die Blende, Europas größten Wettbewerb für Amateurfotografie.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die japanischen Produktionsstätten befinden sich in Hirosaki (Objektivproduktion), im Stadtteil Namioka von Aomori (Linsenproduktion) und in Ōwani (Einspritzformenwerk). Im chinesischen Foshan betreibt Tamron mit der Optical Foshan Co. Ltd. eine komplette Produktionslinie für die Linsen- und Objektivproduktion sowie Einspritzformung.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wechselobjektive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tamron fertigt Objektive an, die mit Fotokameras der Hersteller Canon, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax und Sony verwendet werden können. Es werden sowohl Objektive mit festen Brennweiten als auch Zoomobjektive mit variablen Brennweiten hergestellt. Als qualitativ besonders hochwertig gelten die Objektive der Super Performance (SP)-Baureihe, die aus bis zu 250 Teilen bestehen können.[12] Tamron unterteilt seine Wechselobjektive in drei Klassen. Digitally integrated (Di) ist für digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) mit Vollformat- und APS-C-Sensor gedacht. Di II richtet sich an Besitzer von DSLR-Kameras mit APS-C-Sensor. Di III-Objektive werden für spiegellose Systemkameras wie die Sony A7 mit Vollformatsensor entwickelt. Durch den Einsatz eines Tamron-Telekonverters kann man die Brennweite um einen bestimmten Faktor verlängern.[13] Mit Hilfe eines Adapters können ältere Objektive auch an neue Kameramodelle wie Canon EOS R, Canon EOS RP, Nikon Z6 und Nikon Z7 angeschlossen werden.[14] Die Wechselobjektive von Tamron wurden vielfach ausgezeichnet mit Preisen der European Imaging and Sound Association[15] und der Technical Image Press Association.[16]

Optische Komponenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildverarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Projektionsobjektive, Testgläser, Präzisionsformen, hochpräzise Kunststoffverarbeitungstechniken und optische Geräte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andy Stansfield: Tamron lenses. The expanded guide. Ammonite Press, London 2012, ISBN 9781907708350.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage Tamron Global | About Tamron | Company Profile, abgerufen am 6. Juli 2021.
  2. Homepage Tokyo Stock Exchange | Tamron, abgerufen am 6. Juli 2021.
  3. Homepage Tamron Global | Investor Relations | Stock and Bond Information | Shareholder Information, abgerufen am 6. Juli 2021.
  4. Homepage Tamron Deutschland | Über Tamron | Firmengeschichte | 1970-1979, abgerufen am 6. Juli 2021.
  5. Lars Theiß: Attraktiver Herausforderer. In: Fotomagazin. Juli 2018, S. 92–93 (Praxis- und Labortest).
  6. Martin Vieten: Vorabtest: Tamron 70-180mm F/2.8 Di III VXD für Sony E. In: Photoscala.de. 16. April 2020, abgerufen am 6. Juli 2021.
  7. Lars Theiß: Lichtstarkes Superzoom für Sony: Tamron 2,8-5,6/28-200 mm Di III RXD. In: Fotomagazin.de. 11. Juni 2020, abgerufen am 6. Juli 2021.
  8. Sophia Zimmermann: Tamron 17-70mm f/2.8 im Test: Lichtstarkes Zoomobjektiv für Sony-Systemkameras. In: Heise Online. 21. April 2021, abgerufen am 20. Juli 2021.
  9. Herbert Kaspar: Tamron 150-500 mm F/5-6.7 Di III VC VXD – Erster Test. In: D-Pixx.de. 3. Juni 2021, abgerufen am 20. Juli 2021.
  10. Thomas Hoffmann: Viel Brennweite für wenig Geld. In: c’t Fotografie. Heft Nr. 4, Juli–August 2021, S. 98–109 (Praxis- und Labortest).
  11. Homepage Photoindustrie-Verband | Mitglieder, abgerufen am 6. Juli 2021.
  12. Urs Tillmanns: Zu Besuch bei Tamron in Aomori. In: Fotointern.ch. 6. März 2016, abgerufen am 6. Juli 2021.
  13. Homepage Tamron Deutschland | Objektivkatalog 2021, S. 28–31, abgerufen am 6. Juli 2021.
  14. Homepage Tamron Deutschland | Service | Kompatibilität Nikon Z und Canon EOS R, abgerufen am 6. Juli 2021.
  15. Liste der von Tamron gewonnenen EISA-Awards, abgerufen am 6. Juli 2021.
  16. Archivsuche der TIPA-World-Awards, abgerufen am 6. Juli 2021.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tamron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien