Tanja Kinkel

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Tanja Kinkel auf der Frankfurter Buchmesse 2016

Tanja Kinkel (* 27. September 1969 in Bamberg) ist eine deutsche Schriftstellerin, die unter anderem als Verfasserin historischer Romane bekannt wurde. Sie lebt in München.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit acht Jahren begann Kinkel, Geschichten und Gedichte zu schreiben. 1978 gewann sie einen Jugendliteraturpreis und 1979 schrieb sie ihren ersten Roman. 1987 erhielt sie den 1. Preis beim Fränkischen Jugendliteratur-Wettbewerb für den besten Einzeltext.

Nach dem Abitur am Kaiser-Heinrich-Gymnasium in Bamberg begann sie im Jahr 1988 ein Studium der Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. 1991 bekam Kinkel ein Stipendium an der Hochschule für Fernsehen und Film München, das sie für ein Drehbuchstudium nutzte. 1992 folgte ein Förderpreis des Freistaates Bayern für junge Schriftsteller. Im gleichen Jahr gründete sie den Verein „Brot und Bücher e.V.“, der die Bildung von Kindern in Afrika, Deutschland und Indien fördert. 1995 hatte sie einen Förderaufenthalt des deutschen Innenministeriums in der „Casa Baldi“ in Olevano Romano bei Rom und erhielt 1996 ein Stipendium in der Villa Aurora in Los Angeles.

1997 wurde sie mit einer Arbeit über das Werk Lion Feuchtwangers promoviert.[1] Sie war 2001 Gründungsmitglied der Internationalen Feuchtwanger Gesellschaft in Los Angeles. Ab 2001 war sie im Beirat des Bertelsmann Buchclubs bis zu dessen Auflösung Ende 2002.

Kinkel ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und im Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. (BVjA). Seit 2004 ist sie Mitglied der Münchner Turmschreiber.

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst berief sie 2006 in das Kuratorium des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia, Bamberg. Im selben Jahr wurde Kinkel im Rahmen der Ausstellung 100 Köpfe von morgen als kreative Leistungsträgerin gewürdigt.

Ende 2002 beteiligte sie sich an einer Hommage an Michael Endes Die Unendliche Geschichte, Ergebnis der Auseinandersetzung mit Endes fantastischer Welt war der 2003 erschienene Roman Der König der Narren. Mit Schlaf der Vernunft widmete sie sich im Jahr 2015 erstmals einem Stoff der jüngeren Vergangenheit, dem Deutschen Herbst des Jahres 1977.[2]

Im Jahr 2017 war Tanja Kinkel Turmschreiberin in der mittelfränkischen Kleinstadt Abenberg, als erste Frau, die diese Position innehatte. Im Ergebnis ihrer dortigen Tätigkeit legte sie den Erzählband Stimmen aus Abenberg vor.[3] Ebenfalls 2017 wurde die Verfilmung ihres dritten Romans Die Puppenspieler in zwei Teilen in der ARD ausgestrahlt.[4] 2020 erschien beim Hörbuchanbieter Audible ihre erste für das Hören konzipierte Serie Die Gefängnisärztin.[5]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wahnsinn, der das Herz zerfrißt (Romanbiographie über Lord Byron), München 1990
  • Die Löwin von Aquitanien, München 1991
  • Die Puppenspieler, München 1993
  • Mondlaub, München 1995
  • Die Schatten von LaRochelle, München 1996
  • Die Prinzen und der Drache, Stuttgart 1997
  • Unter dem Zwillingsstern, München 1998
  • Die Söhne der Wölfin, München 2000
  • Der König der Narren, München 2003
  • Götterdämmerung, Thriller, Frankfurt 2003. Audiobuch, Freiburg /Breisgau 2004 ISBN 3-89964-043-8
  • Venuswurf, München 2006
  • Säulen der Ewigkeit, München 2008
  • Im Schatten der Königin, München 2010
  • Das Spiel der Nachtigall, München 2011
  • Die vierte Zeugin, Aufbau, Berlin 2012 ISBN 978-3-7466-2879-0
  • Verführung, München 2013
  • Manduchai, die letzte Kriegerkönigin, München 2014
  • Das Sorgenkind, Perry-Rhodan-Heftroman, Band 2757, Rastatt 2014
  • Schlaf der Vernunft, München 2015
  • Grimms Morde, München 2017

Erzählungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017 Stimmen aus Abenberg

Schauspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2002 Premiere des Dramoletts Gottesurteil auf dem Domplatz in Bamberg
  • 2007 Ihr sollt dem Kaiser geben, was des Kaisers ist und Bitte für uns Sünder

Hörspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2020 Die Gefängnisärztin, Audible Hörbuchserie

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tanja Kinkel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jutta Duhm-Heitzmann: Das Wunderkind Tanja Kinkel: Mit 19 der erste Roman und heute Millionenauflagen. In: zeit.de. 10. Januar 1997, abgerufen am 4. März 2020.
  2. Dirk Kruse: Tanja Kinkel: Schlaf der Vernunft. In: br.de. 8. September 2015, abgerufen am 5. März 2020.
  3. Tilla Schnickmann: Tanja Kinkel: Stimmen aus Abenberg. In: br.de. 2. August 2019, abgerufen am 5. März 2020.
  4. Sebastian Linstädt: "Die Puppenspieler": Fackeltanz in der Fugger-Zeit. In: nordbayern.de. 20. Dezember 2017, abgerufen am 5. März 2020.
  5. Theresa Parstorfer: "Ich dachte sehr banal: Das sieht man ihm nicht an". In: sueddeutsche.de. 1. März 2020, abgerufen am 5. März 2020.
  6. Ein Spektrum, das beeindruckt. In: inFranken.de. (infranken.de [abgerufen am 11. August 2018]).