Tanja Maljartschuk

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Tanja Maljartschuk (2016)

Tetjana „Tanja“ Wolodymyriwna Maljartschuk (ukrainisch Тетяна Володимирівна Малярчук; * 1983 in Iwano-Frankiwsk) ist eine ukrainische Schriftstellerin und Journalistin, die in Wien lebt. Sie ist Bachmann-Preisträgerin 2018.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tanja Maljartschuk

Maljartschuk studierte Philologie an der Universität der Vorkarpaten in Iwano-Frankiwsk und arbeitete im Anschluss einige Jahre als Kultur- und investigative Journalistin in Kiew. 2011 emigrierte sie nach Wien.

2004 erschien ihr erstes Buch Ендшпіль Адольфо, або троянда для Лізи („Endspiel Adolfo oder eine Rose für Lisa“) beim Verlag Lileja-NW in Iwano-Frankiwsk. 2006 folgte Згори вниз. Книга страхів („Von oben nach unten. Das Buch der Ängste“). Der 2009 vom Residenz Verlag herausgebrachte Erzählband Neunprozentiger Haushaltsessig war Maljartschuks erstes Buch in deutscher Sprache. 2013 folgte ihr Roman Biografie eines zufälligen Wunders. Der Roman Забуття („Vergessenheit“, 2016) wurde vom ukrainischen Programm der BBC als „Buch des Jahres“ ausgezeichnet.

Die Autorin schreibt regelmäßig Kolumnen für die Deutsche Welle (Ukraine) und für Zeit Online.[1] Bekannt ist ihr Text Russland, mein Russland, wie liebe ich dich.[2]

In ihrem Roman Blauwal der Erinnerung (KiWi, 2019; „Vergessenheit“ wäre die direkte Übersetzung des Originaltitels) setzt sie sich fiktionalisiert mit der Existenz zwischen den Stühlen in der Emigration auseinander und mit dem ukrainischen Volkshelden Wjatscheslaw Lypynskyj, der in den 1920er Jahren ebenso in Wien in der Emigration gelandet war.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: Kristal Vilenica des Internationalen Literaturfestivals Vilenica (Slowenien) für die Erzählung Die Frau und ihr Fisch
  • 2013: Literaturpreis Józef Konrad Korzeniowski des Polnischen Instituts Kiew
  • 2016: Preis Buch des Jahres von BBC Ukrainian für Забуття (Vergessenheit)
  • 2018: Ingeborg-Bachmann-Preis für den auf Deutsch verfassten Text Frösche im Meer[4][5]

Auf Deutsch erschienene Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neunprozentiger Haushaltsessig. Geschichten (Originaltitel: Говорити/Hovoryty, übersetzt von Claudia Dathe). Residenz, St. Pölten/Salzburg 2009, ISBN 978-3-7017-1512-1.
  • Biografie eines zufälligen Wunders. Roman (Originaltitel: Біографія випадкового чуда/Biohrafija vypadkovoho čuda, übersetzt von Anna Kauk). Residenz, St. Pölten/Salzburg/Wien 2013, ISBN 978-3-7017-1612-8.
  • Von Hasen und anderen Europäern. Geschichten aus Kiew (Originaltitel: Звірослов/Sviroslov, übersetzt von Claudia Dathe). Edition FotoTAPETA, Berlin 2014, ISBN 978-3-940524-30-0.
  • Überflutet (Originaltitel: Повінь, übersetzt von Harald Fleischmann). Ottensheim/Donau: Edition Thanhäuser 2016.
  • Blauwal der Erinnerung, Roman, 228 S., übersetzt von Maria Weissenböck, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2019, ISBN 978-3-462-05220-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tanja Maljartschuk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tanja Maljartschuk: Schlummernde Schande. In: Die Zeit Online. 2. März 2017, abgerufen am 25. Juni 2017.
    Tanja Maljartschuk: Die Gefangenen Russlands. In: Zeit Online. 24. November 2016, abgerufen am 25. Juni 2017.
  2. Tanja Maljartschuk: Protest einer ukrainischen Autorin: Russland, mein Russland, wie liebe ich dich. In: faz.net. 10. März 2014, abgerufen am 25. Juni 2017.
  3. Richard Kämmerlings: „Salz auf unserer Braut“, Rezension zu Blauwal der Erinnerung in Die Welt vom 14. Februar 2019, abgerufen 15. Februar 2019
  4. Tanja Maljartschuk gewinnt Bachmannpreis 2018. In: Österreichischer Rundfunk. 8. Juli 2018, abgerufen am 8. Juli 2018.
  5. Der Text wurde beim ORF als PDF hinterlegt, Försche im Meer. Abgerufen am 23. Juli 2018. Die Lesung findet sich auf youtube, Frösche im Meer. Abgerufen am 23. Juli 2018.