Tannheim (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tannheim
Tannheim (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tannheim hervorgehoben
Koordinaten: 48° 0′ N, 10° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Höhe: 585 m ü. NHN
Fläche: 27,68 km²
Einwohner: 2395 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88459
Vorwahl: 08395
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 117
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
88459 Tannheim
Webpräsenz: www.gemeinde-tannheim.de
Bürgermeister: Thomas Maximilian Wonhas
Lage der Gemeinde Tannheim im Landkreis Biberach
Bayern Alb-Donau-Kreis Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Sigmaringen Ulm Achstetten Alleshausen Allmannsweiler Altheim (bei Riedlingen) Attenweiler Bad Buchau Bad Schussenried Berkheim Betzenweiler Ummendorf (bei Biberach) Biberach an der Riß Burgrieden Dettingen an der Iller Dürmentingen Dürnau (Landkreis Biberach) Eberhardzell Erlenmoos Erolzheim Riedlingen Ertingen Gutenzell-Hürbel Hochdorf (Riß) Ingoldingen Kanzach Kirchberg an der Iller Kirchdorf an der Iller Kirchdorf an der Iller Langenenslingen Laupheim Laupheim Maselheim Mietingen Mittelbiberach Moosburg (Federsee) Ochsenhausen Oggelshausen Riedlingen Riedlingen Riedlingen Rot an der Rot Schemmerhofen Schwendi Seekirch Steinhausen an der Rottum Tannheim (Württemberg) Tiefenbach (Federsee) Ummendorf (bei Biberach) Unlingen Unlingen Uttenweiler Wain WarthausenKarte
Über dieses Bild
Tannheim um 1900

Tannheim ist eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Biberach in Baden-Württemberg, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der oberschwäbische Ort befindet sich auf der württembergischen Seite des Illertals, auf der Ostroute der Oberschwäbischen Barockstraße und an der Mühlenstraße Oberschwaben. Im Osten grenzt die Gemeinde an den bayerischen Landkreis Unterallgäu, Buxheim (Schwaben) und die kreisfreie Stadt Memmingen. Im Süden grenzt die Gemarkung Tannheim an den Landkreis Ravensburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Tannheim gehören die Ortsteile und Wohnplätze Arlach, Baur, Egelsee, Haldau, Illerwerk II Tannheim, Jägerhaus, Krimmel, Kronwinkel, Melchior und Oyhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund von Hügelgräberfunden südlich des Ortes aus der Hallstattzeit (750-450 v. Chr.) oder der Latènezeit (450-15 v. Chr.), kann man von einer keltischen Besiedlung des Gebietes ausgehen. In späterer Zeit gehörte die Gegend zu der römischen Provinz Rätien.

Tannheim dürfte im 5. oder spätestens im 6. Jahrhundert während der alamannischen Landnahme gegründet worden sein und gehört damit zusammen mit weiteren Ortschaften, deren Namen auf „-ingen“ oder „-heim“ enden, zu den ältesten Siedlungen des heutigen Landkreises Biberach. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Ortschaft um 1100 im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Ochsenhausen, zu dessen Stiftungsgütern Tannheim gehörte. Nach ochsenhausischer Überlieferung hatte ein Adeliger namens Adelbert, Sohn des Ritters Hatto von Wolfertschwenden, seinen Sitz in Tannheim und stiftete spätestens 1093 dem Kloster reichen Besitz in Tannheim und in der näheren Umgebung. Seine Brüder Konrad und Hawin taten es ihm gleich und stifteten unter anderem Güter in Ochsenhausen, Reinstetten und Berkheim. Vermutlich trat Adelbert bald darauf selbst in das neu gegründete, zunächst von St. Blasien abhängige Priorat Ochsenhausen ein. Der in Tannheim, wo es damals bereits eine Mühle und ein Wirtshaus gab, gestiftete Besitz bestand aus 10 Höfen sowie einem Viertel der Kirche. Das Kloster Ochsenhausen scheint schon im 12. Jh. auch die übrigen Anteile an der Tannheimer Kirche in seiner Hand vereinigt zu haben, förmlich wurde die Kirche dem Kloster 1351 inkorporiert.

Verein der mediatisierten Fürsten und Grafen, Instruktion für die Bevollmächtigten beim Frankfurter Bundestag vom 12. Dezember 1815, letzte Seite mit den Unterschriften der Fürsten und Grafen von Waldburg-Zeil, Oettingen-Wallerstein, Waldburg-Wolfegg-Waldsee, Waldegg, Königsegg-Aulendorf, Schaesberg-Tannheim und Quadt-Isny Fürstlich Waldburg-Zeil'sches Gesamtarchiv Schloss Zeil

Im Übrigen zeigten sich die Besitzverhältnisse in Tannheim aufgrund häufiger Wechsel durch Verkauf oder Tausch über mehrere Jahrhunderte hinweg recht unübersichtlich: So hatte nicht nur das Kloster Ochsenhausen hier Besitz, sondern etwa auch die Klöster Rot und Mehrerau. Erst seit Ende des 15. Jh. war Ochsenhausen alleiniger Ortsherr und verwaltete von dieser Zeit an von hier aus sein Klosteramt Tannheim, das neben Tannheim und seinen heutigen Teilorten Arlach, Egelsee, Haldau und Kronwinkel auch Bonlanden, Hamerz, Oberopfingen, Oberzell, die Rohrmühle, Schöntal und Winterrieden sowie einzelne Güter in Altisried, Arlisberg, Berkheim, Fellheim, Rummeltshausen, Schlegelsberg und andernorts umfasste.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Tannheim von den Schweden und kaiserlichen Truppen verwüstet, geplündert und von der Pest heimgesucht. Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses fiel der Ort 1803 an die reichsunmittelbaren Grafen von Schaesberg, drei Jahre später an das Königreich Württemberg. Das Haus Schaesberg blieb bis heute auf dem Ochsenhauser Pfleghof samt ehemaligem Land-und Forstbesitz des Klosters ansässig.

Von 1810 bis 1938 gehörte Tannheim zum Oberamt Leutkirch im Allgäu. Aus der Beschreibung des damaligen Oberamtes über den Ort geht hervor, dass es 1843 im damaligen Gemeindebezirk 835 katholische und 1 evangelischen Einwohner gab.

In der Weimarer Zeit wählten die Einwohner überwiegend die Deutsche Zentrumspartei. Keine andere Partei kam in den Wahlen auf mehr als 10 % Anteil der Stimmen. Bei den letzten freien Wahlen im März 1933 erreichte die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei 45,1 % der Stimmen und das Zentrum 46,3 %. 1938 wurde Tannheim, mit anderen Gemeinden des württembergischen Illertales in den Landkreis Biberach eingegliedert.

Am Ende der beiden Weltkriege waren 126 Personen aus dem Ort gefallen und 37 sind bis heute vermisst. Allein im Zweiten Weltkrieg verlor der Ort 88 Personen und 35 gelten immer noch als vermisst.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 besetzen von den insgesamt 10 Sitzen sechs die Freien Wähler und je zwei die Unabhängige Liste und die Bürgervereinigung.[2]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeitiger Bürgermeister ist Thomas Wonhas, sein Vorgänger Johannes Böhm leitete die Gemeinde bis Ende 2007.

Wappen von Tannheim

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde zusammen mit der Flagge am 27. Juni 1963 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Blasonierung: „In Blau auf drei grünen Hügeln drei silberne Tannen“

Im Jahre 1939 führte die Gemeinde die jetzigen „redenden“ Wappenfiguren im Siegelbild. Die Wappenfarben sind offenbar erst nach dem Zweiten Weltkrieg festgelegt worden.[3]

Die Flagge ist weiß-blau gestreift.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • UngarnUngarn Pápakovácsi, Ungarn (seit 2000)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tannheim liegt an der Ostroute der Oberschwäbischen Barockstraße sowie an der Mühlenstraße Oberschwaben.

Bauwerke und sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weihnachtsmarkt im Schlosshof – Küche Altes Schloss (2012)
Ochsenhauser Pfleghof (Altes Schloss), ehemaliger Pfleghof des Klosters Ochsenhausen in Tannheim

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr
    Im Jahr 1887, ebenso wie der Musikverein, wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Tannheim gegründet. Das 125-jährige Jubiläum wurde 2012 im Rehgarten gefeiert.
  • Musikverein
    Der Musikverein Tannheim e. V. wurde 1887 gegründet, eine musikalische Gruppierung findet jedoch schon früher erwähnung. Der Musikverein ist somit der älteste Verein Tannheims. Im Jahr 2002 wurde das 115te Bestehen im Rahmen des Kreismusikfestes des Blasmusik-Kreisverbandes Biberach gefeiert. Anlässlich des Jubiläums wurde dem Verein die Pro-Musica-Plakette verliehen.
  • Sportverein
    Der Sportverein Tannheim wurde 1946 gegründet. Mit rund 670 Mitgliedern ist er der größte Verein in Tannheim. Die erste Mannschaft des Fußballvereines spielte von 1964 bis 1973 und 1976 bis 1978 in der II. Amateurliga „Oberschwaben“. Im Jahre 2012/13 stieg der SV Tannheim Abteilung Fußball aus Kreisliga A-Klasse „Riss“ ab und wird 2013/14 zusammen in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Aitrach in der Kreisliga B Bodensee 6 spielen.
  • Narrenzunft Daaschora Weibla und Guggenmusik Los Krachos
    Im Jahre 1984 wurde die Narrenzunft Daaschora Weibla e. V. gegründet. Der Name Daaschora ist auf den Tannschorrenbach zurückzuführen. Seit 1994 gibt es neben den Daaschora Weibla auch die Stockmahdbohle Maske. 1988 wurde eine Guggenmusik mit dem Namen Los Krachos als Teilgruppe der Narrenzunft gegründet. Seit 2001 sind die Los Krachos ein eigenständiger Verein.

Neben diesen Vereinen gibt es im Ort einen Tennisverein, Theaterfreunde Tannheim, Krieger- und Soldatenkameradschaftsverein und die Chorgemeinschaft Tannheim. Die Chorgemeinschaft Tannheim unterteilt sich in den 1919 gegründeten Liederkranz Tannheim, Chor Exodus und Chor Piepmatz.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftfahrttreffen Tannkosh[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tannkosh war ein seit 1993 jährlich im Juli oder August veranstaltetes Luftfahrttreffen von Piloten für Piloten auf dem Flugplatz Tannheim. Es war das größte Flugzeugtreffen der allgemeinen Luftfahrt in Europa und fand im Jahre 2013 zum letzten Mal statt.

Hauptartikel: Tannkosh

Fasnet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Narrenzunft (ANR) (2010)

Jährlich findet ein Fasnetsumzug durch das Dorf mit über 50 Gruppen im Rahmen der Schwäbisch-alemannischen Fastnacht statt.

Frühlingsfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich veranstaltet der Musikverein das Frühlingsfest mit traditionellem Vatertagsfrühschoppen.

Kirchliche Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1944 fanden erstmals Bittgänge zur Tannheimer Lourdesgrotte statt, um ein baldiges Kriegsende und um Verschonung des Heimatortes zu beten. Als gegen Kriegsende die Gefahr eines Angriffs auf Tannheim immer stärker wurde, befahl damals Pfarrer Hugo Farny (1934–1961) das Dorf dem Schutz Mariens an und gelobte, bei Verschonung alljährlich eine Prozession zur Lourdesgrotte abzuhalten. Da Tannheim von einem Angriff verschont wurde, wir seitdem das Skapulierfest im Juli als Tannheimer Fest abgehalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Tannheim (Württ)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Flugplatz Tannheim
Hauptartikel: Bahnhof Tannheim (Württ)
Hauptartikel: Flößerei auf der Iller

Der wichtigste Verkehrsträger von alters her war die Iller. Die Gemeinde ist durch die Württembergische Allgäubahn von Aulendorf nach Memmingen, an der sich der Bahnhof Tannheim (Württ) befindet, an das überregionale Schienennetz angeschlossen.

In Tannheim kreuzen sich die Landesstraße Baden-Württemberg 300 (L300) und die L260. Durch das nur wenige Kilometer entfernte Autobahnkreuz Memmingen (A 7/A 96) besitzt die Gemeinde einen Autobahnzugang. Dieser erfolgt über die nahen Anschlussstellen Berkheim (A 7) und Aitrach (A96) beziehungsweise über die L300 beziehungsweise auf bayerischen Gebiet die St 2013 die Anschlussstelle Memmingen-Nord (A 96).

Der Flugplatz Tannheim ist der einzige als Familienbetrieb geführte Verkehrslandeplatz in Deutschland. Die ICAO-Kennung ist EDMT. Angelehnt an die erfolgreiche Flugschau in Oshkosh findet in Tannheim alljährlich die Flugschau Tannkosh statt, bei der sich bis zu 1000 Flugzeuge an dem kleinen Grasbahn-Verkehrslandeplatz treffen. Auch der Flughafen Memmingen ist in nächster Nähe.

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tannheim war und ist ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Der größte landwirtschaftliche Betrieb im Ort ist das Hofgut Krimmel im Teilort Krimmel mit 110 Hektar. Zu den jeweiligen Stichtagen befand sich im Ort folgender Nutztierbestand:

Jahr Pferde Rindvieh (insg.) darunter Kühe Schweine Schafe Ziegen
1840 158 997 514 50 822 4
1907 185 1514 889 464 73 5
1933 184 1616 - 648 3 42
1960 33 1742 903 1052 - 21
1982 28 2491 1132 945 16 -
1986 28 2574 1130 803 22 -

Zwischen 1960 und 1987 verringerte sich die Zahl der Rinderhalter von 101 auf 50 Einzelpersonen oder Familien, während der Tierbestand um 48 % anwuchs. Der durchschnittliche Einzelbestand je Stall, stieg in der Zeit von 17 auf 51 Tiere (23 Milchkühe) an.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tannkosh ein von 1994 bis 2013 jährlich stattfindendes Fliegertreffen

Tannheim verfügte bis 2007 über eine Grund- und Hauptschule in Kooperation mit Haslach. Seit 2008 besteht eine Schulkooperation mit der Abt-Hermann-Vogler-Schule Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, in Rot an der Rot. Zusätzlich besteht die Möglichkeit die Schüler an die Ganztagesschule Grund- und Hauptschule in Kirchdorf an der Iller und der Grund- und Mittelschule Memmingen-Amendingen zu schicken. 2008 wurde eine Montessorischule für die Klassen eins bis fünf eröffnet. Außerdem gibt es im Ort einen katholischen Kindergarten unter der Trägerschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rehgarten mit Spielplatz
  • Wildpark beim Oyhof, auf dem sich ca. 180 Tiere in 4 Arten auf etwa 8 ha befinden
  • Sportplatz, Fußball-Trainingsplatz mit angeschlossenem Minispielfeld
  • Tennisplatz

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1920er-Jahren entwickelten sich in Tannheim erste Industrieansätze. Folgende ehemalige Unternehmen hatten ihren Sitz in Tannheim:

Alpenmädel Milchwerk (2013)
  • Säge-, Hobel- und Spaltwerk Gebrüder Steinhauser OHG: Im Jahre 1926 erwarb Klemens Steinhauser und ein stiller Teilhaber aus Rot an der Rot, aus einer Brandmasse der Firma Peter & Sohn Leutkirch heraus, den 2,4 ha großen Betrieb in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Tannheim mit Bahnanschluss. Er beschäftigte 24 Mitarbeiter, bis zu seinem Verkauf 1997. Im Jahre 1977 wurde auf dem Betriebsgelände eine neue Produktionsanlage errichtet. Unternehmenszweck war die Herstellung von Fichten- und Tannenschnitthölzer für Industrie- und Baubedarf.
  • Hans Witzigmann GmbH: Ursprünglich ein als Landwirtschafts-, Langholztransportunternehmen und Holzrückbetrieb 1936 gegründet, setzte das Unternehmen immer mehr seinen Schwerpunkt auf den Tiefbau und beschäftigte zuletzt vor seinem Verkauf 30 Mitarbeiter.
  • Alpenmädel Milchwerk Hamman & Obermeier KG: Es wurde 1960 aus der örtlichen Milchgenossenschaft heraus gegründet. Bis zu seinem Verkauf an die Ehrmann AG 1980 beschäftigte es rund 60 Mitarbeiter und war der größte Betrieb in Tannheim. Den vom Alpenmädel Milchwerk 1964 ins Leben gerufenen Produktnamen Almighurt verwendet Ehrmann bis heute.
  • Wintershall AG: Das Zweigwerk der Wintershall bestand seit dem Jahre 1959. Am Bahnhof Tannheim endete eine Pipeline des Erdölfeldes Mönchsrot. Dort wurde das Öl einer Vorreinigung unterzogen, bevor es per Bahn zur Raffinerie Neustadt bei Ingolstadt transportiert wurde. Der Betrieb beschäftigte 40 Mitarbeiter und wurde 1995 stillgelegt.

Weitere Betriebe im Ort waren ein von 1928 bis 1972 bestehender Stangenverarbeitungsbetrieb, die Filiale einer Memminger Kleiderfabrik und die Verwaltung der Kleinkraftwerke GmbH & Co KG Marstetten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Farny, Pfarrer
  • Karl Aßfalg (1903–1976), Bürgermeister
  • Heinrich Wilhelm Viktor Walter Hubertus Maria Graf von Schaesberg-Thannheim, Unternehmer, Land- und Forstwirt

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Landkreis Biberach / bearb. von der Abt. Landesbeschreibung des Staatsarchivs Sigmaringen. Hrsg. von der Landesarchivdir. Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Biberach; Band: 2: B. Gemeindebeschreibungen Ertingen bis Warthausen. – Sigmaringen : Thorbecke, 1990. – XVI, 1054 S. : zahlr. Ill. + 6 Kt.-Beil.; (ger); ISBN 3-7995-6186-2.
  • Kath. Pfarrgemeinde Tannheim: 300 Jahre Kirche Sankt Martin Tannheim, Festschrift zum Jubiläum im Jahre 2002
  • Ernst Tode: Chronik der Retersbeck-Schaesberg. Starke, Görlitz 1918.
  •  Leo Peters, Johannes Erbgraf von Schaesberg (Hrsg.): Geschichte des Geschlechtes von Schaesberg bis zur Mediatisierung. Ein Beitrag zur Erforschung der interterritorialen Verflechtungen des rhein-maasländischen Adels. Verlag der Buchhandlung Matussek, Nettetal 1990, ISBN 3-920743-19-9, S. 308.
  • Hans-Jörg Reiff, Gebhard Spahr, Dieter Hauffe: Kloster Ochsenhausen. Geschichte, Kunst, Gegenwart. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach 1985, ISBN 3-924489-27-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tannheim (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Website Gemeinde Tannheim – Zahlen und Fakten
  3. Quelle: Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg Band 4 Regierungsbezirk Tübingen Seite 102; Herausgegeben von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg; Erschienen im Konrad Theiss Verlag Stuttgart 1987 ISBN 3-8062-0804-2.
  4. Ein Modell dieser Gruft ("ein reizendes kleines Bauwerk") genannt in einem Bericht "Architekturausstellung Ernst Haiger im Kunstverein München" in: Süddt. Bauzeitung 33 (1913) S. 260. - Weihe 1913: Dorfchronik Tannheim im Internet