Tanzbrunnen

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Der Tanzbrunnen ist eine Veranstaltungsstätte nördlich der alten Kölner Messehallen, direkt am Rheinufer im Stadtteil Deutz. Das als Kultur- und Freizeitpark genutzte Areal erstreckt sich über ca. 30.000 Quadratmeter. Zu dem Gelände gehören die Open-Air-Bühne, das „Theater am Tanzbrunnen“, das Restaurant Rheinterrassen und seit 2004 auch der „km 689 Cologne Beach Club“. Es bildet das südliche Entree zum Rheinpark, mit Blick auf den Kölner Dom.

Tanzbrunnen aus der Luft
km 689 Cologne Beach Club
Rheinterrassen mit weissem Sofa
Bahnhof Tanzbrunnen der Kleinbahn im Rheinpark mit Zug

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände des heutigen Tanzbrunnens in Deutz wurde zuerst im Zuge der Niederlegung des „niederrheinischen Dorfes“ der einstigen Werkbundausstellung in den Jahren 1929/30 nach Entwürfen des städtischen Gartenbauarchitekten Theodor Nußbaum gestaltet. Einbezogen wurde dabei das Areal des ehemaligen Preußischen Fort XV, von dem nach einer teilweisen Einebnung und Niederlegung der Gebäude in den Jahren 1913/14 noch Teile der Außenanlagen bestanden. Das dort für die Werkbundausstellung nach Entwurf von Wilhelm Kreis erstellte Restaurationsgebäude bestand bis zu seiner Zerstörung während des Zweiten Weltkriegs. Es schloss dabei das Areal des Tanzbrunnens nach Norden ab, während im Osten der erhaltene, halbrunde Bau des Staatenhauses stand. Als letzte große Veranstaltung sollte in der Kölner Messe 1940 die Internationale Verkehrsausstellung stattfinden, was letztlich durch den Ausbruch des Krieges unterblieb. Es folgte stattdessen die Nutzung des Vergnügungsgeländes am Brunnen durch Einrichtungen des Kölner Messelagers, einem Geflecht von Arbeitslagern unterschiedlichster Reichsinstitutionen und für die Rüstung relevanter Firmen. Für diese wurden im Umfeld der Brunnenanlage auch Baracken installiert.

Bei Ende des Krieges lagen die Außenanlagen weitgehend in Trümmern. 1949 erfolgt dann unter Verwendung der ursprünglichen Anlage nach dem Entwurf des Architekten Josef Op Gen Orth die Ausführung eines neuen Brunnens mit einem begehbaren Rondell in seinem Zentrum, das auch als Tanzfläche diente und dem Tanzbrunnen seinen Namen gab. In den 1950er Jahren kam das Restaurant Rheinterrassen zum Tanzbrunnen hinzu. Zur Bundesgartenschau 1957 wurde der Tanzbrunnen neu angelegt und erhielt sein Markenzeichen: das Sternwellenzelt. Das Dachkonstrukt spannt sich über das Rondell des Tanzbrunnens und Teile der Freiflächen und wurde von Frei Otto entworfen.

Zur Bundesgartenschau 1971 wurden Gelände und Brunnen saniert und um sechs Faltschirme (nach Entwurf von Frei Otto) erweitert, die das Publikum der Open-Air-Bühne vor Wind und Wetter schützen. Das 1994 erbaute „Theater am Tanzbrunnen“ ergänzt das Open-Air-Areal um eine Indoor-Bühne, die sich für Präsentationen, Gesellschaften sowie Konzerte eignet. 1998 übernahm die KölnKongress GmbH das gesamte Areal zur weiteren Vermarktung. Es folgte nach historischer Vorlage eine Instandsetzung der Anlage. Der Brunnen mit dem Sternwellenzelt, die Open-Air-Bühne und das Theater wurden erneuert. Auch das Restaurant in den Rheinterrassen wurde nach der Übernahme stilgetreu renoviert und der Parksaal wurde als Veranstaltungsraum nutzbar gemacht. Eine weitere Neuerung war die Erweiterung der Parksaalterrasse. Die eine Etage tiefer liegende große Terrasse direkt am Rhein wurde in einen Biergarten für bis zu 1200 Besucher umgewandelt.

Zur Sommersaison 2000 wurde der Brunnen wieder in Betrieb genommen. Im März des Folgejahres konnte auch das neue Sternwellenzelt montiert werden. Zudem wurde das bisherige Backstage-Gebäude an gleicher Stelle durch einen Neubau ersetzt. 2003 wurde mit dem Eingangszelt ein weiterer „textiler Bau“ aufgestellt. Mit seiner 350 Quadratmeter großen Fläche ermöglicht es auch bei Wind und Wetter eine geschützte Ankunft der Gäste. Mit dem „km 689 Cologne Beach Club“, der 2004 als Stadtstrand mit Blick auf den Dom eröffnet wurde, wurden die Einrichtungen komplettiert.

Die Brunnenanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brunnenanlage wurde im Jahr 1950 nach einem Entwurf des Architekten Josef Op Gen Orth eingerichtet und steht seit dem 19. Mai 1989 unter Denkmalschutz. Bei einem Durchmesser von 55 Metern fasst der Brunnen 1200 Kubikmeter Wasser, eine Befüllung dauert 26 Stunden. Der Brunnen verfügt über 132 Düsen, die drei Wasserbilder zeigen. Sieben bis in eine Höhe von acht Meter steuerbare Schaumeffektdüsen bilden den Innenkranz; 16 Düsenkränze mit je sechs, einzeln, bis in zwei Meter Höhe steuerbare Düsen bilden den Außenkranz. Sieben Parabeln, die von innen nach außen bis zu zehn Meter weit sprudeln können, nehmen das ursprüngliche Erscheinungsbild aus den 1950er Jahren auf. Zur Beleuchtung der einzelnen Wasserspiele wurden 145 Leuchten installiert. Von 1994 bis 2000 lag der Brunnen trocken. Mit der Saisoneröffnung im Mai 2000 wurde er wieder in Betrieb genommen. Seit Ende April 2001 ergänzt ein Wasserkelch in der Mitte des Brunnens die Anlage.

Sternwellenzelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das nach einem Entwurf von Frei Otto angefertigte Sternwellenzelt über dem Tanzbrunnen wurde zur Bundesgartenschau 1957 aufgestellt. Eine erste Renovierung erfolgte zur Bundesgartenschau 1971. Auf Grund von baulichen Mängeln musste es dann 1993 demontiert werden, erst im Jahr 2001 konnte es nach vollständiger Sanierung anhand der historischen Vorlagen wiederaufgebaut werden. Das bis zu elf Meter hohe Sternwellenzelt überdeckt eine Fläche von rund 500 Quadratmeter.

Zeltbogen am Eingang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühere Zeltdachkonstruktion im Eingangsbereich wurde zur Bundesgartenschau 1957 ebenfalls nach einem Entwurf von Frei Otto errichtet. Sie stand bis zur BUGA 1971 und diente als Wetter- und Sonnenschutz für die am Eingang wartenden Besucher des Tanzbrunnens und des Rheinparks. Ende der 1980er Jahre war die Membran schließlich verschlissen.

Zur Saisoneröffnung im Mai 2003 wurde ein neues Zeltdach, welches das ursprüngliche Erscheinungsbild aus den 1950er Jahren aufnimmt, montiert. Der Stahlbogen ist 40 Meter lang, wiegt sechs Tonnen und hat einen Durchmesser von 50 Zentimetern. In der Scheitelhöhe misst er 8,80 Meter. Die Zeltdachmembrane hat eine Fläche von 350 Quadratmetern und wiegt 200 Kilogramm.

Räume und Kapazitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Open-Air-Gelände: 30.000 m²; 12.500 Stehplätze
  • „Theater am Tanzbrunnen“: 750 m²; rund 1000 Sitzplätze
  • Restaurant Rheinterrassen: 4 Räume von 212 bis 300 m² für 82 bis 164 Sitzplätze
  • Biergarten: 850 m²; 1200 Sitzplätze
  • „km 689 Cologne Beach Club“: 3500 m²; bis zu 2.500 Personen
Open-Air-Konzert am Tanzbrunnen

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tanzbrunnen ist ein beliebter generationsübergreifender Kultur- und Freizeitpark. Die jährlich rund 60 stattfindenden Veranstaltungen, sowohl auf dem Open-Air-Gelände als auch im Theater, ziehen durchschnittlich etwa 350.000 Besucher an. Regelmäßig finden Konzerte lokaler und internationaler Stars, Festivals, Kabarett- und Kleinkunst- Vorstellungen, der „Fischmarkt“ oder der Blumen- und Gartenmarkt am Tanzbrunnen statt.

Seit 2006 findet auf dem Gelände des Tanzbrunnens, dem Theater sowie im angrenzenden Staatenhaus das Amphi Festival statt.[1] Neben den öffentlichen Veranstaltungen finden auch zahlreiche private Feste und Firmenfeiern im Theater oder den angrenzenden Rheinterrassen statt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henriette Meynen: Die Kölner Grünanlagen. Die städtebauliche und gartenarchitektonische Entwicklung des Stadtgrüns und das Grünsystem Fritz Schumachers. (= Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland, Band 25) Schwann, Düsseldorf 1979, ISBN 3-590-29025-0. S. 160 u. a.
  • René Zey: Parks in Köln. Ein Führer durch die Grünanlagen. Greven Verlag, Köln 1993, ISBN 3-7743-0273-1, S. 150ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tanzbrunnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amphi Festival 2015 - Köln Amphi Eventpark. In: www.amphi-festival.de. Abgerufen am 16. Juli 2015.

Koordinaten: 50° 56′ 47,2″ N, 6° 58′ 18,6″ O