Tarrenz

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Tarrenz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Tarrenz
Tarrenz (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Imst
Kfz-Kennzeichen: IM
Fläche: 74,64 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 10° 46′ OKoordinaten: 47° 15′ 50″ N, 10° 45′ 45″ O
Höhe: 836 m ü. A.
Einwohner: 2.777 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 37 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6464
Vorwahl: 05412
Gemeindekennziffer: 7 02 22
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptstraße 14
6464 Tarrenz
Website: www.tarrenz.at
Politik
Bürgermeister: Stefan Rueland (Allgemeine Tarrenzer Liste)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(15 Mitglieder)
   
Insgesamt 15 Sitze
  • ATL: 9
  • ALT: 5
  • FPÖ: 1
Lage von Tarrenz im Bezirk Imst
Arzl im PitztalHaimingImstImsterbergJerzensKarresKarröstenLängenfeldMiemingMils bei ImstMötzNassereithObsteigOetzRietzRoppenSt. Leonhard im PitztalSautensSilzSöldenStamsTarrenzUmhausenWennsTirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Tarrenz im Bezirk Imst (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Dorfzentrum von Tarrenz entlang der Mieminger Straße
Dorfzentrum von Tarrenz entlang der Mieminger Straße
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Tarrenz (mundartlich Tårrez [ˈtɔʁɛt͡s]) ist eine Gemeinde mit 2777 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Imst (Gerichtsbezirk Imst) des Bundeslandes Tirol (Österreich). Es ist eine Landwirtschafts- (mit dem Schwerpunkt in der Schafzucht) und Auspendlergemeinde.

Bauwerk in Tarrenz
Blick von Tarrenz auf die Berge
Panorama zwischen Tarrenz und Strad

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt nordöstlich von Imst im äußeren Gurgltal. Der dörfliche Ortskern ist in rätoromanischer Weise dicht verbaut, zudem besteht die Besiedlung aus mehreren Weilern und Höfen am Talboden sowie dem auf den Hängen des Sinnesjoch gelegenen Obtarrenz.

Im Gemeindegebiet befindet sich das Natura 2000 Schutzgebiet Sinnesbrunn sowie das Naturschutzgebiet Antelsberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus folgenden Weilern: Tarrenz, Obtarrenz, Strad, Walchenbach, Dollinger, Dollinger-Lager.

Die Gemeinde besteht seit 2019 aus der einzigen Katastralgemeinde Tarrenz bzw. gleichnamigen Ortschaft.[1]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei der acht Nachbargemeinden liegen im Bezirk Reutte (RE).

Namlos und Berwang (beide RE) Nassereith
Imst Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Karrösten Karres und Roppen** Haiming
** Beide grenzen nur an einem gemeinsamen Punkt an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tarrenz wird 1265 als Torrens erstmals urkundlich erwähnt. Der Name geht auf lateinisch Torrens (Sturzbach) zurück. Seit dem 14. Jahrhundert ist Tarrenz als eigene Wirtschaftsgemeinde bezeichnet. 1811 wird Tarrenz eine eigene politische Gemeinde, vorher gehörte es zu Imst.[2]

Starkenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung von Tarrenz wesentlich mitbestimmt hat das mit den Staufern nach Tirol gekommene Rittergeschlecht der Starkenberger, die einst einflussreiche Grundbesitzer des Tiroler Oberlandes waren. Bereits im 12. Jahrhundert wurde die Burg Altstarkenberg erbaut. Um 1423/26 gingen die Starkenberger in einer Fehde mit dem Landesfürsten Friedrich IV. von Österreich unter.

Die Burg Neustarkenberg wurde zwischen 1310 und 1329 zum Schutz der alten Via Claudia Augusta erbaut und im 15. Jahrhundert erweitert. 1780 erwarb die Imster Kaufmannsfamilie Strele die Burg und vergrößerte sie zu einem Schloss. 1810 erhielt man von der damaligen französischen Besatzung die Erlaubnis gewerbemäßig Bier zu brauen.

Neben der Brauerei Starkenberger liegt das Veranstaltungszentrum Auf Starkenberg.

Historischer Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im gesamten Gurgltal und in seinen Seitentälern wurden vom späten Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit mehrere Bergbaugebiete erschlossen, um Bleierz abzubauen. Der Bleiabbau ermöglichte dem Tal bescheidenen Wohlstand, welcher jedoch nur so lange währte, wie der Hauptbleiabnehmer, die Erzhütten zur Verhüttung des Schwazer Fahlerzes, das Rohmaterial brauchen konnte. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde der lokale Abbau von erzhaltigem Gestein durch den Import verdrängt, und die Bergbautätigkeiten kamen zum Erliegen. Ein letzter sehr lokaler Abbau im Hochgebirge wurde nach dem 2. Weltkrieg beendet.[3][4]

Im Bergbau Freilichtmuseum Knappenwelt Gurgltal in Tarrenz können die Besucher die Geschichte des Abbaus in Form einer nachgebauten Anlage erleben. Das Museum wurde 2008 gegründet, um den wichtigen Teil der Geschichte, den Bergbau, des Gurgltals und der Gemeinde für Besucher wieder zugänglich zu machen.

Radwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tarrenz liegt am Fernradweg, der als Via Claudia Augusta entlang einer gleichnamigen antiken Römerstraße verläuft.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Tarrenz
  • Katholische Pfarrkirche Tarrenz hl. Ulrich
  • Wallfahrtskapelle Sinnesbrunn Unsere Liebe Frau
  • Ein Bergbau Freilichtmuseum, die Knappenwelt Gurgltal, zeigt das Leben der Bergleute im 16. Jahrhundert und die Aufbereitung des Erzes. 2013 wurde eine Ausstellung über den Fund der Grabstätte einer Heilerin – die Heilerin vom Gurgltal, die im 17. Jahrhundert lebte, eröffnet.
  • Die Fasnacht im Hexendorf Tarrenz hat alle vier Jahre einen wichtigen Platz im Veranstaltungskalender. Die nächste Fasnacht findet 2022 statt.
  • Einen weiteren Höhepunkt im Dorfleben bildet das Gassenfest, zu dem sämtliche Vereine jedes Jahr laden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 97 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 11 Haupterwerbsbauern und 82 Nebenerwerbsbauern, 1 Betrieb wurde von einer Personengemeinschaft geführt, 3 von juristischen Personen. Im Produktionssektor arbeiteten 41 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 35 in der Bauwirtschaft und 1 in der Energieversorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (193), soziale und öffentliche Dienste (72) und Beherbergung und Gastronomie (52 Mitarbeiter).[5][6][7]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 97 102 38 9
Produktion 25 22 77 135
Dienstleistung 114 64 312 258

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Straßenverbindung ist die Mieminger Straße von Imst nach Nassereith. Der nächste Bahnhof Imst-Pitztal an der Arlbergbahn ist etwas über 5 Kilometer entfernt.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Gemeinderat werden 15 Mandatare gewählt.

Partei 2016[9] 2010[10]
% Mandate % Mandate
Allgemeine Tarrenzer Liste Bürgermeister Rudolf Köll 61,32 9 67,04 10
Aktive Liste Tarrenz Kilian Tangl 31,74 5
Freie FPÖ Liste Tarrenz 6,94 1 7,47 1
Team Tarrenz Wörle Marcus 14,50 3
Wir für Tarrenz 7,13 1
SPÖ Tarrenz, Sozial - Aktiv - Kompetent 3,85 0

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Tarrenz ist Stefan Rueland.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde wurde 1970 folgendes Wappen verliehen: Ein schrägrechts geteilter Schild, dessen beide Felder dreimal, oben von Silber und Rot, unten in verwechselten Farben, gespalten sind.

Dieses Wappen ähnelt dem Wappen der Starkenberger, die eine historische Bedeutung für Tarrenz haben.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno Tauderer: Tarrenz. Imst, o. J. (Gemeinde- und Kirchenführer)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tarrenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Tarrenz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 121. Kundmachung der Landesregierung vom 9. September 2019 über die Auflassung von Ortschaften in der Gemeinde Tarrenz. ris.bka.gv.at
  2. Bruno Tauderer: Tarrenz. Imst, o. J.
  3. Peter Gstrein: Die Geschichte der Abbaugebiete in der Region Gurgltal. 2008, abgerufen am 5. Februar 2018 (deutsch).
  4. Peter Gstrein: Der historische Bergbau in der Region Gurgltal in Tirol …: … sowie ein Besuch in der Knappenwelt bei Tarrenz. 1 (30. Juli 2011) Auflage. Berenkamp, 2011, ISBN 3-85093-277-X.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Tarrenz, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 6. Dezember 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Tarrenz, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 6. Dezember 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Tarrenz, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 6. Dezember 2021.
  8. Entfernungsrechner. Abgerufen am 6. Dezember 2021 (deutsch).
  9. Gemeinderatswahlergebnis 2016. Land Tirol, abgerufen am 6. Dezember 2021.
  10. Gemeinderatswahlergebnis 2010. Land Tirol, abgerufen am 6. Dezember 2021.
  11. Bürgermeister. Gemeinde Tarrenz, abgerufen am 6. Dezember 2021 (österreichisches Deutsch).
  12. Wappenbeschreibung. Gemeinde Tarrenz, abgerufen am 6. Dezember 2021 (österreichisches Deutsch).
  13. Greuter, Josef. In: parlament.gv.at. Abgerufen am 24. Januar 2021.