Tarrenz

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Tarrenz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Tarrenz
Tarrenz (Österreich)
Tarrenz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Imst
Kfz-Kennzeichen: IM
Fläche: 74,64 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 10° 46′ OKoordinaten: 47° 15′ 50″ N, 10° 45′ 45″ O
Höhe: 836 m ü. A.
Einwohner: 2.736 (1. Jän. 2020)
Postleitzahl: 6464
Vorwahl: 05412
Gemeindekennziffer: 7 02 22
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptstraße 14
6464 Tarrenz
Website: www.tarrenz.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Köll (Allgemeine Tarrenzer Liste)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(15 Mitglieder)
   
Insgesamt 15 Sitze
  • ATL: 9
  • ALT: 5
  • FPÖ: 1
Lage von Tarrenz im Bezirk Imst
Arzl im PitztalHaimingImstImsterbergJerzensKarresKarröstenLängenfeldMiemingMils bei ImstMötzNassereithObsteigOetzRietzRoppenSt. Leonhard im PitztalSautensSilzSöldenStamsTarrenzUmhausenWennsTirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Tarrenz im Bezirk Imst (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Dorfzentrum von Tarrenz entlang der Mieminger Straße
Dorfzentrum von Tarrenz entlang der Mieminger Straße
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Tarrenz (mundartlich Tårrez [ˈtɔʁɛt͡s]) ist eine Gemeinde mit 2736 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) im Bezirk Imst (Gerichtsbezirk Imst) des Bundeslandes Tirol (Österreich). Es ist eine Landwirtschafts- (mit dem Schwerpunkt in der Schafzucht) und Auspendlergemeinde.

Bauwerk in Tarrenz
Blick von Tarrenz auf die Berge
Panorama zwischen Tarrenz und Strad

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt nordöstlich von Imst im äußeren Gurgltal. Der dörfliche Ortskern ist in rätoromanischer Weise dicht verbaut, zudem besteht die Besiedlung aus mehreren Weilern und Höfen am Talboden sowie dem auf den Hängen des Sinnesjoch gelegenen Obtarrenz.

In der Nähe befindet sich das Naturschutzgebiet Antelsberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht seit 2019 aus der einzigen Katastralgemeinde Tarrenz bzw. gleichnamigen Ortschaft.[1]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei der acht Nachbargemeinden liegen im Bezirk Reutte (RE).

Namlos und Berwang (beide RE) Nassereith
Imst Nachbargemeinden
Karrösten Karres und Roppen** Haiming
** Beide grenzen nur an einem gemeinsamen Punkt an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tarrenz wird 1265 als Torrens erstmals urkundlich erwähnt. Der Name geht auf lateinisch Torrens (Sturzbach) zurück. Seit dem 14. Jahrhundert ist Tarrenz als eigene Wirtschaftsgemeinde bezeichnet. 1811 wird Tarrenz eine eigene politische Gemeinde, vorher gehörte es zu Imst.[2]

Starkenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung von Tarrenz wesentlich mitbestimmt hat das mit den Staufern nach Tirol gekommene Rittergeschlecht der Starkenberger, die einst einflussreiche Grundbesitzer des Tiroler Oberlandes waren. Bereits im 12. Jahrhundert wurde die Burg Altstarkenberg erbaut. Um 1423/26 gingen die Starkenberger in einer Fehde mit dem Landesfürsten Friedrich IV. von Österreich unter.

Die Burg Neustarkenberg wurde zwischen 1310 und 1329 zum Schutz der alten Via Claudia Augusta erbaut und im 15. Jahrhundert erweitert. 1780 erwarb die Imster Kaufmannsfamilie Strele die Burg und vergrößerte sie zu einem Schloss. 1810 erhielt man von der damaligen französischen Besatzung die Erlaubnis gewerbemäßig Bier zu brauen.

Neben der Brauerei Starkenberger liegt das Veranstaltungszentrum Auf Starkenberg.

Historischer Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im gesamten Gurgltal und in seinen Seitentälern wurden vom späten Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit mehrere Bergbaugebiete erschlossen, um Bleierz abzubauen. Der Bleiabbau ermöglichte dem Tal bescheidenen Wohlstand, welcher jedoch nur so lange währte, wie der Hauptbleiabnehmer, die Erzhütten zur Verhüttung des Schwazer Fahlerzes, das Rohmaterial brauchen konnte. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde der lokale Abbau von erzhaltigem Gestein durch den Import verdrängt, und die Bergbautätigkeiten kamen zum Erliegen. Ein letzter sehr lokaler Abbau im Hochgebirge wurde nach dem 2. Weltkrieg beendet.[3][4]

Im Bergbau Freilichtmuseum Knappenwelt Gurgltal in Tarrenz können die Besucher die Geschichte des Abbaus in Form einer nachgebauten Anlage erleben. Das Museum wurde 2008 gegründet, um den wichtigen Teil der Geschichte, den Bergbau, des Gurgltals und der Gemeinde für Besucher wieder zugänglich zu machen.

Radwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tarrenz liegt am Fernradweg, der als Via Claudia Augusta entlang einer gleichnamigen antiken Römerstraße verläuft.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Tarrenz
  • Katholische Pfarrkirche Tarrenz hl. Ulrich
  • Wallfahrtskapelle Sinnesbrunn Unsere Liebe Frau
  • Ein Bergbau Freilichtmuseum, die Knappenwelt Gurgltal, zeigt das Leben der Bergleute im 16. Jahrhundert und die Aufbereitung des Erzes. 2013 wurde eine Ausstellung über den Fund der Grabstätte einer Heilerin – die Heilerin vom Gurgltal, die im 17. Jahrhundert lebte, eröffnet.
  • Die Fasnacht im Hexendorf Tarrenz hat alle vier Jahre einen wichtigen Platz im Veranstaltungskalender. Die nächste Fasnacht findet 2021 statt.
  • Einen weiteren Höhepunkt im Dorfleben bildet das Gassenfest, zu dem sämtliche Vereine jedes Jahr laden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno Tauderer: Tarrenz. Imst, o. J. (Gemeinde- und Kirchenführer)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tarrenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Tarrenz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 121. Kundmachung der Landesregierung vom 9. September 2019 über die Auflassung von Ortschaften in der Gemeinde Tarrenz. ris.bka.gv.at
  2. Bruno Tauderer: Tarrenz. Imst, o. J.
  3. Peter Gstrein: Die Geschichte der Abbaugebiete in der Region Gurgltal. 2008, abgerufen am 5. Februar 2018 (deutsch).
  4. Peter Gstrein: Der historische Bergbau in der Region Gurgltal in Tirol …: … sowie ein Besuch in der Knappenwelt bei Tarrenz. 1 (30. Juli 2011) Auflage. Berenkamp, 2011, ISBN 3-85093-277-X.
  5. Greuter, Josef. In: parlament.gv.at. Abgerufen am 24. Januar 2021.