Taschentrompete

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Taschentrompete (ca. 25 cm)

Eine Taschentrompete entspricht von der Rohrlänge (mit Mundstück 140 cm) – also auch Tonhöhe – einer normalen Trompete, ist aber kompakter gebaut (häufigere Rohrwindungen) und deshalb nicht zu verwechseln mit der ähnlich kleinen Piccolotrompete: Während die Baulänge einer normalen Trompete ca. 49 cm ist (55 cm mit Mundstück), erreicht eine Taschentrompete nur ca. 22 cm (25 cm mit Mundstück) und wird in einem sehr kleinen, werkseigenen Schalenkoffer untergebracht. Dadurch ist sie speziell für unterwegs geeignet. Ein weiterer Vorteil wurde im Laufe der Spielpraxis entdeckt: da sie deutlich kürzer ist als die normale Trompete, ist sie für Kinder besonders gut als Anfängerinstrument geeignet, weil Kinder kürzere Arme als Erwachsene haben, somit die Ventile näher am Körper sind und sich der Abstand zwischen ihnen und dem Mundstück ebenso verkürzt. Die normale Trompete bewirkt zudem für Kinder einen großen Gewichtshebel nach unten, der von jenen mit gestreckten Armen schlecht kräftemäßig stabilisiert werden kann, so dass sie die normale Trompete tendenziell schräg nach unten spielen, was für den Aufbau des Ansatzes schlecht ist. Dieses Hebelproblem wird durch die Taschentrompete getilgt, weil das Gesamtgewicht mit kurzem Hebel nahe am Körper ist.

Während des Spielens kann die Rohrlänge am ersten und vor allem dritten Ventil, anders als schon bei normalen Einsteigertrompeten möglich, nicht verändert werden. Hochproblematisch ist deshalb (wie bei allen dreiventiligen Blechblasinstrumenten) die Ventilkombination 1-2-3, 1-3 und 2-3 in der tiefen Lage ohne solch eine Intonationsmechanik. Dies ist ein Nachteil bei professionellem Interpretationsanspruch an jegliche Musik, wo auf genaue Intonation geachtet werden muss.

Das Schallstück ist deutlich kleiner ausgeformt (siehe Foto), muss auf kürzerer Länge früher konisch werden, was sich auf den Klang auswirkt, und entspricht eher der Mensur des Kornetts. Die Ventile sind immer Pumpventile, da Drehventile eine so kompakte Bauweise mechanisch ausschließen. Die durch die kompakte Bauweise bedingten häufigeren Rohrwindungen erhöhen leicht den Blaswiderstand und lassen schneller Kondenswasser durch Luft- bzw. Atemfeuchtigkeit entstehen, so dass beim Spielen schneller als bei normalen Trompeten ein Gluckern zu hören ist und deshalb häufiger entwässert werden muss.

Es gibt zwar unterschiedliche Hersteller von Taschentrompeten, es wird aber durch den Transportzweck bedingt kein professionelles Instrumentenniveau angestrebt, weil die Konstruktion dies nicht zulässt. Deswegen wird man normalerweise keinen Berufstrompeter mit einer Taschentrompete im Livekonzert hören.

Bekannter Musiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]