Tata Steel

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Tata Steel Limited
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Rechtsform Private Limited Company
Gründung 1907
Sitz Mumbai, IndienIndien Indien
Leitung Natarajan Chandrasekaran (Chairman)
Mitarbeiter 77.000[1]
Umsatz 1,172 Billionen INR (2015/16)[1]
15,53 Mrd. EUR[2]
Branche Stahl
Website www.tatasteel.com

Tata Steel ist ein zur Tata-Gruppe gehörendes globales Montanunternehmen mit Firmensitz in Mumbai, Indien. Es ist eines der weltgrößten Stahlunternehmen mit einer Kapazität von etwa 30 Millionen Tonnen und rund 80.000 Mitarbeitern auf fünf Kontinenten.[3] Die europäische Firmenzentrale ist in London. Das Unternehmen ist an der nationalen Indischen Börse und der Börse in Bombay gelistet, während globale Hinterlegungsscheine auch am London Stock Exchange gehandelt werden. Die Produktpalette des Unternehmens umfasst die meisten Industriestähle.[4]

Über Tata Steel Limited[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tata Steel Limited ist Teil der Tata-Gruppe, einem globalen Mischkonzern mit Hauptsitz in Indien.

2015 rangierte Tata Steel in der Liste der größten Stahlproduzenten der Welt an zehnter Stelle, mit einer Jahresproduktionsmenge von 26,3 Millionen Tonnen Rohstahl.[5] Tata Steel beschäftigt weltweit etwa 80.000 Mitarbeiter.[6] Die größte Produktionsstätte liegt im indischen Jamshedpur. 2013 rangierte Tata Steel auf Platz 471 des Fortune Global 500 Rankings der weltgrößten Unternehmen.[7] Laut dem Brand Finance Global 500 Ranking konnte die Tata-Gruppe ihre Position im Jahr 2014 vom 39. Platz auf den 34. Platz verbessern, unter den indischen Marken liegt sie nach wie vor auf dem ersten Platz.[8]

In Europa ist Tata Steel aktuell der zweitgrößte Stahlproduzent mit einer jährlichen europäischen Rohstahlkapazität von knapp 18 Millionen Tonnen.[9][10] Der Konzern betreibt Stahlwerke in Großbritannien und den Niederlanden, zudem besitzt Tata Steel Stahlwalzwerke, Beschichtungsanlagen und Verarbeitungswerke in ganz Europa. Insgesamt betreibt Tata Steel Stahlwerke in 26 Ländern, darunter in China, Indien, Singapur, Thailand und Großbritannien sowie Vertriebsniederlassungen in mehr als 35 Ländern.[11]

Firmengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge von Tata Steel datieren zurück bis zum 25. August 1907, als Dorabji Tata die Stahl- und Eisensparte namens Tata Iron and Steel Company (TISCO) als Teil der Tata Gruppe gründete, die sein Vater Jamshedji Tata im Jahre 1868 in Mumbai ins Leben gerufen hatte.[12]

Vier Jahre nach der Gründung hat TISCO im indischen Sakchi den ersten Hochofen in Betrieb genommen. Die dortige Planstadt, welche man zur Beheimatung der Angestellten des Hauptstahlwerks errichtete, wurde später zu Ehren von Jamshedji Tata in „Jamshedpur“ umbenannt.[13] Bereits ein Jahr später produzierte das Werk von Dorabji Tata seinen ersten Rohstahlblock. Bis zum Jahr 1939 war Tata Steel in der Lage, jährlich 800.000 Tonnen Stahl zu produzieren. Damit wurde Jamshedpur zum größten Stahlwerk des ehemaligen Britischen Weltreichs. In den folgenden Jahrzehnten machte sich das Unternehmen einen Namen als weltweit günstigster Produzent von Roheisen. Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts stand im Zeichen großflächiger Erneuerungen und eines neuen Wachstumskurses. Im Vordergrund standen technische Aufrüstungen sowie die Optimierung der IT-Systeme, ebenso wie eine strategische Neuausrichtung, die einen stärkeren Kundenfokus vorsah.[14]

Ab 2004 machte der Konzern durch Übernahmen im Ausland auf sich aufmerksam: So erwarb Tata Steel das Unternehmen NatSteel aus Singapur, welches ein Stahlwerk in China besitzt. Ein Jahr später folgte die Übernahme des Stahlunternehmens Millennium Steel PCL aus Thailand. Seit 2007 ist Tata Steel auch auf dem europäischen Stahlmarkt als Produzent präsent, nachdem der britisch-niederländische Stahlkonzern Corus der Tata Steel-Gruppe angeschlossen wurde. Corus war 1999 aus dem Zusammenschluss von British Steel und Koninklijke Hoogovens hervorgegangen.[15] Mit einer Investition von 8,7 Milliarden Euro [16] stellte sie bis dato die größte von einem indischen Konzern getätigte Übernahme eines ausländischen Unternehmens dar.[17] Im Jahr 2010 firmierte Corus offiziell in Tata Steel um.

Im Jahr 2012 zog sich Ratan Tata als Vorsitzender der Tata-Gruppe zurück. Auf ihn folgte Cyrus Mistry, ein Vorstandsmitglied von Tata Sons, dessen Familie über Jahrzehnte eng mit der Tata Gruppe verbunden war.[18] Im Oktober 2016 wurde Mistry abgesetzt, und Ratan Tata übernahm kommissarisch wieder die Leitung des Unternehmens.[19] Am 21. Februar 2017 übernahm Natarajan Chandrasekaran, der bis dahin Geschäftsführer von Tata Consultancy Services war, den Vorsitz der Tata-Gruppe.[20]

Am 20. September 2017 gab das Unternehmen bekannt, die europäischen Stahlaktivitäten mit ThyssenKrupp zusammenzuschließen. Nach erfolgter Fusion soll der Konzernsitz nach Amsterdam in die Niederlande verlagert werden und der künftige Konzern Thyssenkrupp Tata Steel lauten.[21]

Tata Steel in Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Europa firmiert Tata Steel als Tata Steel Europe Limited, während die Geschäftsaktivitäten unter der Marke Tata Steel laufen.[22] Der europäische Unternehmenszweig liefert Stahlprodukte an den Bausektor, die Automobil-, Verpackungs-, Hebe- und Förder- sowie Energieindustrie und an weitere Sektoren auf der ganzen Welt.[23] Das Produktportfolio konzentriert sich auf Bandstahlprodukte.[24][25] Im April 2016 übernahm die Investmentfirma Greybull Capital die europäische Langstahl-Sparte von Tata Steel.[26] Die größten europäischen Produktionsstandorte befinden sich in Port Talbot (Wales) und Ijmuiden (Niederlande).[27]

Als Vorstandsvorsitzender der Tata-Gruppe verantwortete Cyrus Mistry die weltweiten Geschäftstätigkeiten von Tata Steel und war damit bis 10/2016 auch für den europäischen Markt zuständig.[28] Mit Wirkung zum 1. März 2016 übernahm Hans Fischer, bis dahin Chief Technical Officer, die Position des CEO von Tata Steel in Europa.[29] Vorstandsvorsitzender der europäischen Sparte war bis Februar 2016 Karl-Ulrich Köhler. Darüber hinaus setzt sich der Vorstand des europäischen Geschäftsbereiches im Jahre 2017 aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Henrik Adam, Chief Commercial Officer
  • Tor Farquhar, Executive Director Human Resources
  • N K Misra, Executive Director Finance
  • Bimlendra Jha, Chief Executive Officer, Tata Steel UK
  • Helen Matheson, Director Legal and Company Secretary [30]

Tata Steel in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vertretungen von Tata Steel in Deutschland produzieren, vertreiben und verkaufen verschiedene Stahl- und Aluminiumprodukte für die nationalen und internationalen Märkte. Beliefert werden Luftfahrt-, Automobil-, Bau-, Transport-, Elektrotechnik- und Maschinenbau-Industrien.[31] Viele der Tata Steel-Vertretungen in Deutschland sind aus ehemaligen Familienunternehmen hervorgegangen und können eine jahrzehntelange Erfahrung in der Herstellung von Stahl- oder Aluminiumprodukten vorweisen.[32]

Tata-Steel-Vertretungen in Deutschland:

  • Service Center Gelsenkirchen GmbH, Gelsenkirchen [33]
  • Degels GmbH, Neuss [34]
  • Fischer Profil GmbH, Netphen-Deuz [35]
  • Hille & Müller GmbH & Tata Steel Vertriebsbüro, Düsseldorf [36]
  • Hille & Müller GmbH Service Center Wallau [37]
  • Kalzip GmbH, Koblenz [38]
  • SAB-profil GmbH, Niederaula [39]
  • Catnic GmbH, Sinsheim [40]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 gab es Proteste unter der lokalen Bevölkerung gegen den von Tata Steel geplanten Bau einer Stahlfabrik in Kalinganagar im indischen Bundesstaat Odisha. Die Gründe für die Proteste lagen in ungeklärten Besitzansprüchen. In diesem Zusammenhang verloren bei einer Demonstration 13 Protestierende und ein Polizist ihr Leben.[41]

Die Tata-Gruppe geriet 2008 in die Kritik, da das von der Regierung in Westbengalen zur Verfügung gestellte Land, auf dem eine Fabrik zur Herstellung des Tata Nano Autos errichtet werden sollte, zuvor unter zweifelhaften Umständen enteignet worden war. Es kam zu gewaltsamen Protesten und zu einer Blockade des fertiggestellten Werkes. In der Folge kam es innerhalb der lokalen Bevölkerung zu Konflikten zwischen den Fabrikbefürwortern, die auf einen Arbeitsplatz in der neuen Fabrik hofften, und den Gegnern des Fabrikbaus. Schließlich erhielt Ratan Tata von Narendra Modi, dem Ministerpräsidenten des Bundesstaates Gujarat, das Angebot, die Fabrik für die Produktion des Tata Nano in Gujarat zu bauen.[42]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tata Steel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Tatasteel.com - 109th Annual Report 2015-2016
  2. umgerechnet zum Kurs am Bilanzstichtag, den 31. März 2016
  3. Tatasteel.com - Tata Steel Group
  4. Tatasteel.com - 106th Annual Report 2012-2013
  5. https://www.worldsteel.org/steel-by-topic/statistics/top-producers.html
  6. Tatasteel.com - Tata Steel Group
  7. money.cnn.com - Global 500
  8. Economictimes.com - Tata India's most valuable brand
  9. Blechnet.com - Tata Steel will näher an die europäischen Stahlkunden herantreten
  10. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Europas Stahlkocher bekommen heftigen Gegenwind, S. 13, vom 12. Februar 2014
  11. Tatasteeleurope.com - At a glance
  12. Rudrangshu Mukherjee: A Century of Trust. The story behind TATA STEEL. Penguin Books India, New Delhi, 2008, ISBN 978-0-670-08156-1
  13. Wikipedia - Jamshedpur
  14. Tatasteel.com - About us
  15. Frankfurter Allgemeine Zeitung - Tata Steel kauft Corus für fast 9 Milliarden Euro
  16. Asienkurier - Entschlossen die Zukunft zu planen
  17. BBC news - Indian firms move to world stage
  18. Frankfurter Allgemeine Zeitung - Cyprus P. Mistry, Indiens wichtigster Industrieller
  19. http://tata.com/article/inside/tata-sons-chairman-selection-committee
  20. T-Online.de - Hoffen auf Normalität: Indisches Konglomerat Tata mit neuem Chef
  21. Welt.de: Thyssenkrupp will mit Tata neuen Stahlgiganten schaffen
  22. Tatasteeleurope.com - Disclaimer
  23. Tatasteeleurope.com - Strip Products Mainland Europe
  24. Tatasteeleurope.com - News - Tata Steel UK completes sale of Long Products Europe business to Greybull Capital
  25. Tatasteeleurope.com - News - Tata Steel signs definitive agreement with Liberty House Group for the sale of its Speciality Steels business
  26. Stahl-online.de - Greybull übernimmt EU-Langstahl-Sparte von Tata Steel
  27. Tatasteeleurope.com - Operations
  28. India.tv - 11 interesting facts about Tata Group chairman Cyrus Pallonji Mistry
  29. Reuters.com - Tata Steel says Europe CEO to leave to join German firm
  30. Tatasteeleurope.com - Executive Committee
  31. Tatasteel.de - Konzern
  32. Tatasteel.de - Konzern
  33. Marieke Nispeling: Determinants of forward vertical integration. The possibilities and risks for a steel company. Master Thesis University of Amsterdam, 2008
  34. Marieke Nispeling: Determinants of forward vertical integration. The possibilities and risks for a steel company. Master Thesis University of Amsterdam, 2008
  35. Wirtschaft regional Online - 75 Jahre Fischer Profil: Mit Sandwichelementen zum Weltmarktführer
  36. AOK Magazin praxis aktuell - Glänzende Lösung
  37. Tatasteeleurope.com - Production Sites Hille & Müller GmbH Service Center Wallau
  38. Gesamtmetall.de - Technologie: Jahrhundertauftrag für die Kalzip GmbH
  39. Sabprofil.de
  40. Tatasteel.de - Kontakte Bauelemente in Deutschland
  41. Survival - Indien: Polizeigewalt gegen indigene Demonstranten
  42. Welt.de - Autobauer Tata legt Nano-Fabrik-Bau auf Eis