Tatort: Bestien

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Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelBestien
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
WDR
Länge88 Minuten
EinordnungFolge 487 (Liste)
Erstausstrahlung25. November 2001 auf Das Erste
Stab
RegieKaspar Heidelbach
DrehbuchNorbert Ehry
ProduktionSonja Goslicki
MusikArno Steffen
KameraKay Gauditz
SchnittVera van Appeldorn
Besetzung

Bestien ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalreihe Tatort. Der vom Westdeutschen Rundfunk unter der Regie von Kaspar Heidelbach produzierte Film wurde am 25. November 2001 im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt. Es ist der 18. Fall des Kölner Ermittler-Teams Ballauf und Schenk und die 487. Tatortfolge.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter des Rockers Kulle Hain wird auf dem Nachhauseweg von der Disco brutal vergewaltigt und ermordet. Kommissar Ballauf glaubt zunächst, dass der gesuchte Sexualmörder schnell gefunden ist, doch zeigt sich, dass dies ein Irrtum war. Trotz der Täterbeschreibung einer Zeugin findet sich keine Übereinstimmung mit bekannten und vorbestraften Sexualstraftätern. Daher nimmt Kulle die Suche nach dem Mörder seiner Tochter in die eigenen Hände. Er kontaktiert eine Reporterin und will mit ihrer Hilfe den Schuldigen finden. Durch einen ersten Bericht in der Zeitung erfährt der Täter Gerhard Vaupel, dass es eine Zeugin gibt. Er macht ihre Adresse ausfindig und will sie zum Schweigen bringen, dabei ahnt er nicht, dass Kulle seine Rockerkollegen alarmiert hatte, um das Mädchen zu beschützen. Demzufolge wird er von ihnen gestellt, zusammengeschlagen und eingesperrt.

Inzwischen kommen auch die Kommissare Ballauf und Schenk auf Gerhard Vaupel als den mutmaßlichen Täter. Zwei Tage nachdem er zur Fahndung ausgeschrieben wurde, wird er erdrosselt aufgefunden. Der Gerichtsmediziner stellt eindeutige Spuren einer Misshandlung fest. So kommen die Kommissare dahinter, dass Kulle und seine Rockerfreunde Vaupel vor ihnen zu fassen bekommen haben. Kulle räumt ein, den Mann in einem Versteck festgehalten zu haben, jedoch hätte er ihn nicht umgebracht. Lediglich die Leiche hätte er entsorgt, nachdem er Vaupel tot aufgefunden hätte.

Ballauf und Schenk erhalten am Ende von Rickys Mutter ein Geständnis, dass sie den gefesselten Vaupel erdrosselt hat. Sie verbrennen das Tatwerkzeug, damit Carla Hain nicht wegen Mordes angeklagt werden kann, sondern mit Totschlag davonkommt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestien wurde von Colonia Media im Auftrag des WDR produziert. Die Dreharbeiten erfolgten vom 26. April bis zum 30. Mai 2001 in Köln, Lohmar und Pulheim unter dem Arbeitstitel Almeidaweg, St. Martin.[1]

Der Musiktitel „Blut ist dicker als Wasser“ wurde von der Kölner Kultband L.S.E. gesungen.

Diese Tatortfolge ist aufgrund der Verwendung eines offiziellen Fahndungsfotos in die Schlagzeilen geraten. Nach Angaben des damaligen Requisiteurs hatte eine Praktikantin für die Tatortepisode fiktive Fahndungsakten erstellen sollen und dabei ist das Foto von Uwe Mundlos dort hineingeraten. Die Verantwortlichen zeigten sich erstaunt, zumal die NSU-Untersuchungen gegen Mundlos zu diesem Zeitpunkt noch nicht aktuell waren. Ihrer Ansicht nach war die junge Mitarbeiterin davon ausgegangen, dass es sich um das Foto eines Mitarbeiters gehandelt hat, da aus solchem Material normalerweise die Requisiten hergestellt werden. So bleibt diese Panne ein bemerkenswerter Zufall.[2]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei seiner Erstausstrahlung am 25. November 2001 wurde die Folge Bestien in Deutschland von 9,33 Millionen Zuschauer gesehen, was einem Marktanteil von 26,00 Prozent entsprach.[1]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tilmann P. Gangloff kritisiert für Kino.de und meint: „Nicht nur der Kommissar, auch der Film selbst wandelt trotz des distanzierenden Titels (‚Bestien‘) auf einem schmalen Grat, denn Sympathieträger Schenk lädt den Zuschauer natürlich dazu ein, die mutmaßliche Selbstjustiz ebenfalls zu entschuldigen. Gegenentwurf ist wieder einmal Ballauf, dessen kompromisslos moralische Haltung allerdings durch den Schluss wieder in Frage gestellt wird. Sehenswert aber ist der Krimi aus Köln allemal. Gerade die gemeinsamen Szenen von Bär und Rohde sind von großer Intensität. Und hörenswert ist der Film ebenfalls: Die Musik, oft mehr eine Toncollage mit Thriller-Elementen als melodische Klangfolge, stammt von Arno Steffen, und seine Kumpels von der Kölner Kultband LSE haben auch einen Song beigesteuert.“[3][4]

Die Kritiker von TV Spielfilm meinen: „Kluger, etwas redseliger Selbstjustizkrimi.“[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Drehort und Einschaltquote bei fundus.de, abgerufen am 30. März 2016.
  2. NSU-Mann im ARD-Krimi: Wie ein Foto von Uwe Mundlos in den „Tatort“ geriet bei spiegel.de, abgerufen am 30. März 2016.
  3. Tilmann P. Gangloff: Filmkritik auf kino.de, abgerufen am 30. März 2016.
  4. Behrendt, Bär, Rohde, Norbert Ehry, Kaspar Heidelbach. Sympathie mit dem Teufel Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 30. April 2018.
  5. TV-Krimi. Eine Rockertruppe spielt Richter. Kurzkritik bei tvspielfilm.de, abgerufen am 30. März 2016.